Wabenerneuerung, aber wie?

  • Hallo zusammen,


    bevor es auch in diesem Jahr wieder zu spät ist, möchte ich mich über die Möglichkeiten der Wabenerneuerung informieren.
    Wie und wann bekomme ich alte bebrütete Waben aus dem Volk, das zweizargig überwintert hat (Zander).
    Und wie kann ich die ausgeschleuderten Honigwaben aus dem letzten Jahr nochmals einsetzen: wieder als Honigwabe, als Ersatz für die entnommenen Altwaben?


    Über ein paar Tips zur Vorgehensweise würde ich mich freuen.


    Gruß
    Christoph

  • Wenn du die Altwaben alle im unteren Magazin hast, dann einfach durch Wegnahme von diesem sobald dort im Frühjahr die Brut ausgelaufen ist. Dann sitzen die im Normalfall auch alle im 2. Magazin. Sind die Altwaben über beide Verteilt, dann wirds etwas schwieriger weil sortieren ist nicht wirklich und du musst halt die Alten aus dem 2. nochmal weiternehmen. Unbesetzte Waben kannst dann mit den neueren aus dem unteren Magazin tauschen -aber auch auf die Futtermenge achten!


    Die Ausgeschleuderten Waben kannst dann als 2. Brutraum aufsetzen, sind ja noch jungfräulich und hast damit die Erneuerung des Wabenbaues, oder du nimmst sie wieder als Honigraumwaben.
    Empfehlenswert dürfte eine 50:50 Mischung sein bei der du die Hälfte für den Brutraum nimmst und den anderen Teil mit Mittelwänden auffüllst und bei Gabe des Honigraumes setzt du dann die andere Hälfte mit Mittelwänden auf.


    Hier gibt es verschiedene Handhabungen, welche zuletzt am besten ist kann ich nicht wirklich sagen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Du schreibst, daß du zweiräumig in Zander überwinterst.
    Dann ist ist meiner bescheidenen Meinung nach zu spät für eine systematische Waabenerneuerung. Die macht man vor dem Auffüttern im Spätsommer.
    Systematische Waabenerneuerung gehört zur Betriebsweise und sollte sitzen !
    Schau dir mal diese Methode an :
    https://www.youtube.com/playli…fgAnCKz3kSp2k4d8JS7oFY43j
    Da wird genau erklärt wie man es machen sollte.


    In Deinem Fall würde ich zur Kirschblüte folgendes machen.
    Einfacher Fall:
    - deine Bienen brüten nur in der oberen Zarge; dann die untere Zarge komplett weg und den Honigraum oben drauf mit 2 Mittelwänden an der Seite, dann Absperrgitter, Honigraum mit 2 Leerwaaben in der Mitte drauf.
    Schwierigerer Fall:
    - Deine Bienen brüten in der unteren und oberen Zarge; ich würde alle nicht bebrüteten dunklen Waaben rauswerfen (auf genügend Futter achten) und durch leere Honigraumwaaben ersetzen, 2 Leerwaaben für den Honigraum aufheben.


    Aber das Wichtigste !
    Dir was für systematischen Waabentausch in der Deiner Betriebsweise überlegen.


    CU
    Thomas

  • Bei Zander und DNM ist die Wabenerneuerung kein großes Problem. Zwar kann man zargenweise arbeiten, aber das klappt meiner Erfahrung nach nicht immer. Grundsätzlich kann man natürlich Waben immer entnehmen, wenn sie unbebrütet sind. Das geht am besten, wenn das Brutnest klein ist - also zunächst mal bei der Frühjahrsdurchsicht. Auch vor der Winterfütterung sind viele Waben aus dem Brutraum schon brutfrei.
    Ganz alte Schwarten, die immer noch bebrütet sind, hänge ich einfach an den Rand der oberen Brutzarge, dann läuft die Brut aus, ohne dass neue dazukommt und die Waben können entnommen werden.
    Ansonsten: Immer wenn sich Gelegenheit bietet, die alten Waben entnehmen.
    Solange die Waben noch hell sind, können sie in den Honigraum, sonst in den Brutraum.
    Ob man ausgebaute Waben oder Mittelwände einsetzt, hängt vom Einzelfall ab. Gegen ein Verhonigen des Brutnests z.B. sind Mittelwände gut. In den Honigrraum kommen bevorzugt ausgebaute Waben - solange welche da sind.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Markus,
    es gibt 2 Zeitpunkte, wann man das machen kann. Im Herbst oder im Frühjahr.
    Jetzt also wenn die Salweide anfängt zu blühen und es einen schönen warmen Tag gibt. Idealerweise sitzen die Bienen und die Brut dann in der oberen Zarge und Du kannst die untere wegnehmen.
    Wenn unten ein paar Brutwaben sind, würde ich tatsächlich umsortieren. So viel Arbeit ist das auch nicht.
    Aber es muss ein warmer Tag sein, weil Du dann alles auseinanderreißt.
    Hast Du im HR auch Zander?
    Die geschleuderten Honigraumwaben kannst Du zur Aufstockung nehmen (zur Kirschblüte), damit Deine Völker wieder auf 2 Räumen sitzen.
    Und auch als HR.
    Viele Grüße
    apirita

  • Hallo bee a friend!


    Bei mir ist die Wabenerneuerung ein stetiger Prozess.


    Im Frühjahr werden vergammelte Waben, oder überschüssige Futterwaben entfernt und durch Mittelwände ersetzt. Später im Jahr, hänge ich Mittelwände ins Brutnest, somit wandern die Brutwaben schön langsam an den Rand und werden brutfrei.


    Im Zuge der Ablegerbildung könnte man auch Altwaben entnehmen. Da muss man aber aufpassen, dass die Waben vor dem neuerlichen Bebrüten tatsächlich ausgeschieden werden.


    Im Herbst löse ich die unterdurchschnittlichen Völker auf, wodurch wieder eine Vielzahl von Altwaben frei werden.


    Im Spätherbst, nach der letzten Ameisensäurebehandlung vereinige ich öfters Völker. Dadurch werden im anschließenden Frühjahr die untersten Zargen frei.


    Bei normalen Wirtschaftsvölkern komme ich mit dem oft angepriesenen zargenweisen Wabentausch auch nicht so richtig zurecht, da doch immer wieder manche Waben bebrütet sind.



    MfG
    Honigmaul

  • Mir hat man die Wabenerneuerung im Herbst empfohlen, aber das ist nicht ideal, weil die untere Zarge zu dem Zeitpunkt nur selten brutfrei ist.
    Vielleicht ist fdas Problem im Frühjahr nicht so problematisch?


    Was man sonst noch machen kann, ist die Brutwaben in die obere Zarge für 10 Tage reinzuhängen, damit die restliche Brut schlüpfen kann.

  • Hallo Imker Gemeinde ich habe die Suchfunktion benutzt und bin in diesem Thread gelandet. Mein Frage gehört auch definitiv hier hin. =)


    Die spannende Frage ist, wie läuft die Wabenerneuerung im Jahr 1`?`?


    Die Situation ist die: 2 jung Völker aus Schwärmen, Zander nach Dr. Liebig, 1 Brutraum und 1 Honigraum. Ich hatte gehofft, dass wenn die Bienen aus der Brut gehen, ich Sie einengen kann nach Schema F und die ganze untere Brutzarge 1 mit den Altwaben, - die auch schon ziemlich dunkel sind und leider auch mit Drohnenzellen "verseucht" sind !! [Ich hatte anfangs nur Baustreifen vorgegeben um den Bienen ein möglichst freies & wesensgemäßes Leben zu ermöglichen ;-)], - durch den Honigraum zu ersetzen. Der Plan war also die Jungvölker einzargig überwintern zu lassen!


    Das entpuppt sich allerdings als völlig illusorisch, weil durch den 1en Brutraum haben die bis jetzt Mitte Oktober 2015 gebrütet, wobei noch ein paar Dutzend Maden in Fütterung sind (noch nicht verdeckelt) [Kostbare Winterbienen`?`?`?] und aufgrund der anhaltend guten Läppertracht im Garten [Die Phacelia war bereits ausgefallen und blüt das Zweite mal im Jahr] , das ganze alte Brutnest beidseitig mit Nektar und Pollen geflutet wird !!! [ich habe nach dem Schleudern direkt Ende August aufgefüttert]


    Was mach ich da? Abspergitter entfernen und hoffen, das die während des Winters unten das ganze Zeug aus den Altwaben ausfressen und ich dann im Frühjahr alles entfernen kann`?`?


    Gruß Immenfreund86

  • und leider auch mit Drohnenzellen "verseucht" sind !!


    Das liegt aber nur am Auge des Imkers, denn die Bienen wollten genau die Anzahl Drohnenzellen, die sie auch angelegt haben ;)


    Absperrgitter haben jetzt nichts mehr in den Völkern zu suchen (Falls ich dich richtig verstanden habe und du jetzt noch eins drin haben solltest)!


    Im Frühjahr kannst du dann die leeren alten Waben aus dem unteren Brutraum entfernen (wenn nicht gar die ganze Zarge). Die Bienen wandern im Winter dem Futter nach nach oben und errichten dort auch im Frühjahr das erste Brutnest.


    Stefan

  • Hallo,


    jetzt ist es für fast alle Aktionen bereits zu spät...


    Prinzipiell versuche ich auch immer so etwa 5 Brutwaben als "Brutnestkern" mit wirklich guten Brutwaben (guter Wabenbau, wenig Drohnenzellen, nicht zu dunkel - in dieser Priorität) in allen Völkern zu haben.


    Gut geht das sicher bei 2BR-Betriebsweisen durch die jährliche Wegnahme der untersten Zarge im Spätsommer oder zeitigen Frühjahr oder eben bei einräumiger Betriebsweise auch gern wabenweise. Dabei ist m.E. ein einseitiges Flugloch wichtig. Damit kann man dann MW an die Position "2" stecken (natürlich nur im Früjahr/Sommer) und alte Waben am fluglochfernen Ende entnehmen.


    Ganz toll funktioniert natürlich eine TBE bei allen Kisten. Einfach kurz vor Honigsaisonende das Brutnest raus und alles neu.


    Gruß Jörg

  • Hallo Immenfreund86!


    Bezüglich Wabenerneuerung muss sich jeder Imker seine eigene Vorgehensweise suchen. Eine Generalanweisung gibt es nicht, da jede Variante ihre Vor- und Nachteile hat.


    Ich persönlich mache jährlich absichtlich mehr Ableger als ich eigentlich bräuchte. Teilweise vor der Honigernte vereinige ich Völker, sodass die Brutwaben auslaufen, ausgeschleudert und ausgeschieden werden können. Ein No-go für Verfechter die nur Honig aus unbebrütete Waben schleudern wollen. Dieses Vorgehen hat außerdem den Vorteil, dass während der Tracht nur mehr ein Brutnest unterhalten werden muss, aber die Sammelbienen von zwei vereinten Völkern zur Verfügung stehen. Als weiterern Vorteil sehe ich, dass bei der meist stressigen Honigernte weniger Völker bearbeitet werden müssen.


    Eine weiterer Möglichkeit wäre, dass man die Brutwaben das ganze Jahre über kontinuierlich an den Rand rückt und wartet bis die Brut ausgelaufen ist. Das hat aber den Nachteil, dass auf diese Weise viel eingetragener Pollen vergeudet wird.


    Weiters wäre es noch möglich Brutwaben abzuschütteln und über Absperrgitter auslaufen lassen. Nachteilig ist, dass Drohnen über das Absperrgitter gelangen und dass man bebrütete Waben schleudern muss.


    Möglich wäre auch, dass man nach der Honigernte eine 3. Zarge aufsetzt und wartet bis das Brutnest nach oben gewandert ist. In diesem Fall besteht der Nachteil, dass man die AS-Behandlung mit 3 Zargen durchführen muss, wobei die Wirkung nicht beeinträchtigt wird.


    Die durch Liebig propagierte Variante gibt es natürlich auch, funktioniert aber auch nur bedingt.


    Da wird es sicher noch weitere Varianten geben.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo ,
    Bei mir stellt sich jetzt die Frage und wie mache ich es bei Dadant ?
    ich habe es über die Wegnahme der alten Brutwaben, zur Ablegerbildung versucht,
    mit dem Gedanken, alle Brut schlüpft, das Restfutter wird somit verbraucht, alle Altwaben rauß sobald die neue Kö. in Eilage ist, MW rein, bei Bedarf füttern.
    Leider funktioniert das Wahrscheinlich nur wenn keine Tracht ist, nun ist alles voll Honig.
    Oder nur über TBE ?
    Für Hinweise jeder Art bin ich Dankbar, sie müssen aber vom Schreiber erprobt sein, nicht irgendwo gehört oder gelesen.


    Gruß Jürgen

  • Wieder andere teilen ihre Völker mit der letzten Schleuderung und füllen den Brutraum mit MW auf :wink:


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)