Gewichtszunahme nachts

  • Liebe Gelehrte und Erfahrene,


    wie erklärt/interpretiert ihr die Waagstockveränderungen hier:


    http://www.imkerverein-erfurt.de/?page_id=1411


    Rätselhaft ist mir, wieso gerade nachts, wenn alle zu Hause bleiben, das Gewicht des Bienenstockes zunimmt. Tagsüber mag die Schwankung durch Aus-/Einflug und erstes Eintragen von Wasser + Futter erklärbar sein, obwohl mir die Schwankung auch sehr hoch vorkommt. Sollten jetzt vormittags wirklich ca. 300g Bienen (Abnahme vom Mittel) -> 3000 Sammlerinnen draußen in der Luft sein? Das wäre für Wintervolksstärke und noch nicht blühender Weide sehr viel...
    Oh ich sehe gerade, daß doch schon Blühbeginn der Salweide bei Erfurt gemeldet ist seit 22.2.15:


    http://www.dwd.de/bvbw/appmanager/bvbw/dwdwwwDesktop?_nfpb=true&_windowLabel=T94008&_urlType=action&_pageLabel=_dwdwww_klima_umwelt_phaenologie


    Auf der HP des IV Erfurt sind parallel die Wetterdaten aufgezeichnet -> mit Niederschlägen sind die nächtlichen Zunahmen auch nicht zu erklären.


    Im Sommer lief die Gewichtsschwankung anders und war mir mit Trachtflug/-eintrag und nächtlichem Trocknen des Eintrags (= Gewichtsabnahme) erklärbar.


    Neugierig - Gottfried

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  • Würde es auf die Luftfeuchtigkeit zurückführen. Diese schlägt sich Nachts an und in der Beute nieder (gefriert auch noch teilweise), zudem verursacht diese eine erhöhte Kondensation im Innenraum was man dann zu einem Teil an der Folie erkennen kann.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Lieber Markus,


    das hatte ich auch schon erwogen, aber 400 bis 500g/Nacht erschienen mir zu hoch. Frost (- 1 Grad) hatte es in Erfurt zuletzt am 28.2.15. Aber vielleicht hast Du doch recht. Ich nehme an, daß eine Holzbeute auf der Waage steht. Die nimmt ja Kondensfeuchte auf und gibt sie tags wieder ab. Den genauen Standort des Waagvolkes kenne ich nicht (unter Dach oder frei etc.?), wäre aber interessant. Vielleicht liest hier Einer
    aus dem Erfurter IV mit...


    Gruß - Gottfried

  • Gottfried, der Temperaturunterschied von Tag zu Nacht ist langsam wieder groß genug um mehr Feuchtigkeit niederschlagen zu lassen. Die Bienen heizen aufgrund der Brut vermehrt ihre Behausung auf und daher kommt es auch zu mehr Feuchtigkeit. Allein auf dem Deckel dürfte sich jede Nacht einiges ansammeln.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hm, das Gewicht könnte stimmen. Aber er landet/startet nicht allmählich über mehrere Stunden, der ist schneller.


    Ein verfrühtes Jungtier welches im Vorbeiflug gefüttert wird :lol:

    Gruß Markus


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  • Gottfried, der Temperaturunterschied von Tag zu Nacht ist langsam wieder groß genug um mehr Feuchtigkeit niederschlagen zu lassen. Die Bienen heizen aufgrund der Brut vermehrt ihre Behausung auf und daher kommt es auch zu mehr Feuchtigkeit. Allein auf dem Deckel dürfte sich jede Nacht einiges ansammeln.


    Wenn es so wäre (das mit dem vermehrtem Heizen) dann wäre das Feuchtigkeit, die aus der Verbrennung von Futtervorräten entstünde, also Masse die schon vorher drin war, und das dürfte nicht das Gewicht erhöhen.


    Anderer Vorschlag: schlechte/fehlende Temperaturkompensation der Wägeelektronik?


    Auf jeden Fall ein schönes Beispiel, warum eine Stockwaage auf jeden Fall auch Außentemperatur, Innentemperatur und Luftfeuchte messen (und veröffentlichen) sollte.


    Grüße,
    Robert

  • Lieber Simon,


    mehr Daten als die auf der verlinkten HP des IV Erfurt kenne ich nicht und glaube auch nicht, daß da ein Brutraumsensor angeschlossen ist. Dort werden (nur) Daten erfaßt, die der DIB bekommen soll - das scheint ein an verschiedenen Orten betriebenes Monitoring zu sein. Deshalb gehe ich davon aus, daß dort keine Billigwaagen ohne Temperaturkompensation o.ä. schweren Meßfehlern behaftete Geräte eingesetzt werden. Die Waagdaten dort werden offenbar seit 2009 aufgezeichnet. Das scheint die Technik zu sein:


    http://www.gartenimker.de/?page_id=65


    Ich beobachtete die Daten seit 3 Jahren und verglich sie mit der Stockwaage meines ca. 4,5km entfernten Paten und meinte so, in Ermangelung eigener Stockwaage wenigstens grob auf meine Standortverhältnisse rückschließen zu können. Mit allen Abstrichen, die man dabei machen muß -> besser als ganz ohne Waage und (zumindest für einen Anfänger) lehrreich.


    Mit Aussicht auf Auswinterungsdurchsicht am Wochenende - Gottfried

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: Technikhinweis

  • Selbst wenn wir bienische Tag/Nacht- bzw. Flugverhältnisse annähmen, ginge die Änderung kaum über 1,5% hinaus. Haben wir also von einem (temperaturbedingten) Meßfehler auszugehen? Ich kenne weder die Wägetechnik, noch Vergleiche mit elektronischen Stockwaagen (mein Pate wägt noch zuverlässig schlicht offline-mechanisch).

  • Nächtliche Gewichtszunahmen?
    Kenne ich!
    Schuld sind die Kalorien, das sind diese kleinen Tierchen, die Nachts die Klamotten enger nähen.
    Im Ernst:
    Ich kenne eure Waage nicht, aber +- 100g/Nacht sind auch bei meiner CAPAZ völlig normal.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-