Der Raub der Königinnen / 700 Euro Honigertrag pro Volk

  • In den Westfälischen Nachrichten berichtet gestern (03.03.2015) Dennis Schüler - leider wieder einmal - über Diebstahl mit Frevel von offensichtlich einem "Kollegen" oder sagen wir mal"Auch-Imker" der sowieso keinen Anstand, aber auch keinen Sinn für Lebewesen und Bienen hat, und schon gar keinen Respekt vor anderer Imker Arbeit. Es wurden nicht nur die Königinnen aus den Völkern gestohlen, sondern auch noch die Bienen der Völker einfach im Freien abgefegt, Anfang März! Eine Sauerei also!
    http://m.wn.de/Muenster/Stadtt…-Der-Raub-der-Koeniginnen


    Dann bin ich noch über diesen Satz gestolpert: "Pro Volk rechnet er mit einem Honigertrag im Wert von etwa 700 Euro." Das ist schon ziemlich hoch und pro Volk nun 700 Eur als "Schaden" zu veranschlagen stimmt so ja auch nicht ganz. Da sollte man auch die Kirche im Dorf lassen, selbst wenn man sehr verärgert ist.

  • Clemens :


    Mager und ganz grob gerechnet ...


    Kaufpreis für 1 Volk = 150 EUR
    Honigertrag "nur" ca. 40 kg = 80 Gläser a 500 g je "nur" 6 EUR ergibt bereits 480 EUR
    2 Ableger je 75 EUR = 150 EUR
    Umsatz pro Jahr = 630 EUR
    Nutzungsdauer = 2 Jahre
    Kosten des Volkes pro 2 Jahre = 200 EUR
    Umsatz für 2 Jahre = 1.260 EUR
    Kosten für 2 Jahre = 350 EUR


    Mit 700 EUR hat er als Erwerbsimker den Honigumsatz noch sehr moderat gerechnet...


    Bei solchen Kommentaren wundert mich die mangelnde Wertschätzung für die Bienen und ihre Gaben in Deutschland nicht!


    Viel Glück


    Petra

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  • Mager und ganz grob gerechnet ...


    Kaufpreis für 1 Volk = 150 EUR
    Honigertrag "nur" ca. 40 kg = 80 Gläser a 500 g je "nur" 6 EUR ergibt bereits 480 EUR


    Mager gerechnet, ehrlich? Dann lebst du wohl im Imkerparadies. Ich verkaufe ein 500g Glas Honig für 5 Euro, wenn ich mich an einen Marktstand stelle. Verkaufe ich es an jemand anders, z.B. einen Hofladen, dann bekomme ich weniger. Es gibt hier genug alte Imker, die ein 500g Glas Honig für 4 Euro verkaufen. Und weiter entfernt von der Stadt, in Brandenburg oder gar Mecklenburg, verkaufen manche ein Glas für 3 Euro an Endkunden. Das musst du nicht gut finden (von wegen Wertschätzung), finde ich auch nicht, aber es ist nunmal Fakt.


    Aber selbst bei den 5 Euro gehen auf jeden Fall noch ('grob gerechnet') 0,50 Euro für Glas und Deckel weg. Und Etikett. Arbeitszeit für das Verkaufen ist da noch nicht eingerechnet. Oder gar für das Abfüllen. Gläser und Deckel waschen etc.


    Nein, sorry, aber wenn man den Honigwert eines Volkes halbwegs ehrlich ausrechnet, dann kann man höchstens den Preis veranschlagen, den man für Honig im 10l-Eimer bekommt.


    Grüße,
    Robert

  • Bei solchen Kommentaren wundert mich die mangelnde Wertschätzung für die Bienen und ihre Gaben in Deutschland nicht!


    Es wird so getan also ob der erwartete Honigertrag = Schaden ist! Du wirst bei keiner Versicherung damit durchkommen, die ersetzt nur den Wert an sich. Richtig wäre, wenn man schreibt, Völker sind dieses Jahr knapp, mindestens 150 Eur, vielleicht sogar 200 Eur ist der Schaden. Wertschätzung hat auch mit Ehrlichkeit zu tun.

  • Ernteausfall und damit entgangener Ertrag ist auch ein Schaden.


    Ist das hier nicht etwas anderes? Wenn das Getreide noch vor der Reife durch Hagelschlag nicht geerntet werden kann, kannst du mit Nachsäen auch nichts mehr für dieses Jahr reißen. Wenn den Völkern kurz vor der Haupttracht etwas zustößt ist das sicher ähnlich, aber jetzt im März und vier Völker ...

  • Was willst Du denn bei den - so wie ich es rauslese: toten - Völkern denn jetzt nachsäen, so daß sie zum Raps wieder voll da sind?


    Wie auch immer. Ärgerlich ist es allemal, ich würde vor Wut kochen.

  • Es wurden nicht nur die Königinnen aus den Völkern gestohlen, sondern auch noch die Bienen der Völker einfach im Freien abgefegt, Anfang März! Eine Sauerei also!


    Etwas bizarre Geschichte, oder? Die Kisten sind doch viel scneller eingeladen als vor Ort den ganzen Zirkus zu verantstalten. Plus so'n paar Bienen um diese Jahreszeit sind ja auch nicht lästig zu haben, wenn man doch eh auf Raub aus ist. Was soll das Ganze also? Dann diese absolut nichtssagende Zahl. Find ich Alles nicht besonders überzeugend.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen,


    ich verschleudere keinen Honig...


    Re-Mark / Robert:
    6 EUR für 500 g im Glas war mein Preis in 2012.
    Solange es noch Imker gibt, die den Honig verschleudern, lohnt sich der Honig-Verkauf in Deutschland nicht.
    Deswegen produziere ich auch nicht mehr, als ich für einen angemessenen Preis verkaufen kann.


    Clemens :
    Ich verwechsle nicht Ertrag = Umsatz mit Gewinn.


    Bernhard :
    Das führt zu nichts, sie verstehen es nicht oder wollen es nicht verstehen.


    Maxikaner :
    Genau das meinte ich mit magerer Schätzung, Erwerbsimker müssen mit anderen Mengen rechnen und der Verlust eines Volkes zieht Folgen über mindestens 2 Jahre nach sich.


    rase :
    Etwas seltsam klingt die Schilderung für diese Jahreszeit schon...


    Viel Glück


    Petra

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  • DIE verstehen sehr gut, die verstehen besser als Du denkst


    Der Drohn der seinen Honig von den 24 Völkern auch für 3,50€ im Einheitsglas, bei 22Kg Jahresernte verkauft.


     
    dD


    Drohn. Verstehe, 250gr. DIB Gläser sind auch Einheitsgläser.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.