10 oder 12 Rähmchen, Langstroth oder Zander

  • Ich hoffe, ich gehe hier niemnaden mit solchen "Glaubensfragen" auf die Nerven, dann bitte einfach nicht weiterlesen. Ich als Anfänger versuche mich gerade in allen verschiedenen Maßen zu orientieren. Ja, ich weiß, wurde alles schon hundertmal diskutiert und geschrieben, und hab ich mir alles auch schon durchgelesen (fast alles zumindest). Trotzdem hab ich ein paar konkrete Fragen, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe:


    Was ist der Vorteil von 10 gegenüber 12 Rähmchen? Oder auch wieder nur Geschmackssache? (10 lassen sich vielleicht leichter rechnen?)


    Wenn ich mir das Angebot bei Holtermann und Weber so anschaue, stellt sich mir die Frage ob sich die ganzen Dinger nur in den Maßen unterscheiden oder auch in der sonstigen Ausstattung, also ob es irgendwelche speziellen Zwischenböden, Fluglochkeile, Anflugbretter oder Deckel gibt, die eben zu einem System gehören und zu den anderen nicht. Und warum gibt es kein Langstroth? Oder ist Dadant modifiziert (oder Blatt oder was auch immer) dann im Prinzip Langstrothmaß?


    Und kann es irgendeinen Vorteil haben, Quadratische Magazine zu haben, die man um 90Grad versetzt aufeinanderstellen könnte? Oder ist das Unsinn?


    Ach ja, und wenn ich mich jetzt für eines dieser ganzen Systeme entscheide und mir meinetwegen eine Dadantbeute nach Liebig kaufe, um Kompatibilität mit meinem Zeug und dem meiner Nachbarn zu haben, wie lange hab ich diese dann? Also wann wird der Hersteller die Maße ändern oder Konkurs gehen und ich bin gezwungen, umzustellen oder selberzubauen? Oder wann ist das nächste mal ein anderes Maß "Optimal"? Das ist auch wieder eine Frage die man sicher nicht präzise beantworten kann, aber wenn ich mir das so anschaue, ist das ja in näherer Vergangenheit schon ein paarmal passiert, mit allen Hinterbehandlungs und DDN Beuten zum Beispiel. Und Hersteller in anderen Branchen ändern gern mal die Normen und Maße, damit man gezwungen ist, sich wieder was neues zu kaufen. Wie sah es damit bei den Bienenbeuten aus in den letzten 10 Jahren?


    Vielen Dank für Eure Antworten und Ansichten
    Christian

  • Ja, ich weiß, wurde alles schon hundertmal diskutiert und geschrieben, und hab ich mir alles auch schon durchgelesen (fast alles zumindest). Trotzdem hab ich ein paar konkrete Fragen, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe:


    Was ist der Vorteil von 10 gegenüber 12 Rähmchen? Oder auch wieder nur Geschmackssache? (10 lassen sich vielleicht leichter rechnen?)


    Das ist tatsächlich hier schon x-mal diskutiert worden, und dazu fanden sich garantiert auch Antworten. Trotzdem nochmal in Kürze ein paar Einzelmeinungen:
    Ich habe 10er Dadant genommen, weil
    - ich kein Haus mit Garten habe, und deshalb meine Bienen an verschiedenen Standorten verteilt habe und öfter mal transportieren muss. 10er ist für mich etwas handlicher. Auch dann, wenn ich mal wieder Zargen auf ein Dach schleppe...
    - die 10er Dadant sich auch u.a. mit falzlosen 10er Zander stapeln lassen, also eine gewisse Kompatibilität besteht (deshalb ja 'System der Kompatiblen Beuten').
    - zum 10er Dadant meist Honigräume mit Langstroth 2/3 Rähmchen (159mm hoch) verwendet werden, und diese Zargen sich auch für reine Flachzargenimkerei eignen.
    - auch Miniplus hat 159mm Höhe, weshalb es 'Überwinterungsmagazine' gibt, in die sowohl Miniplus quer als auch LS 2/3 längs reinpassen.
    - wie hier gerade diesen Monat wieder ausführlichst vorgerechnet wurde, genügen normalerweise selbst 8 Dadantbrutwaben (Legeleistung der Königin pro Tag mal 21 Tage Entwicklungszeit, bis die ersten Zellen frei werden, in Beziehung gesetzt zur Zellzahl pro Dadantwabe... kann man ausrechnen.)


    Für mich ist das 10er Dadant das System, was mir die meisten Möglichkeiten und Kompatibitäten zu verschiedenen Systemen bietet. Wenn ich allerdings Haus und Hof und festen Bienenstand auf demselben hätte, dann würde ich wahrscheinlich 12er Dadant nach Bruder Adam nehmen. Kann nicht im Detail erklären warum, habe nur das Gefühl, der Mönch hatte alles ziemlich ausgeklügelt und er hatte schon seine Gründe. Und ich hätte manchmal gerne etwas mehr 'Rangierplatz' in der Brutzarge. Und vielleicht würde ich bei den noch flacheren LS 1/2 Honigrähmchen eher auf Draht verzichten.


    Und wenn ich mich wie hier die meisten für Hartschaumbeuten entschieden hätte, dann hätte ich eventuell auch das Segeberger System mit 12 DNM Rähmchen genommen. Aber ich wollte halt Holz...


    Zitat


    Und kann es irgendeinen Vorteil haben, Quadratische Magazine zu haben, die man um 90Grad versetzt aufeinanderstellen könnte? Oder ist das Unsinn?


    Das wurde hier nun wirklich genug diskutiert, ich glaube selbst dieses Jahr gab es schon Antworten dazu.


    Zitat

    Ach ja, und wenn ich mich jetzt für eines dieser ganzen Systeme entscheide und mir meinetwegen eine Dadantbeute nach Liebig kaufe, um Kompatibilität mit meinem Zeug und dem meiner Nachbarn zu haben, wie lange hab ich diese dann? Also wann wird der Hersteller die Maße ändern oder Konkurs gehen und ich bin gezwungen, umzustellen oder selberzubauen? Oder wann ist das nächste mal ein anderes Maß "Optimal"? Das ist auch wieder eine Frage die man sicher nicht präzise beantworten kann, aber wenn ich mir das so anschaue, ist das ja in näherer Vergangenheit schon ein paarmal passiert, mit allen Hinterbehandlungs und DDN Beuten zum Beispiel. Und Hersteller in anderen Branchen ändern gern mal die Normen und Maße, damit man gezwungen ist, sich wieder was neues zu kaufen. Wie sah es damit bei den Bienenbeuten aus in den letzten 10 Jahren?


    Sorry, das halte ich für Blödsinn. Es gibt keine Rähmchenmode, die sich alle 10 Jahre ändert. Wenn du falzlose Beuten für 10 Rähmchen Zander oder irgendeinen Langstroth-Abkömmling nimmst, dann bekommst du auch in 20 Jahren noch Zargen, die sich da drauf stapeln lassen. Das ist ja einer der Vorteile von falzlosen Beuten. Ob sich da irgendwelche Außenmaße um ein paar Millimeter ändern (z.B. wegen anderer Materialstärke) ist egal, hauptsache die Zargen lassen sich übereinander stellen, ohne dass irgendwelche Lücken offenstehen.


    Na ja, wenn ich natürlich meine neue Euronormbeute mit Kompatibilität sowohl zu Obstkartons als auch zu Europaletten und guter Ausnutzung von Hochseefrachtcontainern auf den Markt bringe, dann wird die Imkerwelt sich wohl oder übel nochmal umstellen müssen... :wink:


    Grüße,
    Robert