Königinnenaufzucht

  • Hallo,


    ich bin hier ja im Urlaub und manchmal schau ich mir abends vor dem Einschlafen noch ein Bienenfilmchen an :)


    Heute bin ich über den hier gestolpert. Das plätscherte so vor sich hin, Teil 1 war schönes Oldschool Schulfernsehen und dann kam im Teil 2 so gegen 16:20 das Zeichnen der unbegatteten Königinnen und dann gegen 17:30 das Erstellen den Begattungsvölkchens.


    Frage an Euch, zeichnet jemand von Euch unbegattete Königinnen? Ich zeichne ja immer erst, wenn die Neue in Brut ist, weil ich spar mir so alle, die auf der Hochzeitsreise verschollen sind, behinder sie nicht zusätzlich beim Fliegen und mach sie nicht noch extra auffällig für Meise & Co. Das mag der Rationalität geschuldet sein, Ok, aber zeitgemäß ist das auch nicht mehr, oder?


    Beim Erstellen des Begattungskästchens weist die Sprecherin dann darauf hin, das die Königin höchstens 'ein oder zwei Tage' im Schlupfkäfig verbringen sollte. Das meinte Bruder Adam jetzt nicht explizit mit 'im Paradies schlüpfen', schätze ich. Wird das heute noch so praktiziert? Zwei Tage alleine im Käfig, was kann man da noch erwarten? Andererseits, so richtig ohne Erfahrung scheint mir die Dame nicht zu sein. Gibt es da Untersuchungen zu, oder ist das Alles auch nur wieder so ein gefühltes schlechter/besser? Hat da jemand einen Link zu einer Untersuchung über die Korrelation von Fitness der Königinnen und den Aufzuchtbedingungen? Das wäre toll.


    Bizarrer Moment. Grüße aus der Steinzeit. Aber schicke Frisur!


    Beste Grüße aus Penang,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Rase
    Unbegattete Königinnen zeichnet man dann, wenn man sicher sein will, dass auch die richtige wieder zurück kehrt.
    Du glaubst nicht, wie oft in einem EWK die "3" rausfliegt und als "22" wiederkommt.
    Also schon noch zeitgemäß.
    Unter "im Paradies schlüpfen" meinte Br. Adam eben dies. Den Zustand der Pflegevölker nämlich. Je mehr Pflegebienen für die Pflege der Weiselzellen, desto mehr Paradies.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Unter "im Paradies schlüpfen" meinte Br. Adam eben dies. Den Zustand der Pflegevölker nämlich. Je mehr Pflegebienen für die Pflege der Weiselzellen, desto mehr Paradies.


    Pflegevolk ist das was die Made/Zelle versorgt. Dann Brutschrank oder Finisher, dann Schlupf. Da hab ich mal gelernt, das da Wabengassen und tolle Versorgung der jungen Queen essenziell wären. Zwei Tage mit ein bißchen SB-Service scheint mir da was dürftig.


    Der Hinweis mit dem Verfliegen der Königinnen ist gut, danke! Hab ich auch schon mal beobachtet, aber für die Ausnahme gehalten. Kommt also öfter vor? Fällt mir ja normalerweise nicht auf. Ich stell den Ableger/Begattungsvolk auf und wenn 15 Tage später eine legende Königin drin ist, bis ich zufrieden. Also da auch mißtrauisch bleiben...


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Hallo Ralf. Bei jeder Rassebelegstelle ist es zwingend erforderlich das die Königin vor Anlieferung mit Nummernplättchen gezeichnet wird. Sonst erfolgt keine Annahme. Was hindert dich daran zb.Vormittags geschlüpfte Kö's Nachmittags in die jeweiligen Begattungseinheiten einlaufen zu lassen ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Ralf. Bei jeder Rassebelegstelle ist es zwingend erforderlich das die Königin vor Anlieferung mit Nummernplättchen gezeichnet wird. Sonst erfolgt keine Annahme. Was hindert dich daran zb.Vormittags geschlüpfte Kö's Nachmittags in die jeweiligen Begattungseinheiten einlaufen zu lassen ?


    Gruß Josef

    .



    Einen wunderschön en guten Abend an diesem wunderschönen guten Abend :-)


    Hey Josef, wer sagt das und wo steht das? Die Vögel freuen sich über das gut sichtbare Futter .
    Ich dachte du hast Buckfast? Da steht in keiner Belegstellenordnung drinnen, dass die Königinnen gezeichnet werden müssen!

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike


  • Frage an Euch, zeichnet jemand von Euch unbegattete Königinnen? Ich zeichne ja immer erst, wenn die Neue in Brut ist, weil ich spar mir so alle, die auf der Hochzeitsreise verschollen sind, behinder sie nicht zusätzlich beim Fliegen und mach sie nicht noch extra auffällig für Meise & Co. Das mag der Rationalität geschuldet sein, Ok, aber zeitgemäß ist das auch nicht mehr, oder?


    Richtig, nach der Begattung Zeichnen ist nicht zeitgemäß! Versuchs mal direkt nach dem Schlupf, ist auch einfacher. ;-)



    Zitat

    Beim Erstellen des Begattungskästchens weist die Sprecherin dann darauf hin, das die Königin höchstens 'ein oder zwei Tage' im Schlupfkäfig verbringen sollte. Das meinte Bruder Adam jetzt nicht explizit mit 'im Paradies schlüpfen', schätze ich. Wird das heute noch so praktiziert? Zwei Tage alleine im Käfig, was kann man da noch erwarten?


    Ja, wird noch so gemacht, natürlich mit Begleitbienen.



    Zitat


    Andererseits, so richtig ohne Erfahrung scheint mir die Dame nicht zu sein. Gibt es da Untersuchungen zu, oder ist das Alles auch nur wieder so ein gefühltes schlechter/besser? Hat da jemand einen Link zu einer Untersuchung über die Korrelation von Fitness der Königinnen und den Aufzuchtbedingungen? Das wäre toll.


    Schau' mal in den Weiß.


    Ach, und apropos oberschlau, schau' mal ans Ende von:
    https://www.youtube.com/watch?v=qKG1_I5mMVw

  • Ich zeichne ja immer erst, wenn die Neue in Brut ist, weil ich spar mir so alle, die auf der Hochzeitsreise verschollen sind, behinder sie nicht zusätzlich beim Fliegen und mach sie nicht noch extra auffällig für Meise & Co.


    Die Vögel freuen sich über das gut sichtbare Futter.


    Richtig, nach der Begattung Zeichnen ist nicht zeitgemäß! Versuchs mal direkt nach dem Schlupf, ist auch einfacher. ;-)


    OK, die Argumentation, daß die ungezeichnete junge Majestät nicht nach ihrem Hochzeitsflug unerkannt in die falsche Begattungseinheit laufen können soll kann ich verstehen. Da hier bei mir nur Serien von Schwesterköniginnen aufgestellt werden, kann mir das egal sein, außer wenn sie ins Nachbarvolk einläuft und dort abgestochen wird, aber davor schützt die Nummer ja auch nicht so wirklich. Ich möchte nicht wissen, wieviel von den manchmal abenteuerlich schlechten Begattungsquoten auf den Belegstellen dem Umstand geschuldet sind, das die Damen mit verklebten Flügelansätzen schlechter fliegen können als nötig wäre, oder der Neugierde der Meisen anheimgefallen sind. Über 'zeitgemäß' kann man also offensichtlich streiten. Der Umstand, das Heike mit mir einer Meinung ist, bestärkt mich natürlich in meiner Vorgehensweise. Wenn Belegstellen das zwingend vorschreiben, muß man sich dem natürlich fügen.


    Zwei Tage alleine im Käfig, was kann man da noch erwarten?


    Ja, wird noch so gemacht, natürlich mit Begleitbienen.


    Also 'alleine' ja, aber 'natürlich mit Begleitbienen'. Das übersteigt meinen Horizont. Also 'alleine' im Sinne von 'ohne Volk', aber nicht 'ohne Bienen'? Im Video ist das aber so, die sind laut Ansage bis zu zwei Tage alleine alleine im Schlupfkäfig, da ist niemand, der die füttert. Deswegen schrob ich SB-Service.


    Was hindert dich daran zb.Vormittags geschlüpfte Kö's Nachmittags in die jeweiligen Begattungseinheiten einlaufen zu lassen ?


    Ja niemand hindert mich daran. Außer vielleicht mein ehemaliger Arbeitgeber. Aber die Frage war doch, ob es nicht signifikant besser wäre, würde die Dame direkt in einem Volk schlüpfen. Und die Frage war weiterhin, ob man das 'besser' in irgendeiner Form quantifizieren kann, oder ob es nur ein gefühltes Besser ist. Wenn es entscheidend besser wäre, müßte es schon ziemlich gravierende Gründe geben, das nicht so zu handhaben. Und wenn ich es für mich vermeiden kann, würde ich es nicht tun, auch wenn es für einen großen Königinnenzüchter aus logistischen Gründen vielleicht unumgänglich ist.


    @ Marion, Danke für den Link! Gibt es eigentlich noch ein Feld, in dem soviel der Handlung auf 'Vermutung' beruht, außer natürlich der Religion?
    Clemens , das Video schau ich mir an, sobald das Internet hier wieder stabil läuft, Danke!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo
    Menschen denken sich schon komische Sachen aus, wollen sie doch den Bienen beibringen was "Besser" für sie sei.
    Bruder Adam wurde nicht müde zu erklären, das jedwede Künstelei und Sparerei den Königinnen schadet!
    Er hat nach möglichkeit immer Zellen zugesetzt.
    Warum, weil die Königin durch den kleinsten Ritz beim Schlupf schon gepflegt/gefüttert wird und nach Schlupf direkt und verbindend in ihren sozialen Verbund aufgenommen wird.
    Beste vorausetzungen also. Alles erzwungene taugt nicht.
    Wenn die Begattungseinheiten zu spärlich sind, passiert das mit den verfliegenden Qeens hin und wieder. EWKs sind so ( eigendlich für alles) zu kleine Dinger.
    Hab noch nie erlebt das ein starkes Volk die zur Begattung anstehende Königin verloren hat, oder eine andere plötzlich drinne war.
    Hab auch mal vorher gezeichnet, dank Heike laß ich das, und zeichne erst vieeel später, meist erst wenn die in ein Trachtvolk kommt.
    Bei Standbegattung ist das, wenn, eh egal, ob sich eine verfliegt/austauscht, davon zieht man doch nicht weiter, zumindest nicht in der Hoffnung sauber in einer Linie zu bleiben.
    Auf Belegtellen ist das was anderes, aber es hilft ungemein die Minis stark zu machen. Dann verfliegt sich auch nix.
    Sparen am falschen Ende bringt nichts!
    db

  • Hallo Wasgau
    Meine Rede. Danke dafür.
    Je kleiner die Begattungseinheit, desto schlechter der Begattungserfolg. Das erzählt und predigt man den lieben Kollegen seit Jahren.
    Alle nicken in der Versammlung, gehen freudig heim und erscheinen drei Monate später freudestrahlend mit ihrer "neuesten" Erfindung auf der Belegstelle : EWK modifiziert für 2 Königinnen, APIDEA mit Trennschied für 2 Königinnen und lauter so einem Firlefanz. Weil, sie haben ja in "ihrem" Imkerbuch, dem Einzigen, das sie besitzen, gelesen, daß 1952 doch tatsächlich Begattungen mit nur 6 Begleitbienen erfolgreich gewesen sein sollen.
    Was das wieder an Geld spart !!!!!!
    Br. Adam schreibt in jedem Nebensatz mehr Richtiges, als ganze Generationen von Bücherschreibern vor und nach ihm, einige wenige Ausnahmen ausgenommen. Leider lesen viele Imker seine Bücher nicht, weil er ja...okay, bekannt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ach Michael was hast du denn für.Kollegen mit riesen Begattungskastchen? Ich kenn da einen der hat Streichholzschachtelformat. Das schlimme die Begattungsergebnisse sind nicht mal schlecht.


    MfG Frank

  • Frank,
    glaub ich Dir sogar. Ehrlich
    Aber weil der "Kollege" nicht zeichnet, fällt ihm nicht auf, dass seine Königinnen fast alle wieder umgeweiselt werden nach der ersten Eilage! Oder es ist ihm egal.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ach, und apropos oberschlau, schau' mal ans Ende von:
    https://www.youtube.com/watch?v=qKG1_I5mMVw


    Ok, hab ich mir grade angesehen. Ich weiß aber nicht genau, worauf Du hinaus willst. Zu Anfang beim Befüllen der Kästchen befindet sich die Königin ohne Begleitbienen im Käfig. Gegen Ende werden mit den nun begatteten Königinnen KS gebildet. Was ist daran oder an meiner Frage jetzt 'oberschlau'? Das benutzt man ja für gewöhnlich abwertend. Es gibt soviele Wege nach Rom, ich lern gerne noch welche dazu.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife