Bauer vs Landwirt Robert Stein im Gespräch mit Hubert Krimbauer

  • Im Prinzip ganz gut, der Kern der Aussagen über seine Ansichten der ökologischen Landwirtschaft gefallen mir schon überwiegend. Aber leider wird er an ein paar Stellen radikal bzw. macht sich durch seine radikalen Aussagen, die sich noch dazu an diversen Verschwörungstheorien reiben, unglaubwürdig. Wenn er das gelassen hätte, wäre das ein top Interview über ökologische Landwirtschaft geworden.


    ... übrigens hat er die Chemtrail-Theorie vergessen zu erwähnen ;)



    Liebe Grüße,
    Arnd

  • Fand es auch gut. Was zudem vergessen wurde ist der Umgang mit den Lebensmitteln. Wie Fleisch Tonnenweise hin und her gehandelt wird und der Käufer/Verkäufer blind kaufen und verkaufen muss.... Oder Spekulationsgeschäfte mit Mais und anderen Produkten, wodurch Preise unnötig hochgetrieben werden und dadurch Menschen hungern müssen usw.


    Das ganze Thema ist so komplex, da blicken die normal Konsumenten schon lange nicht mehr durch.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Hartmut,
    wieso schade? Der Brief ging an den falschen Adressaten, denn die Rede war anfangs von den Außervertraglichen Mengen, die sein Nachbar verramscht hat. Es ist wohl davon auszugehen das für das vereinbarte Kontingent ein höherer Ertrag erzielt wurde, sonst wäre er ihn vermutlich nicht eingegangen. Dem Nachbarn hätten vermutlich andere Vermarktungswege offen gestanden, die er nicht genutzt hat.
    Auch Bauer Willi macht anscheinend nicht anderes und er hat die Erträge für dieses Jahr schon im letztem Jahr verkauft und kann somit die gestiegenen Düngemittelkosten nicht mehr weitergeben. Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif und der Verbraucher hat weder das System eingeführt noch ist er dafür verantwortlich das die Lebensmittelindustrie die Bauern reihenweise über den Tisch zieht.
    In der Folge sollte man auch bedenken was das Handeln und tun von Bauer Willi für die Kollegen bedeutet die dem kranken System nicht folgen und deren Preise sich an den Entstehungskosten orientieren.
    Bauer Willi mag in Teilen recht haben mit seinen Einlassungen, ändert allerdings nichts an der Misere in die er sich selbst hineinmanövriert hat und auf die der Verbraucher den geringsten Einfluss hat.
    LG
    Andreas

  • Zitat

    In der Folge sollte man auch bedenken was das Handeln und tun von Bauer Willi für die Kollegen bedeutet die dem kranken System nicht folgen und deren Preise sich an den Entstehungskosten orientieren.


    In der Folge sollte man auch bedenken was das Handeln und tun von uns Verbrauchern für uns Verbraucher bedeutet. Wir sollten dem kranken System nicht folgen, uns nicht von Werbung verblenden lassen, uns nicht verblöden lassen mit Sprüchen wie "Geiz ist geil" und "ich bin doch nicht blöd", einfach mal drüber nachdenken wo das alles hin führt.
    Die Hauptursachen, das Verbraucherverhalten, hat Bauer Willi sehr gut beschrieben und dafür muß er sich nicht entschuldigen.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Ich finde den Krimbauer einfach gut und auch die Aussage; das er sich nicht mehr manipulieren läßt- darüber kann man auch selbst nachdenken.


    Welches Problem hat nun Bauer Willi - er läßt sich manipulieren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Hartmut,
    ich denke ein nicht geringer Teil der Verbraucher weiß dass Geiz nicht geil ist und dass er mit dem Import aus Fernost am Ende eh draufzahlt. Ich finde mich in der Beschreibung leider nicht wieder und frag mich daher warum ich bislang immer Wege und Mehrkosten in Kauf genommen habe um heimische Produkte zu kaufen und ich bin mir ziemlich sicher dass ich damit nicht allein bin.
    Beschränken wir das auf unsere Kundschaft… billig gäbs bequem im Supermarkt und es kommen trotzdem ausreichend?


  • Beschränken wir das auf unsere Kundschaft… billig gäbs bequem im Supermarkt und es kommen trotzdem ausreichend?


    Hi Obi,


    Wieviele Imker verkaufen ihren Honig denn für unter 4€ weil sie Angst haben ihn nicht los zu bekommen?


    Der Imker ist Fachmann für alles, Landwirtschaft, Biologie, Geologie und Meteorologie und kann mit der Deutschen "gscheidlmeier" Art auch alles viieeeellll besser als alle anderen, jedoch beim Beruf des Kaufmanns, da scheitern die Meisten Imker gnadenlos.
    Bevor ich Honig für 3,50€ pro Glas Verkauf, verfüttere ich ihn lieber....

  • Hallo Maxikaner,
    das mit den unter 4 Euro lass bloß nicht den toyota hören...
    Selbst wenn Berlin arm aber sexy ist muss ich den Honig nicht verramschen und 4 Euro ist wenn man in die Supermarktregale schaut schon günsitg.
    Bio Honig liegt da zum Teil schon drüber.
    Wir können uns das sicher leisten unter 4 Euro nicht zu verkaufen, da wir ein zusätzliches Einkommen im Rücken haben, bei den Berufsimkern schaut das schon anders aus. Die habens eh schon schwer genug und ganz andere Kosten als wir, die sie auf das Honigglas verteilen müssen und da halte ich es für ein Gebot der Fairness nicht die Preise künstlich zu versauen.
    Was mich am Beitrag von Bauer Willi zusätzlich stört ist der Hinweis das sich da einer die Tasche voll macht und im Anschluss wird der Verbraucher massiv für sein Kaufverhalten kritisiert. Kein Wort der Kritik an dem der Sich die Tschen vollmacht... die Agrarindustrie!
    Ich würde ja vielleicht von Bauer Willi kaufen, nur kommt seine Ware bei mir als Verbraucher erst garnicht an sondern wandert als Überproduktionsgewinn bei den Aktionären von Mc Cain und Co...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von obi11 () aus folgendem Grund: Ergänzung Agrarindustrie

  • Hi Obi,


    nur das kein falscher Eindruck entsteht, ich verkaufe Früh und Spättracht für 6€ Das Glas und überlege ob ich nicht dieses Jahr auf 6,50€ gehe.


    Der Bauer Willi, hat für seine Produkte keine Abnehmer, welche Privatmann kauft Getreide oder Raps?
    95% der Verbraucher haben noch nie in ihrem Leben Brot aus Sauerteig gebacken, also was wollen die mit 20 Tonnen Getreide.
    Ich Frage mich wie meine Imkerei aussehen würde wenn ich 200 Völker hätte und davon meine Familie ernähren müsste und meiner Tochter ein Studium finanzieren müsste.
    Ich würde die Bienen genauso lieben wie jetzt, keine Frage, aber ich wäre Profit orientierter ohne wenn und aber und ich würde schauen wie ich effizienter wäre um noch mehr Honig zu bekommen.


    Ich weiß nicht was du arbeitest Obi, aber wie fändest du es, wenn dein Chef sagt, dieses Jahr wird es wirtschaftlich schlecht und du bekommst einfach 25% weniger Gehalt. Ich glaube jeder von uns würde auf die Barrikaden gehen und notfalls kündigen.
    Ich kann Menschen wie dem Bauer Willi einfach keine Watschen verteilen, weil er einfach recht hat, weil 90% der Verbraucher nicht wie du sind, sondern mit ihrem Porsche Cayenne zum Aldi fahren und dort ihr Gemüse und ihre Eier kaufen.
    Natürlich fahren nicht 90% einen Porsche Cayenne aber du verstehst hoffentlich was ich mein, es geht mir um den sog. hybriden Kunden.



    Grüße,


    Maxikaner

  • Der Bauer Willi, hat für seine Produkte keine Abnehmer, welche Privatmann kauft Getreide oder Raps?
    95% der Verbraucher haben noch nie in ihrem Leben Brot aus Sauerteig gebacken, also was wollen die mit 20 Tonnen Getreide.


    Hi Max,


    dann muss der Bauer Willi eben etwas anbauen, was mehr Abnehmer findet. Zur Not soll er halt seine 100 Hektar Land mit Bienenweide einpflanzen und entweder selbst garantiert unbelasteten Honig ernten und vermarkten oder aber das Land an interessierte Imker zur Nutzung verpachten. Selbstverständlich zu einem Preis, von dem man leben kann.


    Grüße Sven