Geht das,mit kalter Natronlauge Rähmchen reinigen?

  • Das Versteh ich nicht.... Bei mir laufen der Wurstkessel und der Kärcher im Akkord.


    Ich habe ja nie bestritten, dass es nicht geht. Einen Stundenlohn darf man sich bei so einer Aktion aber nicht rechnen.
    Bis bald
    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Es gibt da einen Reiniger von BIENENWEBER, der Dir vielleicht weiterhelfen könnte. Eine Kollegin hat mir neulich sehr begeistert davon erzählt und das tech. Datenblatt zugeschickt.


    Seht Ihr da einen wesentlichen Unterschied zu reiner Natronlauge? Der angesprochene Reiniger ist lt. Deklaration im wesentlichen NaOH, also Natronlauge (15 - 30%) und enthält zusätzlich: "Nichtionische Tenside (1 - 5%), Polyclycoside, Alkylsulfat, Amphotenside (1 - 5%), Hilfsstoffe" (Zitat). Letztere sorgen wohl für einen gewissen Duft, der die Reinlichkeitswahrnehmung von Imkern olfaktorisch zu verbessern vermag - mglw. bis hin zu Begeisterungsstürmen. Was die Tenside anders machen als Natronlauge, ist mir unklar. Zweck/Wirkung von Polyclycosiden und Alkylsulfat auch, die lt. Wiki ebenfalls als Tenside bzw. Benetzungsmittel eingesetzt werden. Braucht man bei Rähmchenholz unbedingt spezielle Benetzungsmittel und wie gut lassen die sich wieder fortspülen?


    Ist der Reiniger technisch wirklich soviel besser als reine Natronlauge? Und preislich: daß er den ca. 10-fach höheren Preis (umgerechnet auf ca. 15%ige Natronlauge) rechtfertigt?
    Wie seht Ihr die Rückstandsproblematik im Vergleich zur reiner Natronlauge?


    Gottfried, der auch so eine Flasche kaufte, aber olfaktorisch danach zum Nachdenken und o.g. Fragen angeregt wurde und die Flasche bisher unbenutzt ließ

  • Einen Stundenlohn darf man sich bei so einer Aktion aber nicht rechnen.


    Kärcher halte ich auch für übertriebene Reinlichkeit: Das Abziehen des dampfenden Rähmchens mit scharfer Klinge dürfte (bei Seuchenfreiheit) ausreichen. Aber grundsätzlich hast Du recht, Marcus.
    Doch was wäre die Alternative?
    Neue Rähmchen zusammenbauen? Da sollte ein Blick auf die Uhr auch tunlichst vermieden werden. Neue Rähmchen kaufen und nacharbeiten, Draht nachspannen etc? Dito, ganz abgesehen von der Umweltbelastung bei der Neuherstellung incl. Handelstransport und reflexhafter imkerlicher Aversion gegen "hopp und weg".


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried, der die alten propolis-dunklen Rähmchen seines Paten olfaktorisch verführerisch findet und dessen Honig ebenfalls.

  • Ja, Brummerchen, da hast Du wohl Recht. Meine optischen Ansprüche sind NICHT die der Bienen, durchs dampfwachsschmelzen ist ja auch nix wirklich böses mehr dran.


    Eben! Und die Natronlauge greift unedle Metalle im Rähmchen an. Das ist dann schon eher bedenklich und spräche sogar gegen die Natronreinigung. Wenn Ihr mich nicht an Henry verratet, gestehe ich, schon mal Rähmchen (in Teilen, OHNE MW-Nut) mit Holznägeln zusammengesetzt zu haben, um Korrosion zu vermeiden. Leider erwiesen sich die Abstandshalter-Polsternägel als korrosionsanfällig und partout nicht in Edelstahl erhältlich...


    immer noch ab und an bastelnd - Gottfried

  • Was vielleicht noch eine Möglichkeit wäre ... im Baumarkt (oder bei Bekannten) könnte man sich einen Stromerzeuger ausleihen und dann im Garten einen Einkochtopf anschließen.


    Finde den output aus dem Dampfwachsschmelzer oder gar Sonnenwachsschmelzer auch nicht optimal. Die ersten Rähmchen bekommt man heiß aus dem Dapfwachsschmelzer und abgekratz noch halbwegs sauber. Mit den Ausgekochten aus dem Waschkessel ist das aber nicht vergleichbar. Und wenn man für den holzbefeuerten Waschkessel keinen Platz hat tut es auch ein Einkochtopf, zumindest für die Reinigung nach dem Dampfwachsschmelzer.


    Natronlauge werde ich aus Sicherheitsgründen nicht ohne höheren Zwang zur normalen Reinigung nehmen!

  • Abkratzen geht recht gut und schnell, wenn das Rähmchen noch heiß ist -> nur 1 bis zwei aus dem Dampf nehmen, dafür 1 - 2 neue reinhängen, abklopfen und -schaben; dann die nächsten beiden usw. So geht es kontinuierlich fort und Du merkst gar nicht/erst zu spät, wie die Zeit verging... ganz ohne Natronlauge

  • Ich habe ja nie bestritten, dass es nicht geht. Einen Stundenlohn darf man sich bei so einer Aktion aber nicht rechnen.
    Bis bald
    Marcus


    Hallo Marcus,
    denke hier kommt es auch auf die eingesetzte Technik an. Zwei hohe schmale VA Becken mit
    kochender Natronlauge (Gasbrenner oder Dampflanzen) und entsprechende Rähmchehalter aus
    Flacheisen und schon kommst du problemlos auf vierzig fertig abgelaugte Rähmchen alle
    fünf Minuten. Hat in einer Wanderimkerei als eine von mehreren Maßnahmen auch etwas mit
    AFB Prophylaxe zu tun. Auch durchgeschnittene Fässer sind verwendbar.
    Natronlauge kalt, 10% mit Verweildauer 24 Stunden kennt man auch aus der AFB Sporen
    Vernichtung, ist aber für Rähmchen ungeeignet.


    LG
    Frank

  • habe mich verkleinert und verfüge leider, leider nicht mehr über all die praktischen Möglichkeiten von davor.
    Mein aktuelles Problem besteht in der Endreinigung der Rähmchen (ich spreche von insgesamt etwa 100, sowohl Brut- wie Honigraum Dadant).


    Lieber Frank,


    1. Marcus hat keinen Platz mehr und ihm geht es (nur) um 100 Rähmchen. Wandern wird er wohl auch nicht groß. Sollte da nicht das einfache Ausschmelzen + Abschaben ausreichen?
    2. Unabhängig davon: Warum kann man Rähmchen nicht 24h in kalter 10% Natronlauge verweilen lassen? Ich weichte Rähmchen 48h bzw. 72h lang in Regenwasser auf vor dem Ausschmelzen, ohne daß sie Schaden nahmen.
    3. Warum ist Natronlaugung als besonderer AFB-Prophylaxe-Schritt (nur) bei Wanderimkerei (besonders) anzuraten? -> ggf. in neuem thread?


    Danke - Gottfried

  • Lieber Frank,


    1. Marcus hat keinen Platz mehr und ihm geht es (nur) um 100 Rähmchen. Wandern wird er wohl auch nicht groß. Sollte da nicht das einfache Ausschmelzen + Abschaben ausreichen?
    2. Unabhängig davon: Warum kann man Rähmchen nicht 24h in kalter 10% Natronlauge verweilen lassen? Ich weichte Rähmchen 48h bzw. 72h lang in Regenwasser auf vor dem Ausschmelzen, ohne daß sie Schaden nahmen.
    3. Warum ist Natronlaugung als besonderer AFB-Prophylaxe-Schritt (nur) bei Wanderimkerei (besonders) anzuraten? -> ggf. in neuem thread?


    Danke - Gottfried


    Hallo Gottfried,
    sicher wird das abkratzen in diesem Fall ausreichen. Habe ganz ehrlich noch keine Rähmchen solange im
    Wasser-/Natronbad aufbewahrt, wäre mir auch zu umständlich und unergiebig.


    Wanderimkerei beinhaltet häufig das tausende von Völkern sich auf engem Raum konzentrieren. Besonders
    in den Spättrachten kommt es dabei zu Räubereien mit dem Risiko der Verschleppung von etwaigen
    AFB Keimen. Ich begegne dieser Problematik mit konsequenter KS Bildung nach der letzten Trach (Heide)
    und 100% jährlicher Bauerneuerung. Die Ablaugung der Rähmchen nach dem ausschmelzen ist dann
    obligatorisch.


    LG
    Frank

  • Hallo Frank, wie spät machst du denn noch KS ? Hatte am 15. August schon ein schlechtes Gewissen.
    Bis bald
    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)