Den Nachbarn überzeugen

  • Ihr habt ja recht....Ich würde mir einfach nur wünschen das er sich unvoreingenommen darauf einlässt und merkt das seine Sorgen unberechtigt waren. Er ist wirklich ein super Nachbar und ich will das gute Verhältnis nicht stören. Andererseits wollte ich auch immer einen großen Garten, um meine Träume zu verwirklichen und nicht um 3000qm Zierrasen zu pflegen! Ich werde es so sanft wie möglich probieren. Ich halte euch auf dem laufenden wie das Gespräch abgelaufen ist. Ich werde Samstag oder Sonntag mal mit einer kühlen Flasche Hopfentee bei ihm vorbei schauen...

  • Hallo Wingman,
    find´ ich genau richtig, wie Du das angehst. Dich hätte ich gern als Nachbarn.
    Daher wünsche ich maximalen Erfolg für das Gespräch am Wochenende!


    Gute Nacht
    DOMMY

  • Einer meiner Nachbarn hatte auch Angst, als ich letztes Jahr mit 2 Völkern zu imkern anfing und er mich im Schutzanzug sah. Nach wenigen Monaten hat er gemerkt, dass sich die Bienen wirklich nicht für seine Terrasse interessieren (zum Glück hatten wir 2014 kaum Wespen) sondern nur für einige Pflanzen im Garten. Allerdings wird sicherlich die Wahrscheinlichkeit, dass doch etwas, z. B. beim Tritt auf eine Biene oder bei Gartenarbeit/Blumenpflücken, passiert - in Deinem Fall mit Nachbarimker nur geringfügig - etwas erhöht. Wenn Dein Nachbar stark allergisch ist, wäre ihm wohl - auch ohne Deine Bienen - ein Notfallkit anzuraten.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo,


    es ist einfach Angst, weil eine Allergie bei Bienenstichen keinen Spaß macht. Das kann böse enden. Kenne ich aus meiner Nachbarschaft. Trotzdem haben sie zugestimmt, wenn ich nur wenige Völker halte.
    Ich habe nach der Einwinterung meine Nachbarn gefragt, ob sie was von den Bienen gemerkt haben. Die direkten Nachbarn merken keinen verstärkten Bienenflug, haben sich aber letztes Jahr über eine gute Obsternte gefreut. Dazu habe ich ein Stück Wabenhonig und 2 Gläser Honig über die Hecke gereicht.


    Mein Vorschlag:
    Mache Deinem Nachbarn deutlich, dass sein Garten immer von Bienen besucht wird. Er wird nicht merken, dass Du Bienen hälst. Wenn Du die Völker dann noch ausserhalb seiner Sicht aufstellen kannst, dann ist auch dieses psychologische Moment ausgeschaltet. Verbieten kann er Dir die Bienenhaltung nicht. Biete Ihm an, dass Du nur 1-2 Völker versuchst. Wenn er dann den ersten Wabenhonig kosten darf, werden Deine Mädels bestimmt akzeptiert.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Zwei meiner Völker stehen in einem 1000qm grossen Garten zwischen den Häusern. Die skeptische Nachbarschaft konnte ich mit den hier bereits zitierten Argumenten überzeugen. Dein Grundstück ist groß genug um dort 2 Völker zu halten. Die Angst Deines Nachbaren ist irrational und unbegründet. Auf solche Empfindlichkeiten nehme ich in der Regel keine Rücksicht. Meine Nachbaren nerven mich auch andauernd mit ihren Rasenmäher- Grasstrimmer- oder Laubblässer- Orgien. Gefragt hat mich von den bisher keiner, ob ich dagegen allergisch bin:-). Im Gegensatz zu diesen sinnlosen Freizeitaktivitäten ist Bienenhaltung etwas ganz wertvolles und sehr sinnvoll.

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  • Hm, die Angst eines ECHTEN Allergikers ist weder irrational, noch unbegründet und sie beruht auf der persönlichen Erfahrung lebensbedrohlicher Situationen.
    Wer nervt, darf wieder genervt werden? Diese Schaukel anzuschieben, endet meist irrational. Bienenhaltung ist zwar kein nervenaufreibendes Geschehen, zumal, wenn es der Nachbar in gehöriger Entfernung betreibt. Aber das Innere äußert sich, bewußt oder unbewußt, immer wieder - und kommt reflektiert zurück. Meine Großmutter pflegte immer den Spruch: Wie man in den Wald hineinruft...
    Seit mich mein Nachbar mit der Handsense sah und das blühende Leben in der Folge mehrerer Jahre, konnte er sich bei seiner Regierung auch durchsetzen, daß nur 2 x im Jahr gemäht wird, nach der Blüte. Wir genießen jetzt beide, Blüten und Ruhe, der Nachbar und ich.

  • Von 2 Bienennvölkern die auf 3000 qm stehen geht für Niemanden eine Gefahr aus. Seiden er steht vor der Beute und stochert im Flugloch mit einem Zweig herum. Somit ist die Angst irrational, da es hier keine echte Bedrohung gibt.

  • Nun, bei kaltem Wetter wird der Flugkreis enger. Ich merke das jetzt hier: seit ich Bienen hier halte, ist der Blütenbeflug gerade auf den Nachbargrundstücken (jetzt bes. auf die Krokusse) deutlich angestiegen. Aber auch im Sommer sind bspw. im Weißklee auf Nachbars Wiese deutlich mehr Bienen unterwegs als vorher. Barfuß - mit oder ohne Sandalen - könnte da schon etwas erhöhte Stichgefahr bestehen (hier in 3 Jahren 1x). Auch die Sommerstrümpfe schützen bekanntlich nicht. Aber hohes Gras ist besser als Weißkleerasen, da fliegen die Bienen bei Störungen auf und werden nicht zwischen Fuß und Schuh eingeklemmt... Ablenkfütterung in Raps oder Linde ist natürlich effektiv, aber saisonal beschränkt.

  • Somit ist die Angst irrational, da es hier keine echte Bedrohung gibt.


    Das gelinde gesagt Blödsinn. Die Angst ist zwar unbegründet, aber völlig real, Du vermischst da zwei Ebenen. Wenn jemand ein Gefühl hat, kannst Du ihm das schlecht absprechen. Wenn Du jetzt auf der Sachebene argumentierst, Dein Gegenüber aber auf der Gefühlsebene, dann fühlt Ihr Euch beide unverstanden und seit frustriert. Da kann man sich ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit ruinieren, und zwar völlig überflüssigerweise. Das Schlüsselwort ist dabei Respekt, wenn Du den anderen nicht ernst nimmst und nur Deinen Standpunkt durchdrücken willst, 'weil der muß ja nur einsehen, wie falsch er liegt', dann wird das vermutlich nix. Der Nachbar hat Angst, und Du willst Bienen. Das ist erstmal beides berechtigt.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo ribes, ich gehe davon aus,dass ein echter Allergiker (also einer für den bereits ein Stich lebensgefährlich ist) nicht Barfuss durch eine Blumenwiese latscht. Und wenn er das tut, sein Notfallkoffer dabei hat.

  • Hallo zusammen,


    hier nun also das Ergebnis meiner Bemühungen:
    Bis zum Bier bin ich nicht gekommen, da ich meinen Nachbarn das ganze Wochenende immer nur zwischen Tür und Angel gesehen hatte und ich die Sache nicht unter Zeitdruck besprechen wollte. Als ich dann aber heute Mittag meinen Sohn auf seinem Bobbycar durch den Hof schob, kam mein Nachbar auf einen Plausch zu uns. Im laufe des Gesprächs erwähnte ich (relativ hastig weil nervös) das wir nun gerne anfangen würden zu imkern, er aber bedenken hatte.....blablabla....ihr wisst ja ungefähr was ich vor hatte zu sagen :D Sein Kommentar war "Mach mal. Stell sie aber mehr Richtung Pflaumenbaum damit noch genug Platz ist mit´m Traktor vorbei zu kommen"........Ich war echt perplex und hatte mich auf ein längeres für und wider eingestellt und dann das! Bin natürlich froh das es so einfach war und zu keinen Problemen geführt hat :) Das Bier haben wir dann trotzdem noch nachgeholt ;)


    Freue mich jedenfalls riesig das es jetzt bald los gehen kann und werde hier natürlich weiter berichten. Danke Euch allen für Eure Meinungen und Ratschläge, auch wenn ich mal wieder wegen nichts die Pferde scheu gemacht habe :)