Verlorene Schwärme - Lauf der Natur oder eine mögliche Gefahr?

  • Mein Nachbar fängt im Sommer grundsätzlich keine Schwärme, außer sie hängen vor ihm in Griffhöhe an einem Strauch und er muss sich nicht bücken. Er meint, es sei der Lauf der Natur, dass Bienen schwärmen.


    Ich meine, dass jeder verlorene Schwarm unter Umständen auch eine potentielle Gefahr für unsere Völker bedeuten könnte: Varroa, Faulbrut und in Zukunft der Käfer.


    Was meint Ihr?

  • Ich versuche jeden Schwarm zu fangen, schon alleine deshalb, weil Bienenvölker, die in Rolladenkästen oder Lüftungsrohren siedeln, dem Ansehen der Imkerei in der Großstadt schaden. Wenn alle Imker hier so asozial wären und die Schwärme beim kleinsten Anzeichen von etwas Anstrengung einfach ziehen lassen, dann würde der Gesetzgeber die Imkerei in der Stadt bestimmt sehr bald noch mehr einschränken.


    Und ja, die Faulbrutproblematik würde bei der hohen Imkerdichte hier durch noch mehr 'Wildvölker' im Stadtgebiet noch weiter verschärft.


    Grüße,
    Robert

  • Hier scheiden sich sicherlich die Gemüter:


    Manch einer fängt keine "unbekannten" Schwärme, weil er gerade verhindern will, sich oben genannte Unannehmlichkeiten einzufangen.


    Wobei Schwärme eher weniger Varroen haben und der Beutenkäfer schon gar nicht auf Schwärmen "reitet"


    meine eigenen Schwärme - insofern sie vorhanden wären - würde ich versuchen einzufangen, alleine schon meiner Königin wegen ;-)
    Wenn sie jedoch abflögen, wären sie keine potenzielle Gefahr ( da Faulbrutfrei)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ich sag mal so, es kommt eben drauf an wo der Schwarm sich befindet.
    Es macht für mich keinen Sinn, sich in Lebensgefahr zu begeben, nur um einen Schwarm zu fangen. Und ein Kraneinsatz oder Feuerwehreinsatz muss auch nicht unbedingt sein. Für mich persönlich ist alles was ab ca. 5 m hoch ist verlohren.


    Ist nicht schön, wenn einer weg ist, kann aber mal passieren. Wenn alle schön aufpassen, dann sollte meiner Meinung nach nichts anbrennen...


    Gruß GM


  • meine eigenen Schwärme - insofern sie vorhanden wären - würde ich versuchen einzufangen, alleine schon meiner Königin wegen ;-)
    Wenn sie jedoch abflögen, wären sie keine potenzielle Gefahr ( da Faulbrutfrei)


    Hallo Anni,


    aber der Ansicht vieler Imker nach ein potenzieller Reinvasionsherd im Herbst... ist da was dran?


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ich persönlich kann das so nicht bestätigen.


    Fange ich einen Schwarm, so wird dieser sowieso behandelt nach dem Fang und später zusammen mit den anderen Völkern im Spätsommer.
    Von daher noch nie Probleme damit gehabt.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • aber der Ansicht vieler Imker nach ein potenzieller Reinvasionsherd im Herbst... ist da was dran?


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Reinvasion im Herbst eine erste Gefahr für die Völker darstellt. Selbst nach einer gelungenen Varroabehandlung sind ja noch einige hundert Milben im Volk. Wieviel werden realistischerweise durch Reinvasion eingetragen? Es müssten schon sehr viele Hundert sein, damit hier eine nennenswerte Gefahr entsteht. Alles andere bekommt man durch die Winterbehandlung in den Griff.
    Meine Vermutung: In 99,9 Prozent der Fälle kommt das Problem von innen, nicht von außen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Es geht ja um die Schwärme die du nicht fängst. Die wilden, versteckt im Wald.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Die bauen sich neu auf - ziemlich Milbenarm.
    Tja, und dann behandelt sie keiner und sorgt sich keiner.
    Wie viele wilde Schwärme überstehen den Winter?

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Es geht ja um die Schwärme die du nicht fängst. Die wilden, versteckt im Wald.
    Liebe Grüße
    Simon


    Dafür hat Bayer doch das Varroa-Gate entwickelt. :wink:


    Die bauen sich neu auf - ziemlich Milbenarm.


    Bernhard hat uns hierzu gegenteilige Beobachtungen mitgeteilt.


    Ich persönlich glaube auch nicht an eine größere Reinvasion von außen, außer bei Völkern, die ausgeräubert werden und um die ist es ja eh nicht gut bestellt.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Dafür hat Bayer doch das Varroa-Gate entwickelt. :wink:


    Ach ja, total vergessen... die Diskussion ist somit hinfällig :wink:



    Bernhard hat uns hierzu gegenteilige Beobachtungen mitgeteilt.


    Ich persönlich glaube auch nicht an eine größere Reinvasion von außen, außer bei Völkern, die ausgeräubert werden und um die ist es ja eh nicht gut bestellt.


    Wenn man aber annimmt, ein Schwarm zieht aus, findet einen geeigneten hohlen Baum und es herrsscht entsprechende Tracht, so dass er sich dort gut entwickeln kann und ausreichend Wintervorräte zur Verfügung hat... Vielleicht überlebt er das erste Jahr und das Szenario verschiebt sich nur um ein Jahr nach hinten, aber spätestens dann bricht das Volk zusammen und was ist das erste von außen sichtbare Kennzeichen eines Varroa-Zusammenbruchs? Räuberei!
    Milben hüpfen vom sterbenden Volk auf gesunde Räuberbienen und da sprechen wir nicht von paar hundert. Zudem fliegen noch Bienen vom absterbenden Volk mit.
    Ich halte es nicht für ausgeschlossen dass es so im Extremfall zu einer deutlich spürbaren Reinvasion kommt.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • aber der Ansicht vieler Imker nach ein potenzieller Reinvasionsherd im Herbst... ist da was dran?



    An Reinvasion kann man glauben... wenn man will. Zumindest ist es eine sehr einfache und schnelle Erklärung wenn man die Ursache in anderen Gegebengeiten nicht findet (oder suchen will)...