Probleme mit Winterfutter von Kellmann?

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich habe eine Frage und ggf. einen Warnhinweis an die unter euch, die letztes Jahr mit ApiKel plus von Kellmann eingefüttert haben:


    Gestern habe ich nach meinen Bienen gesehen und festgestellt das 3 Völker nicht mehr flogen, welche an den warmen Tagen im Januar noch reichlich zum Reinigungsflug unterwegs waren und keinerlei Auffälligkeiten (auch in der Art der Abkotungen) zeigten.
    Damals freute ich mich das alle noch lebten, da es zum großen Teil bei uns in der Region schon kräftig Ausfälle gab.
    Mit Erschrecken musste ich feststellen das diese verhungert sind, auf z.T. schweren Futterwaben, allerdings ist das Futter zu ca. 90% entmischt, also am Zellboden eine weiße Kristallmasse und obendrauf ein wenig Flüssikeit manchmal auch kompett fest und in der nahen Umgebung der verhungerten Traube nur noch Zellen mit trockenem Zuckerkristallen, verdeckelt wie offen.
    Wir haben bei uns im Verein das Futter als Sammelbestellung im April oder Mai gekauft und hatten das Futter von Kellmann auch die 2 Jahre davor schon, wo das so nicht zu beobachten war.
    Auch waren die 2 Völker die ich bereits abgeräumt habe meines Erachtens mit einer Stärke von 5-6 besetzten Wabengassen DN der abgestorbenen Traube und einem gefülltem 5l-Eimer toter Bienen die schon auf den Gitterboden gefallen waren pro Volk nicht zu schwach zum überwintern.
    Auch Melizithosehonig kommt nicht in Betracht, da wir nach der ersten Lindenblüte bereits zufüttern müssten,da die Bienen nichts mehr fanden...


    Ich selbst imkere seit 89 und habe schon manchen Verlust erlebt, in dieser Form allerdings nicht. Tote Völker sind immer schmerzlich, nicht in erster Linie wegen des "Verlustes" sondern wegen dem Leiden der Bienen - sie haben es so schon schwer genug, aber wenn starke Völker durch ev. nicht korrektes Winterfutter verhungern schmerzt mich das noch mehr!


    Ich habe gestern auch unseren Vereinsvorsitzenden hinzugezogen, auch er ist der Meinung da stimmt mit dem Futter etwas nicht.


    Ich mache mir jetzt natürlich Sorgen um meine restlichen Völker (und die im gesamten Verein)die zuminest jetzt auch beim Abkoten einen dünnflüssigen Kot abgeben, was im Januar noch nicht der Fall war. Bei einem Volk habe ich gestern noch schnell eine etwas intakte Futterwabe mit der Heißluftpistole angewärmt und an die Traube gehängt - dort sah es ähnlich aus, auch meine Reservefutterwaben weisen dieses Erscheinungsbild in unterschiedlicher Stärke auf.....
    Unsere Vereinsmitglieder werden jetzt über diesen Fall informiert um ggf. eingreifen zu können, da wir im Verein alle dieses Futter verwendet haben.
    Noch habe ich keine Rückmeldungen....eigentlich stört man die Bienen um diese Zeit ja auch nicht wenn alles i.O. erscheint, wären nicht die 3 toten Völker gewesen, hätte ich auch nicht nachgesehen....


    Hat jemand von euch ähnliche Vorkommnisse beobachtet?


    Habt ihr Ideen wie ich ohne große Sörung den Volkern die noch leben helfen kann?


    Ich imkere in der Liebig - Beute

  • Hallo Sandro,
    die Bewertung Deines Problemes aus der Ferne ist relativ schwierig, letztlich könnte nur eine Laboruntersuchung des Futters sicheren Aufschluss
    darüber geben ob der gelieferte Sirup als Bienenfutter geeignet ist. Das auskristallisieren von gefütterten Siruppen kommt häufiger vor, ist aber
    selbst von Volk zu Volk auf ein und dem selben Stand unterschiedlich ausgeprägt (von keinerlei Kristallation bis fast vollständiger Kristallation ist
    dann alles dabei....). Ich füttere seit mehr als zehn Jahren Futtersirup auf Weizenbasis, auch welcher vom genannten Lieferanten war schon
    dabei, es gab diesbezüglich nie Probleme mit der Überwinterung. Sehr stark kristallisiertes Futter wird dann für Völker zum Problem wenn sie nicht
    an Wasser kommen. Ein entsprechender Witterungsverlauf kann hier zum Problem werden, oft genügt aber schon das Kondenzwasser in der
    Beute. Meine Empfehlung: Lasst das gelieferte Futter in einem der Bieneninstitute auf seine Eignung hin untersuchen, alles andere ist stochern
    im Nebel.


    Grüße
    Frank

  • Danke für deine Antwort Frank,wir werden das auch tun und das Futter untersuchen lassen.


    Dennoch bin ich der Meinung das bei 90% auskristallisiertem Futter etwas nicht stimmt. Etwas Kristallieren kennen wir auch, aber in der Größenordnung ist das auch erfahrenen Imkern fremd.


    Mittlerweile habe ich auch von 2 andern Imkern Rückmeldungen über ähnliche Verluste erhalten.


    Viele Grüße


    Sandro

  • Danke für die aufgezeiten Beiträge Maxikaner, also ist die Problematik nicht unbekannt.


    Eine Analyse hat soweit ich verstanden habe allerdings keiner bisher gemacht.


    Wir versuchen das jetzt in Angriff zu nehmen.

  • Guten Abend zusammen!


    Das Kristallisieren von Futter konnte ich auch bereits mehrfach feststellen. Allerdings hatte ich bislang hierdurch keine Völkerverluste.
    Ich stelle mir jedoch die Frage, ob es nicht möglich ist, das durch gleichzeitige Tracht das Verhältnis der unterschiedlichen Zuckerarten insoweit geändert wird, dass es zum kristallisieren neigt.....


    Günter

  • Menno Werner,


    was ist denn daran kryptisch?


    Das Futter besteht nicht nur aus Einfachzuckern.
    Und das Volk war auf Grund seiner Zusammensetzung nicht in der Lage, das Futter bzw. die gereichte Futtermenge ausreichend zu invertieren.


    Da die Enzyme noch nachwirken, war die Lösung zu stark übersätigt und ist auskristallisiert.


    Kellmann-Futter, Raps, Meli,...


    Wo ist der Unterschied?!

  • Hallo Sandro1176!


    Dieses Problem mit Futter von Kellmann kenne ich.
    Wir organisieren zusammen mehrere Tankzüge für unseren eigenen Bedarf.
    Dabei haben wir über Jahre hinweg Sirup der Fa. Kellmann gekauft.
    Vor drei Jahren wurden wir stutzig, weil Weizensirup aus einer Lebensmittelfabrik in Österreich angeliefert wurde, von der eigentlich im Internet steht, dass diese nur Maissirup herstellt. Ein vorgelegtes Zertifikat bestätigte aber dann doch die Echtheit. Probleme mit Kristallisation gab es nicht.
    Vor zwei Jahren gab es wieder ein Problem mit einer Lieferung. Die Herkunft wurde nicht sicher nachgewiesen. Nachfragen für Nachweise nur für diese eine Lieferung blieben erfolglos. Das Gesamtzertifikat war in Ordnung.
    Das Futter kristalisierte. Wohlgemerkt nur diese eine Lieferung. Zum Glück für alle betroffenen Kollegen war der Winter sehr mild, so dass es immer Wasser für die Bienen gab zum Auflösen des kristalisierten Futters.


    Seit letztem Jahr liefert die Fa. Dehner unser Futter. Wir brauchen uns nicht mehr so viel um die Abnahme des ganzen Tankzuges kümmern. Das macht Herr Dehner. Der Preis ist soweit auch in Ordnung. Das wichtigste überhaupt aber ist, dass die Herkunft gesichert ist und nachgewiesen wird. Ohne wenn und aber! Sein Papier ist das Wert, was drauf steht. Keine Kompromisse mehr und keine Zusagen, die dann doch nicht eingehalten werden.


    Soweit meine Erfahrungen mit Futter der Fa. Kellmann.


    Geiz ist leider nicht immer geil.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bonna : grundsätzlich würde ich die Möglichkeit des Vermischens mit Nektar schon für möglich halten, allerdings war bei uns letztes Jahr schon die Linde ein Totalausfall und auch nachher kam nichts mehr wodurch für mich diese Variante ausscheidet.
    Wenn ein paar Waben pro Volk betroffen wären, aber bei mir ist es durchgängig bei allen 12 Völkern, bei einem Imkerfrund bei allen 19 und von einigen anderen sind auch Verluste mit dem gleichen Hinergrund gemeldet worden, in die noch lebenden hat ja bisher auch kaum jemand hineingesehen, da es eigentlich auch noch zu früh ist unmd wenn man keinen Verdacht hat, man ja auch die Finger von den Völkern lässt.....


    Wir hoffen auf wärmeres Wetter um uns einen genaueren Überblick über die noch lebenden zu verschaffen und ggf. über eine Notfütterung zu helfen....


    Sandro

  • Hallo


    Wie stark das Kellmannfutter kristallisiert kann ich nicht sagen, aber aus den Beiträgen ist ersichtlich das es so ist. Das Futter manchmal kristallisiert ist auch bei Zuckerfütterung möglich. Aber das es der Grund für Völkerverluste sein soll, das möchte ich anzweifeln, wenn wir von normal starken Völkern reden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,


    mag sein das es nicht der ganz alleinige Grund ist, allerdings sehe ich es schon als Hauptproblem.
    Ich würde dies nicht vermuten wenn es nur bei mir der Fall wäre, es zeichnet sich allerdings ein breites Schadbild bei den Imkern ab, welche Futter von der besagten Sammelbestellung verwendet haben. Wogegen die Imker die z.T. auch anderes Futter verwendet haben, weil sie z.B. erst zu wenig bestellt hatten zwar auch eine Tendenz in diese Richtung sehen, jedoch nicht so akut.
    Wenn die Völker wie du schreibst normal stark waren und so würde ich das bei einem 5l Eimer toter Bienen mit haupsächlich herausgesteckter Zunge + Bienen in der Traube auf 5-6 Waben mit dem Kopf in der Zelle einschätzen, und das Futter durch Entmischung und zum großen Teil komplett knochenhart schneeweiß kristallisiert ist dann sehe ich das schon als Problem.
    Im näheren Umfeld der Traube waren nur noch weiße Kristalle bzw volle Zellen mit schneeweißem Zementfutter - da könnten wir ja gleich Kristallzucker pur in die Waben streuen als Winterfutter und gut.
    Wie gesagt, wenn es Einzelfälle wären, aber das iste s nicht.


    Wenn ich wieder richtig fit bin versuche ich mal ein paar Fotos zu posten, Bilder sagen mehr als Worte auch wenn sie nur ein Ausschnitt sind....

  • Hallo Sandro1176!


    Wir haben seinerzeit auf eine Analyse verzichtet. Wobei noch anzumerken ist, dass das Futter sogar im Kanister kristallisierte. Es war also gar nicht nötig, dieses zu verfüttern. Es kristallisierte schon ohne Vermischung mit Tracht oder anderem Futter. Eine Tatsache, die ein Killerkriterium für Winterfutter sind.


    Wie gesagt: Weitere rechtliche Schritte haben wir nicht unternommen. Bringt nur Ärger und Verdruss aber sonst nix.
    Abstimmung mit den Füssen: Woanders Futter kaufen. Das ist das einzige was hilft.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)