Volksstärke...

  • Sind superstarke Völker so wichtig?


    Die Fragestellung von Claas zu Beginn war dahingehend auch absolut wertfrei. Er wollte einfach Bestätigungen oder Widerlegungen zu den aufgestellten Zahlen.


    Die folgenden Reaktionen sind teilweise schon wieder bezeichnend, was subjektive Empfindungen, Wertungen und Interpretationen angeht.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Einmal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: dickes "B" noch

  • Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen.


    Wie werden die Flugbienen berücksichtigt?


    Zitat aus dem Lehrgang zur Erfassung der Volksstärke von Luzio Gerig:


    Zitat

    Will man die genaue Volksstärke ermitteln, so muss die Schätzung am frühen Morgen vor Flugbeginn durchgeführt werden.


    Letztlich spielt es für die Beurteilung der Entwicklung eines Volkes im Jahresverlauf, aber auch zum Vergleichen von verschiedenen Völkern keine Rolle, wieviele Flugbienen unterwegs sind.
    Jedenfalls so lange, wie man annehmen kann, dass der Anteil der Flugbienen jeweils ungefähr gleich hoch ist.


    Zitat

    Bei umfangreichen Untersuchungen ist dies oft nicht möglich. In solchen Fällen werden nur die Gruppenmittelerte der Testgruppen verglichen. Nicht die absolute Zahl, sondern der relative Vergleich ist entscheidend. Wichtig ist aber, dass durchweg die gleichen Flugbedingungen vorherrschen. Deshalb sollte pro Versuchsgruppe alternierend nur je ein Volk geschättz werden, um den Einfluss der Schwanlungen in der Flugaktivität auszugleichen.


    Gruß
    Ludger

  • ...so lange, wie man annehmen kann, dass der Anteil der Flugbienen jeweils ungefähr gleich hoch ist.


    Da bekannt ist, dass verschiedene Völker unterschiedliche Trachten anfliegen (können), kann man nicht in jedem Fall von Vergleichbarkeit sprechen. Ganz besonders dann nicht, wenn nur ein Teil der Völker "den Wald findet".

  • Fazit für den Drohn: Völker über 30 000 Bienen sind super starke Völker.


    Das hätte ich jetzt nicht so vermutet.
    In einer wirklich gestopft vollen Hohenheimer Zanderzarge können doch 10 x 2000 Bienen sein, nach weit verbreiteten Schätzmethoden. Rechne ich jetzt noch eine weitere Brutzarge und eine Honigraumzarge dazu, bei üblicher Betriebsweise, könnten sich diese 30000 Bienen recht locker auf den Waben bewegen.
    Bisher hatte ich den Eindruck, dass die Bienen weniger locker in den Beuten sitzen. Ich hätte meine Völker auf ca. 30000 Bienen geschätzt. Als superstarke Völker möchte ich meine Volksgröße aber nicht bezeichnen. Eher mittelmäßig bis klein. Ich bin nicht sehr sicher bei der Schätzung, aber es war ja auch nach subjektiven Einschätzungen gefragt.


    Die an den Drohn gerichtete Aussage: "Sie haben aber starke Völker" (die irgendwo in diesem Forum steht) bringt mich zu einer Erwartung an diese Völker, die auch um einiges über den 30000 Bienen liegt. So kann man sich irren.

  • Mir scheint nämlich gegen die reguläre Lebensdauer von unter 3 Wochen deutlich der Umstand zu sprechen, dass man ja aus Honigraumbienen erfolgreich Kunstschwärme machen kann... Wenn die Biene nach der Brutpflege wirklich so kurzlebig wäre, würden die KS-Bienen den Nichtmehrschlupf der ersten Brut nicht mehr erleben.


    Hallo Clas,


    fehlende Brut führt zur Lebensverlängerung der Arbeitsbienen. In weisellosen Völkern können Arbeitsbienen vereinzelt bis zu 1 Jahr alt werden. Deshalb funktioniert dein Argument nicht.


    Gruß Ralph


  • fehlende Brut führt zur Lebensverlängerung der Arbeitsbienen. In weisellosen Völkern können Arbeitsbienen vereinzelt bis zu 1 Jahr alt werden. Deshalb funktioniert dein Argument nicht.


    Es wird oft behauptet, die Brutpflegetätigkeit würde die Arbeiterinnen 'verbrauchen', aber man hat wohl festgestellt, dass erstaunlicherweise nicht (in erster Linie) die Brutpflege Lebensdauer kostet, sondern das Schlüpfen von Brut.


    [url=http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/00000/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeHt3fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--]Peter Fluri: "Die Regulation der Lebensdauer bei Bienenarbeiterinnen" (1993)[/url]
    [url=http://www.agroscope.admin.ch/publikationen/einzelpublikation/index.html?pubdownload=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2rZpnG3s2Rodeln6h1d3t5gHyNn,aknp6V2tTIjKbXoKimjZ2Ul5umiKfo]Peter Fluri und andere: "Regulation der Lebensdauer bei Arbeiterinnen der Honigbienen: Bedeutung der Brutpflege, des Nachwuchses und der Volksgrösse" (2012)[/url]


    Ich hoffe, die Links funktionieren längere Zeit, sonst halt nach dem Titel bei Google suchen. Vor allem der zweite Text ist sehr interessant, wer es gerne kurz mag lese halt nur die Zusammenfassung auf Seite 19.
    Durch das Entfernen der verdeckelten Brut vor dem Schlupf erhöht sich die Lebensdauer der Arbeiterinnen, selbst wenn sie mehr Brut aufziehen.


    Grüße,
    Robert


  • Weiß jemand, ob und wie man diese App ausprobieren kann? Ich habe eine Weile gesucht, aber überall nur die Pressemeldungen zu dieser App im Rahmen des 'Jugend Forscht' Wettbewerbs gefunden. Doch nirgends wurde der Name der App erwähnt. Und zum Autor habe ich auch nur diese Pressemeldungen bezogen auf den Wettbewerb gefunden, keine Projektseite oder Homepage. Vielleicht ist er ja nur in Facebook o.ä. vertreten, dort kann ich nicht suchen.


    Grüße,
    Robert

  • Ich hab letztes Jahr fast meinen kompletten Bestand von Carnica auf Buckfast umgestellt. Ich hatte 6 Wochen nach dem Schlupf der letzten Carnicabrut immer noch jede Menge rein graue Bienen in den Stöcken.


    Es hängt vermutlich auch damit zusammen wie gut die Brut gepflegt wird, wie viel oder wenig sich die Arbeiter abarbeiten (Sammeln und Brutpflege).


    Die Berechnungen und Behauptungen vom Dr. Liebig sehe ich sehr skeptisch.


    Sind aber nur Vermutungen meinerseits.

  • Hattest Du beim Umweiseln keine Brutpause..


    OT:
    Beobachtung vom Drohn:
    das Phänomen vom Günther kennt der Drohn auch von Völkern die eine Brutpause durch die Entnahme der Königin und die nach brechen der NSZ beweiselt wurden. Hier hielt sich das Phänomen nur nicht solange wie bei dem Ruck-Zuckverfahren.
    Nur bei Völkern die den kompletten Brutsatz der "neuen" Königin bekamen, sofort nach der Entnahme der "alten", waren die "andersfarbigen" am schnellsten weg.
    Deswegen bekommt jemand der den Drohn fragt, was ist die "bienengerechteste Einweiselungsmethode" die Antwort:
    Mit Implantierung eines komplett neuen Brutnestes inklusive neuer Königin. So zeigen uns es auch Völker bei der StUmw. Es sind meist zwei Brutnester vorhanden.


    dD