Unser erstes (erfolgloses) Jahr

  • Hallo ihr lieben Imker,


    soviele Antworten - vielen Dank! Wir können sicherlich nicht auf alle einzeln eingehen, aber wir haben den Grundtenor vernommen:


    1. AS Behandlung zu spät. Grund war: wir wollten die Volksentwicklung noch fördern, da zu gering. Nächstes Mal: früher, mit hoffentlich stärkeren Völkchen.
    2. Evtl. MS/AS Behandlung technisch nicht optimal gemacht. Werden wir besser machen.
    3. Volksentwicklung nicht gut unterstützt (Anordnung der Waben, Futtermenge)
    4. Futtergaben... wegwerfen/Wachs auskochen...?!
    5. Wir kaufen uns entweder Ableger oder Wirschaftsvölker ;-)


    Es gibt aber auch noch ein paar Punkte, die wir ansprechend wollen:
    - Für diejenigen, die nicht verstehen können, warum wir diese weisellosen Ableger kauften: wir kauften sie gar nicht, sondern bekamen alle geschenkt.
    - Alle 7 Tage dürfen für uns ausreichen (3+5 = ? ;-)). Wir fänden es auch besser, wenn mehr Zeit da wäre, aber die private Situation erlaubt das gerade nicht.
    - Ja, wir haben Bücher. Ja, wir können sogar lesen. Die helfen in der Theorie auch super weiter; in der praxis aber nur wenn alles glatt geht.
    - Ja, die zwei Völker sind tot; durchgeguckt und dann die Beuten verschlossen.
    - Wir glauben (derzeit) nicht, dass eine nachgeschaffte Königin nicht vollwertig ist und werden auch bis auf weiteres davon absehen, gezüchtete zu kaufen. Die Brutwaben, die wir bekommen haben, hatten Brut in allen Stadien, so dass die Königinnen vermutlich schon in Ordnung waren. Die Meinung von Pia Aumeier mag man dazu teilen oder nicht; hier kann wohl keiner anzweifeln, dass sie in der Lage ist, Bienen zu halten/züchten, oder?!
    - Was Vereinsintegration anbelangt: nunja, es gibt unterschiedliche Typen Mensch und nicht alle eignen sich für Vereinsleben... aber wir werden versuchen, die Hilfe, die wir benötigen, auch zu bekommen.


    Soweit erstmal... :-)
    BorderCollie

  • - Wir glauben (derzeit) nicht, dass eine nachgeschaffte Königin nicht vollwertig ist und werden auch bis auf weiteres davon absehen, gezüchtete zu kaufen.


    - Was Vereinsintegration anbelangt: nunja, es gibt unterschiedliche Typen Mensch und nicht alle eignen sich für Vereinsleben...


    Ihr seit auf einen guten Weg, richtige Imker zu werden. Und doch, ich finde, Ihr würdet prima in einen Verein passen.
    Beratungsresist, doch, das wird was. Nächstes Jahr beratet dann Ihr hier.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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  • Ich gratuliere euch mal, dass ihr bei all den agressiven Tönen (die hier leider immer üblicher werden) ruhig Blut bewart, und euch noch Informationen aus den Diskussionen zieht. Die extrem exakten und ehrlichen Informationen in eurem resten Posting weisen darauf hin, dass ihr es sehr genau nehmt und ausgezeichnet dokumentiert - die beste Voraussetzung, um aus Fehlern zu lernen. Alles Gute für den nächsten Startversuch, und es würde mich freuen, wenn ihr uns auf dem Laufenden hält, wies euch weiter ergeht (vor allem, wenn dann Erfolgsmeldungen dabei sind ;-))

  • .

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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  • - Wir glauben (derzeit) nicht, dass eine nachgeschaffte Königin nicht vollwertig ist und werden auch bis auf weiteres davon absehen, gezüchtete zu kaufen. Die Brutwaben, die wir bekommen haben, hatten Brut in allen Stadien, so dass die Königinnen vermutlich schon in Ordnung waren. Die Meinung von Pia Aumeier mag man dazu teilen oder nicht; hier kann wohl keiner anzweifeln, dass sie in der Lage ist, Bienen zu halten/züchten, oder?!


    Was ihr hier schreibt ist ein gewaltiger Schlag ins Gesicht von allen ernsthaften Züchter. Sind diese Frauen und Männer nur dumm, weil sie mit Königinnen so einen Aufwand betreiben ? Woran habt ihr erkannt, dass eure Königinnen in Ordnung waren ? Die Spannweite reicht von einer Superkönigin bis hin zum Drohnenmütterchen, die legen beide Eier, haben aber sonst soviel miteinander zu tun, wie Urin mit Uran. Wie schreibt der größte Imker des 20. Jahrhunderts(nein es ist nicht G.L.) "Königinnen müssen im Paradies heranwachsen" Wieso schwören viele Imker auf Schwarmköniginnen ? Die eine Wabe ergibt ein Volk Technik ist das absolute Notprogramm, was dort herauskommt, kann gut sein, wird es aber sehr wahrscheinlich nicht sein.
    Pia Aumeier muss und fährt keinen Gewinn mit ihrer Bienenhaltung ein. Wenn dort Verluste auftreten, war es ein Experiment oder die bösen Buben haben einen Anschlag auf ihre Bienen verübt. Auch hat keiner Zahlen, was denn wirklich in die Honigeimer pro Volk gelangt. Artikel schreiben und Imkerkurse abhalten wird wahrscheinlich mehr bringen.:mad:


    Und nun genug aufgeregt, Beuten habt ihr ? Also jetzt 2 komplette Völker für 2015 sichern und durchstarten. Ohne große Probleme habt ihr dann im Herbst 4 Völker und eine Menge Honig. Wenn man wenig Zeit wie ihr habt, gerade dann sollte man auf vernünftig gezüchtetes Material zurückgreifen und nicht die Schwarmteufel vom Dienst haben. Die durchgezüchteten Carnica und Buckfastbienen sind heute auf Schwarmträgheit gezüchtet.:liebe002:


    Bis bald
    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Okay, es war ja vorherzusehen, dass man damit eine Diskussion lostritt. Wir sind zwar noch neu, aber das Thema scheint ein Klassiker zu sein, und nicht auf Imkerneulinge beschränkt.


    Wir möchten uns nicht anmaßen mitzudiskutieren, da wir so gut wie keine Erfahrungswerte beisteuern könnten; das sollten die Erfahrenen besser alleine machen. Rein biologisch-entspannt betrachtet: Die Bienen werden das schon gut alleine hinbekommen. Die haben dann vielleicht nicht die perfekten Eigenschaften, aber dafür müsste man ja erstmal festlegen, dass man die möchte, oder? Wir schlagen auch niemandem ins Gesicht wenn wir sagen, dass dies aktuell unsere Meinung ist; und wir würden vielleicht anders denken, wenn der Honigertrag irgendeine Rolle spielte.


    Und das jetzt bitte nicht als Diskussionsgrundlage nehmen, sondern nur darüber nachdenken: Es gibt auch sehr viele Hundezüchter. :wink:

  • Hallo BorderCollie,

    Es gibt auch sehr viele Hundezüchter. :wink:


    Und hier hinkt der Vergleich. Bzw. ich nehme an, du verkennst das Problem auf welches hingewiesen wird. Es geht hier im wesentlichen darum, dass die Biene, die zur Königin heranwächst, von Anfang an so gut versorgt (und als Königin) gepflegt wird, wie irgend möglich. Dazu braucht es eine ausreichende Menge an Bienen (im richtigen Altersgemisch) - und damit der Start optimal ist - die Entscheidung seitens der Bienen, dass es an der Zeit ist eine Königin zu ziehen, welche dann auch vom Ei an als solche versorgt wird.


    Wenn die Bienenmasse und die Anzahl der Pflegebienen nicht stimmt, haben die Bienen es schon schwer die optimalen Aufzuchtbedingungen hinzubekommen, wenn sie dann noch unvorhergesehen ihre Königin verlieren (weil der Brutableger nunmal keine bekommt) und eine zuerst als Arbeiterin gepflegte Made umwidmen müssen, schalten die Bienen zwar auf dieses Notprogramm, das Risiko, dass dabei auch nur ein Notbehelf herauskommt ist aber sehr groß.


    Genetische Voraussetzung ist halt nur die eine Seite. Nahezu jede Königin aus einem auch nur durchschnittlichen Volk, aber unter optimalen Bedinungen aufgezogen, wird jeder Notkönigin aus selbst 'bestem Stall' im Schnitt den Rang ablaufen, was die Eigenschaften des aufgebauten Bienenvolkes angeht.
    Auch bei Bienenvölkern können Promenadenmischungen tolle Völker abgeben, (und das wird bei Wirtschaftsköniginnen teilweise gezielt eingesetzt.)


    Aber Nachschaffungsköniginnen im zu kleinen Brutableger entspricht nicht der Promenadenmischung. (Promenadenmischung entspricht am ehesten 'Standbegattung') Naschschaffungsköniginnen aus zu kleinem Brutableger ist damit zu vergleichen, dass die trächtige Hündin angekettet im zugigen, engen Verschlag kauert und zu wenig und schlechtes Futter erhält. Um im Bild zu bleiben: Wenn man dann auch noch zu oft nachschaut, bekommt die Hündin auch noch Prügel.


    Gruß
    Ludger

  • Die Bienen werden das schon gut alleine hinbekommen.


    Der Mensch kann auch längere Zeit mit 1000 Kalorien überleben, aber schön ist das nicht

    nicht die perfekten Eigenschaften, aber dafür müsste man ja erstmal festlegen, dass man die möchte, oder?

    Na ,eine Eigenschaft habt ihr ja schon gefordert, ihr braucht Bienen, wo man nicht laufend bei schauen muss, und man eventuell auch mal 2 Wochen nicht bei schauen muss.

    Wir schlagen auch niemandem ins Gesicht wenn wir sagen, dass dies aktuell unsere Meinung

    Ihr nehmt aber auch keine Lehre von anderen an, es wird nur die Frau zitiert, die gegen ALLES ist, was andere Imker und Wissenschaftler machen. (Bienensauna aktuelles DBJ)

    wenn der Honigertrag irgendeine Rolle spielte

    die über 20 züchterisch bearbeitete Eigenschaften interessieren euch scheinbar auch nicht

    Es gibt auch sehr viele Hundezüchter

    Es gibt Züchter und Vermehre und so ist es auch bei den Bienen
    Bis bald
    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)


  • Und das jetzt bitte nicht als Diskussionsgrundlage nehmen, sondern nur darüber nachdenken: Es gibt auch sehr viele Hundezüchter. :wink:


    Das passt. Einerseits dieses zur Abwechslung mal angenehm strukturierte Eingangsposting, andererseits manches schon leicht ins arrogante driftende Sich-Behaupten. Für (vermutlich ernsthafte) Züchter von Boder Collies dürfte das typische und wohl notwenige Eigenschaften sein.
    Mein Einwand: bei den Bienen gibt es keine Rangkämpfe. Bei den Imkern möglicherweise schon manchmal, aber ganz oben stehen: starke, vitale Völker. Der Honigkübelindex dient manchmal notgedrungen als Maßstab für starke Völker. Soll heißen: wenn wir über starke oder schwache Königinnen sprechen, dann sprechen wir damit auch über starke oder schwache Völker, und das wiederum korreliert mit dem Honigertrag. Aber eben nicht nur. Also selbst wenn euch der Honigertrag egal ist, solltet ihr ein Interesse an starken Völkern, also guten Königinnen haben.


    Ja, es gibt viele Imker die mit Nachschaffungsköniginnen arbeiten, und ja: es funktioniert. Eine Frage ist allerdings, wieviele die Nachschaffungsköniginnen in Kleinstablegern entstehen lassen. Selbst bei Pia Aumeiers 'Eine Wabe ergibt ein Volk' werden ja zunächst die Königinnen im Vollvolk aufgezogen und erst später auf Ableger verteilt.
    (Edit: sorry, das habe ich offenbar mit der "Völkervermehrung in vier Schritten" verwechselt.)
    Ihr dürft den erfahreneren Imkern ruhig glauben, dass es Unterschiede gibt zwischen einer Nachschaffungskönigin von einem kleinen Ableger einerseits und einer 'im Paradies' aufgezogenen Zuchtkönigin andererseits (oder auch einer Schwarmkönigin).


    Zusätzlich muss ich sagen: letztes Jahr (2014) war der Wurm drin beim Königinnen ziehen. Jedenfalls bei mir, und auch bei einigen deutlich erfahreneren Imkern, mit denen ich darüber gesprochen habe. Sowohl bei Nachschaffungen als auch beim Umlarven als auch beim Einweiseln hatte ich Probleme, die ich in den Jahren davor nicht hatte.


    Grüße,
    Robert

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  • Rein statistisch gesehen sind "schlechten Erfahrungen" mit den Ein-Waben-Ablegern hier im Forum mit <4% fast zuvernachlässigen. Wohingegen 36% "gute" Erfahrungen gemacht haben.
    Ebenso bildet scheinbar die überwiegende Masse der User hier im Mai die Ableger eh mit 1-2 Brutwaben im Mai.
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24924
    http://www.imkerforum.de/poll.php?pollid=138&do=showresults


    Ich, der ja keine Ahnung hat, denke, dass es eben auf die Ansprüche ankommt. Bestimmt haben topgepflegte Königinnen bessere Eigenschaften - insbesondere wenn sie nicht aus Notsituationen heraus zu solchen überraschend werden. Doch scheinbar genügen vielen eben solche Königinnen.
    Dem "einfachen" Anspruchsziel der Überwinterungsfähigkeit scheint das ja in jedem Falle zugenügen.


    Ich werde es im Jahresverlauf mal probieren, aber ich bezweifel, dass ich als Einsteiger die Qualität der Königin überhaupt beurteilen kann:confused:. Ich habe mit aber vorgenommen es auch mal mit dem Zukauf von topgepflegten F1-Königinnen zu versuchen. Vielleicht sehe ich dann ja mögliche Unterschiede im Wachstum, oder auch im nächsten Jahr. Vielleicht denkt man dann anders und hat andere Ansprüche.
    Bis dahin sind aber noch viele Windeln zu lesen und Pollenhöschen zu identifizieren.

  • Zitat

    Rein biologisch-entspannt betrachtet: Die Bienen werden das schon gut alleine hinbekommen.


    Siehe Euer Eingangsposting.


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Zitat

    Rein biologisch-entspannt betrachtet: Die Bienen werden das schon gut alleine hinbekommen.


    Rückt den Gedanken gerade am Anfang weit nach hinten. Ich dachte auch so und hab die selben Erfahrungen damit gemacht wie ihr, kein Volk übern Winter gebracht. Die Vermehrung würde ich sagen haben die Bienen sehr gut im Griff, aber die Varroa erfordert sehr viel Geschick vom Imker, das kann man nicht einfach nach Liste abarbeiten. Und wenn ihr das nicht ernst nehmt wird es immer wieder zu Enttäuschungen kommen, ausser ihr habt extrem viel Glück. Soll euch aber nicht entmutigen nur warnen.


    VG Georg