Unser erstes (erfolgloses) Jahr

  • Hallo zusammen,


    nach unserem (wir imkern als Paar zu zweit, daher im Folgenden auch weiterhin immer "wir") ersten Bienenjahr (mit Anfang im Mai 2014) sind wir ziemlich geknickt und demotiviert und überlegen was wir alles falsch gemacht haben könnten. Letztlich bleibt aber nur ein großes Fragezeichen stehen. Und eben jenes macht uns unsicher, ob wir dieses Jahr überhaupt einen neuen Versuch starten wollen und sollen.


    Wir möchten dieses Forum nutzen um Anhaltspunkte zu finden, was a) letztes Jahr falsch gelaufen ist und wieso, und b) was wir dieses Jahr besser machen können damit sich das Schicksal vieler Bienen nicht wiederholen muss. Uns ist klar, dass es keine Pauschalantworten und Lösungen gibt; aber ein paar Imkermeinungen (generell lieber von den Offen-Hilfsbereiten als von den Überheblich-Allwissenden) helfen uns sicherlich, eine neue Sichtweise auf unsere "Betriebsweise" zu entwickeln.


    Damit der Beitrag nicht zu lang wird im Folgenden das Bienenjahr kurz aber ausreichend detailliert zusammengefasst (mit erkannten Fehlern):


    Mai:

    • Kauf von 3 Ablegern mit jeweils zwei Brutwaben und einer Futterwabe. Keine Königinnen. Standort: verwilderter Garten in einem Dorf in Niedersachsen. Beuten: 10er DN Liebig, Längsbau (Dehner). Wir haben die ausgebauten Waben an den Rand geschoben und direkt mit Mittelwänden aufgefüllt. Flugloch entsprechend klein und auf der Seite (würden wir nicht wieder machen, Waben lieber in die Mitte hängen und Flugloch mittig, neue Mittelwände nur nach Bedarf zugeben). Generelle Einschränkung: wir können nur alle 7 Tage zu den Bienen, was eine gute Varroakontrolle schwierig macht.
    • bis Ende Mai einmal die Woche nachgeschaut und Bienenflug (oder Nichtflug) beobachtet.
    • Nach 4 Wochen: Durchsicht. Ableger 1: Weiselzelle gefunden, Königin nicht entdeckt, keine verdeckelte Brut. Ableger 2: Keine Weiselzelle, Ableger 3: Brut in allen Stadien, sogar verdeckelt. Königin nicht entdeckt. Milchsäurebehandlung durchgeführt mit Sprühflasche. Alle Ableger mit Futtertasche + ca. 1kg Teig ausgestattet.


    Juni:

    • 1. Juniwoche (eine Woche später): Ableger 1: keine Brut. Ableger 2: Brut in allen Stadien. Ableger 3: Geschlossene Schwarmzellen, Brut in allen Stadien. Die Bienen hatten zu wenig Platz, da der Bautrieb durch Futtertasche begrenzt wurde. Unsere Panikmaßnahme war: Schwarmzellen brechen. Eine volle Brutwabe (mit einer geschlossener Schwarmzelle) aus Ableger 3 in Ableger 1 (der ja keine Brut mehr hatte und offensichtlich auch keine Königin).
    • 2. Juniwoche: Alle Ableger haben frische Brut (also Königinnen). Ableger 3 nochmal mit Milchsäure behandelt. Die Schwarmzelle war ausgeräumt worden.
    • Zwischenfazit: Letztlich hätten wir entspannter sein sollen, da vermutlich in allen Ablegern bereits eine Königin unterwegs war (wir nur noch nicht in der Lage waren, Stifte zu sehen). Ableger 3 haben wir wohl zu eng gehalten, deshalb kamen die als Minivolk in Schwarmstimmung. Haben wir erfolgreich unterbunden, aber durch die Entnahme einer vollen Brutwabe zugunsten von Ableger 3 ziemlich geschwächt. Entsprechend wurde Ableger 1 stärker.
    • Später im Juni: hin- und wieder Futterteig gegeben (manchmal sind viele Bienen ertrunken, manchmal war schon alles weggeputzt), Königinnen gezeichnet. Vierten Ableger (mit Königin), 4,5 Waben geschenkt bekommen und dazugestellt.


    Juli:

    • Keine wesentlichen Maßnahmen außer Mittelwände optimieren (immer eine leere an jede Seite des Brutnest und vor den Futterwaben)


    August:

    • Allgemeiner Zustand: Jungvolk 1: fast 6 Waben ausgebaut, davon 1 voller Honig. Jungvolk 2: 7 Waben ausgebaut, unruhige (aggressive) Bienen, dafür aber sehr viele :wink:. Jungvolk 3: 5 Waben ausgebaut, davon 3 voller Honig. Jungvolk 4: 6 Waben ausgebaut, ordentliche Honigkränze.
    • Unserer Meinung nach ging der Ausbau viel zu langsam voran, wir haben nie mehr als 3 Waben Brutnest zählen können. Haben dann angefangen, immer so 1-1,5l Zuckerwasser zu geben. Auch dabei mussten wir mit Schwimmhilfen (Tannenzweige, Korken, Plastiknoppenfolie) experimentieren, weil viele Bienen ertranken.
    • Da unsere Völker noch so schwach waren und brüteten, haben wir keine AS Behandlung Ende August durchgeführt.
    • Nur Jungvolk 2 hatte eine gute Volksstärke und fast die ganze Kiste ausgebaut.


    September

    • Beginn Einfüttern (obwohl Volksstärke noch nicht optimal) Anfang September: 7,5l Zuckerwasser je Volk.
    • 10.9.: Milben gezählt (Windeln 3 Tage dringelassen). Jungvolk 1: < 10, Jungvolk 2: "zu viele" - ca. 50, Jungvolk 3: "zu viele", Jungvolk 4: "zu viele". Fragezeichen: warum bloss so viele? Milchsäurebehandlung schiefgegangen?!
    • 10.9.: AS Behandlung gestartet mit Liebig-Dispenser und 60% AS (weil 85% hier nicht erlaubt ist). Haben uns dabei an die Angaben aus dem Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg 2013 gehalten (wo Liebig+60% beschrieben ist). Ergo in den Beuten: 140ml pro Volk mit 3/4 Dochtpapier. Gitterboden durch Windel zugemacht. Keine Maßnahmen am Flugloch (immer noch Breite für 2 Bienen).
    • 12.9.: ca. 20ml je Volk verdunstet - zu wenig. Großes Fragezeiche: wieso? Docht auf Maximalgröße vergrößert.
    • noch eine Woche verdunsten lassen, aber die geforderten 140ml sind nicht komplett verdunstet. Theorie: Belüftung in der Beute war zu gering, daher Luftfeuchigkeit sowie AS Konzentration in der Beute die ganze Zeit über hoch (würde bedeuten, dass dann die verdunstete Säure ausgereicht hätte).
    • Sonstiges: Mitte September bei sonnigem warmen Wetter immer noch ordentlicher Bienenflug (Efeu blühte wie wild und summte entsprechend).


    Oktober:

    • Weiter einfüttern soviel geht. Immer ca. 10l pro Woche gegeben. Abnahme durch die Bienen dürftig. Als Schwimmhilfen schien sich Stroh zu bewähren. Allerdings roch das Futter dann nach einer Weile schlecht (Fragezeichen: ignorieren die Bienen das Futter, wenn es schlecht wird? Oder lagern die es gar ein, damit sie schön im Winter daran sterben können?). Wir haben jedenfalls nicht soviel Futter in die Völker bekommen wie wir wollten.
    • Ende mit Einfüttern. Dann wiegen der Völker am 8.10.: Volk 1: 18 kg, Volk 2: 22,8kg, Volk 3: 20kg, Volk 4: 28. Leider konnten wir die leeren Beuten nicht vorher wiegen (weil wir noch keine Waage hatten), daher wussten wir das Leergewicht nicht.
    • Am 18.10. hatten alle Völker noch Brut. Letzte Durchsicht ergab: Volk 1: 3,5 Waben Futter. Volk 2: 6 Waben Futter. Volk 3: 4,5 Waben Futter. Volk 4: 6,5 Waben Futter. Da kein Futter mehr annommen wurde, war da auch nichts mehr zu machen
    • Sonstiges: Bienen flogen immer noch bis Mitte Oktober (verzweifelte Suche nach Futter oder weil es so warm war? Ob sie was fanden...?).


    November:

    • 23.11. Gewichtskontrolle und einmal Durchsicht von oben (ohne Waben ziehen). Feststellung: Wespen in Volk 4, Volk bis auf 50 Bienen+Königin tot. Die anderen Völker schienen okay zu sein. Haben den Rest von Volk 4 aufgelöst und die übrigen 6 Futterwaben auf die verbleibenden 3 Völker aufgeteilt (letztlich eigentlich eine sinnvolle Variante). Damit hatten alle Völker nun die Kisten voller Futter. Nur halt recht wenig Bienen, bis auf Volk 2.


    Dezember:

    • Kurz vor dem Jahreswechsel: OS Behandlung mit Spritze. Dabei Feststellung: Gitterböden aller Völker voller toter Bienen. Von oben nur noch bei Volk 1 eine Wintertraube sichtbar. Bei den anderen beiden musste man schon etwas suchen, bis man Bienen sah. Großes Fragezeichen: was ist denn hier passiert? Theorien: Bienenflug noch bis Mitte Oktober könnte bedeuten, dass die ganzen Winterbienen sich noch schön totgearbeitet haben. Das müsste dann ja aber allen Imkern so gegangen sein, also unwahrscheinlich. Oder: Tod durch Milben. Wir hatten aus gesundheitlichen Gründen leider keine Zeit, uns die Toten im Detail vorzunehmen. Also: Oxalsäure durchgeführt, Deckel drauf und weg. Was sollte man auch schon anderes machen können?!



    Januar:

    • Keine Kontrolle durchgeführt


    Februar:

    • Mitte Februar, ca. 10° draussen: Durchsicht von oben (ohne Waben ziehen). Völker 2 und 3 tot. In Volk 1 krabbeln noch Bienen herum (aber keine klassische Wintertraube, die sich über 5-6 Waben erstrecken würde). Uns blieb nichts anderes übrig als die Beuten mit den toten Völkern zu verschließen (haben sie erstmal dagelassen) und sind betrübt nach Hause.
    • Verbleibende Frage: was tun mit den ganzen "schönen" Waben der toten Völker. Die sind ja noch voller Futter/Honig. Wohl besser nicht mehr verwenden (z.B. für Ableger). Aber könnte man das Wachs noch auskochen?


    Endabrechnung:
    Ob das verbleibende Volk es schafft, es eher unwahrscheinlich. Vielleicht überleben ein paar Bienen, die dann aber das Brutgeschäft wahrscheinlich nicht alleine hinbekommen werden. Somit haben wir es geschafft, alle 4 Ableger sterben zu lassen.


    Nun plagen uns vor allem Fragen wie: Welche Fehler (z.B. den Ausbau nicht richtig unterstützt, MS/AS Behandlung versaut, nicht richtig eingefüttert...) haben wir gemacht, die diese gravierenden Konsequenzen nach sich gezogen haben können und was können wir besser machen, so dass sich ein neuer Versuch lohnt. Wir haben keinen Imkerpaten (wäre nett gewesen, aber unser Verein hat auf mehrfachen Wunsch nicht reagiert. Wir hatten auch keine Möglichkeit zu etwaigen Vereinstreffen zu gehen, was sicherlich sinnvoll gewesen wäre).


    Wir freuen uns über alle konstruktiven Kommentare und Hilfestellungen, wie unsere Bienenhaltung in diesem Jahr doch noch gelingen könnte. Ob nun mit einem überlebenden Volk aus dem Winter oder zugekauften Ablegern oder gar Wirtschaftsvölkern. Sollten wir in der Beschreibung Lücken gelassen haben, fragt einfach nach!


    Viele Grüße
    BorderCollie

  • Ich sehe hier - so weit man das auf diese Weise beurteilen kann - vor allem zwei Fehler:
    1. Die AS-Behandung wurde zu spät durchgeführt. Der Varroa-Schaden war wohl schon zu groß und die Behandlung evtl. bei zu kühlen Temperaturen erfolgt
    2. Die Völker wurden zu schwach eingewintert. Leider fehlen Angaben zur Einwinterungsstärke. Wahrscheinlich hätte man (mindestens) je zwei Völker vereinigen müssen.
    Als Anfänger mit sehr wenigen Völker neigt man dazu, jedes Volk durchzupeppeln. Erfahrene Imker sind da meist recht rigoros. Hier gilt: Aus einem überwinterten Volk kann man wieder weitere ziehen. Aus zwei toten keins.


    Bei der Fütterung liegt das Problem sicher nicht. Die genannten Mengen sind bei Ablegern mehr als genug.


    Anfängern würde ich nicht raten, mit (zumal so kleinen) Brutablegern einzusteigen. Besser wären kräftige Jungvölker. Das ist meine Empfehlung wenn Ihr - hoffentlich - weitermachen wollt.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

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  • Ich möchte kurz was zum Faktor verfügbare Zeit loswerden. Hier ist ja schon öfter diskutiert worden, wie schnell und effizient man Völker durchsehen kann; ich denke aber, dass es am Anfang erstmal darum geht, ein komplett neues Handwerk zu lernen und dazu wäre es vielleicht hilfreich, wenn mehr Zeit für die Bienen als eine Durschsicht alle 7 Tage zur Verfügung stände und man sich auch Zeit für Vereinssitzungen o.ä. freischaufeln würde. Sonst dauert das Lernen halt sehr lang und mit den entsprechenden Rückschlägen ist zu rechnen.


    Beim verbliebenen Volk würde ich das vielleicht nicht ganz so pessimistisch sehen und erstmal abwarten. Als ich meine ersten Wintertrauben gesehen hatte, dachte ich auch immer, dass das viel zu wenig Bienen wären und wenn's wieder wärmer war und die Trauben sich aufgelöstet hatten, waren doch massig Bienen in der Beute.


    Also Kopf hoch und hoffentlich weitermachen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo BorderCollie,


    ich würde den Punkten von Wolfgang zustimmen und habe noch folgende Ergänzungen:



    Mai:

    • Nach 4 Wochen: Durchsicht. Ableger 3: Brut in allen Stadien, sogar verdeckelt. Milchsäurebehandlung durchgeführt mit Sprühflasche.


    Juni:

    • 1. Juniwoche: Ableger 1: keine Brut. Ableger 2: Brut in allen Stadien. Ableger 3: Geschlossene Schwarmzellen, Brut in allen Stadien.
    • 2. Juniwoche: Alle Ableger haben frische Brut (also Königinnen). Ableger 3 nochmal mit Milchsäure behandelt.


    - Ich persönlich würde kleine Brutableger nicht mit Futterteig, sondern immer flüssig füttern.
    - Die Brutwabe in den weisellosen Ableger 1 zu hängen finde ich eigentlich gut, wenn Ableger 3 danach noch genügend Bienen hat.


    - Die Milchsäurebehandlung wirkt nicht in die Brut, d.h. man kann nur im brutfreien Zustand behandeln. Ableger 3 war zur Behandlungszeit nicht brutfrei und somit wirkungslos. Im Juni habt ihr dann auch noch eine Brutwabe mit vielen Milben in den Zellen in Ableger 1 gehängt...
    - Wie habt ihr Volk 4 behandelt?




    Juli:

    • Keine wesentlichen Maßnahmen außer Mittelwände optimieren (immer eine leere an jede Seite des Brutnest und vor den Futterwaben)


    -> Füttern im Juli? Sobald die erste Brut vorhanden ist kontinuierlich 1:1 Zuckerwasser geben, damit dem Volk eine Tracht vorgegaukelt wird und somit der Bautrieb gefördert wird. Die Bienen bauen nur bei "Tracht". Ich gebe einem Brutableger wöchentlich 1kg Zucker auf 1 Liter Wasser im Tetra Pak.


    -> Eine Varroakontrolle um sich ein Bild vom Zustand der Völker zu machen kann man immer machen.



    Lieber wenige starke Völker, wie viele schwache Völker.



    Viele Grüße,
    Simeon

  • Milchsäurebehandlung bei Brut in allen Stadien?:confused:
    Milchsäure wirkt nicht in die verdeckelte Brut.
    Die Milchsäurebehandlung mache ich wenn das Volk absolut brutfrei ist. Es gibt übrigens Imker die meinen Oxalsäure wirkt besser als Milchsäure.


    Wenn ich beim Start des Ablegers die Waben an den Rand hänge, dann habe ich auch dort und nur dort ein kleines Flugloch. Das läßt sich dann für die Bienen besser verteidigen.


    Ableger füttere ich immer flüssig 1:1, da geht der Ausbau schneller.


    Die Ameisensäurebehandlung hat im September auch bei mir nicht so wie sonst geklappt, es war anscheinend zu kalt. Da hättet Ihr dran bleiben müssen. Zu spät war sie in dem Sinne nur, weil die Milchsäurebehandlung am Anfang nicht gefunzt hat.


    Wie Wolfgang schon schrieb, hättet Ihr besser aus vier Ablegern zwei gemacht und so stärkere Völker eingewintert.


    Ich hoffe das letzte lebende Volk schafft es noch, also bitte nicht aufgeben, das nächste Jahr wird besser. :daumen:
    Vielleicht schaut Ihr Euch mal nach einem Paten um?


    Beste Grüße


    Herr Rübengrün :p_flower01:

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo BorderColli,


    es tut mir Leid, dass es für Euch und Eure Bienen so gelaufen ist.


    Das Schicksal nahm schon gleich am Anfang seinen Lauf. 2 Brutwaben ohne Königin ist, nach meiner Meinung kein guter Start für ein Volk und für Anfänger ohne jede Erfahrung. Die Königinnen, die die Bienen in Ihrer Not nachschaffen mussten, sind nicht optimal gepflegt worden. Die Pflege der Königinnen sollte im weiselrichtigen Volk und im Überfluss erfolgen und nicht in der Notsituation im 2 Waben Ableger. Je nach dem wie Euer Standort ist, ob es noch mehr Bienen (Drohnen) in der Umgebung gibt, wie das Wetter war, fällt die Begattung aus. Bei Euch hört es sich so an, als wäre die Begattung nicht optimal gelaufen. Königinnen mit optimalen Bedingungen, optimal gepflegt aufgewachsen, begattet und mit voller Belegschaft (vielen Bienen) legen gleich richtig los und können von Anfang an ein großes Brutnest anlegen. Die Einwinterungsstärke eines Vollvolkes zu erreichen ist dann überhaupt kein Problem.


    Somit hatten Eure Völkchen von Anfang an einen schlechten Start. Zur Varroa-Behandlung hat Wolfgang ja schon geschrieben.


    Also, wenn Ihr weiter macht, dann holt Euch 5-Waben-Ableger mit bereits legenden und guten Königinnen und versucht einen Imkerpaten zu bekommen.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Von Ferne aus kann man nur mutmaßen. Mein Rat ist:
    In diesem Jahr neu beginnen und sich einen erfahrenen Imker dazuholen, der euch vor Fehlern bewahrt. Auch würde ich keine weisellosen Ableger kaufen, bei derart kleinen Völkern werden aus Nachschaffung keine hochwertigen Königinnen entstehen.
    Vielleicht kommt das verbliebene Volk auch durch. Dann könntet ihr Ableger bilden, sobald das Volk erstarkt ist, und diese mit zugekauften begatteten Königinnen beweiseln.
    Die Varroabehandlung muss spätestens im Juli erfolgen. Wann sie genau erfolgen muss, hängt von der Methode ab:

    • AS nach dem Abschleudern, vorher 5kg Zucker geben, während AS-Gabe nicht füttern!
    • TBE 14 Tage vor dem Abschleudern.


    Die Einfütterungsgewichte waren auch zu niedrig. Bestimmt unbedingt das Leergewicht der Beuten! Und beginnt direkt nach der Sommer-Varroabehandlung mit der Einfütterung in kleinen Portionen, also bereits im August. Bis Ende September sollte die vorgesehene Futtermenge in den Völkern sein. Dann die tatsächliche enthaltene Futtermenge durch Wiegen bestimmen und auf einen Schlag die fehlende Menge bis auf ca. 20kg Endgewicht (bei nur 1 Zarge 16kg) nachfüttern.


    Gruß Ralph

  • Einen wunderschönen guten Nachmittag an diesem grauen,trüben,eiskalten wunderschönen guten Nachmittag :)


    Wer verkauft Anfängern nur Brutwaben o. Königin und nennt das Ableger :evil: 
    Dann waren die "Ableger" wahrscheinlich auch nicht sehr stark.
    Schwache Bienen sollen gute Königinnen ziehen:roll: ? Njet,geht nicht.
    Das was Ihr in "Ableger"3 gesehen,gefunden habt,war keine Schwarmzelle sondern eine Nachschaffungszelle,hätte ich stehen gelassen, da diese Königin wahrscheinlich optimal gepflegt war.
    Milchsäure sprühen, wurde ja schon erwähnt,wirkt nicht in die Brut.
    Ameisensäure 65% wirkt nicht mehr richtig und das Wetter war zu kalt und die Bienen zu schwach um ordentlich zu verdampfen.
    Füttern mit Futtertasche und dann noch 1:1 bei schon geschädigten Bienen, nehmen nur schlecht Futter aus; kannste vergessen.
    Gäriges Futter wird verweigert und wenn einmal gäriges Futter in den Futtertaschen war,gärt das nächste Mal, wenn nicht ordentlich gesäubert, das Andere um so schneller.
    Ich füttere immer mit Futtertro o. falls mal nichts da ist mit offenen Eimer und immer Sirup.
    Im Juli wurde nichts gemach! Größter Fehler, gerade da hatte was gemacht werden müssen.
    Tot der Ableger war schon vorraus zu sehen, da Sie wie schon von Anderen erwähnt zu schwach waren.
    Habt Ihr den keinen Imker um Rat o. Tat gefragt?
    Es ist nicht einfach so einfach Bienen zu halten.Ein gewisses Grundwissen sollte schon vorhanden sein.
    Kein Meister fällt vom Himmel,jeder muß lernen und einfach so alleine, naja, mann kann da streiten ob es gut ist/war,Beweißen habt Ihr jetzt denke ich genügend.
    Kauft Euch richtige Ableger,kosten halt mehr, aber in der Regel bekommt man Sie über den winter wenn,so mache ich es, Ihr auf die Ratschläge des Verkäufers hört und wenn etwas unklar ist nachfragt.
    Ich denke es ist am Ende Billiger und Bienenschonender und macht nicht soviel Frust wenn etwas Gescheites gekauft wird.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Imkerteam


    Schafft euch als erstes ein gutes Imkerbuch an, wie zum Beispiel: "Bienen halten" von Franz Lampeitl und besucht einen Imkerkurs.
    Ableger mit 2 BW und ohne Königin geht garnicht, mit Jungvölkern anfangen, die man nicht schon im Mai behandeln muß. Die Grundlage des Biens ist das Brutnest in dem eine Temperatur von 35°C durchgehend vorhanden sein muß, um eine kontinuirliche Volksentwicklung zu gewährleisten. Das war offensichtlich bei den Ablegern nicht der Fall.
    Viel Mut zum Neuanfang, die Freude mit den Bienen ist unbezahlbar.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ableger mit 2 BW und ohne Königin geht garnicht


    Solange so was aber propagiert wird, werden immer wieder solche "Völker" erstellt.
    Ich denke, dass ca. 90% der Imker aus meiner Gegend so ihre Ableger bilden. Zwar mit 3 statt mit einer Wabe, aber immer mit Nachschaffunsköniginnen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hi BorderCollie,


    habt vielen Dank für die Mühe, die Ihr Euch mit Eurer Darstellung gemacht habt. Eindrucksvoll, und man kann Euren Frust nachvollziehen. Nicht aufgeben: wir lernen am meisten aus unseren Fehlern, und das ist beim Imkern erst recht wahr.


    Ich schliesse mich allen Vorschreibern voll und ganz an. Eure Ableger hatten keinen guten Start. Wenn Ihr dieses Jahr weitermacht, kauft Ableger mit legender Weisel und 3 Waben Brut. Gibt's in normalen Jahren von der 2. Junihälfte an. Varroa-Behandlung siehe oben.


    Füttern: Manche Imker kommen mit Futtertaschen nicht gut zurecht, so auch ich. Solche füttern flüssig von oben, entweder in Futtertrögen (gibt's von klein - gut für Ableger im Anfangsstadium - bis gross - für Restauffütterung -) oder im Gurkenglas. Wichtig: Kontinuierlich füttern, von Anfang an, kleine Mengen.


    Schade, dass Ihr nur alle 7 Tag zu den Bienen kommt. Das verlangsamt Euren Lernprozess. Eine (kleine) Hilfe dazu mag Karl Weiß' Buch "Der Wochenendimker" liefern. Wenn Ihr's nicht habt, gibt's noch antiquarisch. Ich selber habe in den 1970ern ein ganzes Jahrzehnt "wochenendgeimkert", und das mit recht vielen Völkern. Das Buch ist nicht mehr up to date, hat aber 2 Vorteile: (i) der Autor schreibt ein bisschen betulich - alte Schule !- aber sehr leserfreundlich. Er erklärt detailliert. warum er was macht. (ii) Obgleich nicht explizit in Worten dargestellt, vermittelt das Buch sehr gut, auf was es beim Imkern vor allem ankommt, nämlich auf's "Timing". Zur richtigen Zeit das Richtige gemacht, und zur falschen Zeit das - was zur richtigen Zeit richtig gewesen wäre - gelassen, dies kommt sehr gut rüber.


    Überhaupt: Entmutigungen nicht nachgeben !


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hallo Michi


    wenn der alte Gerstunger das lesen könnte, der würde sich im Grabe umdrehen.:confused:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo BorderCollie,


    hast du schon alle Völker, die du für Tod hälst durchgeschaut? Ich habe letztes Jahr auch so ein Volk gehabt, welches ich für tod hielt und direkt ein neues Volk in der Panik des ersten Jahres bestellt. Ein paar Wochen später wurde es wärmer und die Bienen kamen nach oben und schwups - hatte ich ein "neues" Volk... Also den Tod des Volkes nicht von oben bestimmen. Da ist es eh egal ob man dann noch mal rein schaut. Nie nur von oben gucken und die Beute verschließen. Nachher lebten die zum Zeitpunkt des verschlusses noch, bekommen dann Panik und verbrausen!!!


    Die Volkstärke kann man nur schlecht von oben richtig bestimmen. Man kann nur gucken, ob noch Bienen da sind - auch das nur schwierig. Besser geht es, wenn es etwas wärmer wird, mit einer Durchsicht - also beim auswintern. Oder man kontrolliert mit der Windel den Müll, den die Völker produzieren.


    Bis denne
    Frank

  • Solange so was aber propagiert wird, werden immer wieder solche "Völker" erstellt.


    Danke Michi für die klaren Worte, Bienenhaltung ist nicht einfach. Sie erfordert halt ein bisschen Zeit, Fachwissen und Geduld. Wer in Sachen Tierhaltung alles einfach haben will, der soll sich auf einen Furby festlegen.
    BorderCollie, dir mache ich keinen Vorwurf, du hast auch sicher ein Buch gelesen, wer das Buch gelesen hat, wird in einer Sicherheit gewiegt, dass Imkern ja so einfach sei. Aber hier hat der Imker scheinbar was falsch gemacht.
    Kopf hoch, ein anderes Buch kaufen, im Frühjahr zwei Völker gekauft im Herbst 4 Völker einwintern und 2016 mit vier Völkern beginnen.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)