Übertriebene Schlagzeile oder doch die Wahrheit?

  • Am WE gabs im Verein die traurige Info, dass sich der Bienenbestand zum Vorjahr um über 30% verringert hat -laut offiziell gemeldeten Völkern...


    Ansonsten recht unterschiedliche Bilder von 10% bis 100% bekommt man ringsherum alles zu sehen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Die Verluste in unserem Verein sind auch ganz erheblich und es ist kaum einer in den unverdächtigen 10%. Mehrere - auch vereinsfremde - melden Totalverlust oder nur noch ein, zwei Völker übrig.


    Ich weiß nicht, ob wir das schaffen, allen wieder soviele Bienen zu besorgen, daß sie wieder voll besetzt sind.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Eine Imkerfamilie, nur zwei Kilometer von meinem Hauptstand entfernt, und mit deutlich mehr Imkererfahrung als ich, hat wohl diesen Winter zwei Drittel ihrer Völker verloren. Was ist da bloß los?


    Eigentlich müssten wir jetzt eine Völkerverlusteumfrage machen, aber diesmal indem wir unsere Bekannten, insbesondere auch die mit hohen Verlusten, zu Wanderungen und zu Varroabehandlung (und Behandlungszeitpunkten) befragen.
    Vielleicht waren es ja doch vor allem die, die z.B. letztes Frühjahr im Raps waren, denen nun im Winter die Varroa die Völker gekillt hat? Oder es stellt sich doch raus, dass AS-Langzeit weniger Verluste hatte als AS-Kurzzeit? Oder eine fehlende Ox-Behandlung im vorletzten Winter mit hohen Verlusten im letzten korelliert..? Irgendwie muss sich doch da ein Muster finden lassen...?


    Grüße,
    Robert

  • Moin,
    dieses Frühjahr wird aber auch nur sehr vitale Völker überleben lassen - so ein Dreckwetter ohne zwei, drei Tage zum (Atem-) Pollenholen hatten wir in den letzten Jahren in Ostbrandenburg selten.
    Normalerweise hiess es: Was der März nicht will, holt der April. Aber kleinere Völker und Ableger haben bei dieser Witterung keine Chance....
    Ich hab' nun auch zwei, drei (eigentlich unerwartete) Verluste entdeckt - schiebe das aber mir selbst zu, denn nicht immer sind ältere Königinnen die beste Lösung. Nix Neues gelernt, aber bekanntes wiederentdeckt.
    Für einen "gelernten" Hinterbehandlungsimker etwas ungewöhlich: Den inzwischen 7 Magazinen (Segeberger) geht's am Besten. Sonne brauchen die aber jetzt auch. Irgendwann.
    Grüße ralf_2

  • Aber kleinere Völker und Ableger haben bei dieser Witterung keine Chance....


    Zumindest keine Chance, noch frühtrachttauglich zu werden. Meine Bienen sind wohl genau aus diesem Grund, dass es kaum Tage vermehrten Polleneintrages gibt und gab auch immer noch nicht voll ins Brutgeschäft eingestiegen. Das ist mir auch lieber, ich hab keine Lust dazu, die Bienen das ganze Jahr über zu päppeln, dann kommen halt nur die durch, die mit den Wetterkapriolen halbwegs klarkommen.


    Was man so hört, schauts hier übrigens ähnlich aus Henry . Nur sehr wenige mit geringen Verlusten, dafür sehr viele fast mit Totalverlust. Die "Ausschließlich-Verdampfer" scheinen deutlich besser da zu stehen, als die AS-Behandler. Auf zusätzliche Völker durch Schwarmeinfang braucht man in diesem Jahr mangels Bienen wohl nicht zu spekulieren, das bisserl was noch da ist wird wohl vielerorts vorzeitig vorweggenommen.


    Gruß Sven

  • Was man so hört, schauts hier übrigens ähnlich aus Henry . Nur sehr wenige mit geringen Verlusten, dafür sehr viele fast mit Totalverlust.


    Was man so hört. Die, deren Bienen gesund sind, haben ja keinen Grund sich zu melden, also hört man nur die andern. Das verzerrt das Bild, ich sag nicht, das stimmt Alles nicht, aber aus denen, deren Bienen überleben einen ähnlich lauten Chor zu machen seh ich auch nicht.


    Hier bei mir sind alle Völker und Ableger ok, mein Kollege im Dorf mit 25 Völkern hat einen Ausfall, und einen Mickerling.


    'Wie schön für Dich', - wenn ich schreiben würde, mir sind 60% abgeschmiert, wär ich mir des Mitgefühls sicher, wenn ich schreibe, wieviele bei mir ok sind, klingt es irgendwie gemein und angeberisch. Aus welchem Grund sollte jemand das also schreiben?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich bin mir sicher, daß das Gefühl der hohen Verluste nicht trügt. Mir liegen die Untersuchungsanforderungen zu den AFB-Nachuntersuchungen und den Aufhebungsuntersuchungen schon vor. Beim Terminemachen erfahre ich sehr genau, wieviele Völker bei den Imkern stehen und sehe sie, wenn ich dort bin. Bzw. sehe sie nicht, muß mich aber von ihrem Tod überzeugen. Wenn ich also vielfach, nur noch wenige Proben nehmen kann oder an ganzen Wagen nur noch 2 Völker leben, dann gibt das schon ein sehr objektives Bild. Zu Imkern die von 5 Völkern noch 4 und top in Schuß haben, muß ich auch. Aber auch das sind dann ca. ... bummelich ... rund ... also fast an die ...., jedenfalls mehr als ... äh ... 10 Prozent.:confused:


    Es war nicht selten und ist nicht lange her, da wollte im Frühjahr keiner was für dicke Völker zahlen. Da hatten alle genug über den Winter gebracht und/oder mehr als nötig eingewintert. Dieses Jahr ist das anders. Hoffentlich erhöht das auch den Honigpreis. Ich hab ja noch welchen. :cool:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Dieses Jahr ist das anders. Hoffentlich erhöht das auch den Honigpreis. Ich hab ja noch welchen. :cool:


    Das trifft den Nagel auf den Kopf!


    Wir hatten 2014 eine Nullernte.


    Heute werden 6 oder 7 Euro ohne Murren gezahlt, ein Jahr zuvor fingen sie bei 4 Euro schon zu jammern an.


    Selbiges bei den Völkern!


    Da sagt mir einer, Nachfrage und Menge, reguliere nicht den Preis?


    Griass Simmerl