Unser erstes (erfolgloses) Jahr

  • Hallo BoderCollie,


    ich habe auch wie Ihr im März vergangenes Jahr angefangen mit der Imkerei. Dazu habe ich mir von einem Imker in meiner Nähe zwei schöne Ableger aus 2013 gekauft.
    Wir haben diese in meine Beute umgesetzt und so konnte ich das Volk gleich ansehen (Brutnest,Königinn,Volksstärke usw).
    Es war einfach klasse mit den Imker. Hab ich ein Problem gehabt hat er mir immer geholfen und auch auf meinem Bienenstand vorbeigesehen.
    Einen Anfängerkurs hab ich natürlich auch gemacht und bin auch in den Imkerverein in meiner Nähe eingetreten.
    Nachdem ich dann nochmal Anfang April zwei starke Ableger eines anderen Imkers gekauft hatte, wurde es schon ganz schön arbeitsintensiv muss ich ehrlicherweise sagen.
    Doch mit der Arbeit kam auch die Freude an den Bienen und die Beschäftigung mit der Umwelt. Was für Pollen? Woher? Welche Pflanzen? Und Und Und....
    Mir macht das alles so viel Spaß trotz der vielen Arbeit, dass ich es kaum noch erwarten kann, bis es endlich wieder losgeht.


    Ich habe mir einige Ableger gemacht und bin mit noch 6 Ablegern ins neue Bienenjahr gestartet.
    Nach zu kaltem und nassen August hat auch meine AS 60 Behandlung mit dem Schwammtuch sicher nicht den Erfolg gehabt und so bleiben mir jetzt noch 7 Kisten.
    Aber ich denke das ist eine gute Basis für diese Jahr.


    Auch ich habe also schon negative Erfahrungen gesammelt. Aber das gehört halt auch dazu. Nur daraus lernen muss man halt auch. Auch wenn ich einen Totalverlust hätte, würde ich wieder anfangen. Dazu ist das Hobby einfach zu schön.


    Bitte werft die Flinte nicht gleich ins Korn. Sucht euch einen Imker bei dem Ihr ein gutes Gefühl habt, der euch auch seine Imkerei vorstellt und euch auch zur Seite steht.
    Schaut doch mal in euerer Nähe nach einem Imkerverein. Dort bekommt Ihr sicherlich zwei Ableger aus 2014 mit denen Ihr Aufbauen könnt.
    Die Ausrüstung, sprich Beuten usw. habt Ihr doch noch.
    Und selbst wenn Ihr nur alle 7 Tage bei den Bienen vorbeischauen könnt. Das reicht doch. Macht einen Plan was Ihr dabei alles machen müsst-wollt, bereitet das notwendige Material vor und denkt dabei einen Schritt vorraus. Was ist wenn...? Was brauche ich dann?
    Ihr werdet sehen, wenn sich der erste Erfolg einstellt macht´s noch mehr Spaß.


    Wenns nicht so weit wäre, würde ich gerne Helfen.


    Aber bitte, bitte, bitte sucht einen erfahrenen Imker, der Euch begeitet und hilft.


    Viele Grüße aus Südthüringen
    Ingo

  • Langsamer Ausbau = fehlende (Jung-)Bienenmasse.
    Im September begonnen, aus der Brut zu füttern -> viele der vorher durch Weisellosgkeit mit Hilfe von Drohnen eingeflogenen und in kühlem Brutnest vermehrten Milben gefallen.
    Vom 10.09. -19.09. verbliebene offene Brut mit AS getötet, d.h. frühestmöglicher Jungbienennachschub ab 11.10.


    Im Oktober weiter aus der Brut gefüttert. (Was heißt eigentlich "Immer 10l je Woche"? Wie viele Wochen hintereinander?)
    Dürftige Futterabnahme bestätigt den Jungbienenmangel. IMHO jetzt schon todgeweiht.


    Im Dezember die meisten Bienen erfroren auf dem Boden, den kümmerlichen Bienenrest nass gemacht und mit OS verätzt.


    Die mittlerweile sehr wahrscheinlich schimmeligen Waben verwerfen!
    André

  • Hallo,
    macht auf jeden Fall weiter ! Wenn der Verein euch nicht unterstützt, wechselt den Verein. Sucht euch einen erfahrenen Imker (Paten ) Habe selbst viele Jahre
    als 7-Tage Imker nach dem Buch "Der Wochenendimker" (gibts bei den Imkereigeräte Händlern und im Buchhandel) geimkert.
    Gruß
    Jet

  • Hallo liebe Enttäuschten,


    ja, ohne Rat und Tat zur Seite oder Rückfragemöglichkeit, das ist schon blöd.
    Am allerblödesten ist es vor leeren Beuten zu stehen und eine Strophe zu heulen.


    Ihr nutzt jetzt mit Langtext das Forum zur Nachfrage, finde ich auch prima, und aus dem Text und den Überlegungen geht hervor, dass sich da jemand Mühe und Gedanken macht und alle Tassen im Oberstübchen hat - nur die Erfahrung fehlt eben. (wir haben hier ja zur Zeit durchaus andere Fragesteller, wo man sich nicht wünscht, dass das Hobby fortgesetzt wird).


    Also bitte!
    "Arsch hu - Zeng ussenander", wie der Kölner sagt und bitte einfach hier fragen, vorher oder währenddessen!:u_idea_bulb02::u_idea_bulb02::Biene::daumen:


    Hier sitzen massig schreibwütige, vor Helfersyndrom triefende Mitimker vor Rechner, Tablet und Co und fiebern förmlich danach, ihren Senf abzugeben.:cool:
    Die einzelnen Senfproben schaut ihr Euch an und überlegt, welcher Grundtenor denn wohl stimmt, und ab wann hier die OT-Kleinplänkeleien beginnen :wink:
    Wenn es im realen Leben einfach keinen Paten gibt, dann holt Euch hier Hilfe, kauft kein weiteres Buch, welches auch am Stand keinen Einspruch erheben kann. Fragt im IF.
    Sicher kommen wieder syffisant treffliche Kommentare, dass man im Netzt nicht imkern lernen kann... Njein. Man muss schon selbst imkern und schauen und wissen, was man sieht bzw wo man hinschauen muss. Der Rest kommt mit Fleiß und Situation und leider, leider auch mit den Fehlern.
    (sagt eine, die es wissen muss!)


    Zur Problematik wurde eigentlich alles gesagt:


    1. zu klein und schwierig für den Anfänger, größer geht leichter und wird besser.
    2. MS hätte sofort gepasst, sobald keine verdeckelte Brut mehr drin zu sehen war und dann auch direkt 2xig.
    3. Bei der entstandenen mitwachsenden Milbenlast ist AS im September der doppelte Supergau: Schäden schon da, viel zu lang zu viele Milben gezüchtet und dann noch mit der AS die volle Breitseite gegen die Brut, die Winterbienen hätte werden sollen. AS setzt auch immer Brut- und Bienenschäden. Die Sommerbienen sterben weg, die Winterbienen werden nicht so alt, wie sie sollten. (Funktioniert hat es ja außerdem trotzdem irgendwie auch nicht)
    4. Solch wachsende Einheiten später mit großen Portionen belästigen, die brüten noch! Mit viel Futter schnüren sie sich frühzeitig das Brutnest eng.
    5. Kauft Euch doch in Herrgottsnamen bitte eine Futterzarge/einen gescheiten Fütterer!!!!
    6. Nehmt Sirup!! Gammelt nicht, riecht nicht, hält länger, kann vor Ort auch verbleiben, kann man außerdem auch verdünnen, wenn man mag. Spart bei wenig Zeit das Gematsche und die Gärungen. Was man da an Reinigung und Erneuerung vernstalten muss... nee, nee.


    7. Ich würde ein Volk kaufen oder zwei und daraus dann selbst noch je einen Ableger erstellen. Wenn ihr dann noch einen Schwarm bekommen könnt, ist doch alles gut.
    Völker gibt es außerdem früher, dann habt ihr wieder Bienen und einen normale Basis.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    Und selbst wenn Ihr nur alle 7 Tage bei den Bienen vorbeischauen könnt. Das reicht doch.


    Nee, in der Schwarmzeit reicht das ganz bestimmt nicht - außer es ist dir egal, wenn dir Schwärme abhauen!
    Die Bienen halten sich nämlich nicht an solche Regeln...:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Um eure Verluste tut es mir leid. Ich muss aber auch ganz klar sagen, dass es mir in erster Linie um die Bienen Leid tut. Ihr habt euch aufgrund fehlendem Wissen einige eklatante Schnitzer geleistet, welche den Tieren das Leben gekostet haben. :evil:


    Das ihr euch hier an das Forum wendet ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, hin zu einer verbesserten Führung der Völker, sodass aus Frust zunehmend Freunde an der Imkerei entsteht und es den Tieren in Zukunft auch besser ergeht.


    Zum Thema Imkerpate:
    Wenn der Verein euch keinen Imkerpaten stellt solltet ihr mal überlegen woran dies liegen könnte. Habt ihr euch bereits in den Verein zu integriert? Falls nein solltet ihr hier als erstes ansetzen. Bekannten Gesichtern wird sicher deutlich mehr Hilfe zuteil als anonymen Namen. Sollte es daran nicht liegen lege ich euch Nahe den Verein zu wechseln oder vereinslos zu imkern.


    Auch ohne Pate/Verein kann ein erfolgreicher Start in die Imkerei gelingen. Es stehen im Internet und in diversen Büchern inzwischen so viele Informationen zur Verfügung dass man sich nahezu alles selbst aneignen kann. Man muss aber hierfür bereit sein die Zeit zu investieren und muss sich von vorne herein auf ein Konzept festlegen. Gerade als Anfänger ohne Erfahrung macht es wenig Sinn sich eine eigene Betriebsweise aus mehreren/vielen verschiedenen Betriebsweisen zusammenzubasteln.


    Mein Tipp: „Einfach imkern“ von Dr. Liebig. Auch wenn der Autor hier im Forum bei einigen Usern nicht den besten Ruf genießt und man mache seiner Thesen sicher sehr kontrovers diskutieren kann gibt dieses Buch einem Anfänger einen Leitfaden an die Hand, welcher es ihm ermöglicht erfolgreich in die Imkerei einzusteigen und den ersten Winter gut zu überstehen.


    Für 2015 wünsche ich euch viel Erfolg! Den Grundstein dazu legt ihr am besten indem ihr euch Wirtschaftsvölker oder starke und weiselrichtige Ableger von einem erfahrenen Imkern aus der Region kauft! :daumen:


  • Mein Tipp: „Einfach imkern“ von Dr. Liebig. Auch wenn der Autor hier im Forum bei einigen Usern nicht den besten Ruf genießt und man mache seiner Thesen sicher sehr kontrovers diskutieren kann gibt dieses Buch einem Anfänger einen Leitfaden an die Hand, welcher es ihm ermöglicht erfolgreich in die Imkerei einzusteigen und den ersten Winter gut zu überstehen.


    Dieses Buch wiegt aber den Anfänger in dem Glauben, dass alles Einfach ist. Wenn man sich mal die Mühe macht und die Imkerbücher vor dem" Einfach imkern" durchliest, wird man feststellen, dass der größte Teil einfach abgeschrieben ist. Ja es ist eine gute Zusammenfassung geworden, die aber leider einen bitteren Beigeschmack hat. In keinem anderen "Anfängerbuch" wird so getan, als ob Imkerei nur mit 2 Raum Zandermaß gelingt und Bienenhaltung das Einfachste von der Welt ist. Die Lebensabschnittgefährtin schlägt in die gleiche Kerbe, von ihr kommt ja der tolle Tipp mit einer Wabe ergibt ein Volk, was hier voll nach hinten los gegangen ist. Dieser Tipp war schon im alten Ägypten bekannt gewesen, also auch nichts wirklich neues.
    Kauf dir wenn du das Buch wirklich noch nicht hast, noch mindestens ein 2. Buch dabei.
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Dieses Buch wiegt aber den Anfänger in dem Glauben, dass alles Einfach ist. Wenn man sich mal die Mühe macht und die Imkerbücher vor dem" Einfach imkern" durchliest, wird man feststellen, dass der größte Teil einfach abgeschrieben ist. Ja es ist eine gute Zusammenfassung geworden, die aber leider einen bitteren Beigeschmack hat.


    Das Bienenhaltung schon eine komplexere Angelegenheit ist wissen wir doch alle. Aber ist längst nicht so eine komplizierte Wissenschaft und mit jeder Menge Hokuspokus wie viele Geheimniskrämer es betreiben. Ein Anfänger ohne anständigen Paten benötigt einen Leitfaden incl. einem funktionierendem Varroakonzept. Diesen Leitfaden bietet dieses Buch, zusammengefasst und reduziert auf die wichtigen Punkte.

  • "Arsch hu - Zeng ussenander", wie der Kölner sagt


    Eigentlich heißt es richtiger, in der Realität: 'Arsch hu - Zäng fott'! ;)



    In der Gegend von Hannover ist ja ein weites Feld, konkretisiert das doch mal und fragt dann hier mal, ob Euch nicht jemand zu Seite stehen könnte, zumindest wenn Ihr selber nicht weiterkommt, Imker sind zwar ein merkwürdiges Volk, helfen aber eigentlich gerne. Telefonisch geht auch manchmal ein Stückchen weit, aber 'sehen' ist schon unbezahlbar. Aber Ihr stellt die richtigen Fragen, das wird schon. Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine Schwamkontrolle alle 7 Tage ist mehr als ausreichend.
    ...


    Nein, ist es nicht. Gerade dann nicht, wenn aufgrund der Wetterentwicklung schon im Voraus erhöhte Schwarmtriebigkeit für die Saison angekündigt wird. Sofern man diese Information bekommen hat... Man sollte Aus- oder Ansagen wie die von Dir immer differenzieren, vor allem dann, wenn man die Nebenbedingungen des Anderen vor Ort nicht kennt. Aber ich will nicht schon wieder damit anfangen... :roll:


    Nur weil das bei einem selbst, im "eigenen Revier" alles scheinbar perfekt läuft oder eine Methode aus einem Buch zufällig funktioniert, muss das woanders längst nicht so sein. Das wissen aber nur die Betroffenen selbst. Als Denkanstoß ist es OK, aber nicht als Empfehlung oder Anweisung.


    Gruß Andreas

  • Da würde mich schon interessieren, wie oft Du kontrollierst. Und gab es da nicht gewisse Gesetzmäßigkeiten, die sich aus der Entwicklungsdauer einer Königin ergeben?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • 7. Ich würde ein Volk kaufen oder zwei und daraus dann selbst noch je einen Ableger erstellen. Wenn ihr dann noch einen Schwarm bekommen könnt, ist doch alles gut.
    Völker gibt es außerdem früher, dann habt ihr wieder Bienen und einen normale Basis.


    Gruß


    Marion


    Einen wunderschönen guten Morgen an diesem kalten regnerischen wunderschönen guten Morgen :)


    Marion, das ist der falsche Tip.
    Sie haben doch schon einmal Schiffsbruch erlitten, ein o. zwei Völker :roll: wie sollen Sie das als Anfänger schaffen?
    Sie müssen doch erst lernen, sehen, begutachten u.s.w. wie die Bienen ticken, welches Entwicklungs und Vermehrungspotential in Ihnen steckt.
    Es währe schade wenn die Völker Ihnen abschwärmen,weil Sie nicht genügen Raum geben oder Zellen übersehen oder Sie zuviel Raum geben,die Völker einfach komplett falsch einschätzen.


    Kauft Euch zwei o. drei Ableger, muß nicht unbedingt gleich Überwinterte sein.
    Waben mit Futter sind ja vorhanden und dann baut die Ableger bis zur Einfütterung zu Völkern auf.
    Da lernt mann das wenn 1 BW voll Brut schlüpft die Kiste ganz schön voll werden und wie Sie am besten zu händeln sind und was zu tun ist.
    Und immer Fragen,Fragen und nicht nur im Forum, da Verndiagnosen sehr schwierig sind.
    Schließt Euch vielleicht einem Verband an, einen Verein ,naja es kommt darauf an was für Imker da Ihr Wissen von sich geben.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Eine Schwamkontrolle alle 7 Tage ist mehr als ausreichend.



    Wie oft öfnest du in der Schwarmzeit deine Völker? :confused:


    Meist nur einmal - für den vorweggenommenen Vorschwarm.


    Dazu muß man aber sagen, daß wir sehr viel beobachten, und damit schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.
    Und den Bienen geht es besser, wenn nicht dauernd aufgemacht wird.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen