Wiedereinstieg in die Imkerei; Verkauf von Honig

  • Hallo Gemeinde!


    Vor ca. 20 Jahren habe ich mit der Imkerei aufgehört. Ich hatte damals als Hobbyimker mit mehr oder weniger Erfolg gewirtschaftet und nachdem mir meine Völker im Winter eingingen (aus heutiger Sicht würde ich auf Varroa tippen) völlig frustriert aufgegeben. Die Ausrüstung steht noch zur Verfügung und ich möchte gerne wieder anfangen und dieses Mal alles richtig machen!


    Ich habe mich schon über alles Mögliche informiert, viel gelesen und würde gerne auch einen Kurs besuchen.


    Natürlich mache ich mir auch Gedanken über die Vermarktung meiner Produkte. Meine damalige bescheidene Verkaufsmöglichkeit für Honig (in einem kleinen Laden bei uns) habe ich leider nicht mehr und ich würde gerne auch etwas mehr Völker bewirtschaften. Hinsichtlich meiner freien Zeit mache ich mir keine Illusionen und möchte diese hauptsächlich an den Bienen und nicht in der Vermarktung verbringen.


    Immer wieder bin in diesem Zusammenhang auch auf Beiträge gestoßen, die sich mit dem Verkauf von Honig an den Großhandel und an Abfüller beschäftigen. Fast durchweg wurde immer wieder betont, wie wenig diese für ein hochwertiges Produkt zahlen. Das will mir nicht so recht einleuchten, da sich deutscher Honig doch auch an den Endkunden anders verkaufen lässt als Importware. Dann muss er doch auch im Ankauf mehr wert sein! Zudem ist der Preis für Honig ohne Zweifel in den letzten Jahre gestiegen.


    Ich möchte Euch daher um Eure Mithilfe bitten und dieses Thema nochmals aufgreifen.


    Wer hat Erfahrungen beim Verkauf an Großhändler und Abfüller oder auch an Imkergenossenschaften?


    Wer kauft Honig, in welchen Mengen und zu welchem Preis?


    Zahlen die Imkergenossenschaften mehr als ein Abfüller und gibt es hier Höchstmengen, die ein Mitglied anliefern darf? Ist die Imkergenossenschaft verpflichtet Honig ihrer Mitglieder abzunehmen?


    Ich bin für alle Antworten dankbar!

  • Mit Imkergenossenschaften habe ich keine Erfahrung. An Großhändler klappt die Abgabe m.E. problemlos, die Preise liegen aber in der Regel unter 4 Euro pro Kilo.
    Bezüglich der Adressen bitte Dein Profil ergänzen. Dann bekommst Du hier sicher Tipps für Deine Region.


    Wenn Du nicht selbst auf dem Markt stehen willst, rate ich vor allem zum Kommissionsverkauf über Läden (Bäcker, Fleischer...) und Restaurants. Da muss man ja nur alle paar Wochen nachliefern.


    Sehr viel läuft über den Bekannten- und Nachbarschaftskreis. Bei mir hat es sich bewährt, bei allen möglichen Gelegenheiten ein Glas Honig als Geschenk mit zu bringen. Da folgen dann sehr oft regelmäßige Käufe.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • Sorry, ich bin neue hier und das mit dem Profil war mir gar nicht bewusst!


    Unter Kommission verstehe ich, dass dem Händler die Ware zunächst ohne Berechnung überlassen wird, dieser versucht zu verkaufen und erst danach bezahlt oder die nicht verkaufte Ware zurückgibt. Funktioniert das? Sind die Händler nicht bereit, die Ware ganz normal anzukaufen und gleich zu bezahlen?


    Hat jemand Erfahrung mit Imkergenossenschaften oder anderen Aufkäufern? Was zahlen die so für Sortenhonige?

  • Natürlich muss der Verkauf über Einzelhändler nicht unbedingt über Kommision laufen. Bei Honig bietet sich das aber ein, weil er lange haltbar ist. Man findet so hält leichter Wiederverkäufer.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • Unter Kommission verstehe ich, dass dem Händler die Ware zunächst ohne Berechnung überlassen wird, dieser versucht zu verkaufen und erst danach bezahlt oder die nicht verkaufte Ware zurückgibt. Funktioniert das?


    Funktioniert sehr gut. Mache ich seit vielen Jahren so.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo Florere,


    mein Tipp zur Vermarktung, hebe dich ab von der breiten Masse der DIB Gläser oder Supermarkt Gläser.
    Lege einen gescheiten Preis fest (ich verkaufe für 6€). Dann fang an im Freundes und Verwandtenkreis zu verkaufen und es wird ein selbstläufer. Bei mir hat für dieses Jahr schon der erste Hofladen angefragt, da er mit der Qualität des gerührten Honigs von mir zufriedener war, als mit der vom seinem bisherigen Imker.
    Ich sag's dir in meinem ersten Honigjahr hätte ich 300 Kg verkaufen können, wenn ich sie gehabt hätte.


    Also keine Angst, du bleibst nicht darauf sitzen.


    Ansonsten wenn du mal die 1000Kg erreichst ist der Verkauf an Genossenschaften durchaus eine Option.


    Viele Grüße,


    Maxikaner

  • Hallo Florere. Beim verkauf an Genossenschaften wirst du auch nur den Genossenschafspreis erzielen , weil den Verdienst will die
    Genossenschaft machen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef!


    Da widerspreche ich dir mal.


    Die HEG Süddeutschland in Eltmann nimmt für Mitglieder 10 cts Vermarktungsgebühr.
    Den Rest kriegt der Imker. Und zwar den Jahresdurchschnittspreis.


    Hier der Link dazu:


    http://hegimker.de/index.php?id=55


    Es gibt immer solche und andere...
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Man sollte das Fell nicht vor dem Bären verkaufen. Nein bevor man den Honig im Eimer hat.
    Remstalimker:lol:


    Wie wahr! Das habe ich aber auch nicht vor. Ich weiß nur aus meiner früheren Imkertätigkeit, dass ich Honig (nicht wie viel) ernten werde und möchte mich vorab um die Vermarktung kümmern, so lange ich noch Zeit dazu habe.


    Hat jemand konkrete Erfahrungen mit einer Imkergenossenschaft oder einem Aufkäufer/Abfüller? Kennt jemand die aktuellen Preise (auch für Sortenhonige)?


    Ich könnte mir auch vorstellen, von Haus zu Haus zu gehen. Ich kenne das von unserem "Apfelmann" einem Obstbauern, der so seine Produkte direkt vermarktet. Einfach an der Haustür klingeln, den Honig vorstellen und zum Verkauf anbieten. Dies hätte den Vorteil, dass ich mir die Zeit frei einteilen könnte und nicht an Markttermine etc. gebunden wäre. Ist das aber überhaupt zulässig? Gibt es hier für Erzeuger evtl. Sonderregeln oder braucht man hierfür eine Genehmigung?

  • Ist das aber überhaupt zulässig? Gibt es hier für Erzeuger evtl. Sonderregeln oder braucht man hierfür eine Genehmigung?


    Du brauchst einen Gewerbeschein für ein fahrendes Gewerbe. Frei ist nur dein "Hofladen", sprich der Verkauf von deiner Haustür aus. Für den Markt brauchst du wieder einen anderen Schein, dieser ist Zeitlich befristet.
    Den Rest hat dir Luffi beantwortet. Wenn ich soviel hätte, das ich es nicht mehr im Glas losbekomme würde ich das auch über die HEG machen.


    Grüsse,


    Maxikaner

  • Du brauchst einen Gewerbeschein für ein fahrendes Gewerbe. Frei ist nur dein "Hofladen", sprich der Verkauf von deiner Haustür aus. Für den Markt brauchst du wieder einen anderen Schein, dieser ist Zeitlich befristet.
    Den Rest hat dir Luffi beantwortet. Wenn ich soviel hätte, das ich es nicht mehr im Glas losbekomme würde ich das auch über die HEG machen.


    Grüsse,


    Maxikaner


    ...ich dachte immer, dass man als Erzeuger gar keinen Gewerbeschein braucht.

  • Du brauchst einen Gewerbeschein für ein fahrendes Gewerbe. Frei ist nur dein "Hofladen", sprich der Verkauf von deiner Haustür aus. Für den Markt brauchst du wieder einen anderen Schein, dieser ist Zeitlich befristet.


    Imkerei ist kein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung. Deswegen ist kein Gewerbeschein erforderlich; auch kein Reisegewerbeschein für den Verkauf an der Haustür oder auf Märkten.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Imkerei ist kein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung. Deswegen ist kein Gewerbeschein erforderlich; auch kein Reisegewerbeschein für den Verkauf an der Haustür oder auf Märkten.


    Wolfgang


    Imkerei nicht, aber der Handel mit Imkerlichen Erzeugnissen dachte ich?
    Also wenn du auf dem Markt bist, mit Kerzen, Honig Propolis, war ich der festen Überzeugung das du einen Schein brauchst.
    Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.