Kirschessigfliege Drosophila suzukii

  • Hier kriegt keiner mehr den Hintern hoch und wandert in den Raps.


    Muß'te ja vielerorts auch nicht mehr, weil der Raps kommt ja zu Dir. Ich hab hier keine Chance, rapsfreien Honig zu ernten.


    Die Welt retten, das will ich gar nicht. Mir würde es schon reichen, wenn sich hier regional was Positives entwickelt. Du machst einen Schritt vor, und wirst fünf Schritte nach hinten geworfen.


    Genau das. So seh ich das auch. Und dann mach ich klein-klein, und dann kommt der Rotz zu mir und läßt mich nichtmal mein klein-klein in Ruhe machen. Aufstehen, schütteln, weitermachen. Ich erarbeite mir grade das Konzept der 'resignativen Reife'.


    Beste Grüße!
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Zusammen,
    dieser "Fruchtsaft mit Honig" oder "Brotaufstrich Kirschsaft mit Honig" wird nur Nachteile für uns Imker bringen, bzw.hat bereits 2014 nur Nachteile gebracht.
    Ich hoffe man macht sich keine Gedanken darüber wie man dies in die Honigverordung oder Lebensverordung oder auch eine ander beliebige Verordnung einfügen kann.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Welchen Vorteil bekommt die Imkerschaft wenn, "süße Ausscheidungen von Früchten", auch als Honig, bzw. Bienenprodukt in Zukunft gültig wären.


    Ich hoffe man macht sich keine Gedanken darüber wie man dies in die Honigverordung oder Lebensverordung oder auch eine ander beliebige Verordnung einfügen kann.


    Ich hoffe, man erinnert sich dann, dass die Bienen auch bisher schon viele süße Ding gesammelt haben, die kein Nektar sind und keinen hat's interessiert. Das wurde bisher auch alles zu Honig und keinen hat's gestört.


    Denkt nur mal an die Bienenwolken, die in so mancher Bäckerei herumfliegen und dort den Zuckerguss von der Theke aufsammeln, oder die Bienen, die die städtischen Mülleimer wegen der Limonadenreste abklappern - und womöglich anschließen in die nächste Bäckerei. Mich haben daran eigentlich mehr die hygienischen Bedinungen in der Bäckerei gestört, weniger die Konsequenzen für den Honig.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,
    der Honig aus dem Kirschenessigfliegenschaden ist halt rot und da hast du ein Problem.


    Verstehe ich, aber geht es darum, solchen Honig abzulehnen, weil er nicht 100% aus Nektar ist, oder geht es nur darum, Honig abzulehnen, bei dem man nicht mehr verheimlichen kann, dass dem gar nicht so ist?


    Versteht mich nicht falsch, ich habe keine Ahnung, ob und wenn wie stark das Essigfliegenproblem auf uns und unser Hauptprodukt durchschlagen wird, geschweige denn ob es eher gut oder schlecht sein wird. Offenbar wird es aber eher negativ gesehen, was ja auch näher liegt und auch wegen der Definitionen von Honig.
    Definitionen kann man aber auch erweitern.


    Und immerhin wäre dieser "Fruchtsafthonig" "natürlichen" Ursprungs, im Gegensatz zu "Honig" aus Rohrzucker o.ä.
    Vielleicht schmeckt er sogar gut, könnte als eigene Sorte verkauft werden?


    Was den Honig gegenüber reinem Zucker inhaltlich und geschmacklich so wertvoll macht, sind doch die Stoffe, die die Biene ihm zugibt und die Stoffe, die aus dem Nektar, also von den Pflanzen stammen.
    Beides wäre bei diesem "Fruchtsafthonig" auch gegeben - und wenn dann auch noch die Geschmacksstoffe stimmen sollten...


    Außerdem gäbe es ja noch die Möglichkeit, solchen Honig im Falle des Falles als Sonderprodukt ohne die Bezeichnung "Honig" zu verkaufen. Immer vorausgesetzt das Zeug schmeckt auch und verdirbt nicht zu schnell.


    Na ja, ist halt mein vorläufiger Weg, diese Sache, die wir als Imker gar nicht mehr beeinflussen können, wenigstens im Vorfeld optimistisch und positiv zu sehen.


    Gruß
    hornet

  • der Honig aus dem Kirschenessigfliegenschaden ist halt rot und da hast du ein Problem.


    "Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder..."


    Saft ist auch irgendwie 'Sekret', oder? Also kein Problem....


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Zusammen,
    ich kann zwar verstehen, dass man das Problem auch „auf die leichte Schulter“ nehmen kann, aber das Problem ist nicht „Honig mit Kirschsaft“ oder „Kirschsaft mit Honig“ sonder die Biologie der Kirschessigfliege (KEF).
    Sie hat nämlich den falschen Namen. Die erste Frucht die sie befällt ist zwar die Kirsche, aber danach werden bis zur Weinlese noch einer Reihe von Früchten reif, die von diesem Schädling befallen werden, und ggf. einen süßen Saft abgeben.
    Inzwischen geht es nicht nur um die Bekämpfung der KEF (2014 mit Spintor (B1) im Weinbau), sonder um weitergehende Maßnahmen. So gab es z.B. schon Rodung der Waldränder mit alten Wildkirschenbäumen, Rodung wilder Brombeerbestände, Rodung von Holunder etc. etc. Und was bleibt für unsere Bienen?
    Und was macht der Obst- und Weinbau wenn 2015 die KEF massiv auftritt? Es gibt, besser gesagt mir ist noch keines bekannt, noch kein Bekämpfungskonzept für 2015.
    Vielleicht hilft uns UND den Obst- und Weinbauern diese kalte und verregnete Frühjahr.
    Warten wir es ab.


    Macht Euch keine Hoffnung hier eine neues Produkt zu erhalten. Es schmeckt scheußlich.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk