Völker im Raps, ein überschaubares Risiko? Und was ist zu beachten?

  • Guten Abend zusammen!!


    Ich bin sicher, dass einige unter euch in diesem Jahr Völker am bzw. im Raps stehen haben. Aus diesem Grunde bitte ich um "sachdienliche Hinweise"!


    Zur Sache:


    Ich bin soeben von einem Blumenhändler gefragt worden, ob ich nicht im Rahmen einer von ihm organisierten Veranstaltung ( Tag d. offenen Tür ) oder sowas ähnliches , ein oder zwei Völker bei ihm aufstellen könnte, mich dabei vorstellen und präsentieren und auch gleichzeitig Honig verkaufen könnte.
    Als "Schmankerl" sagte er noch, das er in unmittelbarer Nähe große Rapsfelder hätte.
    Der Standort meiner Beuten wäre dann allerdings nur etwa 1700 m Luftlinie entfernt.
    Auf Nachfrage gab er mir an, das er den "zuständigen" Landwirt sehr gut kenne, er also mit Sicherheit zugänglich sei, was das Spritzen angeht....
    Worauf muss, bzw. sollte ich achten, oder was sollte ich bei dem Gespräch mit dem Landwirt ansprechen ?



    Vielen Dank im Voraus!



    Günter

  • Na einfach abklären, dass er außerhalb der Flugzeit spritzt -wie es normal zu sein hat. Und vielleicht nicht ausgerechnet während dem Tag der offenen Tür spritzt

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Wenn Deine Völker doch nur am Tage der offenen Tür dort stehen und das Rapsfeld 1,7 km Luftlinie entfernt liegt, wüsste ich nicht, wo das Problem liegt. Bis sich die Bienen darauf eingeflogen haben, bist Du doch schon wieder weg. Zumal es ausserdem 4 Himmelsrichtungen gibt.

    Ich mache, was ich erzähle - und ich erzähle (zeige), was ich mache !

  • Bei uns gibt es sogar Bestäubungsprämien für den Raps. Ist ja auch keine Wunder, denn hier zahlt der Grosshandel nicht mehr als 3 €/kg. Zur gleichen Zeit können wir auch in den Rosmarin (naturbelessane Garrigue), und der bringt mehr als 8 €/kg. Ich rede hier von 300 KG-Fässer.

    Ich mache, was ich erzähle - und ich erzähle (zeige), was ich mache !

  • Naja, wenn man einen Tag Völker wohin stellt würde ich es jetzt noch nicht als "anwandern" bezeichnen...


    Abends ein Volk hinstellen (oder nur nen Schaukasten, je nachdem, was Du alles zeigen willst, und wie publikumsverträglich Deine Bienen sind), zeigen und Honig verkaufen, und abends wenn die Mädels in der Kiste sind, wieder abzischen.


    Ist zwar nicht soo toll für die, aber wenn Du Angst vorm Raps hast, dann ist das ne Möglichkeit.


    Was sollen denn die Leute machen, die in ner Gegend wohnen, wo zwar nicht massenhaft aber doch einigermaßen viel Raps ist, kleine Felder und zig Bauern... da zieht man ja auch nicht gleich fort...


    Sag ich mal ganz frech :cool:


    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Achsoo... aber es ist nur ein Blumenhändler, oder ist er der Anbauer der Blumen? Da wäre ich sehr vorsichtig, denn Blumen werden idR nicht gegessen und da wird gespritzt was das Zeug hält!
    Oder ist es nicht relevant, wer dir den Standplatz angeboten hat?


    Wo ich früher gewohnt habe, hat ein Heidekraut Vermehrer (also die für in den Blumentopf aufn Friedhof im Herbst) den Schnittlauch vom Nachbarbauern durch Abdrift derart vergiftet, dass der sein Feld ummachen musste!

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Solange die Landwirte ohne Rücksicht in die offene Blüte, den ohnehin am meist mit PSM verseuchten Raps spritzen, würde ich als Imker zum einen meine Bienen verschonen und zum anderen sollte die Agrarier eben mit Einbußen mehr zum Nachdenken gezwungen werden.
    Immer wieder ist einige Km von mir entfernt ein Landwirt ausgerechnet zur Mittagszeit unterwegs um seine großen Rapsfelder zu spritzen - Einsicht 0.
    Obendrein denke ich das durch die zusätzliche Bodenspritzung genug PSM an die sehr stark frequentierte Pflanze und damit an die Pollen und in den Nektar gelangen.

  • @ Jule


    Ja, es ist nur ein Blumenhändler. Von daher also keine Gefahr. Er möchte die Bienen im Grunde nur als schmückendes Beiwerk für seine Veranstaltung. .... Soll mir Recht sein:)


    @ F.X


    Okay. Jetzt verstanden. Das spritzen in die offene Blüte wäre also das Hauptübel, abgesehen von den Unkrautvernichtungsmitteln für den Boden.
    Allerdings, wenn der Landwirt tatsächlich gesprächsbereit sein sollte.....

  • Also ich stehe jedes Jahr am Raps und hab damit großteils gute Erfahrung gesammelt. Nicht direkt neben dem Feld parken und mit dem Bauern reden das sehr Früh morgens oder spät am Abend gespritzt wird. Ich hab die Erfahrung gemacht das nicht nur das Gift das Problem darstellt, sondern auch der verdammte Haftvermittler der es auf den Pflanzen hält. Ne kurze Dusche damit und nix geht mehr mit den Flügelchen. Um einen erhöhten Totenfall fest stellen zu können einfach Omas alte Bettlagen vor die Beute. Im Gras liegend lassen sich vergiftete Bienen/ hoher Todenfall schlecht erkennen.


    Hatte aber auch schon den Fall das einige Völker bis in den Herbst gebraucht hatten um wieder auf die Beine zu kommen. Also einen erkennbaren Schaden hatten. Da an diesem Stand mehrere Bauern rundum waren, konnte ich nicht nachvollziehen wer gespritzt hatte. Einer wars definitiv nicht denn soviel Rapsglanzkäfer wie er in den Blüten hatte habe ich in meinem Leben noch nich gesehen.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Hallo Günter


    In Sachsen ist für mich der Raps noch nie ein Risiko gewesen, es ist eine der Hauptrachten und die Bauern bekommen Zuwendungen für bienenfreundliche Spritzmittel, das soll sich aber 2016 auch ändern. Die Bauern spritzen bei mir jetzt immer Früh oder Abends. Der Bernhard hat vergangenes Jahr ein Video eingestellt, da war der Bienenflug vor und nach der Spritzung zu sehen, einfach katastrophal und dann waren da noch ein paar Aufnahmen zu sehen, wie die bespritzten Bienen auf den Feld flugunfähig rumhüpften.
    Da Raps die Bienen besonders reizt, würde ich mich genau erkundigen, wie ,wann und was gespritzt wird und wenn es ohne Risiko ist, dann lasse die Bienen bis zum Ende der Tracht dort, dann lohnt sich der Aufwand. Aber wie schon oft geschrieben: 2 Imker 3 Meinungen, ich würde die Chance, des bekannt werdens und auch des Verkaufs mal nutzen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)