Aller Anfang ist schwer...

  • so, da war es also die Idee. Anfang 2014 ist nun auch der andere Nachbar gestorben der bisher Bienen in seinem Garten hatte. Still war es im Garten geworden, es fehlte das quirlige Summen, und so hatte ich dann im August 2014 die Idee mir selbst eine Batterie Beuten in den Garten zu stellen. Als kompletter Anfänger und Neuling.


    Platz habe ich auf ca. 500 qm und als Tracht sind es knapp 30 ha Streuobstwiesen samt dem Michelsberger Wald nahe der Bamberger Altstadt.


    Ich habe mir somit drei Beuten bauen lassen, samt Bienenflucht und einem Anflugboden, das Anflugbrett in drei verschiedenen Faben gestrichen und mir Stockmeisel, Schleier, Handschuhe, Smoker und so ziemlich alles gekauft was man für das Imkerleben brauchen kann. Dazu war ich beim Fachhandel Bienen Ruck (der ein sehr gutes Sortiment hat) und beim Carl Fritz in Mellrichstadt gewesen.


    Ein kleiner Bericht dazu seht ihr hier: http://bienen-leben-in-bamberg…am-ottobrunnen-startklar/


    Viele Gedanken und einen Imker Anfängerkurs habe ich bereits gemacht. Soweit möchte man ja bei dieser Investition und lebenden Tierchen auch versuchen alles richtig zu machen. Auch habe ich mir lange Gedanken über Buckfast oder Carnica gemacht, alles klug geplant und durchdacht...



    Als ich dann einkaufen gewesen bin habe ich mich schon darüber ärgern müssen, dass man etwas für den Naturschutz tun möchte, nicht um Geld zu verdienen, und sämtliche Förderungen von Amtswegen gestrichen wurden. Beuten und Material sowie Werkzeuge werden nicht mehr gefördert. Okay... da gibt es schlimmeres...


    Meine Beuten waren noch nicht mal trocken vom Streichen, als mich eine Dame vom Veterinäramt Bamberg angerufen hat, und mir mitteilen musste, daß ich am Rande eines Sperrgebietes der Amerikanischen Faulbrut liege, und man diesen Bereich in der Schwarmzeit auch noch ausweiten könnte...


    Naja, das Gewitter wird sich schon irgendwann verziehen habe ich mir als Anfänger gedacht, und mir dann aber mal über Frau Google und das Imkerforum ein paar Informationen eingeholt. Ich war geschockt...


    Da verbringt man seine freien Tage im Partykeller, bastelt an Beuten und Rähmchen und dann sowas :-(


    http://bienen-leben-in-bamberg…g/amerikanische-faulbrut/

  • Hallo Rex,


    solange du nicht in einem Sperrbezirk liegst, kannst du dir einen Ableger besorgen.
    Wenn du bereits in einem Faulbrutbezirk liegst, kannst du es vergessen, denn dann ist das Verbringen in oder aus dem Bezirk verboten!
    Es gibt immer wieder mal Standorte die von einem AFB Bezirk bedroht sind, was deine Veterinärin mit

    Zitat

    in der Schwarmzeit ausgedehnt werden kann....

    meint, kann ich mir nicht erklären.


    Der Sperrbezirk wird meines Wissens nach immer vom letzten positiven Fund aus gezogen.


    Als Tipp, würde ich mal Kontakt zu den Imkern in diesem Verein aufnehmen und mir anschauen wie weit du von ihren Ständen weg bist. Sollte tatsächlich ein Faulbrutimker 1,5km von deinem Standort weg sein, würde ich den Standort verwerfen und wo anders beginnen.
    Darauf warten, dass die AFB Wolke verschwindet brauchst du auch nicht, denn es gibt Bezirke die stehen schon 10 Jahre.


    Glaub mir AFB ist ein Gewaltakt für jeden Erfahrenen Imker, ich kann mir vorstellen das man wenn das im ersten Jahr passiert alles hinwirft.....



    Grüße,


    Maxikaner

  • Maxikaner:


    Sorry, aber der Standort dürfte in der Gemeinde Oberhaid liegen und der Sperrbezirk ist vom Vet-Amt bereits auf 3 km.


    Persönlich würde ich aber trotzdem lieber einen Mindestabstand von 5 km halten solange keine außergewöhnlichen geologischen Formationen dazwischen liegen.


    Gruß GM

  • Einen Schwarm darf man in jedem Fall fangen und einlogieren, auch im Sperrgebiet. Man muss ihn aber dem Veterinäramt melden. Achte ab Ende Mai, Anfang April auch Schwärme. Finde heraus, wer in deinem Gebiet Schwarmfänger ist.


    Gruß Ralph

  • ...Schwärme in einem AFB- Gebiet sind auch so eine Sache. Für einen Newbee nicht ohne, Hungerphase und danach sämtliches Material desinfizieren, bzw. so aufgestellt sein um die vermutlich kontaminierten Waren Bienendicht zu verschliessen und genügend Material in der Hintehand zu haben? Respekt, ich rate davon ab, AFB zu Beginn einer "Karriere" kann ganz schnell zu einem "Knacks" führen (kommt natürlich darauf an wie gewissenhaft man ist)
    Mein Rat, such dir weit außerhalb des Sperrgebiets einen schönen Standort und starte dort, wenn das Gewitter verzogen ist, dann kannst Du immer noch die Völker verholen.


    Gruß Ody

  • Okay, erstmal Danke für die vielen Infos.
    Ich habe versucht mich wirklich gründlich einzulesen, ich möchte anfangs eben alles richtig machen. Als ich beim ebay Kleinanzeigenmarkt einen Trafolöter für das Wachs gekauft habe, zufällig auch hier in Bamberg, hat das Mädel mir erzählt... dass dieses AFB Sperrgebiet mitten in der Stadt liegt, ca 3km entfernt von meinem Garten. Ein Koch in einer Schule hat die AFB.
    Ich muss korrigieren, habe 5000qm Platz im eigenen Garten, der ist über 200m lang, dazu 30ha Tracht +Wald und da werde ich jedenfalls NIEMALS außerhalb meine Beuten aufstellen oder einen Platz anmieten. Das wäre mir für den Start einfach zu umständlich. Ody ich schätze Deine Meinung sehr, aber da wäre ich einfach zu faul dafür... Schließlich ist ja genau der Sinn für meine Karriere, genau dieses Gebiet wieder mit der Honigbiene zu besiedeln, meinen eigenen Garten.


    Gerhard Meusel, wenn Du den zweiten Link anschaust, der Sperrbezirk liegt in der Pödeldorfer Straße, und grenzt an die Regnitz unten am Sand. Schau doch mal auf den zweiten Link oben, da steht genau beschrieben um welchen Bereich es sich handelt. Mich wundert allerdings, dass nirgends online dieser Bezirk in Bambergs Mitte aufgeführt ist...


    max , schön Dich zu lesen mein Freund. Die vorläufige Entscheidung ist auf die Carnica gefallen.


    Bisher habe ich für Material, Beuten, Schleuder usw. knapp 1.200 Euro ausgegeben und deswegen muss der Start sitzen, eine AFB kann ich mir nicht leisten... und auch so süß sich der Name kleiner Beutenkäfer anhört, ich empfehle jedem sich auch mal einen Bericht bei YouTube anzusehen, da ist die AFB wohl noch das geringere Übel...


    Gruss Rex
    Der viel gelesen, gebastelt und gebaut... aber immer noch keine Bienen hat und sich irgendwie ein flaues Gefühl im Magen ausbreitet...

  • Ich habe ja einen Kunden im Spessart, genauer gesagt in Lohr am Main. Der hat die AFB und muss jetzt seine 18 Völker so gut wie schrotten und einiges verbrennen und die Beuten auskochen oder sogar Schwefeln.


    Zum Sperrgebiet Bamberg: Wir haben glaub ich 1km Radius und wenn der in der Schwarm Zeit ausgebreitet wird, tja... Dann trifft es wohl auch mein neues Apis Mellifera Jagdgeschwader. Definitiv. Denn ich liege auf einem der sieben Hügel und hab zu dieser Schule Sichtkontakt...

  • Hallo Rex,


    Du hast es ja selbst geäußert, dass du Dir keinen Fehlstart leisten kannst. Umso mehr bin ich verwundert, warum Du das Risiko gerade zum Start in Kauf nehmen willst? Nur wegen der Imkerromantik?
    Als Newbee hast Du jede Menge zu tun und vor allem zu verstehen was gerade bei den Bees abgeht, wenn dazu noch die AFB inkl. Kontrollen und Anordnungen dazu kommen, dann ist die Imkerromantik ganz schnell dahin, vor allem wenn Dir ggü. dem AV die Argumente ausgehen und Du abschwefeln "darfst". Aber du hast schon recht, es muss nicht so kommen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch vorhanden.
    Bzgl. Aufstellen außerhalb des eigenen Grundstücks, man muss nicht immer gleich pachten, eine schöne Waldlichtung oder Waldrand (am Besten mit geringer Bienendichte) kurz mit dem Eigentümer gesprochen und schon hat man einen Standort um das Gewitter vorüber ziehen zulassen. Wobei AFB in einen Stadtgebiet von enormer Dauer sein kann. So würde ich es machen.


    Gruß Ody

  • Also man muss auch bedenken:
    nur weil ein Bienenstand im Sperrbezirk liegt, müssen die eigenen Bienen nicht unbedingt erkrankt sein.
    Der Sperrbezirk untersagt erst mal die Abwanderung der Bienen, Veranderungen am Bienenstand (Abtransport von Wabenmaterial, Bienen, Beuten etc) und die Verbringung von Bienen ausserhalb in den Sperrbezirk rein.


    Stefan.

  • Weil das hier schon wieder in Richtung Hörensagen und Panikmache abdriftet...


    Kein Bienenvolk wird selbst infektiös, nur weil es irgendwo belasteten Honig gefressen hat.
    Kritisch wird es nur dann, wenn es an der Bruthygiene mangelt.


    Das kann insbesondere passieren, wenn man Schwärme auf MW oder Leerwaben einschlägt.
    Oder wenn man meint, den Bienen unbegrenzten Platz lassen zu müssen, weil man unbedingt gaaaanz viel Honig ernten will.



    Die Biene hat Millione Jahre lang die Faulbrut überlebt. Da lebte der Zweibeiner anfangs noch auf Bäumen.
    Und ich habe noch nicht in einer Schrift über die Zeidlerei gelesen, dass die Faulbrut damals irgendwie von Bedeutung gewesen wäre.
    Das änderte sich erst, als die Brutflächen zu groß und die Wandstärken zu klein hierfür wurden.



    Gier (Maßlosigkeit) ist nicht umsonst eine der Todsünden.
    Das war das Wort zum Samstag.



    André


  • Mei o mei das sind wieder Thesen....


    Also sind Imker die viel Honigernten Schuld an der Faulbrut oder wie?


    Du behauptest auch das es vor Jahrmillionen schon die AFB gab.
    Eine sehr interessante These, kannst du mir dann erklären warum die EFB anders verläuft als die AFB, gab es die EFB damals auch schon?


    Wilde Theorien gemischt mit einer provokanten Aussage

    Zitat

    Gier (Maßlosigkeit) ist nicht umsonst eine der Todsünden.

    , ich muss dir leider sagen, der politische Aschermittwoch ist leider schon zu Ende.....



    Viele Grüße,


    Maxikaner

  • Weil das hier schon wieder in Richtung Hörensagen und Panikmache abdriftet...



    Und ich habe noch nicht ....gelesen, dass die Faulbrut...


    Was ist an gelesen haben und es den anderen dann aber wieder mal von oben herab zeigen und erklären wollen jetzt so viel besser als an der angeblichen Panikmache und Hörensagen?



    Der erste Satz ist eine schiere Frechheit, z.B. dem Ody gegenüber, denn wenn hier jemand Erfahrung mit Faulbrut und allen nach sich ziehenden Folgen hat, dann ist er es.
    Einige andere auch noch.


    Die ganze Chose ist niemandem aber bestimmt einem Anfänger nicht an den Hals zu wünschen und wer in einem Sperrbezirk landet, der hängt drin im System! Ob und was und wie dann noch folgen kann ist hypothetisch. KAnn aber kaskadenartige Folgeerscheinungen nach sich ziehen.
    Allerdings interessiert es leider überhaupt nicht, was derjenige dann gelesen oder gehört hat und meint und denkt. Und ein Anfänger mit AFB wird ganz, ganz häufig saftig im Regen stehen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper