Imker- Bauern ohne Land!?

  • Wie viel ha Lw genutztes Land besitzt ihr? 101

    1. 0-1 ha (76) 75%
    2. 1- 3 ha (7) 7%
    3. 3- 5 ha (5) 5%
    4. 5- 7 ha (3) 3%
    5. 7- 10 ha (5) 5%
    6. 10-15 (1) 1%
    7. 15- 25 ha (1) 1%
    8. 25- 35 ha (1) 1%
    9. 35- 50 ha (1) 1%
    10. >50 ha (1) 1%

    Hallo,
    Da ja ab und zu der Spruch: "Imker sind Bauern ohne Land" fällt wollte ich diese Behauptung mal mit ein Paar Zahlen überprüfen.
    Deshalb die kleine Umfrage wie viel Land ihr den Beseset.


    Interessieren tut es mich deshalb, weil viele über die Landwirte (in meinen Augen auch durchaus berechtigt) schimpfen und es sich Wege finden lassen könnten um quasi als Imker selbst aktiv zu werden und die Agrarstruktur zu verändern.


    Konzept habe ich kein konkret. Dazu möchte ich erst die Umfrage auswerten, aber mir strebt sowas vor, dass alle Imker ihre Flächen zusammenlegen und quasi einen öko Hof gründen.


    Gruß Jakob

  • Hallo Jakob,


    musst halt mal durchrechnen, ob sich das lohnt und was ihr (als Erzeugergemeinschaft) bereit seit zu leisten. Der Pachtzins pro Hektar dürfte sich je nach Bundesland im Bereich der gezahlten Subventionen bewegen.


    1ha Phazelia gibt 1000 kg Honig


    Wenn der Simmerl keinen Unsinn geredet hat, sind allein durch den Honig Einnahmen in Höhe von 6000,- Euro pro Hektar möglich, wenn man 6,- Euro pro KG Honig zugrunde legt. Dazu ggfls. Einnahmen durch Saatguternten. Keine Spritzerei, dadurch insgesamt viel weniger (Varroa- und Behandlungs-) Probleme bei den Bienen. Qualitativ sehr hochwertiger und unbelasteter Honig, was den Ärger der Kollegen auf sich ziehen würde, die die Spritzerei im Flugradius ihrer Bienen nicht unter Kontrolle haben und dann ggfls auf ihrem Honig sitzen bleiben.


    Müsstest halt mal die Ausgabenseite unter die Lupe nehmen, ob da unterm Strich was übrigbleiben kann, wenn man 10 Völker pro Hektar aufstellt.


    Gruß Sven

  • Die Pachten die ich kenne liegen zwischen 20€ und 1000€ pro ha. Alles je nach Region und Boden. Es geht halt einfach um die bereitstellung von Boden.


    Wir Imker können halt nicht nur fordern, sondern wir sollten selbst aktiv werden, das ist unsere größte Chance.


    Mal ein Beispiel wie es nicht funktioniert. Unser Voreinsvorsitzender (Landwirt) hat zur Imkerversammlung mal zwei Vertreter von BASF eingeladen. Der Imker der am meisten geschimpft hat verpachtet sein Land (nicht gerade wenig) an die LPG die den Senf am Nachmittag samt Bienen mulcht und PSM auf Teufel kommt raus verwendet, weil die windigen Verkäufer es so raten.

  • ah ja,
    warum wird der Bauer ohne Land, also mit 0 ha, mit denen die Land haben, z.B. 1 ha, in die gleiche Kategorie gesteckt?
    Sehr aussagekräftig.


    Viele Grüße aus Oberbayern


    Philipp



    Leider habe ich beim erstellen vergessen kein Land als Option anzugeben. Vlt kann das ein Mod noch ändern :/

  • Hallo GM,


    nö, aber möglicherweise 400 € für einen unbestellten Hektar, für 3.600,- Euronen bestell ich den ha selbst. Wobei sich ein einziger Hektar nicht lohnt. Eben wegen der Schnorrer. Das sollten schon größere zusammenhängende Flächen sein.


    Gruß Sven

  • Hallo GM,


    nö, aber möglicherweise 400 € für einen unbestellten Hektar, für 3.600,- Euronen bestell ich den ha selbst. Wobei sich ein einziger Hektar nicht lohnt. Eben wegen der Schnorrer. Das sollten schon größere zusammenhängende Flächen sein.


    Gruß Sven


    Wie kommt man auf 3600€? Soviel gibt man nichtmal annhähernd für Hybridsaatgut, Dünger und PSM aus.

  • Ja genau, die 4.000 € hatte ich absichtlich in den Wucherbereich gesteckt, wenn dann noch 6.000 € an Honig Ertrag eingefahren werden passt es doch - oder?


    Ich sag jetzt mal nur 2.000 € Gewinn :loll:


    Aber mit den 4.000 € könntet Ihr fast jeden Acker pachten und der wird so bearbeitet wie es gewünscht wird. Und das noch ohne das Ihr etwas machen müsst.


    Aber wie Maybee bereits festgestellt hat - es reicht nicht wenn einer alleine einen Hektar pachtet - es sollten mehr sein und vorallem müssten sich auch die Schnorrer dran beteiligen.


    Es ist eben leider nur wieder Idealismus und da bekommst keine Unterstützung von Egomanen. Im übrigen sollten 2.000 €/ha reichen, wennst im Frühjahr zahlst - und das ertragsunabhängig. So ungefähr ist auch das Ergebnis beim Mais in Nordbayern ohne die entstehenden Kosten zu berücksichtigen.
     
    Gruß GM

  • Im übrigen sollten 2.000 €/ha reichen, wennst im Frühjahr zahlst - und das ertragsunabhängig. So ungefähr ist auch das Ergebnis beim Mais in Nordbayern ohne die entstehenden Kosten zu berücksichtigen.


    Habe irgendwo gelesen, dass der Durchschnittsbetrieb in D etwa 50 Hektar Land bewirtschaftet, die Hälfte davon ist Eigentumsland, der Rest dazugepachtet. Rein theoretisch müssten bei den von Dir geschilderten konventionellen Ertrags-Aussichten viel mehr Landwirte auf den Imkerzug aufspringen. Warum macht das keiner?


    Ich hab hier leider nur ca. 6000 m². Das reicht gerade mal für ein paar Kg Rapssamen, um dem glänzenden Käfer eine Rückzugsmöglichkeit zu bieten.


    Gruß Sven


  • Also 1000Kg halte ich für utopisch. Lt. Wiki können es bis zu 500 Kg sein http://de.m.wikipedia.org/wiki/Phacelia
    Und glaubst du ehrlich das wenn da mehre Ha Phacelia wären, das alle Imker im Umkreis an ihrem Standort bleiben?
    Was aber viel schwerer wiegt wenn du wie du schreibst 100 Kg, pro Volk ernten willst, brauchst du auch Bienen und eine Betriebsweise die das hergibt.
    Selbst bei Optimalen Wetterbedingungen und einer Schwarmträgen Biene die große Völker aufbaut, halte ich die Ernte von 100 Kg phacelia Honig pro Volk für unrealistisch.


    Imkerei ist einfach kein Rechenexempel und wenn dir das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, war deine ganze Arbeit umsonst.



    Grüße,


    Maxikaner


  • Hab ich ja auch gesagt, Wetter muss stimmen, die Voraussetzungen, die Bienen müssen top sein und der Imker dahinter nat. auch!


    Der Simmerl bezieht sich auf den Herold, der sich auf russ. Angaben bezieht (Neue Imkerschule).


    Aber denkt mal an kanad. Spitzenvölker im Raps (bis zu 200 kg) oder wenn sie im Springkraut stehen.


    Wie hätte man vor 100 Jahren 4 Mio Völker ernähren können ohne Zuckerfütterung?


    Seht Euch doch mal die Unterschiede Städte und Bayern vom Ertrag her an!


    Fällt Euch da nichts auf?


    Bedenket: Das ist nicht das Thema! Zurück zu dem: Imker, Bauern ohne Land!


    Griass Simmerl