Ablegerbildung und Königinnenzucht

  • Guten Abend zusammen,


    bevor sich nun meine Hirnwindungen verknoten, schildere ich Euch mein gedankliches Problem und hoffe auf Hilfestellung.


    Aktuell führe ich 7 Carnica-Völker auf Zander mit 1-zargigem Brutraum. Nun will ich dieses Jahr auf mindestens 10 Völker aufstocken und zwar mit Nachzucht meiner "Besten" (Zuchtvolk).
    Ich will keine Nachzucht aus Ablegern sondern aus Zuchtstoff. Die Königinnen in MWKs will ich auf der Belegstelle begatten lassen und danach verwerten.


    Soweit so gut. Jetzt stellt sich mir die Frage wie ich das am Besten anstelle.
    Eine angedachte Vorgehensweise ist diese, ohne nun ins Detail zu gehen:


    - Mitte Ende/April schröpfe ich meine Völker um 1-2 Brutwaben und erstelle daraus Ableger. Die Königin sollen die dann erst mal selbst aus vorhandenen Larven Königin nachzüchten
    - Anfang Mai nehme ich den Zuchtstoff und gebe den Zuchtrahmen in ein auserwähltes Pflegevolk
    - Danach erstelle ich meine MWKs löse mein Pflegevolk auf und lasse die Königinnen auf der Belegstelle begatten und jetzt kommts:
    - Die begatteten Königinnen würde ich nach der Drohnenschlacht in die im Frühjahr erstellten Ableger einweiseln


    Kann dies eine Vorgehensweise sein? Da ich immer versuche so wenig wie möglich in ein Volk einzugreifen stellt sich mir die Frage ob es sinnvoll ist, zuerst "minderwertige" Königinnen im Frühjahr nachziehen zu lassen, um sie dann im Herbst wieder abzumurksen und eine Neue einweiseln :confused:



    Eine andere Vorgehensweise könnte diese sein:


    - Mitte/Ende März fange ich an ein starkes Pflegevolk zu erstellen
    - So früh wie möglich (Mitte/Ende April) nehme ich Zuchtstoff und hänge den Zuchtrahmen ins Pflegevolk
    - 3/5/8 Königin gemacht bringe ich diese in den MWKs auf die Belegstelle und löse das Pflegevolk auf
    - Nach Rückkehr der Königinnen (Mitte/Ende Mai, bevorzugt Mitte) erstelle ich meine Ableger durch Schröpfen der Völker und weisle die neuen Königinnen ein
    Problem hierbei: Die Ableger können erst recht spät erstellt werden und ich brauche mehr Brutwaben. Auf der anderen Seite verliert der Ableger keine Zeit, da er mit einer begatteten Königin bestückt wird.


    Ich will die neuen Königinnen nicht unbedingt überwintern sondern gleich verwerten.

    Welche Vorgehensweisen wendet Ihr an wenn Ihr mit Königinnen von der Belegstelle arbeitet?


    Vielen Dank und einen schönen Abend.


    Thomasso!

  • Anpflegen lassen im auf den ursprünglichen Platz eines starken Volkes gestellten HR.


    2 Tage Später Volk wieder zusammen bauen, über ASG neben Brutwabe im HR fertig pflegen lassen.


    Nach schlupf in Apideas oder ähnliches einweiseln.


    Auf Belegstelle bringen.


    Ableger machen und sofort mit begatteter beweiseln oder wie ich es mache würde mit Kunstschwärmen.


    Ich würde übrigens Mini Plus bevorzugen, da kann man die Kö besser bewerten als im Apidea auf den winzigen Rähmchen.

  • Hallo Thomasso,
    wie Günther schon beschrieben hat, die Königinnenzucht machen. Hier beschreibt Reiner Schwarz noch einmal genau wie das geht.
    Dann die Königin zur Belegstelle. wenn du mit den Königinnen zufrieden bist, ende Juli bei der Honigernte Kunstschwärme erstellen, behandeln und füttern.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Simmerl,


    ich habs nur umrissen, bin davon ausgegangen, das ohnehin im Deteil zur Zucht nachgelesen wird.:u_idea_bulb02:


    Was noch zu sagen wäre ist, das die Kö einige Wochen aufbewahrt werden müssen, wenn man sie bewerten oder erst später zu KS verarbeiten möchte. Dazu sind die kleinen Waben aber nicht geeignet. Darum mindestens MP.


  • - Mitte Ende/April schröpfe ich meine Völker um 1-2 Brutwaben und erstelle daraus Ableger. Die Königin sollen die dann erst mal selbst aus vorhandenen Larven Königin nachzüchten
    ...
    - Die begatteten Königinnen würde ich nach der Drohnenschlacht in die im Frühjahr erstellten Ableger einweiseln


    Kann dies eine Vorgehensweise sein? Da ich immer versuche so wenig wie möglich in ein Volk einzugreifen stellt sich mir die Frage ob es sinnvoll ist, zuerst "minderwertige" Königinnen im Frühjahr nachziehen zu lassen, um sie dann im Herbst wieder abzumurksen und eine Neue einweiseln


    Im Prinzip möglich, aber: Die erzeugten Behelfsköniginnen könnten derart minderwertig sein, dass sie die Ableger nicht vorwärts bringen. Ich würde diesen Weg deshalb nicht wählen.

    Zitat

    ...
    - Nach Rückkehr der Königinnen (Mitte/Ende Mai, bevorzugt Mitte) erstelle ich meine Ableger durch Schröpfen der Völker und weisle die neuen Königinnen ein
    Problem hierbei: Die Ableger können erst recht spät erstellt werden und ich brauche mehr Brutwaben. Auf der anderen Seite verliert der Ableger keine Zeit, da er mit einer begatteten Königin bestückt wird.


    Das scheint mir sinnvoller, allerdings werden die Termine später liegen, da die Belegstellen typischerweise nicht so früh öffnen. Ich bin bisher so verfahren:

    • Frühe Königinnenzucht, aber unter Beachtung der Belegstellenöffnung
    • Nach Rückkehr der Königinnen Umwohnen in eine Beute und Hinzugabe von ausreichend Jungbienen oder Verstärkung mit schlüpfender Brut (Anfang Juni)

    Solche Ableger müssen nicht im Juli gegen die Varroa behandelt werden und können daher relativ ungestört bis Anfang September wachsen. Wenn man auf Zugabe von Brut verzichtet und die Spendervölker eine gute Vorjahreswinterbehandlung erhalten hatten, braucht man die Ableger sogar erst am Jahresende zu behandeln.


    Alternativ wäre auch folgendes möglich:

    • 3 Wochen vor Ende der Lindentracht werden Waben mit großflächiger offener Brut mit möglichst wenig Stiften über das Absperrgitter gegeben.
    • 10 Tage später werden mit diesen Waben hoffnungslos weisellose Ableger gebildet. Die aus den Ablegern zurückfliegenden Flugbienen lösen keine Räuberei aus, da noch Tracht ist.
    • Die Königinnen werden in die Ableger eingeweiselt.
    • Nach einer weiteren Woche werden diese Ableger 1x mit OS bedampft; sie haben in dieser Zeit fast nur offene Brut. Falls die Brut aus den Begattungsvölkern bei der Einweiselung mit in die Ableger gegeben wurde, wird sie vor der Bedampfung entfernt. Damit ist die Varroabehandlung abgeschlossen.

    Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die Wirtschaftsvölker ungeschröpft bis zu Ende der Lindentracht geführt werden können und trotzdem die Ableger stark gebildet werden können. Man entzieht den Wirtschaftsvölkern ja nur Brut, die Bienen liefert, die in der Tracht nicht mehr wirksam werden können.


    Gruß Ralph


  • Ist bei 7 Völkern eher witzlos


    Gruß
    Andreas