Supermarkt Honigpreis

  • Tach zusammen,


    Einfacher Blütenhonig von der Abfüll- Stelle im D.I.B.- Glas für 6,49€ ohne Pfand.
    Die Tatsache des erhöhten Preises im Supermarkt (vorher 5,49€) waren aber ein gutes Argument, den Preis für Honig auf den vom IV bedienten verkaufsoffenen Sonntagen in unserem Ort von 4,50€ auf 5,00€ zu erhöhen.



    Finde den Fehler.... :roll:

  • Tach Gerhard,


    Bejenkerl :


    Wie wäre es wenn Du weg vom Pfandsystem zu einem Tauschsystem wechselst?


    Gruß GM


    ...ich habe dieses Problem garnicht, da ich so gut wie nicht im D.I.B.- Glas vermarkte. Das Problem haben meine Imkerkollegen, die keine Pfand- Rückläufer zurücknehmen wollen. Verstehe ich zwar nicht so wirklich, da die Pfand- Rückläufer billiger sind als neue Gläser, aber das ist so. Ich nehme vom IV- Stand die Anzahl Gläser zurück, die ich dort auch verkauft habe.


    So ganz in Ordnung finde ich das von den Kunden aber auch nicht, wenn sie mit einer großen Tragetasche voll mit Gläsern kommen (teils noch mit Etiketten der Abfüllstelle) und sich nur das Pfandgeld auszahlen lassen...


    Grüße aus dem Westmünsterland


    Klaus


    @ Maxikaner: falls Du den Preis, der nicht an den Preis der Supermärkte heranreicht, meinst, geb´ich Dir Recht. Aber mit unseren alten Herren ist aber mehr nicht drin gewesen. Das ist auch nur der Preis für den IV- Stand. An der Haustür gibt´s noch andere Preise. :o((

  • Bejenkerl


    bedenke, dass die Gläser noch gespült werden müssen und Du das Risiko trägst, das keine Lebensmittel beim Kunden drin aufbewahrt wurden.


    Unter Tauschsystem verstehe ich, wennst ein neues Glas Honig kaufst, bekommt der Kunde z.B. 50 Cent Rabatt sofern er ein leeres zurückbringst. Wenn Du allerdings 2 bringst und nimmst nur eines kaufst bekommst dann auch nur die 50 Cent :roll:


    Gruß GM

  • @ Maxikaner: falls Du den Preis, der nicht an den Preis der Supermärkte heranreicht, meinst, geb´ich Dir Recht. Aber mit unseren alten Herren ist aber mehr nicht drin gewesen. Das ist auch nur der Preis für den IV- Stand. An der Haustür gibt´s noch andere Preise. :o((


    Genau das meinte ich :wink:
    Kommt natürlich auf die Region an, aber ich verkaufe nicht unter 6€ Im Glas.
    Und so wie ich es bei dir sehe, sind 6€ locker drin. Am besten Weg vom DIB Glas, schönes Etikett, regionales Image und mit 7€ gegen den Supermarkt schießen.....


    Imker sind alles, Biologen, Geologen, Meteorologen, Schreiner, Tischler und was weiß ich noch alles, aber Kaufmänner sind die wenigstens :wink: (ist keine Kritik an dir)


    LG
    Max

  • Tach Max,


    ...ich verkaufe nur den Honig über den IV im D.I.B.- Glas, den ich selbst im Überbestand habe. Kritik habe ich schon reichlich bekommen, weil ich den in unserer Gegend begehrten Honig (z. B. Raps) nicht auf den Märkten des IV verkaufe. 6,00€ sitzen nicht drin; in einigen Nachbarorten liegt der Preis bei 3,50€ incl. Pfand.
    Meine Märkte beschicke ich mit Honig im Neutralglas mit eigenem Etikett zu einem Preis von bisher 5,00€ bis 6,50€, den ich jetzt aber auch anheben werde. Das wird allerdings mächtig Diskussionen geben; der Münsterländer ist sehr sparsam...


    Grüße aus dem Westmünsterland


    Klaus

  • So ganz in Ordnung finde ich das von den Kunden aber auch nicht, wenn sie mit einer großen Tragetasche voll mit Gläsern kommen (teils noch mit Etiketten der Abfüllstelle) und sich nur das Pfandgeld auszahlen lassen...


    Ich freu mich über leere Gläser, zahl aber nicht mehr dafür. Rückläufer hab ich heute genausoviele wie vorher. Preislich, wenn ich nicht an mein Produkt glaube, warum sollte der Kunde? Was nix kostet, ist nix. Ich verkaufe besser, seit ich der teuerste Imker im Dorf bin. Just saying. Der Hobbyimkerrentner für 3€ das Glas aus der Weißblechschleuder und der Discounter sind nicht meine Konkurrenz. Kann ich auch begründen, mit der Qualität meiner Produkte. Mercedes macht auch keiner Vorwürfe, das die Autos mehr kosten als bei Fiat.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Na, wenn das so weiter geht, werde ich meinen Schreibtischjob fahren lassen und mich ganz der Imkerei widmen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es gibt immer wieder Imker, die sich ernsthaft an den Preisen im Supermarkt orientieren, weil sie meinen, sie dürften mit dem Preis nicht über diesen Honigen liegen. Das wäre genauso, wenn ein Tischler eruiert, was eine Wohnwand im Möbelmarkt kostet und sich dann bei seiner Arbeit an diesen Preisen orientiert, obwohl die Wohnwände in Möbelmärkten industriell und in Serie gefertigte Produkte sind.


    Imkers Honig wird erst interessant, wenn er sich preislich deutlich vom Supermarkt abhebt. Industriell abgefüllter Honig wurde vorher vom Markt, - von wo auch immer - zugekauft. Die industriellen Abfüller verarbeiten große Mengen und können daher logischerweise günstig anbieten. Die müssen sich auch nicht um Bienen kümmern. Es ist kaufmännisch völlig verrückt, wenn ein Imker glaubt, er müsse da mithalten.


    Wichtig ist jedoch bei einem Produkt die Individualität und die Unverwechselbarkeit. Honig ist ein Lagenprodukt, jeder Honig schmeckt anderes. Auch die Gläser und die optische Aufmachung eines Honigproduktes sollten sich von anderen abheben. Ich bin daher gegen Einheitsgläser und Einheitsetiketten. Man glaubt, in der Einheit stark zu sein, doch dem ist nicht so. Man ist nicht mehr unterscheidbar, man ist verwechselbar. Und damit preislich voll dem Wettbewerb ausgesetzt. Kaum einem guten Weinproduzenten würde ernsthaft einfallen, seinen Wein in Einheitsflaschen - Deutscher Qualitätswein vom Weinbauern - zu verkaufen. Er wird versuchen, einen Namen und eine Marke aufzubauen, um sich nicht nur in Qualität, sondern auch optisch von anderen abzuheben. Um unverwechselbar zu sein!


    Wir Imker haben ein Produkt höchster Güte, eines der letzten natürlichen Nahrungsmittel. Das muss entsprechend vermarktet werden. Das muss einen entsprechenden Preis haben. Ein Honig im Laden, der sowenig kostet wie im Supermarkt, ist nur für die interessant, die alles billig wollen.


    Sind das unsere Kunden? Ist das unsere Zielgruppe?

  • Das kann ich nur unterschreiben.
    Ich habe es übrigens schon geschafft, in Onlineverkauf einen Preis von über 10 Euro pro Glas (Presshonig) zu erzielen. Das ist noch nicht die große Menge, aber es geht offensichtlich.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)


  • ...
    Imkers Honig wird erst interessant, wenn er sich preislich deutlich vom Supermarkt abhebt.


    Das ist deine Meinung, aber keine erwiesene Tatsache.
    Aber dieser Punkt:

    Zitat


    die Unverwechselbarkeit. Honig ist ein Lagenprodukt, jeder Honig schmeckt anderes.


    ist der entscheidendere. Wer einfach nur Honig will, weil Honig draufsteht, dem ist es egal. Wer aber daran interessiert ist, was tatsächlich drin ist und wer dahinter steht, der entscheidet anders.

    Zitat


    Ein Honig im Laden, der sowenig kostet wie im Supermarkt, ist nur für die interessant, die alles billig wollen.
    Sind das unsere Kunden? Ist das unsere Zielgruppe?


    Wer deine oder von irgendwem Zielgruppe ist weis ich nicht. Ich habe keine. Wer nach Honig fragt, bekommt welchen, solang was da ist. Die Nachbarn den Vorzugspreis, alle anderen höhere. Der Preis für das Glas war weder für mich noch für die Käufer des Honigs ein Thema, vllt. wird es das ja noch, wer weis...


    Kunden, die nur das kaufen, was billig ist, sind entweder nicht in der Lage, teurer zu kaufen oder es ist ihnen schlichtweg egal, was sie kaufen. Aber nur weil "billig" ist es nicht allein. Die billigste Plörre, die ich preislich kenne, kostet hier in verschiedenen Supermärkten im 500g Glas zwischen 2,15 und 2,19€. Das Zeug steht im Regal als "gut und günstig" - gibt ja Ketten, die damit werben. Aber das Zeug wird einfach nicht weniger, kristallisiert aber auch nicht... Die Verbraucher sind ganz allgemein aufmerksamer geworden.


    In einem unserer größten Einkaufszentren (eigentlich eher ein lokales, überregional renommiertes Familienimperium) wird sogar DIB-Honig von einem lokalen Imkerbetrieb angeboten, der ist seltsamerweise meistens weg, und das nicht, weil nur wenige Gläser oder zu hohe Preise draufstehen.


    Ich habe schon in einer Filiale dieses Einkaufszentrums in einer selbstständigen Abteilung einige Kilo verkauft, nicht unterm Tisch, sondern offen und auf Anfrage, weil die Mitarbeiterin nur Honig von Imkern kauft, die sie kennt. Ich hatte auch erst Bedenken, weil das normalerweise was anrüchiges von Trittbrettfahren und "brown bagging" hat, aber sie meinte, den Zentrumsinhaber (selbst mit Kittel im Laden) interessiere das nicht. Es ist sogar schon vorbestellt worden, ohne Ahnung, wie diese Jahr überhaupt werden wird...


    Um auf den Punkt zu kommen:
    Es ist nicht allein der Preis, der über den Verkauf entscheidet, da spielen mehrere Faktoren zusammen, die passen müssen. Und es wird sicher auch regionale Unterschiede geben, wie man Honig und Honigpreise aus Imkerei annimmt. Vllt. ist es schon ein Unterschied, ob man in ländlicher oder städtischer Umgebung imkert und vermarktet. Ich bin nach meinem ersten Bienenjahr erstaunt, wie der Honig angenommen und weggegangen ist, ohne dass ich da groß drüber geredet hätte. Guido Eich hatte also doch recht.


    Gruß Andreas


  • Das ist deine Meinung, aber keine erwiesene Tatsache.


    Das ist eine erwiesene Tatsache, aber es kommt auch auf das Marketing und auf das Produkt an.



    Es ist nicht allein der Preis, der über den Verkauf entscheidet, da spielen mehrere Faktoren zusammen, die passen müssen.


    Da hast Du natürlich recht. Aber wenn mehrere Faktoren passen, dann ist auch der höhere Preis kein Problem.



    Und es wird sicher auch regionale Unterschiede geben, wie man Honig und Honigpreise aus Imkereien annimmt. Vllt. ist es schon ein Unterschied, ob man in ländlicher oder städtischer Umgebung imkert und vermarktet.


    Da hast Du ebenfalls recht. Ich habe einen Honig in Mailand von Giorgio Armani um einen sehr hohen Preis gesehen. Völlig idiotisch und nicht das was ich meine, aber er wurde trotzdem gekauft (an diesem Beispiel sieht man wie dumm so mancher Konsument ist). Das kann man jedenfalls in einem kleinen Dorf nicht machen.