Versicherung notwendig?

  • Moin Gemeinde,
    wir fangen jetzt mit dem Imkern an. Man empfahl uns einem Verein beizutreten, da wären wir dann auch versichert.
    Nun mögen wir das "Vereinsleben" nicht, ein Forum wie dieses hier ist uns sympatischer. Ich frage mich ob man überhaupt versichert sein muss? Für die Bienen und die Ausrüstung, trage ich gern das Risiko - im eigenen Garten, was soll da passieren? Aber die Haftpflicht kann ich nicht einschätzen.
    Was kann den geschehen? Ich vergleiche die Bienen mit einer Katze, die ist auch vom Besitzer nicht zu kontrolieren und kann alles machen ohne das der Besitzer verantwortlich wäre, es liegt halt in der Natur der Katzen/Bienen.
    Kennt jemand ein Urteil oder einen Haftungsvorfall wo ein Imker verantwortlich war?
    Gruß
    Hannes

  • Na, mit der Katze liegst Du ziemlich falsch. Stichwort Tierhalterhaftung (§ 833 BGB).
    Bei Bienen sind allerdings die Haftungsfälle in der Praxis begrenzt. Wichtig dürfte die Versicherung vor allem dann sein, wenn Du mit den Bienen wanderst.
    Gut dargestellt ist die Haftungssituation hier.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Hannes,
    Ja, so kann es kommen.
    Bei meinem Imkerkollegen wurde der Nachbar von einer Biene am Auge gestochen, bei der Abwehr ging die Brille zu Bruch.
    Ein sogenannter Haftpflichtschaden, allerdings muss der Nachbar beweisen das es seine Biene war, was natürlich ausgeschlossen ist.
    Aber des lieben Friedens wegen zur guten Nachbarschaft war es ein Haftschaden.


    Gruß Jürgen


  • Bei meinem Imkerkollegen wurde der Nachbar von einer Biene am Auge gestochen, bei der Abwehr ging die Brille zu Bruch.
    Ein sogenannter Haftpflichtschaden, allerdings muss der Nachbar beweisen das es seine Biene war, was natürlich ausgeschlossen ist.
    Aber des lieben Friedens wegen zur guten Nachbarschaft war es ein Haftschaden.


    Dieser Fall dürfte recht typisch sein. Dazu kommt noch, dass der Nachbar sich bei der Abwehr der Biene eventuell ein Mitverschulden zurechnen lassen muss.
    Der Fall, wo Du wirklich in die Haftung kommst, sieht wahrscheinlich eher so aus: Bei Transport der Bienen fällt ein Magazin von der Ladefläche des Transporters. Ein Motoradfahrer fährt in die schwirrenden Bienen und wird übel zerstochen...


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hi,


    wie ist das eigentlich, wenn ein Schwarm zunächst unbemerkt aus des Imkers Beute auszieht und sich beim Nachbarn im Rolladenkasten oder unter dem Dach einrichtet. Wenn dann das Dach geöffnet werden muss und der Nachbar dem Imker die vierstellige Rechnung präsentiert?


    Oder, evtl. für die Juristen etwas eindeutiger: der Schwarmabgang wird zwar beobachtet, aber man schafft es nicht rechtzeitig ihn herunter zu holen. Die Bienen verschwinden, für alle Beobachter sichtbar, unter den Dachziegeln. Der Nachbar holt den Kammerjäger. Wer wird letztendlich zahlen (müssen)?



    Grüße,
    Robert


  • wie ist das eigentlich, wenn ein Schwarm zunächst unbemerkt aus des Imkers Beute auszieht und sich beim Nachbarn im Rolladenkasten oder unter dem Dach einrichtet. Wenn dann das Dach geöffnet werden muss und der Nachbar dem Imker die vierstellige Rechnung präsentiert?


    Wenn ich den zitierten Aufsatz recht verstehe, dürfte hier gelten, dass es sich beim Schwärmen um ein arttypisches Verhalten der Bienen und nicht um die Verwirklichung einer typischen Tiergefahr handelt.
    Dann wäre der Imker nicht in der Haftung.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Bei Transport der Bienen fällt ein Magazin von der Ladefläche des Transporters. Ein Motoradfahrer fährt in die schwirrenden Bienen und wird übel zerstochen...


    Also ich hoffe doch für den Transporterbesitzer, dass dieser im Besitze einer KFZ-Versicherung ist. Sonst bekommt der ganz dolle Aua!


    wie ist das eigentlich, wenn ein Schwarm zunächst unbemerkt aus des Imkers Beute auszieht und sich beim Nachbarn im Rolladenkasten oder unter dem Dach einrichtet. Wenn dann das Dach geöffnet werden muss und der Nachbar dem Imker die vierstellige Rechnung präsentiert?


    Nach BGB wird ein Bienenschwarm herrenlos, wenn der Imker die Verfolgung aufgibt. Ob das aber im Zweifelsfall nachträglich möglich ist? ;)



    Sieh mal in die Versicherungsbedingungen deiner Privathaftpflichtversicherung rein. Bei einigen Versicherungen, z.b. bei meiner :daumen: , ist die hobbymäßige Bienenhaltung inbegriffen.


    Bei meiner Privathaftpflicht sind meine Bienen eigentlich auch mit versichert. Da ich aber die Versicherung über den Imkerverein habe (die z.B. in Gegensatz zur reinen Haftpflicht auch den Diebstahl mitversichert), bin ich bienenbezüglich nicht auf meine Privathaftpflicht angewiesen.


    Wobei ich gerade in den Versicherungsunterlagen nachgesehen habe: dort steht im berüchtigten Kleingedruckten "Voraussetzung für den Versicherungsschutz
    ist allerdings, dass Sie das Tier weder zu gewerblichen noch zu landwirtschaftlichen Zwecken halten." In wieweit das nun für die Bienen, die explizit 3 Zeilen weiter drüber als versichert aufgeführt werden, zutrifft, kann ich nicht sagen.


    Stefan

  • Kommt darauf an, in welchen Bundesland Deine Bienen stehen. In sachsen gibt es blöderweise eine Pflicht ( die aber von vielen Imkern nicht ernst genommen wird)


    Hallo drmo1. Wenn es Aktuell wird, wird man dir sehr schnell erklären wie ernst es genommen wird.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.


  • Stefan. Imkerei wird aber der Landwirtschaft zugerechnet sind also landwirtschaftliche Zwecke.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.


  • Bei meiner Privathaftpflicht sind meine Bienen eigentlich auch mit versichert. Da ich aber die Versicherung über den Imkerverein habe (die z.B. in Gegensatz zur reinen Haftpflicht auch den Diebstahl mitversichert), bin ich bienenbezüglich nicht auf meine Privathaftpflicht angewiesen.


    Ist bei mir auch so, der echte hannes will aber nicht in einen IV eintreten ...



    Wobei ich gerade in den Versicherungsunterlagen nachgesehen habe: dort steht im berüchtigten Kleingedruckten "Voraussetzung für den Versicherungsschutz
    ist allerdings, dass Sie das Tier weder zu gewerblichen noch zu landwirtschaftlichen Zwecken halten." In wieweit das nun für die Bienen, die explizit 3 Zeilen weiter drüber als versichert aufgeführt werden, zutrifft, kann ich nicht sagen.


    Davon bin ich bei meiner Versicherung ausgegangen. Dass manche Versicherungen das von den Bienen ausgehende Haftungsrisiko freiwillig und kostenlos mitversichern zeigt aber nach meiner Meinung, dass dieses Risiko ziemlich gering ist.

  • Stefan . Die Zusatzversicherung ist aber nur für Beuten usw.. Die Imker-Global-Versicherung ist eine direkte Versicherung für deine Völker und geht nur mit Imkerverein und ist eine Sonderprämie.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.