Qualitätsmanagment Honig und Imkerei

  • Hallo !!


    Seit ein paar Jahren konnte man es ja schon miterleben das insb. aus Richtung Münster
    die EU-Hygieneschiene voll auf die Imkerei ausgerollt wird.


    Jetzt ist hier ein zusammen mit deren Fanclub einiges zum Thema Qualitätsmanagment
    in Schriftform erschienen:


    "Leitfaden QM Honig und Imkerei"



    ein Auszug (eine der 24 Seiten):
     
    2 Betriebsführung der Imkerei

    2.1 Ausbildung

    Der Betriebsleiter verfügt über ausreichende Fachkenntnisse zum Betreiben einer Imkerei.

    2.2 Fortbildung
    Die Teilnahme an mindestens 2 Fortbildungsveranstaltungen pro Jahr ist für den Betriebsleiter/Imker verpflichtend und durch Schulungsnachweise zu belegen. Anerkannt wird die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der Verbände sowie die Teilnahme an Fachmessen. Weiterhin ist der Bezug von regelmäßigen Fachinformationen z.B. Fachzeitschrift oder Newsletter nachzuweisen.


    2.3 Fortbildung Hygiene
    Die Fortbildung in Fragen der Lebensmittelhygiene und bei Bedarf auch die Wiederholungsbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz erfolgt mindestens alle 2 Jahre und ist durch Schulungsnachweise zu belegen.


    2.4 Tiergesundheit
    Die gesetzlichen Bestimmungen zur Tierhaltung und Tiergesundheit werden eingehalten, d.h. die Bienenvölker sind beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse gemeldet.


    2.5 Lebensmittelsicherheit
    Die Imkerei ist als Lebensmittelunternehmen registriert. Der Imker informiert seine Kunden so schnell wie möglich über jegliches Problem im Zusammenhang mit Produktspezifikationen, insbesondere über Nichtkonformität(en), die von zuständigen Behörden festgestellt wurden, die einen definierten Einfluss auf die Sicherheit und/oder Legalität der betreffenden Produkte haben, hatten oder haben könnten.
    Das Unternehmen verfügt über ein System, das Informationen über alle relevanten Gesetze, Fragen der Lebensmittelsicherheit und –qualität, wissenschaftliche und technische Entwicklungen sowie Verfahrenskodizes der Industrie sicherstellt.


    2.6 Eigenkontrolle
    Die Einhaltung aller Anforderungen zur Zertifizierung und die Tätigkeiten, die kritisch für Lebensmittelsicherheit und Produktspezifikationen sind, werden mindestens einmal pro Jahr überprüft (internes Audit). Erforderliche Korrekturmaßnahmen sind zu dokumentieren, Fristen für die Erfüllung
    der Korrekturmaßnahmen festzulegen und ggf. an alle betroffenen Mitarbeiter zu kommunizieren.
     



    Gedanke:
    Kann ich mir dann das IFT als Forbildungsveranstaltung anrechnen lassen ?
    Oder zählt das nur für den münstereigenen Apistucustag ?



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Selten so einen Mist gelesen... Sich alleine befähigen diese Kurse zu geben und abzusahnen - Frechheit ^12


    Na dann würde ich vorschlagen in denen ihrem Gebiet keine Lebensmittel mehr zu verkaufen. Sollen die sich eben den guten AFB-Honig bestellen...


    Aber gerade war ja ein Bericht am Fernsehen, dass es immer mehr Goumets für Insekten, Larven, etc. gibt. Die Bäckerei Müller in München wirbt aktuell mit den Slogan "Endlich wieder das Orginial" (für alle diejenigen die an **** leiden die Ergänzung - mit Mäusekotgeschmack verfeinert).


    Gruß GM


    PS: irgendwann werden die schon merken, dass Geld nicht satt macht

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  • Hallo,


    ich beobachte das gleiche: die Amtsschimmel drehen durch.


    Mein Lieblingsbeispiel sind die Tagesmütter, da können wir sehen wo auch für uns die Reise hingeht:
    Wenn Tagesmütter wie Großküchen behandelt werden
    Mancher Amtsveterinär hat schon damit begonnen, verstärkt EU-Vorschriften zum Thema 'Lebensmittelunternehmer' auf Imker anzuwenden.



    2.2 Fortbildung
    Die Teilnahme an mindestens 2 Fortbildungsveranstaltungen pro Jahr ist für den Betriebsleiter/Imker verpflichtend und durch Schulungsnachweise zu belegen. Anerkannt wird die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der Verbände sowie die Teilnahme an Fachmessen. Weiterhin ist der Bezug von regelmäßigen Fachinformationen z.B. Fachzeitschrift oder Newsletter nachzuweisen.


    Ja, das passt auch. Eine ehemalige Tagesmutter hat mir erzählt, wie sie von den Ämtern aus der Tätigkeit gedrängt werden. U.a. durch solche verpflichtenden Fortbildungsveranstaltungen. Die Frau war früher jahrelang Kindergärtnerin, sogar Leiterin, aber das spielt keine Rolle, sie muss genauso wie alle anderen ihr Fortbildungskontingent abarbeiten und zahlen. Und wer jetzt meint, dadurch würde die Qualität steigen hat sich geschnitten. Solche Pflichtkurse wählt man nach Verfügbarkeit, Kosten, Anreise, Zeit etc... so passierte es dann schonmal, dass die Tagesmutter zum viertenmal den Kurs 'Humor in der Erziehung' belegte, um ihre Punkte vollzukriegen...


    Ich gehe freiwillig auf Fortbildungsveranstaltungen, aber die Bürokraten haben mir nicht jeden einzelnen Schritt vorzugeben!


    Grüße,
    Robert

  • Hallo,


    wie dD schon sagte: Broschüre zur verbandseigenen Zertifizierung. Wobei ich nicht abstreieten möchte, dass die eine oder andere Regelung/Anleitung darin auch für User "Normalimker" recht brauchbar ist, besonders im Umgang mit Ämtern wie Lebensmittelkontrolle, Eichamt, Veterinär etc. Aber ich höre durch die ganze Seite immer den Dr. Mühlen durch.


    Brummerchen

  • Das IFT wäre da nicht wirksam anzurechnen. Ggf., wenn vorher eine Anerkennung beantragt würde.


    Es stand ja oben schon:
    Muss ja nicht. Niemand


    Es kann auch jeder BIO Imker und sich nicht zertifizieren lassen.
    So ist es nun mal mit allem "Offiziellen".
    Da ist dann alles strukturiert-genormt und verpunktet. Nicht immer mit Sinn.


    An anderer Stelle wird aufgeschrien und der Bienenführerschein gefordert. Oder der Honiglehrgang als Pflicht. Hier wäre es offiziell und überprüfbar hinterlegt. Nirgends ein Stümper ohne Ahnung und ohne Hygienekenntnis oder gar seit Jahrzehnten ewig gestrig.
    Nein. Nachprüfbar genormt-geschult up to Date mit allen Punkten, die man so abgrasen kann.


    Marion,


    die den Mist schon beruflich kostenpflichtig-freizeitfressend absolvieren muss. Nicht selten ohne jeden Sinn und Zweck.
    Froh über ein Hobby ohne.


    Beruflich wird die Imker dann bekanntlich immer weniger ein solches...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Freunde,
    ähnliche Vorgaben finden sich ja auch in anderen Zertifizierungen, wenn man z.B. bei einem großen Supermarkt verkaufen will als Voraussetzung.
    Das Prinzip, oder sagen wir der Sinn dahinter, bzw. hinter den meisten Punkten ist richtig und nachvollziehbar.
    Und bis auf einen oder zwei Punkte, die offensichtlich aus dem als Vorlage dienenden Spickzettel stammen, machen das Profi-Imker sowieso schon alle. Auch bei den Hobbyimkern hier im Forum bezieht wohl fast jeder eine Bienenzeitschrift oder ein Newsletter, ist in Soltau, Donaueschingen oder Münster. Auf Hygiene achten ist sowieso logisch, dabei systematisch vorzugehen und die einzelnen Schritte aufzuschreiben vielleicht ein zusätzlicher Aufwand. Allerdings verhindert das Ganze auch den sich nach einigen Jahren leicht einschleichende Schlendrian.
    Und wenn ich ganz ehrlich bin, grenze ich mich bei der Darstellung meines Honigs gerne von Supermarkthonigen aus der ganzen Welt zusammengerührt ab. Aber ich erwische mich manchmal auch dabei, mich von Honigen von so manchem Hobbyimker abzugrenzen. Und bei genauer Betrachtung mancher erfahrener Künstler, fällt das auch nicht schwer.
    Also, was drin steht ist in den meisten Punkten nicht falsch, das meiste davon erfährt man am Berufsimkertag, anderes beim Honiglehrgang, im Forum, in der Bienenzeitschrift oder im Newsletter. Und jetzt?
    Viele liebe Grüße
    Wolfgang, dem das Ganze nicht neu ist, wegen, siehe zwei Zeilen drüber

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Moin,


    ich hatte (GsD hatte) jahrelang beruflich mit "Qualitätsmanagement" zu tun und mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich nur das Wort höre oder lese.


    Keine Frage, Hygienevorschriften sollten bekannt sein und auch angewendet werden.
    Nur die Überprüfbarkeit der Anwendung ist doch ein Witz! Wer steht denn bitteschön daneben und überprüft, wenn Imkerlein schleudert, abfüllt, etc.?


    Dokumentieren kann ich viel, Papier ist geduldig...


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Och wieso?
    Erstellste noch schnell ein Flussdiagramm über die Partikelzunahme auf'm Schleuderraumbodens bei abnehmender Honigwabenzahl/oder pro kg Ernte...:cool:
    Das dann einreichen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf. Wenn der Verband hier plant, ein eigenes System aufzusetzen, um damit Geld zu verdienen, ist das doch ebenso seine Sache wie die der Imker, das dann zu nutzen oder nicht zu nutzen. Die inhaltlichen Anforderungen sollten ohnehin zu leisten sein. Gut, die Weissblechschleuderopas werden da sicherlich weder mitmachen können noch wollen oder müssten eben ihre Preise mal oberhalb von 3,50 € ansetzen. Dann ist auch mal angemessenes neues Equipment drin.


    Wenn ich als Privatkunde meine Eier beim Nachbarn kaufe, ist es meine Sache, dessen Vertrauenswürdigkeit einzuschätzen. Kaufe ich die Eier bei REWE oder Edeka, bin ich froh, auf ein funktionierendes Kontrollsystem setzen zu können. Etwaige Schwächen mal außen vor gelassen, ist da wenigstens ein Mindestmaß an Kontrolle gegeben, die über die übliche Gewährstreifenideologie hinaus geht.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter