• (Blühtage x Blütenzahl/a (Zahl pro Ar) x Zuckerwert)/(Entfernung vom Bienenvolk in Metern)


    Das sind sicher die wesentlichen Faktoren. Aber es sind Faktoren, die wiederum in Anhängigkeit von anderen Fakoren (z.B. Temperatur und Wasserversorgung) stehen. Und zähl man die Blüten!


    Die Formel besagt also u.a.:
    1. Bienen ziehen eine Trachtquelle ceteris paribus vor, wenn sie näher am Stock liegt.
    2. Je mehr Blüten, um so mehr Nektar (Wer hätte das gedacht?)
    3. Je länger die Blühdauer, um so besser (Wären wir auch so drauf gekommen!)
    4. Je höher der Zuckergehalt um so lieber (Wussten wir auch).


    Also nichts Verwertbares außer Selbstverständlichkeiten.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ja Wolfgang, das kann man so sehen.
    Aber Henrikes Frage war, wie man Trachten für einen Standort konkret bewertet. Das klingt für mich nach quantifizierbaren Werten. Und die liefert die Formel.
    Gleim gibt da mehrere Beispiele. Für den Musterstand ergeben sich dann z.B. für ein 200m entferntes Rapsfeld 9729 Punkte, für genausoweit entfernte Schneebeeren 45 Punkte.
    Ich meine nur, dass (wie du ja auch bemerkt hast) z.B. die klimatischen Rahmenbedingungen nicht erfasst werden, und außerdem stehe ich mathematischen Formeln im Zusammenhang mit komplexen Vorgängen im "echten Leben" sehr zurückhaltend gegenüber.


    Grüße,


    Thomas

  • Hallo Freunde,
    wenn man wirklich einzelne, bzw. Kleingruppen von Bäumen und andere Trachtquellen quantifizieren will, ist diese Formel, auch wenn sie logisch ist, sicherlich eine Hilfe. Allerdings ergibt sich aus der wichtigen Entfernung zum Stand eine Variable, die für jeden Imker eines Vereines z.B. sehr unterschiedlich ist. Ich denke andersrum. Wenn ich die Tracht eines Standortes bewerten will, muss ich wohl in den Honigraum sehen bzw, auf die missbrauchte Badezimmerwaage meiner Frau, wenn der Eimer mit der Honigernte draufsteht. Geteilt durch die Anzahl der Völker dort, ergibt es einen Durchschnittswert für eben dieses Jahr.
    Das ist vielleicht nicht so sexy wie eine Kartographie, aber die Realität. Und für eine schöne Tabelle im Vereinshaus mit Meisterschaftspokal- und Feier ist es auch geeignet. Was Zählbares, das liebt der Imkersportler :-).
    Viele Grüße
    Der andere Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenköniggibmirhonig () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Ja genau.
    Mit der Formel lässt sich bestimmen, ob sich ein Standort eignen könnte.
    Ob er sich wirklich eignet, zeigt der Honigertrag und da wird ein Jahr nicht ausreichen, um verlässliche Aussagen zu bekommen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Jein, ob sich ein Standort eignet, könnte ich auch einfach anhand der üblichen Pollen- und Nektarwerte der vorhandenen Gehölze ablesen. Das zeigt dann die generelle Verfügbarkeit über die Monate und vielleicht reicht das auch schon aus. Ob die Pflanzen tatsächlich aber auch angeflogen werden, sehe ich -klar, am Honigertrag bzw. über eine Analyse des Honigs.


    Ich wollte meinen Vortrag mit dem Recht schnöden Thema "Trachtgehölze" (nicht selbst ausgesucht :)) durch irgendwas praktisch anwendbares aufpeppen. Ich dachte da an die Auswertung der schon erwähnten Kartierung durch eine Grafik, Kurve o.ä. zur Entwicklung der Tracht zwischen März und Oktober. In meiner Vorstellung war das alles ganz easy und schnell gemacht... wie das immer so ist.
    Die Trachtformel ist vielleicht ein bisschen theoretisch, bestätigt aber meine Überlegungen und ist vielleicht auch hilfreich bei der grafischen Darstellung, danke dafür.


    Viele Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Ich weiß nicht, ob der Aufwand dafür lohnt, aber vllt. kann dir Dorothea Lüken vom BI Celle dazu einige hilfreiche Infos, oder wenigstens allgemeine Hinweise für dein Thema geben. Sie hatte in Oldenburg beim Imkertag einen sehr interessanten Vortrag dazu gehalten. Es ging speziell um den Vergleich Stadt-/Land- und Wanderstände incl. der Laborauswertungen der Einträge und einiges mehr. Auch Distanzen, Umgebungen aber vor allem die lokalen Trachtquellen der Umgebung wurden dabei berücksichtigt.


    Gruß Andreas

  • Hallo,


    eine Robinie soll lt. Wikipedia-Artikel über die Robinie im Durchschnitt ca. 1 kg Honigertrag bringen. Mir scheint, damit ist möglicherweise der Ertrag gemeint, den der Imker abgreifen kann, die Bienen haben aber noch mehr gesammelt (und einen Teil selbst verbraucht). Außerdem ist von durchschnittlich die Rede, und wir wissen ja, wie stark der Ertrag u.a. in Abhängigkeit vom Wetter schwanken kann. All das könnte erklären, warum anderswo auch mal davon die Rede ist, dass ein großer Baum ca. 10 kg Honig bringen kann.


    Bei Linden ist es ähnlich, scheint mir. Wurde hier im Forum schonmal diskutiert: Wieviel Nahrung gibt ein Lindenbaum?


    Trotz aller Unsicherheiten finde ich diese Information über die Größenordnung, in der sich der Honigertrag pro Baum bewegt, recht interessant. Hätte nicht gedacht, dass z.B. ein einzelnes Bienenvolk um die 20 Bäume brauchen dürfte, um eine Zarge mit Honig zu füllen. Und die z.B. die Linden, die hier in der Stadt als Straßenbäume stehen, sind ja keine so besonders großen Exemplare, wahrscheinlich braucht es da noch deutlich mehr Bäume für den Ertrag.


    Grüße,
    Robert