Übertriebene Schlagzeile oder doch die Wahrheit?

  • Moin , Moin ,
    da frage ich doch gerade mal wieder, wie den die Quote bei den natürlichsten Bienenvölkern aussieht:Bienen die wild leben , ohne imkerliche Betreuung. Ohne imkerliche Fehleingriffe, falsche Konzepte und jegliche Manipulationen müßten wir doch eine tolle Überlebensquote dieser Jahrmillionen alten Lebensform haben.Sind diese Völker nicht der wirkliche Indikator, wie es um uns bestellt ist ?


    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)


  • Wir brauchen Vermehrungsbetriebe. Sollten wir mal per Crowdfunding selbst in die Hand nehmen.


    Die Landesverbände und Länder sind da gefordert!


    aber dieser Fred "Vermehrungsbetriebe" ist noch nicht eröffnet! Deswegen gerade dD OT
    dD


    Damit könnten die Bieneninstitute mal was sinnvolles für die erhaltenen Gelder tun, einfach jedes Jahr vermehren um dann die Winterausfälle auszugleichen. Würde man solche Vermehrungsbetriebe einrichten und jeder Imker einen Betrag X als Versicherung einzahlen, könnte man dies über die breite Masse finanzieren und die BSV´s könnten dann die Prüfung auf die Todesursache übernehmen. Eigene Fehler werden natürlich nicht ersetzt sondern nur solche Ausfälle die weder nur an Varroa oder zu wenig Futter lagen.
    Statt Geld von der TSK gibts nun lebenden Ersatz, ich finde diese Idee gut :daumen:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Damit könnten die Bieneninstitute mal was sinnvolles .....
    Statt Geld von der TSK gibts nun lebenden Ersatz,....


    Nö, das funktioniert nicht.
    Und warum glaubt ihr, dass diese Vermehrungsbetriebe weniger Verluste, als der Durchschnitt der Imker im Lande haben werden?
    Und warum Vermehrungsbetriebe bei den Instituten ansiedeln? Weil die besser imkern können? :roll:
    Und Vermehrungsbetriebe sind so völlig losgelöst von Varroa, anderen Krankheiten und PSM? :roll:


    "Früher" wurde propagiert, mindestens 10% mehr Völker einzuwintern, als man im nächsten Jahr als Honigvölker brauchte. Ich sage heute 30-50% mehr Völker einwintern.
    Und wenn man keine Verluste hat, dann kann man diese Völker i.d.R. auch gut verkaufen.


    Und die "Imker", die ihre Völker im Herbst abernten und sich nicht mehr um die Völker kümmern (weder Einfüttern, noch Varroabehandlung), kaufen sowieso nur Paketbienen aus dem "sonnigen Süden", denen sind die Völker aus hiesigen Vermehrungsbetrieben zu weit in der Entwicklung des Jahres zurück.


    Die diesjährigen gemeldeten Winterverluste werden etwa 30% betragen, die realen Verluste ca. 50%. Aber solche Winter gab es auch schon in der Vor-Varroa- und Vor-PSM-Zeit. Man braucht nur mal in alten Bienenbüchern zu lesen, um zu wissen, dass es so etwas wie immer wiederkehrenden "Katastrophen-Winter" gab.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Herzlichen Glückwunsch denen, die keine Völkerverluste haben. Leider habe ich Welche, deshalb bitte ich nochmals darum, die Erfahrungen mitzuteilen, die sie gemacht haben, um Völkerverluste zu vermeiden. Nicht nur wegen mir, sondern auch für die in meinen Umfeld, die auch dieses Jahr größere Verluste hinnehmen müssen. Ich gehe davon aus, dass wir im Forum voneinander lernen können.
    Mfg

  • Paketbienen aus dem "sonnigen Süden", denen sind die Völker aus hiesigen Vermehrungsbetrieben zu weit in der Entwicklung des Jahres zurück.


    Es gibt Möglichkeiten, Völker zu erzeugen, die ab Februar/März kunstschwarmreif sind. Auch in unseren Breiten.


    dass es so etwas wie immer wiederkehrenden "Katastrophen-Winter" gab.


    Immer (mal) wiederkehrend, in Ordnung. Aber die Katastrophe wird ja mittlerweile zu Normalität. Ich jedenfalls finde 15 % durchschnittliche Verluste im Winter nicht normal. Jeden Winter!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von BernhardHeuvel ()

  • Auch die derben Schwankungen sind nicht so normal, gerade wenn die Winter und Jahre sich nicht deutlich unterscheiden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Walter,
    ich habe 28 eingewintert und 23 stehen nun recht gut da.
    Bei zweien bin ich selbst schuld da das Flugloch verstopft ist ohne dass ich es gleich gemerkt habe.


    Aber ich habe 2014 sehr lange behandelt.
    Ich kann Dir den Tipp geben, sehr langfristig die Volker sauber zu halten und die .


    Ich führe einen kleinen Imkerladen und bekomme mit wie behandelt wird, wie stark der Befall regional ist, wie viele Vergiftungen (verdammt viele ) es gibt und wie hoch die Ausfallzahlen sind.
    Wenn es eine richtig hohe Prämie für Völkerverluste gäbe (unverschuldet) würdet Ihr euch wundern was dann für Zahlen rauskommen würden.


    Solange nicht jeder seine Karten auf den Tisch legt und an sich arbeitet haben es "die Grossen" verdammt einfach mit uns.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo Fanky, vielen Dank für deine ehrliche und schnelle Antwort. Deine Zeilen treffen genau die Situation.
    Es kann doch nicht nur die Varroa sein! Von einem sehr großen Imker erfuhr ich, dass die Völker, die am Raps standen immer schwächer geworden sind.
    Ich habe auch mit Ameisen- und Oxalsäure behandelt, vielleicht doch nicht lange genug.
    Ein Imker im Bayrischen Wald sagte mir,weil er nicht solche Verluste wie seine Imkerkollegen haben will, behandelt er die Varroa mit Perizin, was bei mir bisher nicht zur Debatte stand.
    Mfg Wolfgang Walther

  • Aber die Katastrophe wird ja mittlerweile zu Normalität. Ich jedenfalls finde 15 % durchschnittliche Verluste im Winter nicht normal. Jeden Winter!


    Auch die derben Schwankungen sind nicht so normal, gerade wenn die Winter und Jahre sich nicht deutlich unterscheiden.


    Ja, das sehe ich auch so.


    Wir wissen, was die Bieneninstitute zu den Ursachen der hohen Verluste sagen. Und wir haben unsere eigenen Erfahrungen. Wir wissen um die Diskrepanzen zwischen beiden.
    Wir wissen, die Milbe ist virulenter geworden. Warum?
    Wir wissen, dass es von der EU gefördert wird, wenn die Bauern ihre Böden pfluglos bearbeiten. Deshalb gehört es jetzt zur "guten fachlichen Praxis", die Vegetation auf solchen Feldern tot zu spritzen. Dafür gibt die EU extra Geld aus!
    Wir wissen, dass wir bei den Bieneninstituten bzw. den Pflanzenschutzämter bzw. dem JKI keine Hilfe (Hilfe im Sinne von Ursachenermittlung) bekommen.
    Honigbienen interessieren doch in diesem Lande nicht wirklich. Honigbienen gehören zur geduldeten Folklore. Naja, sie sind nicht überall geduldet. Sogenannte Naturschützer dulden Bienen nicht auf ihren "Spielwiesen".


    "Aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun".


    Und passend dazu, habe ich heute eine Email bekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


    Hallo zusammen,
    der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) ist von der BAYER AG verklagt worden, weil er diese Wahrheit offen
    ausspricht:
    "BAYER-Nervengifte sind bienengefährlich!"
    Am 11. März ist die Hauptverhandlung in dieser Sache und der BUND bittet um Unterstützung in Form einer
    Unterschriftenaktion.


    Hier gibt es Hintergrund-Infos vom BUND:
    http://www.bund.net/themen_und…/pestizide/bayer_vs_bund/



    Hier könnt Ihr unterschreiben.
    http://www.bund.net/aktiv_werd…_pestizide/unterzeichnen/

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Herzlichen Glückwunsch denen, die keine Völkerverluste haben. Leider habe ich Welche, deshalb bitte ich nochmals darum, die Erfahrungen mitzuteilen, die sie gemacht haben, um Völkerverluste zu vermeiden.
    Mfg


    Nach vielen, vielen Jahren, auch Jahren mit bitterer Erfahrung, bin ich derzeit mit meiner Varroabehandlungsmethode mehr als zufrieden und kann sehr gut damit Imkern.



    Bei beginnendem Aufschwung der Völker, irgendwann im April werden bei jedem Volk ein oder zwei Drohnenrahmen eingehängt. Wenn diese verdeckelt sind, schneidest man diese Drohnenwaben die ersten zwei mal aus. Bei einem eventuell sehr guten Volk würde ich den Drohnenbau nicht ausschneiden, um genügend Drohnen am Stand zu haben.


    Jedes Volk sollte einen Ableger ergeben. Die Ableger werden bei ausgelaufener Brut, beziehungsweise vor Beginn der Legetätigkeit der Königin mit einem Mittel (Milchsäure) oder etwas ähnlichem behandelt.


    Mitte Juli (je früher desto besser) wird jedes Volk mit 60-prozentiger Ameisensäure täglich 20 ml bei Einzarger oder 40 ml bei zwei Zargern über zwölf Tage lang behandelt - die Dauer und die Menge bitte nicht unter oder überschreiten.


    Nach der erfolgten Auffütterung ca. E. August werden Thymovarstreifen für ca. zwei Monate eingelegt..


    Zwei Wochen nach den ersten durchgehenden Nachtfrösten, meistens um den Jahreswechsel wird mit Oxalsäure beträufelt.


    Mein Varroakonzept funktioniert aber nur in meinem Gebiet ohne Spättracht, wie zum Beispiel Heide - oder Tannenhonig , hier müssen sich andere Betriebsweisen ausgedacht werden.


  • Mitte Juli (je früher desto besser) wird jedes Volk mit 60-prozentiger Ameisensäure täglich 20 ml bei Einzarger oder 40 ml bei zwei Zargern über zwölf Tage lang behandelt - die Dauer und die Menge bitte nicht unter oder überschreiten.


    Bist Du bitte so nett und könntest das präzisieren? Wie bzw. in welcher Form bringst Du die Säure ein? Danke.


    Übrigens: ich habe letztes Jahr zusätzlich zur Ameisensäure (August/September) ApiLifeVar verwendet, musste aber feststellen, dass die Bienen die Brut stark reduziert haben.

  • Ich und mein Imkerkollege haben keine Völkerverluste (insgesamt 30 Völker) - klar, schwache sind wohl dabei.


    Die im Verein organisierten Imker im Umkreis, teilen fast alle Verluste von 30-50 % mit.


    Das einzigste was mein Kollege und ich anders gemacht haben ist, dass wir ca. 3-4 Wochen später mit der ersten AS Behandlung begonnen haben.... ca. Mitte/Ende August.