Resistenzen bei Akariziden



  • Erster Link:
    "Many cases of resistance in Europe were associated with the use of agricultural formulations of the pyrethroids (Anmerkung: Bayvarol-Resistenz) ..."


    "Reversion of fluvalinate (Anmerkung: Apistan) resistance of approx. 50% per year has been reported..."
    Wenn diese beobachtete Resistenz bei Nichtanwendung des Mittels so massiv abfällt, kann sie unmöglich genetisch manifestiert sein!


    "The active ingredients were ... incorporated into paraffin wax..."


    "...no resistance was detected outside this area..."
    Sehr ungewöhnlich.
    Zumal sich seit Einführung der Varroa diese mehrheitlich über Drohnen und Verflug in die Fläche verbreitet hat. Ein Hinweis erscheint weiter hinten im Text:
    "In this case, the beekeeper was well known ... to misuse apistan strips, through long-term continual use ..."


    Hier mal eine kleine Zusammenstellung:


    ADI=Acceptable daily intake
    Wachsbelastung laut http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/01810/01822/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeHt7hGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--


    Apistan - Fluvalinate (USA, UK) - ADI 0,5mg/kg - Wachs 1600mg/kg -> "Giftigkeitsquotient Wachs" 3200
    Bayvarol - Flumethrin - ADI 1,8mg/kg - Wachs 14,4mg/kg -> "Giftigkeitsquotient Wachs" 8
    Checkmite/Perizin - Coumaphos - ADI 0,25mg/kg - Wachs 32mg/kg -> "Giftigkeitsquotient Wachs" 128
    Apitol - Cymiazole - ADI 1mg/kg - Wachs (unlöslich, hydrophil)
    Apivar - Amitraz - ADI 0,003mg/kg - Wachs (instabil, zerfällt)


    Interessanter Weise wurden nur für die ersten drei glaubhaft Resistenzen beschrieben.
    (Resistenzen gegen Amitraz sind beispielsweise nur aus fragwürdigen Labortests geschlussfolgert worden.)
    Und die beiden letztgenannten Mittel haben keine Zulassung mehr...


    Gemeinsamkeiten:


    - Alle Mittel, für die (reversible) Resistenzen auftraten, sind fett-/wachslöslich!
    - An den Völkern (d.h. nicht im Labor) feststellbare Resistenzen betrafen zuerst Berufsimker.
    - Resistenzen traten vor allem bei Überdosierung/Langzeitanwendung auf.
    - Zu einem späteren Zeitpunkt waren auch Berufsimker betroffen, die diese Mittel aber gar nicht einsetzten.
    - Die Resistenzen sind nicht "ansteckend".



    Ein paar allgemeine Bemerkungen:


    In den Studien wurden nur wenige Versuche mit relativ wenigen Milben durchgeführt.
    Statistisch abgesicherte Aussagen sind so zumindest schwierig.


    Natürlich sind auch wieder etliche wissenschaftliche Blüten in den PDFs zu finden, wie z.B. im 4. Link:
    "The mites from Maine were determined to be resistant because they had survived colony treatments." :roll:
    oder
    "... sets with more than 10% mortality in the control vials were discarded."
    Anstatt mal die Testdurchführung auf Fehler abzuklopfen, verfälscht man lieber Datensätze durch Weglassen vermutlich unliebsamer Resultate. Es kommt aber noch besser:
    "Statistics... Rejected values were recorded as miticide-susceptible..." usw. :oops:


    Die angebliche Entwicklung von Resistenzen vom Frühjahr bis zum Herbst - direkt vor den Augen der Wissenschaftler - bestätigt nochmals die Zweifel an der Milben-Mutations-Theorie.



    Wie bekommt man die Beobachtungen nun auf einen Nenner?


    Übertriebene Wabenhygiene und Wachsrecycling setzen in Altwaben angereicherte, ursprünglich verkapselte Giftstoffe über "frische" Mittelwände als GIFTCOCKTAIL frei!
    Im letzten Link ist übrigens die Rede von "... synergistic effects of fluvalinate and coumaphos...", mit "... a large increase in the toxicity of fluvalinate to young bees...".
    Und da wundern sich die Amis über CCD...


    Ein kurzfristiger Ausweg aus dem Dilemma kann IMHO nur 100% Naturbau in einem angepassten, begrenzten Brutraum sein.



    Die Resistenzen der Milben entstehen also NICHT durch Änderungen der Genetik!


    Dadurch, dass ständig geringe Mengen der Akarizide durch das Bienenvolk zirkulieren (MW-Gaben, Erstbebrütung usw.), entsteht aber bei der Milbe eine "erworbene Giftresistenz" - ähnlich dem Vorgehen Rasputins, der sich so vor Vergiftungen durch seine Feinde schützen wollte.



    Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls als zunehmende Resistenz oder gesteigerte "Aggressivität/Pathogenität" der Milben fehlgedeutet wird, ist die zunehmende Resistenz der Bienenbrut gegen die als Akarizide umgedeuteten Insektizide.


    Das ist jedoch wieder ein anderes Thema.



    André

  • Ein kurzfristiger Ausweg aus dem Dilemma kann IMHO nur 100% Naturbau in einem angepassten, begrenzten Brutraum sein...


    Völkeraufbau nur über "Schwarm", damit einigermaßen gesunde Bienen leben.


    Wer es dem Milb und dem PSM nicht glauben will, den werden dann Käfer und Hornisse belehren.


    dD

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  • Einen wunderscjhönen guten Morgen nochmal :)


    Wir waren in Italien bei Berufsimker. Und wenn ich Berufsimker sage ,meine ich es auch so :wink:
    Ab 1000 Völker aufwärts, wir sind da nur kleine Lichter :-( .
    Top Hallen sammt Zubehör, da kann man/frau wirklich noch etwas lernen :daumen: 
    In Italien ist Amitraz in Kunststoffstreifen eingegossen als Langzeitbehandlung erlaubt.
    Die Völker sehen gut aus, keine Varroaschädigung wie lochiges Brutnest oder aufsitzende Varroen.
    Warum ist da Amitraz erlaubt und bei Uns nicht? Wird sogar auf Messen verkauft und die TA kontrolieren die Imkereien ob es auch hergenommen wird.
    Ich habe ein paar Bilder drangehängt.
    Ich war überrascht,das die Bienen entgegen anderer Aussagen und Erfahrungen wirklich sehr brav sind, Rassen Buckfast,Carnica,Lingusticamischlinge(Bild mit Schleier :) ) Es waren Top Imkereien. Wirklich eine Reise wert.


  • Das was die "Wissenschaft" als Resistenz gegen Akarizide bezeichnet ist nix anderes als http://de.wikipedia.org/wiki/Mithridatisation


    Aber leben denn die Milben lang genug, für eine solche Mithridatisation? Sie bekommen ja normalerweise im Leben nur einen Behandlungszyklus ab. Oder reicht das aus?


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,


    Sie bekommen ja normalerweise im Leben nur einen Behandlungszyklus ab. Oder reicht das aus?
    Wolfgang


    das was der Drohn überlegt, würde auf folgendes hinauslaufen:

    Zitat

    Alle Mittel, für die (reversible) Resistenzen auftraten, sind fett-/wachslöslich!


    D.h. es handelt sich im Mittel, die sich im Wachs anreichern und dadurch in Spuren - und damit deutlich unterhalb der für Milben lethalen Dosis - permanent in den Völkern vorhanden sind. Die Mithridasitation ist damit ein Prozess, den die Milbe ihr Leben lang durchmacht. Du musst ihr dazu das Gift nicht extra per Behandlung zuführen.
    Wenn du dann mit diesen Mitteln gegen die Varroa behandelst (behandeln möchtest), ist die Milbe bereits auf das Gift per Mithridasitation eingestellt und überlebt die Behandlung. (Was die Mithridasitation möglicherweise nochmals verstärkt.) Du kannst auch sagen, die Milbe hat sich an das Gift aus dem Wabenwerk bereits gewöhnt.


    Durch die Einlagerung ins Wachs kann dieser Effekt bereits auftreten, wenn du Mittelwände in deine Völker einbringst, die aus Wachschargen aus Imkerein stammen, die diese Mittel systematisch einsetzen. (z.B. Wachs aus konventioneller Imkerei in europäischen Nachbarländern, wo einige dieser Wirkstoffe ganz legal eingesetzt werden.) Nebenbei auch bei Thymol und anderen ätherischen Ölen ist eine solcher Gewöhnungseffekt denkbar, da auch diese wachslöslich sind und damit in Spuren immer in mit solchen Mitteln behandelten Völkern vorhanden ist.


    Gruß
    Ludger

  • Danke für die Erläuterung. Ich hatte noch einen anderen Thread im Kopf, wo es darum, ging, dass die Wirkung der AS nachgelassen habe.
    Hier geht es ja um andere Wirkstoffe.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Aber leben denn die Milben lang genug, für eine solche Mithridatisation?..


    Der Drohn denkt, dass, wenn Milben lebend aus Völkern geholt werden, und die dann im Labor geprüft werden, dass der Prüfende doch vorher wissen sollte, mit welchen Mitteln die Mittelwände, oder besser noch Waben, behandelt wurden:roll:


    dD

  • aha! noch einer der versteht warum der Drohn die Waben kocht!


    dD


    Per Dampf ausschmelzen langt also nicht? Was passiert denn beim Kochen mehr oder anders? Oder ist es der Zeitfaktor, der die Rolle spielt? Die Temperatur kann es ja nicht sein. Und sind die sogenannten rückstandsfreien MW gar nicht rückstandsfrei?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D