Raps 2015

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    Moin Sanni,


    da haben wir es: es wird alles auf die Beize geschoben. Die Probleme, die der Raps aus dem letzten Sommer hatte, lagen aber im Schwerpunkt an der zu frühen Saat und dem zu wamrne Herbst. Einige Schläge, die im November anfingen, zu blühen, sind natürlich umgebrochen...


    Hier in der Jungmoräne sind die Kuppen so schlecht wie humusfrei, der humose Oberboden liegt als Kolluvium in den Senken. Bei Trockenheit im Sommer zeigt sich dann schon mal, dass Raps eigentlich keine Rohbodenpflanze ist, und daher sind dann auf den Kuppen die Bestände eher lückig. In den Senken sieht es ganz ordentlich aus. Dort wären aber für die Schädlinge die Bedingungen auch besser gewesen.


    Der Rapsanbau ist um weniger als 5% zurückgefahren worden; extrem ist eher so eine Propagandafromulierung.


    Senf neben dem Raps ist nicht gut; der Pollen ist ja noch in den Völkern dann...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Clas,
    ich kann da nur von den Aussagen der NPZ berichten. Die machen ja nur Saatzucht und haben da ordentlich zurück geschraubt.
    Werden schon wissen warum denke ich.
    Ich hab auch nicht das Fachwissen um einige deiner spziellen Aussagen nachzuvollziehen. Mir ist es auch nur wichtig das ich mich auf das Wort des Vermehrers verlassen kann und damit bin ich bisher gut gefahren.
    Ich habe nichts gegen den Raps, auch mit Beize ist es eine Tracht auf die die Berufsimkerei nicht verzichten kann.
    Bisher immer ohne Entwicklungsknick oder gar Spritzschäden und wir sind wirklich mitten drin.
    Eine vergleichbare Tracht um diese Zeit gibt es nicht.
    Mit dem Senf letztes Jahr war echt blöd und die letzte Rapsspritzung viel genau in die Senfblüte, je größer der Bestand desto schwieriger findet man aber gute Winterplätze und ein Ausweichen so spät sprengt leider auch meine organisatorischen Stärken :(
    Ein Landwirt den ich noch nicht kannte...passiert mir nicht wieder.


    Hier auf Bördeboden steht der Raps gut da, noch regelmäßig Niederschlag im April und ich bin recht zuversichtlich.
    Die Hälfte des Bestandes ist für die Saatzcht gebucht, die andere Hälfte wird von allein den Weg in den Raps finden.


    Gruß Sanni

  • Moin Sanni,


    ich bin als Imker zu klein, um da gesicherte Aussagen machen zu können...


    Probleme habe ich vor allem und alleinzig an einem Stand, wo sie Raps finden. Dort kriege ich es nicht hin, dass die Bienen des Standes sich nachhaltig vermehren, eher frisst der bisher Völker, schon im Sommer musste ich dort schon öfter vereinigen/abfegen. Schwarm von genau nur einer mittigen Zelle, und die außen an der Randwabe... Ich beobachte noch. Egentlich liegt der nett, Biohof und Stadtrand und der Hof hat ein Schnittblumenfeld und immer mal Blühmischungen und Pferdeweiden mit Weißklee, Linden, Weiden und Ahorn im nahen Flugkreis...


    Aber eben auch Raps.


    -


    So ein Saatzüchter macht vielleicht auch Aussagen, die in diese Kerbe hauen... Man möge sich doch nicht die gute Tracht selber versauen. Bernhard hatte da Zahlen aus der EU-Statistik ausgegraben... Im vorigen Rapsfred, glaube ich. Und wenn ich mich hier so umschaue: So furchtbar viel weniger ist das nicht, und die Umbrüche, die ich sah, führe ich auf andere Gründe, als fehlende Beizung mir systemischen Insektiziden zurück. Die lückigen Aufgänge auch.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Clas Lehmann () aus folgendem Grund: ein Gruß reicht...

  • Hier in der Jungmoräne sind die Kuppen so schlecht wie humusfrei, der humose Oberboden liegt als Kolluvium in den Senken. Bei Trockenheit im Sommer zeigt sich dann schon mal, dass Raps eigentlich keine Rohbodenpflanze ist, und daher sind dann auf den Kuppen die Bestände eher lückig. In den Senken sieht es ganz ordentlich aus. Dort wären aber für die Schädlinge die Bedingungen auch besser gewesen.


    Moin Clas,


    mit der Begründung des schlechteren Bodens auf Kuppen haut das nicht überall hin. Es gibt auch Senken/Tallagen, wo die Ackerfrüchte so ausschauen, wie auf Kuden-Imkers Foto, dafür schauts auf dem Berghang deutlich besser aus. Ist aber auch egal, Fakt ist, es werden immer diese Negativbeispiele herangezogen werden, um ein Gesamtkonzept für alles zu entwickeln, auch für solche Bereiche, wo es auch ohne bestens klappt.


    Ist bei den Bienen auch nicht anders, von daher werden wir uns wohl drauf einstellen müssen, dass das alles noch viel schlimmer kommt. In der Landwirtschaft und auch bei den Bienen.


    Gruß Sven

  • Moin Sven,


    natürlich nicht. Michis Foto zeigt Raps auf einem sehr klutigen, nach Maßstäben außerhalb der Marsch völlig flachen Kleiacker. Raps, als Feinsaat, möchte aber ein feinkrümeliges Saatbett... Das Klutengefüge dort bietet überdies den Schnecken der Gattungen Deroceras und Arion guten Unterschlupf.


    Diese Böden sind sogenannte Minutenböden, die nur bei einem sehr engen Bereich der Bodenfeuchte optimal bearbeitet werden können. Der Gradient von suboptimal bis unmöglich verläuft sehr steil, an sich zu beiden Seiten. Durch mehr Schlepperleistung kann man auf der trockenen Seite dann noch was zu gröberen Aggregaten zerbrechen; wenn es zu nass ist geht gar nichts mehr. Letzten Sommer war es um die Zeit eher trocken, und der Bauer hat dann halt geackert, wie es ging. Den lückigen Aufgang würde ich jedoch dem immer noch am Foto nachvollziehbaren Klutengetürm, das da an saatbettstatt nur angeboten wurde, zurechnen, nicht der fehlenden Insektizidbeize.


    Die Enge des Bearbeitungsfensters hängt am Tongehalt, der es enger macht, am Humusgehalt, der es weitet und am Bodenleben, das das Gefüge pflegt... Bodenleben, soweit wirbellos und articulat im weitesten Sinne, reagiert auch sterbend auf Neonics, und etwa 95 bis 98% der applizierten Beize verbleibt im Boden...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Clas!


    Vielen Dank für deine Ausführungen/Erläuterungen.


    Ja, du hast Recht: Der Acker ist völlig flach. Leute, die unsere Gegend noch nicht besucht haben, können sich nicht vorstellen, wie flach und eben das hier in der Marsch ist. Nicht umsonst wird oft davon gesprochen, dass man heute schon sehen kann, wer nächste Woche zu Besuch kommt. :lol:


    Zum Acker: Der ist nicht überall so spärlich bewachsen wie im Randbereich, wo ich die Fotos schoss - siehe neue Fotos von heute:


    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Moin Michi,


    das unterstreicht ja meine Ansage, das die Spärlichkeit eher auf ackerbauliche als auf Beizmangelprobleme zurückgeht. Der Rand ist Wendacker und Zufahrt, und daher in aller Regel noch verdichteter als der Rest der Fläche und damit mehr zur Verklutung neigend...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Helmut, du musst nicht so viel auf der Seite lesen... das ist nicht gut fürs Herz.
    Außerdem ist es doch toll. wenn dazu geraten wird, selbst "bienenungefährliche" Mittel erst in den Abendstunden zu spritzen. Allerdings frag ich mich da: warum? Wenn das Zeug doch für Bienen ungefährlich ist? Da wird sich doch wohl nicht ein Widerspruch einschleichen?


  • Hallo Zusammen,
    wenn sich alle Landwirte bei der Rapsspritzung an die Forderung des letzten Absatzes halten, ist dies in meine Augen endlich ein Schritt in die richtige Richtung.
    Für mich sind dies neue, auch hoffnungsvolle, Töne aus dem Agrarbereich. Wunder können wir nicht erwarten.
    Ich würde mir wünschen , dass dieser Aufruf auch in anderen Bereichen der Schädlingsbekämpfung, ich denke hier besonders an die noch festzulegende Bekämpfungsstrategie der Kirschessigfliege,
    als Beispiel genommen wird.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • dann noch einmal hier





    http://www.jki.bund.de/fileadm…ktiziden%20im%20Raps_.pdf





    heißt es auf Seite 1 im vorletzten Absatz so schön:


    strikte Berücksichtigung des Bienenschutzes auch bei Mischungen mit Azolfungiziden.
    Nicht geprüfte Mischungen von verschiedenen PSM undanderen Zusätzen sollten
    möglichst nicht in die Blüte oder kurz hintereinander in die Blüte ausgebracht werden.
    Grundsätzlich sollten alle Anwendungen in die Blütemöglichst in die Abendstunden
    verlegt werden.
    Damit ist alles offen.


    Und wenn man die Riesenschläge sieht, entsteht erst gar nicht der Gedanke, es ab 19:00 Uhr machen/schaffen zu können.


    Gruß

  • Freche Rapse auf märkischem Sande zeigen ähnlich respektloses Verhalten.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • #5
    der Kudenimker hat sich verrechnet. Er hätte doch im März die Kugel fragen müssen. Welcher die erste Rapstracht in acht Tagen erwartet. Die zweite hat sicher noch drei Wochen Zeit.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: