The Flow Hive

  • Moin.
    Mich würden zu diesem Teil mal wirkliche Erfahrungen die sachlich vorgebracht werden interessieren.
    Bisher habe ich nur Kommentar gelesen die zeigen das der Schreiber noch nie einen Flow Hive auch
    nur in der Hand gehabt hat.
    Von daher: Gibt es hier Imker die mit einem Flow Hive gearbeitet haben? Wenn ja und ihr traut euch
    nicht gerne auch per PN.
    Gruß,
    Christian

  • Ich habe "so ein Ding". Die FlowHive Beute wurde mir zur Verfügung gestellt.
    Im Mai 2016 habe ich einen Kunstschwarm eingeschlagen. Also auf die untere Zarge mit 8 Rähmchen Langstroth incl. Mittelwänden. 14 Tage später den Honigraum mit den 6 FlowHive Waben aufgesetzt. Nach 5 Tagen konnte man auf der Außenwabe sehen, daß die ersten Zellen mit Wachs verbunden wurden. Ende Juni wurde Honig in die FlowHive Waben getragen. Es waren keine Zellen verdeckelt. Dann ging es gemächlich weiter in den nächsten 14 Tagen. Ende Juli füllten sich die Waben recht schnell. Durch das Sichtfenster konnte man auf der äußersten Wabe jetzt sehr viele Bienen sehen. Bei den mittleren Waben konnte man von hinten am Rand verdeckelte Zellen sehen. Am 4. August habe ich dann alle Waben "geerntet". Insgesamt waren es 10kg Honigtauhonig mit 16,8 Prozent Wasser.


    Etwas zu den Spekulationen in den vorherigen Beiträgen.


    Die Kommentare zum Crowdfunding machen deutlich, dass sich einige noch nicht im geringsten damit beschäftigt haben, aber schon eine Meinung haben. Das Crowdfunding sollte hier aber nicht das Thema sein.


    Zur FlowHive:
    Alles Vollsauen
    - Ich hatte nach dem ernten keinen Tropfen Honig in der Beute.
    - Es ist aber möglich, daher der Tip in den einschlägigen Foren, bei dünnflüssigem Honig nicht alle Zellen gleichzeitig brechen.


    Zerquetschte Bienen
    - Geht nicht, es können nur Bienen eingeklemmt werden, bei mir war es eine einzige Biene.
    - Die verschlossenen Zellen enthalten keine Bienen, daher werden dort keine eingeklemmt.
    - Ich habe den gesamten Honig durch kein Sieb laufen lassen. Ich habe auch nichts gesehen, was ein Sieb hätte filtern können.


    Reinigung der Waben
    - Das machen im ersten Schritt die Bienen, nach dem zurückverschieben der Zellen.
    - Ich habe die FlowHive-Waben für die AS Behandlung vom Volk genommen. Sie lassen sich gut mit kaltem Wasser ausspülen. Die Wachsreste können gerne dran bleiben. In der Zarge stoßen die Ränder der Waben (oben und an den Seiten) direkt aufeinander. An diesen Rändern wird etwas Propolis verbaut. Pro Wabe vielleicht die Menge einer Erbse.
    - Man kann die Waben komplett in Einzelteile zerlegen und reinigen, dass war aber erst mal nicht nötig.
    - Das Zerlegen und der Zusammenbau gehen ohne Werkzeug.


    Bienen stürzen sich bei der Ernte auf das Glas
    - Es war nicht so. Ich hatte das Röhrchen und die Glasöffnung mit Frischhaltefolie überdeckt.
    - Bei der Ernte ist es sehr ruhig um den Bienenstock, da nichts geöffnet wird. Auch in dem Stock herscht keine sichtbare Aufregung.


    Positiv ist das Sichtfenster an der Seite. Die Besucher sind begeistert wenn sie dort Bienen sehen. Aber am meisten nutzen die Kinder das Fenster um bei jeder Gelegenheit ein Blick auf die Bienen zu werfen. Von hinten sieht man gut wie die Bienen in den Waben hängen und ihren Rüssel benutzen.


    Es gibt noch viele offene Fragen und ich bin gespannt wie die Waben sich im zweiten Jahr machen. Die Schwarmverhinderung ist von den Erfindern nicht vorgesehen. Sie nutzen die Schwärme zur Vermehrung. Mittlerweile gibt es einen WebShop in der EU, damit wird es mit dem Zoll und Versand einfacher. Die Preise sind noch nicht deutlich gefallen. Ihre Erfolgsgeschichte geht erst mal weiter. Klar ist, FlowHive ist kein System für gewerbliche Imker und wird es auch nicht werden.


    Ich berichte hier gerne über meine Erfahrungen. Ich kann und will hier nicht, euch eure Zweifel ausreden.


    Grüße aus dem verschneiten Berlin
    Hausecke

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hausecke :
    Danke und bitte weiter berichten, hast du vielleicht auch Fotos oder sogar Videos, die du uns zeigen möchtest?


    Ich gebe zu, ich gönne mir bewusste und unbewusste Vorurteile über alles, was ich nicht kenne. Ich glaube, jeder tut das bei unbekannten Dingen. Mangels Wissen ist etwas anderes auch nicht möglich, außer natürlich gar keine Meinung zu haben. Das dürfte einem Imker bei so einem Gerät aber sehr schwer fallen!
    Auch ich hege gegen die FlowHive nach wie vor eine ablehnende Haltung, aber nur in dem Sinne dass ich glaube, dass sie für mich nichts ist und irgendwie auch den Bienen langfristig nicht gut tut.


    Aber aus Erfahrung weiß ich, dass sind erst mal nur vorläufige Vorurteile aufgrund fehlendem Faktenwissen.
    Bei Dingen, die grundsätzlich interessant sind wie dieses Ding war und bin ich immer neugierig auf Fakten, selbst wenn sie meine Meinung ändern sollten, womit ich keine Probleme habe, wenn die Realität es nahe legt.


    Gruß
    hornet

  • Ich habe vor zwei Wochen die FlowHive-Zarge wieder aufgesetzt.

    Im letzten Jahr hatte ich folgendes gemacht:

    Zitat

    - Ich habe die FlowHive-Waben für die AS Behandlung vom Volk genommen. Sie lassen sich gut mit kaltem Wasser ausspülen. Die Wachsreste können gerne dran bleiben

    Als ich Tage später auf die Windel schaue liegen hunderte von kleinen Wachststiften, die ca. 1cm lang sind auf der Windel. Detail von einem siehe eingefügtes Bild. Diese Wachsreste gefallen ihnen also nicht mehr. :)

    Die Bienen haben also die beiden Zellenteile mit neuem Wachs verklebt.


    Die am häufigsten gestellte Frage war bis jetzt: Läuft da auch Rapshonig raus?

    Ich habe keine Ahnung und bin gespannt. Der Raps steht in den Startlöchern in ca. 200m Entfernung. Ich werde berichten.


  • Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen mit dem Raps. Ich gebe zu, dass ich diesem System ablehnend gegenüberstehe. Kann es funktionieren? Ja, kann schon sein.


    Schade daran finde ich aber, dass man sich ein naturverbundenes Hobby aussucht und es gleich mit Technik der Natur entzieht. Ich arbeite gerne mit den Bienen. Ich will die schweren Honigwaben in der Hand haben. Ich will den Geruch, ich will auch fliegende Bienen um mich herum. (Und das schreibe ich mit brutal angeschwollenem Knie und Unterschenkel dank Bienenstich ;) )


    Aber es zwingt mich ja keiner, dieses System zu benutzen. Insofern interessieren mich rein sachlich deine Erfahrungen damit!


    Auch an einem Bericht von Honeytab wäre ich interessiert. Aber der User ist wohl hier nicht mehr aktiv, oder?

  • Schade daran finde ich aber, dass man sich ein naturverbundenes Hobby aussucht und es gleich mit Technik der Natur entzieht. Ich arbeite gerne mit den Bienen. Ich will die schweren Honigwaben in der Hand haben. Ich will den Geruch, ich will auch fliegende Bienen um mich herum. (Und das schreibe ich mit brutal angeschwollenem Knie und Unterschenkel dank Bienenstich ;) )

    Danke für die offenen Worte. Die Imkerei ist schon sehr alt und auch schon immer mit Technik verbunden.


    Aber das meintest du sicher nicht. Man bekommt schon ein Gefühl für die Honigwaben. Ich habe auch zwei traditionell aufgebaute Völker. Die FlowHive-Waben kann man auch normal ziehen.


    Das war jetzt z.B. am Wochenende. Oben links sieht man (ich hoffe bei der Auflösung zu erkennen)

    etwas glänzend, den eingetragenen Nektar. Links oben sind die Zellenränder schon ausgebaut und verlängert, es ergibt sich eine glattere Fläche. Im rechten Teil sind noch die Orginalen Stufen in der Oberflächenstruktur der Zellen.

    Der Brutraum besteht aus normalen Waben, diese hat man also auch normal in der Hand.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Die am häufigsten gestellte Frage war bis jetzt: Läuft da auch Rapshonig raus?

    Ich habe keine Ahnung und bin gespannt. Der Raps steht in den Startlöchern in ca. 200m Entfernung. Ich werde berichten.

    Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen mit dem Raps.

    Hier meine Erfahrungen mit Rapshonig in der FlowHive.


    • Am 19. Mai hatte ich eine Wabe testweise geleert. Der Wassergehalt war 20%.


    • Am 5. Juni habe ich einzelne Zellen gesehen, in denen der Honig anfing zu kristallisieren. Das ist gut auf dem ersten Bild von hinten zu erkennen. Die Zellen in den linken drei Waben sind mehr oder weniger leer gelaufen. Der kristallisierte Honig blieb in den Zellen. Nach dem leeren aller Waben hatte ich 17,5 kg Honig in dem Eimer. Laut Hersteller passen 18kg in diese 6 Waben. Der Wassergehalt war bei 17,4%. Im unteren Bereich sammelte sich eine Neige mit Honig. Bei dem Bild von der Seite sieht man, die verschobenen Zellewände und das die Deckel nicht aufgebrochen sind.



    • Am 8. Juni hatten die Bienen folgendes vollbracht. Auf dem Bild von hinten sieht man, dass die Zellen mit kristallisiertem Honig ausgeräumt sind. Die Neige am Boden ist geleert. Auf dem Bild von der Seite ist zu sehen, dass die Zellränder aus Wachs komplett abgebaut sind. Die Deckel aus Wachs wurden teilweise entfernt. Es gibt einen kleinen Bereich der wohl noch Honig enthält und sauber verdeckelt ist. Die Stege zwischen den gebrochennen Zellen wurden wieder hergestellt.



    Die Waben der Honigräume der anderen beiden Völker habe ich eine Woche später geschleudert. Der Wassergehalt war bei 17,2%.


    Anmerkung:

    Laut Kleingartendrohn hatten wir in diesem Jahr nicht den reinsten Rapshonig.



    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive