Naturbau Honigraum im reinen FZ Betrieb - Mischen MW und Anfangsstreifen

  • Servus Zusammen,


    ich habe auf Langstroth 2/3 FZ-Betrieb umgestellt (159mm) - ich möchte dieses Jahr versuchen bei 2-3 Völkern den HR im Naturbau bauen zu lassen (also mit Anfangsstreifen). Ich bereite gerade meine Rähmchen vor und bräuchte hier Eure Erfahrung/Hilfe.


    Problem:
    - Letztes Jahr habe ich bei 3 Dadantvölkern eine Flachzarge mit Anfangsstreifen aufgesetzt (10W mit Anfangsstreifen) - hat in einem "Desaster" geendet. Der Honigraum wurde nicht angenommen - was schlussendlich zum verhonigen des BR und Schwarm führte - Völker am gleichen Standort mit MW haben tadellos den HR ausgebaut. Es scheint, den Damen hat die Aufstiegsmöglichkeit gefehlt?


    -> Ich habe mir gedacht, dass ich versuche einen "gemischten" HR zu vorzubereiten -> also z.B. in der Mitte 2 MW einhängen und jeweils rechts und links 4 Rähmchen mit Anfangsstreifen:


    (. = Anfangsstreifen, ¦ = MW)


    ....¦¦....


    Alternativ (gibt halt weniger Naturbau):


    ¦...¦¦...¦


    oder


    ¦........¦


    Jetzt lese ich aber in alten Posts, dass ein Mischen von MW und Anfangsstreifen im HR ggf. auch nicht gut ist?


    Wäre froh über Eure Hilfe.


    Danke.


    Grüsse,
    chris.

  • Hallo Chris,


    ja, sowas geht. Aber Du musst natürlich öfter nachgucken und ggf. korrigieren, als bei MWs. Ich habe deshalb in den meisten HR (Halb-Dadant) keine Rechen. Da kann ich die Rähmchenabstände etwas variieren, wenn manche Waben zu dick oder zu dünn ausgezogen werden.


    Gruß Jörg

  • Hallo,
    Du brauchst eine Aufstiegshilfe, also Waben oder MW, wo die Bienen in den HR hoch können.
    Meine Wahl wäre Typ 1:
    ....¦¦....
    Die Bienen bauen erst die Waben in der Mitte aus, die über dem Brutnest liegen. Dann gehen sie nach außen.

    Zitat

    dass ein Mischen von MW und Anfangsstreifen im HR ggf. auch nicht gut ist


    Wenn man das macht:
    !-!-!-! (finde keinen senkrechten Strich, daher "!")
    Dann gibt es Dickwaben und Murks. Also nicht abwechselns Leerwaben und MW.
    Der Naturbau kostet Honig, es dauert länger, bis der HR voll ist.
    Ich lasse einige Waben Naturbau ausbauen, aber habe nicht genügend Kunden für Wabenhonig, um das in größerem Maßstab zu machen.
    Grüße
    apirita

  • Hallo Chris
    Ich muss Dir trotzdem zur Vorsicht raten.
    Eine Mischung aus Anfangsstreifen kann gut gehen, muss aber nicht.
    Ich bin , trotz aller Naturbauschönheitseuphorie (:daumen:) wieder davon abgekommen.
    Nicht zuletzt, weil ich bei meinen HR-Waben eine gewisse Gleichmässigkeit wünsche, ohne die das Schleudern zur Qual wird.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Christian, Hier ein gutes Video aus der Schweiz zu diesen Thema]


    Das Video handelt aber von Naturwabenbau im BRUTraum. Ich selbst werde dieses Jahr auch Mittelwände im Honigraum einsetzen. Den Naturwabenbau im Honigraum finde ich relativ schwer, weil Honigzargen mit Anfangsstreifen sehr spät angenommen werden. Letztes Jahr waren bei mir 4 von 4 Völkern recht spät im HR und schon bald im Schwarmstimmung.


    Stefan

  • Hallo Chris,


    Als ersten Honigraum nur MW aufzusetzen ist oft schon schwierig genug, wie viele die neu beginnen in Ermangelung ausgebauter Honigrähmchen unfreiwilligerweise erfahren müssen.
    Das noch mit Anfangsstreifen zu verschlimmern, halte ich für sehr ungünstig.


    Wenn irgend möglich sollte man zuerst ausgebaute Rähmchen aufsetzen. Hier ist es leicht im Wechsel Leerrähmchen (Anfangsstreifen ist da nicht nötig) dazwischen zu geben, wo sehr gut Naturbau errichtet wird. Im Laufe von 2-3 Jahren kannst Du so alle Honigrähmchen auf Naturbau umstellen.


    Grüße,
    rekmi

  • Vergangenes Jahr habe ich das auch probiert, nur Anfangsstreifen in die HR-Rähmchen. Es wurde natürlich nicht angenommen. Daraufhin habe ich einen Tipp von einem Forenuser bekommen (für alle die noch keinerlei HR-R. haben!): Von unbebrüteten Brutwaben ein Stück ausschneiden, und in das Honigrähmchen einpassen. Ich habe das Wabenstück am Oberträger einfach mit flüssigem Wachs befestigt. Pro Volk habe ich davon 2 Rähmchen hergestellt und eingehängt. Danach wurde der HR sofortigst angenommen, bei beiden Völkern wo ich das gemacht habe. Die Anfangsstreifen wurden problemlos ausgebaut (in den Ecken und äußeren Waben dauert es natürlich länger).


    Die präparierten Waben sahen dann unter anderem so aus. Die Wabe muss nichtmal bis zum Unterträger reichen.



    /e: Wie jedoch vorher schon gesagt wurde, man muss ein Auge auf die Wabenausrichtung haben, wenn man schleudern möchte!

  • ich habe auf Langstroth 2/3 FZ-Betrieb umgestellt (159mm) - ich möchte dieses Jahr versuchen bei 2-3 Völkern den HR im Naturbau bauen zu lassen (also mit Anfangsstreifen). Ich bereite gerade meine Rähmchen vor und bräuchte hier Eure Erfahrung/Hilfe.


    Ich habe das mit DNM 0,5 3 Jahre lang gemacht, 2014 mit Dickwaben. Es geht, aber es ist aufwändig. Das Problem im Honigraum ist, dass die Bienen die Bauanfänge sofort mit Honig füllen und zu Dickwaben ausziehen, die in benachbarte Rähmchen reichen. Dadurch entstehen schließlich gekrümmte waben, die an unterschiedlichen Rähmchen befestigt sind.
    Um das zu vermeiden, habe ich bündig geschnittene fertige Naturbauwaben abwechselnd mit Leerrahmen mit Dreikantoberträger eingesetzt. Wichtig ist dabei, dass an einer Seite 2 Leerwaben nebeneinander gesetzt werden. Die Bienen ziehen die fertigen Waben zu Dickwaben aus und bauen aber in die dazwischen liegenden Rähmchen Dünnwaben, überwiegend (aber nicht immer) gerade. Dieses Gemisch aus Dickwaben und Dünnwaben könnte normalerweise nicht gezogen werden, aber da gibt es ja die beiden Waben am Rand: Die äußerste Wabe ist nicht zur Dickwabe ausgebaut und kann daher gezogen werden, alle anderen Waben können dann auseinander gerückt und anschließend ebenfalls gezogen werden. Voraussetzung ist, dass man nicht mit einem Rechen arbeitet.
    Die geschleuderten Waben müssen wieder bündig geschnitten werden, die Dünnwaben werden beim zweiten Einsatz auf normale Dicke ausgebaut.
    Wie man sieht, ist das Verfahren aufwändig, Wabenhonig sollte daher seinen Preis haben. Wenn man keinen Wabenhonig herstellen will, lohnt sich das Ganze nicht - dann sollte man mit Mittelwänden arbeiten.


    Gruß Ralph

  • Den Naturwabenbau im Honigraum finde ich relativ schwer, weil Honigzargen mit Anfangsstreifen sehr spät angenommen werden.


    Das erklärt sich daher, dass die Bienen nicht wissen/wissen können, dass da oben im Finsteren neuer Raum existiert?
    Dort, wo oben die Waben enden, endet auch das Licht.



    Als ersten Honigraum nur MW aufzusetzen ist oft schon schwierig genug.


    Das liegt jedoch nur daran, dass vielfach gelehrt wird, zuerst im Brutraum bauen zu lassen.



    Wenn irgend möglich sollte man zuerst ausgebaute Rähmchen aufsetzen.


    Dann schließen die Bienen die Honigkappe. Die, die solches Vorgehen in ihren theoretischen Büchern empfehlen, jagen in der Praxis gewöhnlich den Schwärmen nach.



    Das Problem im Honigraum ist, dass die Bienen die Bauanfänge sofort mit Honig füllen und zu Dickwaben ausziehen, die in benachbarte Rähmchen reichen.


    Dies sollte uns lehren, dass "der Beespace" eben keine einheitliche und konstante Größe ist.
    Im HR sind andere Prioritäten zu setzen alls im BR. (Schon deshalb können Betriebsweisen mit identischem BR- und HR-Ausstattung nicht der Weisheit letzter Schluss sein.)