Kirschessigfliege Drosophila suzukii

  • Hallo Drohn,


    am Bodensee ist das Bild niederschmetternd.


    Stände in der Nähe von behandelten Kirschen, Zwetschgen und Wein haben extreme Probleme - Totalausfälle, sehr schwache Völker.
    Die Symptome sind sehr ähnlich zum Winter 2008/2009 (hier gab es keine Entsorgung der Waben) oder nach Biscaya-Schäden - typisch nACh-Rezeptorschaden.


    Völker die in der Tanne waren sehen dagegen durchweg gut bis sehr gut aus.


    Einige Obstbauern wollen den Spintor-Einsatz 2015 massiv ausweiten, auch andere Kulturen werden diskutiert. Langsam aber sicher wird die Standimkerei hier verschwinden.


    Grüsse vom verschneiten Bodensee


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Für die Bekämpfung stehen derzeit nur zwei zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.
    SpinTor (Wirkstoff Spinosad) hat seit dem 04. April 2014 eine Zulassung nach Artikel 51 Abs. 1.
    Das Mittel wurde als B1 Mittel eingestuft, gilt also als bienengefährlich.

    Als weitere Mittel wurde Anfang September Piretro Verde kurzfristig nach Artikel 53 für Notfallsituationen zugelassen.
    Das Mittel enthält den Wirkstoff Pyrethrum und ist sowohl als bienengefährlich wie auch Nützlings schädigend eingestuft.


    Auszug aus: http://www.lvwo-bw.de/pb/site/…20im%20Weinbau%202014.pdf

  • Na also, geht doch.


    Meine Frau hat sich Dieses für unsere Trauben vermerkt :
    Tipps für die Praxis :
    Essigfliegenfalle aufhängen, um die Populationsstärke zu analysieren
    (Pet-Flaschen mit kleinen Löchern am Flaschenhals versehen,
    zu 1/3 mit Köderlösung " Apfelessig, Rotwein und einem Tropfen Spüli" befüllen)
    Starkes und frühes entblättern der Traubenzone, bei kritischen Sorten bereits um die Blüte
    Während der Vegetation eine gute Durchlüftung gewährleisten
    (Doppeltriebe ausbrechen, Laubwandarbeiten am Wachstum ausrichten. etc)
    Wenn erforderlic, frühzeitig ausdünnen und Bodentrauben mulchen, bzw aus der Anlage entfernen
    bei stärkerem Befall den Lesetermin nach vorne verlegen(ab20 % Befallshäufigkeit schnellstmögliche Lese)


    Aber auch ich bin der Meinung, das die Biene geopfert wird.
    So viel Gefahr in Verzug war noch nie


    Gruß
    Helmut

  • Seite 6
    In Deutschland wurden 2012 im erwerbsmäßigen Anbau auf ca. 185.000 ha knapp 5,1 Mio. t Obst und Gemüse geerntet. In vielen Gebieten wie z. B. der Vorderpfalz, dem Niederelbegebiet, am Niederrhein oder am Bodensee ist der Obst- und Gemüsebau landschaftsprägend und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.


    Seite 12
    mögliche Schädigung durch Schädlinge (%)
    Kirschfruchtfliege = 70 % (27,53 Mio. € Umsatzeinbußen)
    Kirschessigfliege = 30 % (11,8 Mio. € Umsatzeinbußen)


    Zur Kirschessigfliege siehe auch Seite 22.


    aus: http://www.bmel.de/SharedDocs/…df?__blob=publicationFile (Aktionsplan „Pflanzenschutz im Obst- und Gemüsebau“, Stand 22.05.2014)

  • Hallo zusammen!
    Fazit des Symposiums: Es gibt noch keine wirklich gute Bekämpfungsmethode!
    Eigene Erfahrungen: Totalausfall bei Brombeeren, ähnlich bei Himbeeren.
    Vom amtlichen Pflanzenschutz wird empfohlen, das Beerenobst sofort zu kühlen: Die Maden dürfen dann beim Verbraucher schlüpfen! :eek:


    Zu Spinosad: Im zweiten Artikel schreibt Herr Breuer, daß es auch im ökologischen Landbau verwendet wird. Es ist deshalb nicht weniger bienengefährlich. Die Einstufung B 1 = bienengefährlich, müßte auf B 0 = bienentödlich erweitert werden. Bienengefährlich für Spinosad ist der reinste Euphemismus. Es ist offensichtlich für alle Insektenarten tödlich. Lediglich die biologische Produktion mittels Fermentation ist der Grund, daß es auch im ökologischen Landbau - bei einigen Verbänden erst nach Sondergenehmigiung - eingesetzt werden darf.


    Mit freundlichen Grüßen

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  • [URL='http://<a href='http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/strategien-gegen-die-kirschessigfliege' target='_top'><strong>Strategien gegen die Kirschessigfliege</strong> (veröffentlicht am Sa, 21. Februar 2015 auf badische-zeitung.de)</a>']http://<a href="http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/strategien-gegen-die-kirschessigfliege" target="_top"><strong>Strategien gegen die Kirschessigfliege</strong> (veröffentlicht am Sa, 21. Februar 2015 auf badische-zeitung.de)</a>[/URL]

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    => http://www.badische-zeitung.de…gen-die-kirschessigfliege

  • In diesem Fred bitte ich um Infos und Erfahrungsaustausch über einen Migranten der sich Kirschessigfliege oder drosophila suzukii nennt.


    Hier ist sie offensichtlich noch nicht. Mein an der Fassade wachsender doppelter Traubenstock (blaue und grüne) hing im August so voll, dass es die Verankerungen aus der Wand gerissen hat und das ganze Zeug im Hof lag. Selbst nach Entfernen von mind. der Hälfte des Bewuchses, war es nur mit der Kraft von 2 Erwachsenen möglich, den Stock mittels Seilen aus dem 2. Stock wieder in Position zu bringen. Das gab trotzdem noch eine reiche Ernte, es war aber auch so ziemlich die einzig ertragreiche, im Vergleich zu den anderen Obstsorten. Die japanische Fruchtfliege war dafür aber offensichtlich nicht verantwortlich, was aber nicht heißt, dass man sie nicht dafür verantwortlich machen könnte.


    Gruß Sven