Linde beschnitten ohne Genehmigung !!!

  • Um Brennholz zu gewinnen hat am 7 März bei uns ein Bürger eine Winterlinde eifach mal so die Leiter angestellt und ruck zuck sämtliche Äste im unteren Bereich abgeschnitten,zerkleinert und schnell mit einem Transporter abgefahren.Auf Nachfrage ob er eine Genehmigung hat belügte er mich,wie sich später herausstellte denn ich erkundigte mich beim Bürgermeister.Es ist eine kern gesunde Linde,freistehend und eine Augenweite für jeden der vorbei geht.Der Baum sieht jetzt richtig verstümmelt aus und ich bin so sauer auf diesen jungen Kerl der in seinem Leben bestimmt noch keinen Baum gepflanzt hat!
    Was kann man nur gegen solche Leute nur noch tun ! Spontan werde ich beim nächsten mal die Polizei rufen denn es kann doch nicht sein das jeder macht was er will!


    Viele Grüße

  • Hallo,


    das ist traurig. Normalerweise würde ich niemanden anschwärzen, aber bei solcher Zerstörung von Bäumen würde ich eine Ausnahmen machen.


    Hier in meiner Nähe allerdings sieht es so aus, dass die Stadt selber die meisten Bäume verstümmelt: seit einigen Jahren sieht man immer wieder, dass Bäume z.B. in Parks so 'beschnitten' werden, dass nur noch der Stamm und einige arm- bis beindicke Aststücke stehen bleiben.


    Und gerade in den letzten Wochen haben sie in der Gegend in verschiedenen Straßen ganze Abschnitte an Straßenbäumen gefällt, Linden und Robinien. In einer Straße habe ich den Gartenbautrupp angesprochen, die meinten irgendetwas von 'Bürgersteig wird neu gemacht' (der hätte das auch tatsächlich nötig, aber muss man dazu wirklich 30 mittelgroße Linden absägen?).
    Das tolle ist nur: in Privatgärten schützen die Behörden jeden Ast (an Eichen) und jede Birke, egal ob davon der halbe Garten verschattet wird oder lange kranke Eichenäste sechs Meter weit über ein Dach ragen - da ist die Antwort auf einen Antrag, das zu beschneiden grundsätzlich 'Nein.'. Hier stehen z.B. Bäume, bei denen auch ein Laie sieht, dass sie krank sind, aber die Behördenvertreter leugnen das grundsätzlich immer erstmal.
    Auf öffentlichem Grund (Parks, Straßenbäume), da metzeln sie aber zunehmend hemmungsloser drauf los, zum Großteil an gesunden Bäumen. :evil:


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    ist zwar traurig, aber wenn die Wurzeln fehlen, kann ein Baum schnell mal auf einem Passanten drauf fallen.


    Ich seh das ganze etwas anders, wenn jemand einen Baum fällen möchte, dann soll er das tun - aber bitte einen neuen zeitnah an gleicher Stelle pflanzen.


    Das Problem in vielen Parks ist, dass die Bäume überaltert sind und verpasst wurde neue nachzupflanzen. Aus diesem Grund versuchen die teuere Plomben oder Stahlskelette zu erstellen um den Baum noch ein paar Jahre zu erhalten.


    Gruß GG


  • ist zwar traurig, aber wenn die Wurzeln fehlen, kann ein Baum schnell mal auf einem Passanten drauf fallen.


    "Wenn deine Hand eine unheilbare, tiefgehende Infektion hat, dann muss man sie abnehmen." Und? Hat sie denn?
    Niemand hat gesagt, dass diesen Bäumen die Wurzeln fehlten. Die wurden einfach so abgesägt, weil es die Planung im Ressort Straßenbau (oder so ähnlich) so vorsah. Vielleicht auch weil kein Geld für notwenige Schnittmaßnamen da war, das Geld für Fällungen (aus einem anderen Finanztopf) aber schon. Wer weiß... Genaueres kann ich dir vielleicht in 3 Jahren sagen. Vielleicht auch erst in 20.
    Ich weiß nicht, ob du dir auch nur ansatzweise vorstellen kannst, wie unfähig die Berliner Verwaltungen agieren. Da kann es schonmal passieren, dass Bäume für ein Bauprojekt abgesägt werden, dann aber 10 Jahre lang baumäßig nichts passiert.


    Nur eins ist klar: diese Bäume wurden nicht abgesägt, weil die Wurzeln fehlten (jedenfalls nicht bei den Linden. Bei den Robinien weiß ich es nicht.)


    Zitat

    Ich seh das ganze etwas anders, wenn jemand einen Baum fällen möchte, dann soll er das tun - aber bitte einen neuen zeitnah an gleicher Stelle pflanzen.


    In Privatgärten sollte man mehr Freiheiten gestatten, das sehe ich auch so. Birken z.B. wachsen hier 'wie Unkraut', und es sind auch keine so langlebigen Bäume, dass es Naturdenkmäler wären. Bei Walnüssen oder alten Edelkastanienbäumen sollte schon Schutz bestehen bleiben, denn was bringt denn bitte schön eine 'zeitnahe Neupflanzung an gleicher Stelle'? Zum einen: Wenn man einen Baum absägt, dann doch oft weil er eben an dieser Stelle gerade störte (zu nah am Haus, zu viel Schatten im Garten...)
    Und speziell was die 'zeitnahe Neupflanzung' angeht: das kann doch niemand ernsthaft für einen Ersatz für einen alten Baum akzeptieren. Wärst du einverstanden, wenn jemand sich von deinem Konto mal eben einen größeren fünfstelligen Betrag abbucht und dir dafür zeitnah ein Sparbuch mit 1000 Euro gibt und dem Hinweis "in 60-80 Jahren haben Sie durch Zinsen ihren fünfstelligen Betrag wieder"?
    Wenn man einen 50, 60, 80 oder gar 150 Jahre alten Baum fällt ist die Neupflanzung eines Baumes nicht mal ansatzweise eine Kompensation.


    Zitat

    Das Problem in vielen Parks ist, dass die Bäume überaltert sind und verpasst wurde neue nachzupflanzen. Aus diesem Grund versuchen die teuere Plomben oder Stahlskelette zu erstellen um den Baum noch ein paar Jahre zu erhalten.


    Das mag sein, aber es ist ein völlig anderes Thema. Die verstümmelten Parkbäume, die ich meinte, waren nicht überaltert, und sie haben auch keine Stahlskelette bekommen. Es sind einfach völlig hirnlose Aktionen, bei denen Bäume sinnlos verstümmelt worden sind. Die hätte man besser gleich ganz gefällt, denn die vielen großen Schnittwunden werden in den nächsten Jahren auf jeden Fall für Pilzbefall im Stamm sorgen, und dann müssen die tatsächlcih wegen mangelnder Standfestigkeit weg.


    Im englischen Sprachraum hat diese Art der Baumverstümmelung einen Namen: "Tree Topping". Den deutschen Fachbegriff kenne ich nicht.
    Übrigens teilen Experten meine Meinung, wie man hier nachlesen kann:
    http://www.goddardtreeservice.com/info/tree_topping.htm
    http://www.treesaregood.com/tr…urces/WhyToppingHurts.pdf



    Grüße,
    Robert

  • Moin Robert,


    also, wenn die den Bürgersteig neu machen und tief auskoffern, dann sind da doch hinterher die Wurzeln weg? Und dann doch lieber vorbeugend absägen...


    In Bremen gab es einen Zuständigen, der Andreas hieß. Nach ihm benannte man solche verstümmelten Baumruinen Andreasständer...


    Und dann ist es ja so, dass für sogenannte Baumchirurgie viel Geld versenkt worden ist, und dass das die Rechnungshöfe missbilligten. Also sägt man inzwischen fröhlich ab...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Topping


    lässt ökologisch wertvolle Bäume entstehen.


    Als Beispiel sei die Kopfweide aufgeführt.


    Eine Nutzpflanze für Mensch und Tier.


    Und manchmal ist ein Apfelmethusalem nur noch durch das Abwerfen der Krone zu retten.


    Aber die, leider immer häufiger werdende, hirnlose und unfachmännische (unfachfrauliche?) Verstümmelung von Bäumen und Gehölzen, macht auch mich wütend.


    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • Ich weiß nicht, ob du dir auch nur ansatzweise vorstellen kannst, wie unfähig die Berliner Verwaltungen agieren.


    Ich denke nicht, dass Du eine Vorstellung davon hast, was auf einem Bauamt/Grünflächenamt los ist, wenn jemandem auf öffentlichen Grund und Boden ein morscher Ast auf den Kopf/aufs Auto fällt.


    Handelt es sich um Baumfällungen im Zuge einer Neubaumaßnahme, dann müssen da heutzutage immer auch Ausgleichsflächen irgendwo ökologisch aufgewertet werden.


    Ansonsten sehe ich das eher so wie der Gerhard, bevor ich im eigenen Garten von einem morschen Ast erschlagen werde, erledige ich den morschen Ast lange vorher. Und zwar ohne jemanden zu fragen, wäre ja noch schöner.


    Ob sich alte Apfelmethusaleme durch Topping retten lassen, dazu kann ich in 2-3 Jahren was zu sagen. Momentan sieht man jedenfalls mehr Totholz, als Lebendiges. Werde aber den Austrieb abwarten, um erstmal einen Überblick zu bekommen, was tatsächlich nicht mehr am Leben ist.


    Gruß Sven

  • Um auf den Thread-Ersteller zurück zu kommen: In Sachsen-Anhalt wäre die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis zuständig. Dort kann man Anzeige erstatten, auch, weil innerhalb der Vegitationsperiode, deren Beginn nicht ohne Grund auf den 1.März vorgezogen wurde, der Baum verschnitten wurde. Ohne Genehmigung des Eigentümers dürfte es bei uns wohl wenigstens Ärger geben, wenn nicht gar Geld kosten.


  • Das klassische Verfahren der Erziehung einer Kopfweide, das "Schneiteln" (englisch: Pollarding), richtig angewandt, ist etwas anderes als das verbrecherische 'Topping'. (Die Worte sind möglicherweise nicht eindeutig definiert. Aber aus der Beschreibung sollte es klar werden. Es ist ein Unterschied, ob man einer Kopfweide jahrzehntelang jedes Jahr den Neuaustrieb abschneidet, wobei aber eben keine Wunden im Kernholz entstehen, oder ob man mal eben einem großen Baum alle Hauptäste oder gar den Stamm absägt.)


    Zitat aus http://www.newcastle.nsw.gov.a…/157108/Attachment_C.pdf:

    Zitat

    "A. USDA forest pathologist and research scientist Alex Shigo published extensively on tree pruning practices. His research influenced the development of pruning standards world-wide. Shigo described topping as ‘a crime against nature and an assault on tree physiology’


    Referring to tree topping as a way to reduce tree size Shigo said ‘You cannot make a big tree a small healthy tree no matter what you do’ "



    Ich habe hier noch nie so viele abgesägte Straßenbäume und bodeneben abgesägte Büsche neben Wegen gesehen wie dieses Jahr. :-(


    Grüße,
    Robert

  • Ich denke nicht, dass Du eine Vorstellung davon hast, was auf einem Bauamt/Grünflächenamt los ist, wenn jemandem auf öffentlichen Grund und Boden ein morscher Ast auf den Kopf/aufs Auto fällt.


    Das ist es ja gerade: die sägen gesunde Äste ab. Und erzeugen damit mittelfristig morsche Äste bzw. morsche Bäume.


    Zitat


    Handelt es sich um Baumfällungen im Zuge einer Neubaumaßnahme, dann müssen da heutzutage immer auch Ausgleichsflächen irgendwo ökologisch aufgewertet werden.


    Ja, hier in Berlin sieht das so aus: da wird am Stadtrand (!) Brachfläche/Wildnis in einen schönen ordentlichen Park umgewandelt. Das ganze gilt dann als 'Ausgleichsfläche' dafür, dass in der Innenstadt Grünflächen vernichtet wurden. Grandios. :roll:


    Zitat

    Ansonsten sehe ich das eher so wie der Gerhard, bevor ich im eigenen Garten von einem morschen Ast erschlagen werde, erledige ich den morschen Ast lange vorher. Und zwar ohne jemanden zu fragen, wäre ja noch schöner.


    Die Eichen in der Einfamilienhaussiedlung, an die ich denke, sind zu groß. Da kann keiner von uns selber die fraglichen Äste absägen. Es muss also eine Gartenbaufirma beauftragt werden, und die macht das nur mit amtlicher Genehmigung (sonst würden sie selber Probleme kriegen). Sicher könnte man auch Schwarzarbeiter anheuern, aber wenn dann ein Unfall passiert ist man richtig dran.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    für Berlin kann ich leider nicht sprechen, in Nürnberg hingegen muss ich sagen dass die Stadt sehr verantwortungsvoll mit Fällungen umgeht.
    Das Problem in Nürnberg sind die Bürger die sich beschweren wenn mal Bäume gefällt werden. Da müssen sich die Städischen Mitarbeiter als "Kettensägen Ar.....löcher" beschimpfen lassen. Ich kenne einige die bei der Stadt arbeiten und denen das schon mehr als einmal passiert ist.
    Normalerweise müsste ein Baumgutachter, ein Gutachten erstellt haben wenn der Baum bzw. Die Bäume eine Gefährdung für den öffentlichen Raum darstellen.
    Wenn die Bäume wegen Städtebaulicher Maßnahmen gefällt werden müssen, werden selbstverständlich neue gepflanzt. Dass diese nun nicht mehr am alten Platz sondern irgendwo anders gepflanzt werden liegt wohl in der Natur der Sache.


    Wie es in der Politik so ist Robert wird man es nie allen recht machen. Die einen wollen einen neuen Gehsteig weil sich die Oma mit dem Rollator den Oberschenkelhals gebrochen hat als sie über eine Unebenheit gestolpert ist.
    Du möchtest die Bäume weiter bestehen haben.


    Klar gibt es viele Schildbürgerstreiche keine Frage, aber in der Politik ist es wie im Fußball, da weiß jeder Deutsche wie es besser geht.


    In diesem Sinne: " Einem jedem recht getan, ist eine Kunst die niemand kann"



    Grüße,


    Maxikaner