Unbekömmlicher Honig? - "...geschwefelt..." ??!!

  • In Münster habe ich mich mit einem alten Imker über diverse Sorten unterhalten, ich wollte eigentlich ein Glas Edelkastanie für meine Frau mitbringen - leider Fehlanzeige, aber auch egal. Im Gespräch mit dem alten Hasen sagte ich, dass ich den Edelkastanienhonig eigentlich mag, weil er eher herb und weniger süß sei, dass er mir aber wie ein Stein im Magen liegt und ich daher verzichte. Er meinte, den Grund zu kennen: das läge am Schwefel(n)... ??


    Was meinte er damit?
    Sollte das bedeuten, dass die Honigräume irgendwann vorher zum Desinfizieren geschwefelt worden waren, und ich den Honig nur nicht vertrage, weil er quasi durch Rückstände "belastet" war?
    Oder enthält Edelkastanie von Natur aus, je nach regionaler Herkunft einen bestimmten Schwefelanteil?
     
    Gruß Andreas

  • Tja Andreas,


    alte Hasen haben vor allem lange Ohren ;-P


    Also geschwefelt wurden (werden bei "alten Hasen"?) die Honigräume im Winterlager, wenn die Waben bebrütet wurden, damit diese nicht von Wachsmotten zerfressen werden.


    Dass man die Honigräume vor der Edelkastanientracht nochmal schwefelt, das habe ich nirgends gelesen bisher. Und da sollte ja mindestens der Frühjahrshoing vorher drin gewesen sein. Und ich denke weiterhin, dass der Baumsaft (und damit auch die spätere Waldtracht) von Edelkastanien nicht wesentlich schwefelhaltiger ist als von Linden, Ahorn und Co.


    Stefan

  • Hallo


    ich habe früher auch meine Honigwaben geschwefelt, aber da war im Frühjahr keine Geschmacksveränderung im Honig zu merken. Ich denke die Honigunverträglichkeit des Edelkastanienhonigs hat mit der spezivischen Zusammensetzung des Honigs zu tun, weniger mit Schwefel. Ich habe zur Zeit die Zusammensetzung des Edelkastanienhonigs nicht zur Hand.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Dieser Imker ist weder Korb- noch Heideimker, also fällt das schon mal weg. Er wandert mit Holz und Kunststoffbeuten quer durch die Lande.
    Ich habe mich in Münster auch nicht verhört, denn auf Nachfrage kam nochmal "Schwefel(n)", aber ohne tiefergehende Erklärung.
    Vorstellen kann ich es mir eigentlich auch nicht, dass Schwefel sich als Schmauch so lang halten und auswirken können soll, falls denn so verfahren würde. Ich konnte mit der Aussage jedenfalls nichts anfangen.


    Ich kannte den Geschmack dieser Sorte vorher nicht, markant war nur der Duft beim Öffnen, so wie Schuhcreme, was mich aber nicht abhalten konnte. Mein Kollege hatte mich schon lang vorher auf so eine Sorte hingewiesen. Das Alter des Honigs... hm.. er war fast "steinhart", konnte nur geschabt oder gekratzt werden, MHD war lang nicht erreicht oder in Reichweite. Seltsamerweise hat meine Frau nichts bemerkt, also wird es wohl (m)eine persönliche Unverträglichkeit dieser Sorte sein.


    Ich kann im Gegensatz zu vielen Anderen auch stickstoffhaltige Verbindungen riechen, manche Leute haben gar keinen Geruchssinn, vllt. besteht da ein individueller Zusammenhang. Die spezielle Zusammensetzung von Edelkastanie lässt sich ja schnell finden. Vllt. findet sich dort der Grund.


    Gruß Andreas

  • Das ist alles recht absonderlich.


    Schwefel - schweflige Säure = an feuchten Oberflächen gelöstes Oxid von Schwefel - ist geschmacklich nicht zu differenzieren. Die Säure ist einfach nur und ausschließlich sauer. Genausosauer wie Zitronensäure. Gerade weil man die nicht schmecken kann, benutzt man die ja.


    Bezogen auf den pH-Wert der gesamten eingenommenen Honigs, fällt Schwefeln auch unter den Tisch. Der Honig wird also nicht verdauungswirksam sauer dadurch. Kein Vergleich mit Orangensaft und dergleichen.


    Ist die Unverträglichkeit auf Edelkastanienhonig wiederholt aufgetreten? Besteht eine Allergie?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry :
    Ich weiß von diversen Allergien, die ich - wie viele Andere für sich - mit mir rumschleppe. Die meisten habe ich schon wieder vergessen, sind die üblichen Verdächtigen wie Gräser, Sträucher, Bäume etc. Allerdings ignoriere ich sie weitgehend, ich "leide" auch nicht dauerhaft oder schwerwiegend darunter, was ich nicht vertrage, lasse ich soweit möglich, weg.


    Gewisse Zutaten vertrage ich nicht, einige kenne ich, andere (noch) nicht. Ich vermute, dass in Edelkastanie eine für mich ungünstige Kombination aus bestimmten Stoffen enthalten ist. Bei stickstoffhaltigen Mitteln an der Werkbank, dreht mein Magen schon mal am Rad, aber die trinke oder esse ich nicht...


    Gruß Andreas

  • Hallo, du bist nicht allein. Hab das selbe Problem. Bei mir wehrt sich alles gegen diesen Honig. Selbst wenn ich nur einen eingetaucht löffel abschlecke.
    Allein um den Geschmack danach loszuwerden hilft nur mehrfaches Zähneputzen und wenn ich doch mehr esse hab ich danach ein komisches Gefühl im Magen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Kann ich gar nicht nachvollziehen. Den einzigen Edelkastanienenhonig den ich bis jetzt gegessen habe war aus Ungarn. Ich konnte nicht mal einen besonders penetranten Geruch oder Geschmack feststellen. Kräftig und lecker.
    Aber ist es nicht so dass oft gesagt wird, dass die Edelkastanie komplett aus dem Volk rausmuss, bevor man zur nächsten Tracht wandert? Etwas weil die so penetrant ist?

  • Also den Edelkastanienhonig den ich bisher hatte hast du im Mund und du verziehst eine Grimasse weil er für mich als bitter wahr genommen wird.


    Damit verdirbt man sich nachfolgende Trachten sollte man ihn nicht komplett entnehmen.
    So ist zumindest mein Empfinden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Meine Mutter isst den jedoch sehr gern und zieht dabei keine Grimasse. Ist aber auch die einzige in der Familie der der schmeckt. Also je nach Geschmacksempfinden und Gusto.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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