Warum kandiert mein Honig nicht?

  • An die Waldhonigspezialisten,


    ich habe noch Waldhonig von Juni 2013. Ich habe schon mit einigen Imkern aus direkter Nachbarschaft geredet und auch schon Honig von denen zugekauft, alles gleichmäßig kandiert.


    Analyseergebnis:


    Wassergehalt: 15,0 %
    Invertase-Zahl: 111,7 U/kg
    HMF: 0,3 mg/kg
    elektrische Leitfähigkeit: 1,09 mS/cm


    Warum kandiert der nicht?


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Es kommt neben der Zuckerzusammensetzung vor allem auch den Wassergehalt an. Wenn der wie in Deinem Fall mit 15% sehr niedrig ist, verlangsamt das das Kristallisieren auf jeden Fall. Und Waldhonig ist natürlich nicht gleich Waldhonig. Und schließlich wäre noch die Frage, bei welcher Temperatur Du den Honig lagerst.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die Annahme, dass trockene Honige langsamer kandierten entspricht allerdings nicht der allgemeinen Lehrmeinung. Es ist umgekehrt.


    Hatten wir hier schon.
    dass auch Wald- und Akazienhonig kandierten kann, ist mir klar gewesen.


    Waldhonige sind per se bekannt, lange flüssig zu bleiben. Manche angeblich eben sehr lange. So einen wirst Du haben.
    So meinte ich das:wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Simon
    Kommt noch. Vielleicht ist auch viel Akazie drin.
    Liegt auch ein bisschen an der Lagertemperatur.


    Komischerweise hatte ich mal den Fall.
    Der Honig bei 10-15 Grad im Keller ist 4 Wochen früher kandiert, als der der 20 Grad gelagert wurde.

  • Freu dich darüber. Ist wie schon geschrieben ganz normal, hab selbst Waldhonig/Tannenhonig der über Jahre flüssig bleibt. Manche fangen dann an nur von der Mitte unten an zu kristallisieren. Und selbst das Durchkristallisieren kann lange dauern.
    Ich vermute es hängt damit zusammen wie rein dein Läusenektar ist. Wurde nebenbei noch Waldblütenhonig eingebracht hast du zusätzlich einen Kristallisationsbeschleuniger im Honig, teils auch durch den mit eingetragenen Pollen bedingt. Je reiner dein Läusenektar ist umso länger sollte er flüssig bleiben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

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  • Freu dich darüber. Ist wie schon geschrieben ganz normal, hab selbst Waldhonig/Tannenhonig der über Jahre flüssig bleibt. Manche fangen dann an nur von der Mitte unten an zu kristallisieren. Und selbst das Durchkristallisieren kann lange dauern.
    Ich vermute es hängt damit zusammen wie rein dein Läusenektar ist. Würde nebenbei noch Waldblütenhonig eingebracht hast du zusätzlich einen Kristallisationsbeschleuniger im Honig, teils auch durch den mit ein gerade Nebenbeigesagt Pollen bedingt. Je reiner dein Läusenektar ist umso länger sollte er flüssig bleiben.


    Diese Aussage unterstütze ich voll und ganz.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Simon,


    wir haben gestern Waldhonig aus 2013 gefüllt und er ist immer noch flüssig, genau wie der Akazienhonig.


    Unser Waldhonig stammt aus der Stadt Magdeburg (aus den verläusten Linden). Waasergehalt ist 15,9. Bis gestern waren die Eimer im dunkelen kühlen Keller gelagert.


    Vielleicht spielt die Blatttrachtquelle eine Rolle, denn die Läuse sind ja unterschiedlich und produzieren unterschiedliche Zuckerarten.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hast Du aus der Linde einen reinen Honigtauhonig geerntet? Das habe ich bisher trotz reichlich Linden noch nie. Bei mir flogen die Bienen bisher immer nur zu Blüte in die Linde.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,


    ja im Jahr 2013 konnte ich "reine" Akazie und "reinen" Tauhonig aus der Linde ernten. Es war aber ein Ausnahmejahr, das nicht oft vorkommt. Dank Hochwasser an der Elbe, standen viele Bäume bis zur Hälfte unter Wasser und haben unter der Sonne viel gehonigt.
    Ich habe bei Dadant die üblichen Halbwaben mit 141 mm im Honigraum, die die Ernte von Sortenhonig erleichtern, und habe in diesem Jahr 4x geschleudert, um Sortenhonige zu bekommen. Vor der Akazie war Frühtracht (mit Weide, Obst, Spitzahorn), dann Akazie (und vielleicht kam Rosskastanie dazu, ich weiß es nicht genau, nur der Honig ist immer noch seit 2 Jahren flüssig und hat nen leichten grünen Stich), dann kam Lindeblütenhonig und dann kam der Waldhonig aus Lindentauhonig. Die Läuse haben sehr gepieselt, darunter klebte der Boden wie verrückt und nicht alle Völker (Linien) haben diese Tracht wahrgenommen, obwohl die klebrigen Linden nicht weit davon waren.


    Also wenn deine (Winter)linden nach der Blüte richtig kleben und deine Bienen sich für den Tauhonig nicht interessieren, dann empfehle ich dir eine neue Linie zu testen. Ich meine mit Absicht "Linie" und nicht "Rasse". Meine Meda (Buckfast) war bei der Lindenwaldhonig die fleißigste, andere Linien, die direkt daneben standen, haben diese Tracht nicht mitbekommen, trotz Verflug durch Reihenstellung :)


    P.S. Mit meinen Linien meine ich auch nicht die Reinrassigen, denn meine Wirtschftskö sind standbegattet.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

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  • Vielen Dank schon mal. Akazie gibt es bei mir nicht. Es ist dunklich / rötlich, malzig, würzig schmeckender Waldhonig :wink:


    simon : wie war der Weg des Honigs nach der Schleuderung?


    Doppelsieb --> 12,5 kg Eimer --> Lagerraum (Im Sommer vermutlich 15 - 20 Grad, im Winter 0 bis 5 Grad)


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)