Bayer mal wieder


  • Hallo Christoph,
    so hab ich das auch nie verstanden und ich hab in dem Zusammenhang auch noch nicht erlebt das jemand das Varro-Problem leugnet. Das gibt es sicher und auch Behandlungsfehler wird es nicht wenige geben. Die ergeben sich vermutlich schon zwangsläufig durch diverse Empfehlungen die sich am Kalender orientieren und die regionalen Unterschiede außen vor lassen.
    Nur kann einer alles richtig machen und steht dennoch im Herbst bzw. im Frühjahr vor dem Scherbenhaufen...jung, alt und mittelalte Imker kann es gleichermaßen treffen.
    LG
    Andreas

  • Hallo wald&wiese,
    B4 heißt nochmal was? Wenn nach 48 Stunden noch 51 von hundert Bienen mit dem Flügel zucken (die Definition Leben ist sehr wage) ist die welt in Ordnung...
    Ob man da von Bienenunschädlichkeit sprechen kann/darf liegt sicher im Auge des Betrachters.
    Wie Thaicloprid auf Bienen wirkt ist in den beiden folgenden Links mal grob dargestellt
    http://www.neurobiologie.fu-be…20Woche%20Berlin_2014.pdf
    http://www.cbgnetwork.org/3482.html



    Ich gehe mal davon aus das man Menzel und Tennekes nun nicht als ahnungslose Ökoterroristen bezeichen kann...
    Ob es die richtige Herangehensweise vom BUND ist vermag ich nicht zu beantworten, aber die Werbung von Bayer hat eines mit der von Red Bull gemein... Energy-Drinks können durchaus bei Kindern manches mal Flügel verleihen... dazu muss man allerdings dann an Engel glauben...
    LG
    Andreas

  • INSEGAR war anfangs auch B4


    Das ein Bienenvolk einen gewissen Schaden ab kann, ist ja nichts neues und das Grundprinzip der B4 Einstufung.
    Und es gibt Situationen, wo die Prüfung nicht unbedingt die Eigenheiten des Wirkstoffes berücksichtigen.
    Siehe INSEGAR, da wurde nicht auf die Brut geachtet und es bekam B4! Die Folgen waren Katastrophal


    Also um es auf den Punkt zu bringen, die Zulassungskriterien gehören eigentlich immer auch den Effekten der (neuen) Wirkstoffe angepasst bzw. diese gehören mit berücksichtigt. Derzeit erkenne ich dies aber nicht!
    Sonst hätte die BBA (Vorgänger vom JKI) schon ab September 2002 reagieren müssen und Auflagen für die Saat von Mais machen müssen! oder eben Thiacloprid in B1 oder B2 Einstufen müssen.
    Schau dir doch mal das Datenblatt an! NN410 was sagt das?
    Mir sagt das genug


    es gibt aber auch noch ein weiteres
    Selbst wenn das nicht unbedingt B1 oder B2 ist, gehören diese Gifte nicht in die Hand von Hobby-Gärtner und frei verkäuflich im Baumarkt. Nicht umsonst muss ja ein Landwirt einen Sachkundenachweis haben.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

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  • Moin, moin,


    eine Sachkunde, die man erst nachweisen muss, ist ja demnach nicht offensichtlich vorhanden...


    Und nein, kein vernünftiger PSM-Kritiker bestreitet die Milbe, oder dass sie ein Problem darstellt.


    Die Schwierigkeit besteht darin, vernünftige PSM-Befürworter zu finden, mit denen ein Diskurs möglich wäre. Statt dessen gibt es Propagandaredner, die dafür bezahlt werden, die Imker als inkompetent darzustellen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ein Artikel, in dem die Zulassungsmethodik für PSM dargestellt wird, war in der "Biene" vom April 2014 zu lesen. Hat ein Herr Pistorius vom JKI verfaßt. Die LD50 Versuche werden mit dem schieren PSM gemacht, das aber so nicht ausgebracht wird. Und es sind nicht die einzigen Versuche, die bis zur endgültigen Einstufung gemacht werden. Die 51% noch zappelnder Bienen als das einzige Kriterium für Bienegefährlichkeit sind demnach genauso unwahr wie der hohe Eisengehalt von Spinat. Aber wer weiß, vielleicht hat Bayer ja das JKI infiltriert. Vielleicht geht Klockgether immer mit den PSM-Prüfern Golf spielen oder sowas, wer weiß?


    Die Sachkunde muß leider im Fall des Baumarktes nur der Verkäufer besitzen, nicht der Anwender. Ich erinnere mich dabei immer an unseren Nachbarn, der von seinem Gärtnermeister (!) "Roundup light" (dat gibbet gar nicht) bekommen hat. Nur ne kleine Flasche, für lau. Und mir dann freudestrahlend erzählte, wie toll das Zeug gegen das fiese Unkraut in den Pflasterfugen gewirkt hat. Die Freude fiel schlagartig aus dem Gesicht, als ich ihm sagte, daß er damit ne Ordnungswidrigkeit begangen hätte. Und sein Gärtnemeister gleich mit. Und ob er mir die 50.000 € Höchststrafe lieber als Schweigegeld zahlen wollen würde oder doch lieber als Bußgeld ans Gericht.....

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  • ..Aber wer weiß, vielleicht hat Bayer ja das JKI infiltriert...


    mmmhhh, dann wäre der nächste Schritt dass das JKI mit Geldern von Bayer ein eigenes Bieneninstitut gründen muss:roll:
    Die vorhanden wären ja dann zu offen...


    ach welche Gedanken kommen einem Drohn immer nach der Morgenmeditation:lol:


    dD

  • Und mir dann freudestrahlend erzählte, wie toll das Zeug gegen das fiese Unkraut in den Pflasterfugen gewirkt hat. Die Freude fiel schlagartig aus dem Gesicht, als ich ihm sagte, daß er damit ne Ordnungswidrigkeit begangen hätte. Und sein Gärtnemeister gleich mit. Und ob er mir die 50.000 € Höchststrafe lieber als Schweigegeld zahlen wollen würde oder doch lieber als Bußgeld ans Gericht.....


    Das dürfte ziemlich unmöglich sein, nachzuweisen, welcher der Anlieger für den erhöhten Glyphosatgehalt im angrenzenden Bach verantwortlich ist. Oder ob das Gift über unterirdisches Schichtenwasser von weiter entfernt liegenden Landwirtschaftsflächen kommt. Ist Dir ein Fall bekannt, dass da jemandem eine Strafe aufgebrummt wurde, das interessiert doch maximal die Bachflohkrebse, wer da was unsachgemäß angewendet hat. Sauladen!


    Gruß Sven

  • Moin, moin,


    nein, natürlich ist das nicht das einzige Kriterium. Das behauptet aber auch keiner. Die LD50/48 steht aber an der Basis und ist die Grundlage für die Einstufung. Bei einem Insektizid ist zu erwarten, dass es für Insekten giftig ist. Und im Gegensatz zum Eisengehalt des Spinates sollte man erwarten, dass sie korrekt bestimmt wurde. Das ist bei anderen Zahlen im Rahmen der Zulassung offenbar nicht der Fall. Und ja, es wird der Versuch mit dem reinen Wirkstoff durchgeführt, nicht mit dem fertig formulierten PSM, und schon gar nicht mit der Tankmischung.


    Es ist nun aber so, dass die Hilfs- und Zusatzstoffe das Gift in der Regel nicht harmloser machen, sondern besser anhaftend, UV-stabiler, oft auch wirksamer und daher giftiger. Für Tankmischungen gilt dies erst recht.


    Und es bleibt im Kern bei der Ansage, dass Flugbienenverluste von den Völkern ausgeglichen werden und 30% der Flugmannschaft eines Spritztages dann zwar bedauerlich, aber zu verkraften sei...


    Der wesentliche Punkt jedoch ist, dass die Einstufung aufgrund der akuten Giftigkeit der Tücke der modernen Gifte nicht gerecht wird. Ein Beispiel sind Häutungshemmer, von denen die Zulassung annahm, sie seien für Bienen irrelevant, weil erwachsene Insekten keinen Schaden nehmen, den die Hersteller hätten feststellen können. Dass sie in den Stock eingetragen werden, hatten die nicht bedacht oder nicht bedenken wollen, und das Zulassungsverfahren fragte nicht danach.


    Neonicotinoide haben auf soziale Insekten akut subletale Wirkungen, die aber in der Folge das ganze Volk töten, in dem sie das Sozial- und Hygieneverhalten stören und die Krankheitsabwehr verhindern. Das war den Herstellern klar, für die Bekämpfung von Termiten bewerben sie diese Wirkung. In der Zulassung als Beize oder als Spritzmittel spielte diese Wirkung keine Rolle.


    Mit anderen Worten: es geht nicht darum, dass das Zulassungsverfahren die LD50/48 nur als Grundlage benutzt, die mögliche Wirkung der Wirkdosis auf Bienen zu bewerten, es geht darum, dass die die akute Giftigkeit für Flugbienen allein keine ausreichende Basis für die Bewertung ist.


    Es geht auch nicht darum, zu streiten, ob 3000 oder 5000 Seiten Ergebnisse zur Zulassung vorgelegt werden müssen, es geht darum, dass die nachvollzogen und in der Regel überprüft werden, und dass offenbar unzutreffende Angaben in diesen Unterlagen Konsequenzen haben.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo granit,
    die Aussage kann ich so nicht stehen lassen und zitiere mal einen Text

    Zitat

    Das Testprogramm beginnt mit einer Laborprüfung zur Ermittlung der akuten Toxizität von Wirkstoffen bzw. zubereiteten Pflanzenschutzmitteln bei oraler Aufnahme und Kontakt. Für diese beiden Expositionswege wird jeweils der LD50-Wert ermittelt. Die LD50 ist die Dosis, bei der 50 % der Versuchstiere sterben; sie ist eine Maßzahl, die den Vergleich der Toxizität unterschiedlicher Mittel ermöglicht und die außerdem eine Entscheidung erlaubt, ob eine Fortsetzung der Prüfungen im Halbfreiland (Flugkäfige) oder im Freiland vorgenommen werden muss. Hierzu werden die ermittelten LD50-Werte, als Maß der Toxizität, zur höchsten für die Anwendung des Mittels vorgesehenen Aufwandmenge, als Maß der Exposition, in Beziehung gesetzt:


    Schädigungsquotient (HQ) = Aufwandmenge [g/ha] / LD50 [µg/Biene]
    Für diesen Schädigungsquotienten (engl.: Hazard Quotient) ist nach einer Überprüfung der Auswirkungen von 82 Pflanzenschutzmitteln international ein Schwellenwert von 50 festgelegt worden. Liegt der HQ-Wert für die orale und die Kontakt-Toxizität unter 50, so kann das geprüfte Mittel auf Grundlage der vorhandenen Datenbasis bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft werden.

    Weitere Tests, wie Du sie hier ansprichst sind erst nötig wenn der LD50 Wert über dem Schädigungsquotienten liegt und dann ist das Mittel auch nicht mehr B4.

    Die Fütterungsversuchsmethode für Bienenbrut nach Oomen et al. stammt aus dem Jahre 1992 und wurde erst 2013 durch einen in-vitro-Larventest ergänzt, der Praxisnahe Bedingungen schaffen soll.

    All diese Tests beziehen sich allerdings nur auf die Einzelwirkstoffe, Wechselwirkungen mit anderen Stoffen werden im Zulassungsprozess in keinster Weise berücksichtigt.
    Es gibt neben den Informationsmaterial für Imker zahlreiche wissenschaftlichen Studien zu dem Themen, der Drohn kann sicher mit einigen Links aushelfen, die nachteilige Wirkungen auf die Bienen und auch die Brut aufzeigen, was wiederrum darauf schließen lässt das die Füterungsversuche mit kontaminierten Zuckerwasser nicht geeignet sind um die tatsächliche Wirkungsweise im Bienenvolk abzubilden.
    Ob und inwieweit der neue in-vitro-Test da Abhilfe schafft bleibt abzuwarten, denn die damit zugelassenen Mittel sind noch nicht bzw. nicht lange genug auf dem Markt.

    LG
    Andreas

  • Leute ihr braucht euch nicht zu zerfleischen was der Pistorius da alles an Dinge aufgezählt hat und ist im Grunde auch total egal, wie umfangreich die Tests zum Erlangen einer Einstufung sind.


    Bei einem Schaden wird nur nach dem LD50 Wert geschaut! und nichts anders zählt dann!


    Wer es nicht glaubt kann ja den Pistorius fragen und die Antwort hier einstellen.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!