Verständnisfrage Entmilbung bei Ablegerbildung

  • Hallo,


    wenn ich es recht versteh, beruht die Entmilbung bei Ablegerbildung auf 3 Prinzipien.


    1. Ich nehme 3 Dadant möglichst bestiftet mit Stockbienen und tue sie in eine neue Beute (ohne Königin) milchsäure sie ab und stelle sie nicht weit weg. Dann hauen alle Flugbienen daraus ab und nehmen ihre Milben mit. Nach 10 Tagen evntll nochmal Puderzuckern, damit sie sich intensiv putzen müssen, und dabei Umherkricher abfallen.
    2. Da nur Stifte, sind noch keine Milbeneier gelegt. Es sind nur noch Milben da, die sich irgendwo auf den Waben aufhalten, oder auf den nicht weggeflogenen Stockbienen - ergo sehr wenige.
    Jetzt brauchen die Stockbienen zum Königin ranziehen - sagen wir 15 Tage. Dann muß die Königin begattet werden (4 Tage) und wieder Eier legen, das damit dann nach 21 Tagen die ersten Bienen rauslaufen. Zusammen also 40 Tage, bis der Stock wieder läuft.


    die 3 Prinzipien
    1. keine Milbeneierempfänglichen Zellen, da nur Stifte
    2. Milchsäure
    3. Brutlose Zeit bis die Königin wieder legt. (Ich hab letztes Jahr die Erfahrung gemacht, daß erst nach 7 Wochen ich Stifte gefunden hab im Ableger.)


    Ist das so richtig?


    Was aber macht man mit dem Altvolk, wohin alle Flugbienen zurückkehren?

  • Was ich hier zunächst nicht verstehe, ist, wo die Brutwabe ohne (bald) verdeckelte Brut herkommt.
    Müsste es nicht so gehen: Die Brut auslaufen lassen (was ohnehin passiert, bis die Königin begattet ist) und dann behandeln?
    Warum Du Puderzucker und Milchsäure einsetzen willst, verstehe ich auch nicht.


    Mit dem Altvolk muss weiter nichts gemacht werden. Es ist ja weiselrichtig.
    Es handelt sich hier doch um einen ganz normalen Brutableger?


    Außerdem erscheinen mit drei Dadant-Brutwaben sehr viel. Das würde das Muttervolk unnötig schwächen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Fast richtig Debora,
    Du nimmst alle Rähmchen mit verdeckelter Brut, machst daraus einen Ableger, Königin bleibt im Wirtschaftsvolk. Nach gut 7 - 1o Tagen sprühst Du Milchsäure auf die komplette Wabenfläche inkl. ansitzender Bienen. Die Brut muss bereits ausgelaufen sein. Milben fallen ab, Königin wird selbst gezogen oder zugegeben und nach 4o + X Tagen schlüpfen die ersten Bienen der neuen Königin. Die Flugbienen die zurückfliegen verstärken das Wirtschaftsvolk, sodaß eine Entwicklungsverzögerung am Flugloch erst nach ca. 14 Tagen bis drei Wochen eintritt. Willst Du gründlich sein, nimmst Du die nächste verdeckelte Brut des Muttervolks nach ca. 7 Tagen ebenfalls heraus, behandelst sie genauso und, schlägst sie anschließend evtl. wieder dem Wirtschaftsvolk zu oder gründest aus den von mehreren Wirtschaftsvölkern entnommenen Brutwaben ein gemeinsames weiteres Volk.
    So ist der Plan.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der darauf hinweist, dass es so aussieht, als wäre es hier bei uns mal wieder ein sehr lauer Winter. Bei einer zu erwartenden frühen und schnellen Entwicklung von Tracht und Völkern bitte darauf achten, die TBE sowie andere Bahandlungen früh- und rechtzeitig durchzuführen.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo debora
    Verrate uns vielleicht zunächst einmal, welche imkerliche Tätigkeit du eventuell bereits beherrschst.
    Ich habe das Gefühl, das ginge wesentlich schneller.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Debora,
    die TBE ist die Totale Brut Entnahme, mit dem Ziel, die Menge der Varroen in einem Volk drastisch zu reduzieren. Die Idee dahinter ist, dass sich die Varroen die meiste Zeit in der verdeckelten Brut aufhalten und sich dort auch vermehren. Sie gehen also kurz vor der Verdecklung in die Zelle, entwickeln, paaren und vermehren sich in der verdeckelten Brut. Zwei gehen rein, vier kommen raus. Wieder draußen versuchen sie nach wenigen Tagen wieder in eine zur Verdeckelung anstehenden Zelle hineinzukommen. Längste Zeit in der Zelle plus Vermehrung bedeutet, dass die allermeisten Varroen in der verdeckelten Brut sind. Und genau da ist auch das Problem bei der Behandlung mit Säuren. Die eine wirkt nicht in die Brut, die andere kaum oder erst durch die Dauer, bis alle wieder geschlüpft sind. Oder sie wirken zu gut, schädigen die Brut und die junge Königin. Bei ähnlichen Erfolgsaussichten hat die TBE also weniger Nebenwirkungen und ist sicherer.
    Wobei, nicht jeder ist da der gleichen Meinung, fürchte ich. Aber, das wird sicherlich gleich klar werden, wenn die nächsten Posts kommen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.


  • Wobei, nicht jeder ist da der gleichen Meinung, fürchte ich. Aber, das wird sicherlich gleich klar werden, wenn die nächsten Posts kommen.


    Hallo Wolfgang, ich habe die gleiche Meinung. Dieses Jahr gibt es nur noch Kunstschwärme im Juli und keine Wabe ergibt ein Volk Sch..... Im Bienenjournal wird wieder die Vermehrungstechnik mit der Wabe ergibt ein Volk und die Begattungsableger zu Völkern machen propagiert.
    Die Kunstschwarmtechnik ist leider noch nicht nach Bochum durchgedrungen.
    debora , überlege es dir mit der Ablegerbildung, ob du nicht auf späte Kunstschwärme setzt
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)


  • 2. Da nur Stifte, sind noch keine Milbeneier gelegt. Es sind nur noch Milben da, die sich irgendwo auf den Waben aufhalten, oder auf den nicht weggeflogenen Stockbienen - ergo sehr wenige.
    Jetzt brauchen die Stockbienen zum Königin ranziehen - sagen wir 15 Tage. Dann muß die Königin begattet werden (4 Tage) und wieder Eier legen, das damit dann nach 21 Tagen die ersten Bienen rauslaufen. Zusammen also 40 Tage, bis der Stock wieder läuft.


    Liebe Debora
    Jeder der so einen Ableger erstellt wie du ihn hier beschreibst, wird zum scheitern verurteilt sein und es wird auch nur eine minderwertige Königin, wenn überhaupt, gezogen werden. Bei rechter Überlegung fällt auf das überhaupt sehr wenig Jungbienen vorhannden sind um die Brut zu pflegen und auch eine Königin sollte immer im Futterüberschuß und von vielen Jungbienen gezogen werden.


    Also Ableger immer nur mit auslaufender Brut erstellen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Also, es wird ja echt immer knuffiger mit den Fragen von uns debo,
    und ich sagte auch bereits, dass es mMn ziemlich frustran ist, hier noch Hoffnung zu hegen, dass was draus wird.


    Trotzdem, Perlen nicht nur vor die Säue, es gibt ja evtl. noch den ein oder anderen Perlensammler hier.
    Also, frisch ans Werk, ich seh das jetzt mal als Hobby :p


    Zunächst mal war die Thematik aufgekommen durch einen Tipp nach einer Vor-Vor-Vorfrage von uns debbi: ein vermutlich stärker milbenbelastetes Volk in Ableger aufzuteilen und diese somit frühzeitig entmilben zu können.


    1. Ich nehme 3 Dadant möglichst bestiftet mit Stockbienen und tue sie in eine neue Beute (ohne Königin)..

    Über die drei Waben kann man nun vorzüglich streiten, es kommt einfach drauf an, was man und wieviel man machen will.
    Aber es wird sich in einem normalem Brutraum keine Wabe finden lassen, die nur bestiftet ist und sonst nichts!
    Es wird immer eine Brutwabe sein, d.h. darauf ist Brut in allen Stadien, offene und verdeckelte. Das führ außerdem dazu, dass Jungbienen nachschlüpfen, auch nicht verkehrt...


    ...milchsäure sie ab und stelle sie nicht weit weg...

    bei der oben genannten Tatsache, dass es normale gemischte Brutwaben sein werden, ist sofortiger Milchsäureeinsatz Quatsch. Warten, bis die Brut komplett ausgelaufen ist, das ist in 21 Tagen der Fall. Dann MS. 2x im Abstand von 7 Tagen.
    Ableger werden üblicherweise woanders hin gestellt, dann behalten sie bei > 3km Abstand zum Muttervolk die Flugbienen. Kommt auch hier drauf an, was man will. Sonst ist es am gleichen Stand ratsam noch Bienen von anderen Waben dazuzuklopfen.


    Dann hauen alle Flugbienen daraus ab und nehmen ihre Milben mit. Nach 10 Tagen evntll nochmal Puderzuckern, damit sie sich intensiv putzen müssen, und dabei Umherkricher abfallen.

    Denkfehler: wenn vorher wie beschrieben MS, dann nehmen die keine Milben mit, die Ansitzer wären ja dann weg, gelle?
    Warum nach 10 Tagen PZ? MS wie oben schon gesagt, macht man 2x. Es ginge auch, wöchentlich PZ in der Zeit des Auslaufens zu machen. Damit erwischt man immer wieder die aus der geschlüpften Brut mit aufgetauchten Milben, muss man so lange machen, bis alles wirklich ausgelaufen ist.
    Man kann auch Thymolstreifen nehmen von Anfang an und gut ist...


    2. Da nur Stifte, sind noch keine Milbeneier gelegt. Es sind nur noch Milben da, die sich irgendwo auf den Waben aufhalten, oder auf den nicht weggeflogenen Stockbienen - ergo sehr wenige.

    Der Denkfehler mit den drei nur bestifteten Waben zieht sich hier weiter durch:
    Gibt es so nicht. und in der immer vorhandenen gedeckelten Brut sitzen die Milben und vermehren sich... also nicht sehr wenige.


    Jetzt brauchen die Stockbienen zum Königin ranziehen - sagen wir 15 Tage. Dann muß die Königin begattet werden (4 Tage) und wieder Eier legen, das damit dann nach 21 Tagen die ersten Bienen rauslaufen. Zusammen also 40 Tage, bis der Stock wieder läuft.


    Hochzeitsflug nach 4 Tagen und sofortiges Stiften ist auch leider Utopie. Bis die Königin stiftet, kann dann noch was dauern. Im allergünstigsten falle noch ein paar Tage, jedoch bis 3 Wochen. Hochzeitsflug je nach Bedingung und Situation auch deutlich später als 4 Tage. Soviel zur Rechnung.

    Was aber macht man mit dem Altvolk, wohin alle Flugbienen zurückkehren?


    Das ist aus diesem Behandlungsschema raus. Es ging schließlich um Entmilbung bei Ablegern. Das Altvolk ist (wie?) ein Wirtschaftsvolk und wird auch wie ein solches behandelt. Also nach der Ernte.
    In der oben erwähnten Ursprungsfrage ging es um ein Volk mit erhöhter Milbenzahl, welches deshalb aufgeteilt werden soll zur früheren Behandlung!
    Aufteilen heißt:
    Da ist dann kein Altvolk mehr! Brutwaben aufgeteilt in 2 oder 3 oder mehr Ableger. Königin weg oder in Reserve.
    Einen Ableger klein und an die alte Stelle, wenn die Ableger am Stand bleiben, damit er die Flugbienen aufnehmen kann. Oder aber: Alte Königin mit allen Flugbienen an diesem Platz in Kiste mit MW fliegen lassen. =>Butfreiheit:u_idea_bulb02:


    Habe fertig


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo debora,


    wo hast du diesen Ansatz her? Die Formulierung "Verständisfrage" deutet darauf hin, dass du das irgendwo aufgeschnappt, aber nicht ganz verstanden hast. Vielleicht können wir weiterhelfen, wenn wir die Quelle kennen und deshalb sehen, wo deine Missverständnisse liegen. So wie du das Verfahren dargestellt hast, kann man nur davor warnen. Aber Marion hat ja schon auf einige Probleme hingewiesen.


    Gruß
    Ludger

  • Das resultiert aus der Frage, die zuvor gestellt wurde...


    Antwort #19 und #23, Thema "Milbenfrage".


    Das resultiert dann daraus. Bei völliger Ahnungslosigkeit führen Tipps nicht zur Lösung, sondern zu Verstrickungen in noch weiteres Unverständnis, zu verkehrten Rückschlüssen und Verdrehungen.
    Zwecklos eigentlich...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ich frage mich woher man 3 Dadantwaben mit nur Stiften hat


    also aus einem einzigen Volk ist das eher sehr unwahrscheinlich oder da hat jemand Wunderköniginnen


    wenn diese Brut/Eierwaben aber aus verschiedenen Völker entnommen werden, sollte man mal genau nachsehen was mit all den vielen Eiern passiert ist.


    Theorie und Praxis sind zweierlei

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!