Unerklärliche Gewichtsveränderung nachts? Kein Schnee, Katze etc.!

  • Hallo,


    mein Stockwaagenvolk hat am 4. Februar eine für mich nicht erklärbare Gewichtsveränderung von gut 600 g gezeigt (siehe Bild).
    In den Folgetagen hat sich das wiederholt, wenn auch nicht mehr so deutlich.


    Mir sind Gewichtsveränderungen durch Regen, Schnee, aufspringende Katzen, aus- und einfliegende Bienen mit Tracht oder beim Abkoten BEKANNT.
    Alles das liegt definitiv diesmal NICHT vor.


    Die Auffälligkeiten:


    Gewichtszunahme um gute 600g, was ja doch signifikant ist.
    Gewichtszunahme allmählich über Stunden.
    Gewichtszunahme ungefähr negativ korreliert mit dem Absinken der Temperatur.
    Gewichtszunahme NACHTS, Höhepunkt gegen 4:30 Uhr.
    Wieder Gewichtszunahme allmählich über Stunden bis Vormittag.


    Ich vermute einen Zusammenhang mit STARKEM Frost - denn diese Woche gab es mehrere Tage lang stärkeren Frost zwischen -10°C und -17°C, an diesem Tag < -15°C.
    Allerdings hatten wir schon Ende Dezember kurzfristig sogar noch niedrigere Temperaturen, doch da gab es das Phänomen NICHT!


    Die in der Grafik angezeigte Temperatur beschreibt die Temperatur direkt unter den Bienen an der Waage, sie ist daher viel höher als in der freien Luft der Umgebung. An dieser Stelle wurden nur in dieser Woche und Ende Dezember Werte nennenswert unter Null Grad gemessen, davor waren es durchgängig meist immer nur ganz knapp darunter, meist aber knapp darüber.


    Ich dachte zuerst an Reif - immerhin ist diese Beute mit einer Platte von 1,7m2 abgedeckt, da kommt schon bei Regen mehr als 1kg Wasser dazu.
    Doch Reif hatte ich schon den ganzen Winter über, ohne dass sich so eine Gewichtsveränderung ergeben hätte.
    Ganz aufgegeben habe ich diese Theorie dennoch nicht, doch warum gab es das Phänomen bisher nicht so deutlich, warum nicht Ende Dezember bei ähnlicher Kälte?


    Wer hat noch Ideen, was da vorliegen könnte?


    Hinweis 1: Die tatsächliche Temperatur liegt viel tiefer, da die rote Kurve von der Beute geschützt entsteht!
    Hinweis 2: Die Gewichtsabnahme ab etwa Mittag hängt mit abschmelzendem Schnee (sonnig!) auf der Beutenabdeckung zusammen und ist normal.



  • Reif ist durchaus denkbar - der hängt ja nicht nur von der Temperatur ab, sondern entsteht nur, wenn auch ausreichend Luftfeuchtigkeit kondensieren kann - wir haben jetzt z. B. jeden Morgen wunderschönen Raureif, nach den ersten "richtigen" Frostnächten war das nicht so.


    Auch auf Schnee bildet sich der Raureif und zwar nicht zu knapp - ich sehe das jeden Morgen wenn ich zum Hühnerstall raufstapfe, das sieht aus wie geschneit ...

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Reif wiegt, deshalb denke ja auch ich in diese Richtung!


    Um so unerklärlicher ist das aber hier, den ausgerechnet diese besonders kalten Nächte hatten ja eher weniger Reif, da die Luft besonders trocken war.
    Schneebedeckt war (und ist derzeit noch) die Beutenabdeckung in allen stärkeren Kaltphasen in diesem Winter.
    Die Beute steht aber unter einem Hollunderstrauch, ist also gar nicht so stark vom Reif betroffen wie die freie Fläche.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet


    ich kann mir gut vorstellen, das sich im Bienenstock langsam Eis gebildet hat, durch die Wärme aus der Winterkugel. Um die Mittagszeit bei höheren Temperaturen ist es den Bienen gelungen das Eis zu erwärmen und die Feuchtigkeit aus der Beute zu fächeln, plus äußerliche Feuchtigkeit wie Schnee oder reif.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Hornet


    ich kann mir gut vorstellen, das sich im Bienenstock langsam Eis gebildet hat, durch die Wärme aus der Winterkugel.


    Aber 600g?


    Wäre das Eis aus der Atemluft der Bienen, würde das ja bedeuten, dass MINDESTENS 600g Wasser "ausgeatmet" wurden, eher mehr, da sich ja nicht alles niedergeschlagen haben muss.
    Da die Bienen das Wasser nur aus dem Futter entnommen haben können, würde das einen noch um ein Vielfaches von 600g höheren Futterverbrauch bedeuten.


    Momementan verliert das Volk seit Jahresbeginn aber nur rund 50g Gewicht pro Tag.


    Ich bin immer noch erstaunt.
    Das müssten doch andere Stockwaagenbesitzer eigentlich auch schon beobachtet haben?

  • Ich hatte schon Eiszapfen in der Beute von erheblichen Ausmaß die schon am Flugloch sichtbar waren.
    600 Gramm sind 3 Eisriegel zum Vergleich. Wenn dann noch eine Volie drauf ist und die Beute braun gestrichen ist und von der Sonne beschienen wird kann es schnell zum Abtauen kommen und das Wasser unten rauslaufen. Kontrolliere mal, zu welcher Zeit das war.
    Gruß Peter
    Genau zur Mittagszeit war die Abnahme, also korrekt.

  • Ich denke eher das die Feuchtigkeit von außen kommt und bei Somnnenschein zu Mittag, löst sich die Wintertraube auch schon mal ein wenig auf, ob das zum fächeln reicht weis ich auch nicht. Vielleicht tropft oder verflüchtigt sich die Feuchtigkeit, dann auch aus der Beute, durch die Sonneneinstrahlung. Ist ja auch nur eine Vermutung.
    Bei mir war jetzt einmal der gesamte Varroaschieber in der Segeberger voll Wasser, durch Regen, wenn da ein günstiger Zug vorhanden ist kann das Wasser vielleicht auch wieder verdunsten. Ich habe es ausgegossen .

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    bitte schaut mal die Grafik nochmal genau an!


    Das Gewicht nimmt ab 22 Uhr zu und bereits ab 5 Uhr nachts wieder ab! Das hat bei Temperaturen von etwa -15°C ganz bestimmt nichts, aber auch gar nichts mit Abtauvorgängen zu tun. Jedenfalls nicht von Reif außen und wohl in diesen Mengen auch nicht von Eis innen. Zumal ja immer gesagt wird, die Bienen heizen nur die Traube, nicht den Raum drum herum!


    Um 5 Uhr ist es noch 2 Stunden lang dunkel (7 Uhr) und bis die Sonne die Beuten erreicht dauert es nochmals mindestens 3 Stunden. Dann ist es 10 Uhr und bis dahin war der größte Gewichtsverlusts bereits geschehen.


    Um 10 Uhr hatten wir an diesem Tag aber noch unter -8°C, selbst die Waage, geschützt unterhalb der Beute hatte zu diesem Zeitpunkt noch -6°C.
    Da taut meiner Meinung nach gar nix.
    Allerhöchstens im direkten Umfald der Traube.
    Bei 600g müsste die dann aber voll im Eis gehangen haben.


    Und es ist mir weder erklärlich, warum sich soviel Eis innerhalb von wenigen Stunden ausgerechnet nachts um eine ruhende Traube bildet, nur um dann in der selben Nacht wieder abzutauen, noch bevor Wärme von außen kommt.

  • Grüß Dich, hornet


    Ich habe das bei meiner Waage in 3 Jahren noch nicht erlebt.
    Kann Dir leider nicht helfen
    Peter, wo siehst du 19°C Innentemperatur?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Mal an einen Messfehler gedacht, der temperaturabhängig ist? Vielleicht aufgrund eines Einbruchs der Versorgungsspannung? Kann die Batterie so niedrige Temperaturen? Wird die Spannung mit aufgezeichnet? Kriechströme in einer feuchten Elektronik?


    Oder drückt Wind auf die Beute? (Dass das 600g ausmachen kann und zu so einer regelmäßigen Kurve führen kann glaube ich aber nicht)


    Der Möglichkeiten sind viele.



    Gruß aus dem kalten Süden,
    und es möge Frühling werden

  • Die Abnahme beginnt 8.00 , Mittag 13,oo die größte . Innentemperaturen 19 Grad da kann alles abtauen. Vieleicht hast Du noch andere Fehlerquellen.Peter


    Hallo Peter,


    du betrachtest nur die grünen, grob aufgelösten Balken, ich die lila Kurve mit dem aufsummierten Gewichtsverlauf. Aber egal, die große Gewichtsabnahme um 13:00 Uhr ist natürlich Schneeschmelze, aber zu dem Zeitpunkt waren die 600g, um die es mir geht längst Geschichte.


    Die Innentemperatur hat zwar 19°C Mittags erreicht, doch auch die gesamte Nacht vorher und und auch die anderen Nächte vorher hat sie sich um etwa 17-19°C herum bewegt, schon seit Wochen fast unverändert, nur mit Spitzen zur Mittagszeit an warmen, sonnigen Tagen.


    Apibus :
    Andere Fehlerquellen kann ich natürlich nicht ausschließen, ebenso wenig wie andere, mir noch unbekannte Gründe.


    Eine andere, baugleiche und gleich alte Waage des selben Herstellers in der Nähe zeigt dieses Verhalten übrigens NICHT, das Volk dort ist allerdings wesentlich kleiner.


    Wind scheidet bei mir völlig aus, die Waage steht absolut geschützt.


    Messfehler, noch dazu temperaturabhängige wären natürlich denkbar und blöde, aber wenn sie nur bei stärkerem Frost auftreten verschmerzbar.


    Spannungsaufzeichnung erfolgt wohl nicht, aber eine Anzeige der aktuellen Spannung zum Zeitpunkt der Datenaktualisierung. Da steht 3,00 V und das Symbol ist grün - offenbar also OK.
    Was während der betreffenden Nacht war, weiß ich nicht.


    Aber die Waage steht mit Sicherheit wärmer und geschützter als wenn sie irgendwo drauße im Feld stünde.
    Außerdem ist sie noch kein Jahr alt.


    Werde das aber mal näher beobachten und auch den Hersteller befragen.

  • Meßfehler - kann es sein, dass irgendwo an der Waage gefrierendes Eis Raum beansprucht und somit eine scheinbare Zunahme angezeigt wird?

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de