Was würdet Ihr kaufen? Ameisensäure techn. oder ad us vet

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    Ameisensäure technisch oder ad „Ad us. vet.“


    Medikamente für Tiere müssen laut Arzneimittegesetz als solche gekennzeichnet sein. Viele Tierarzneimittel sind deshalb mit dem Zusatz „Ad us. vet.“, „ad usum veterinarium“, „zum tierarzneilichen Gebrauch“ versehen.


    Und nur dieses Medikament ist erlaubt.


    Im Grunde nimmt ein Apotheker 100% Ameisensäure und mischt diese Säure mit gereinigtem „aqua destillata“ (Destilliertes Wasser) auf 60% herunter.

    Destilliertes Wasser ist weitgehend frei von Salzen, organischen Stoffen und Mikroorganismen.


    Und dann wird der Bien mit diesem Dunstgemisch in Kontakt gebracht damit die Milben sterben.


    Die Bienen tragen aber auch regelmäßig Wasser zum Beispiel aus einer Pfütze in die Bruträume. Steigt dann noch die Luftfeuchtigkeit im Bienenstock durch Regen oder äußerliche Witterungseinflüsse mit anderem verunreinigtem Wasser, kann es sein, dass die Dunstmischung der Säure zur technischen Säure ge­ne­rie­rt.


    Frage an den Arzt oder Apotheker:

    Wer macht sich dann strafbar?

    Wer Klartext redet, riskiert verstanden zu werden.

  • Um der obigen kommunistisch anmutenden Bemerkung etwas Naturwissenschaftliches entgegenzuhalten (zugegeben, etwas verkürzt):


    Es gibt Pharmastandorte, wo nur eine Anlage AS produziert und das kontinuierlich (bis auf wartungs- oder havariebedingte Abstellungen). Wenn man da mal genau nachfragt, kann man folgende Antwort bekommen:

    Für AS ad us.vet. sind produktionsbegleitend Laboranalysen in bestimmter Häufigkeit vorgeschrieben, die im Rahmen des QMS bzw. bei behördlichen Kontrollen auch geprüft werden. Die Verpackungsstrecke, Dokumentation etc. unterliegen ebenfalls sehr strengen Regeln. Das verursacht zusätzliche Kosten, die in die Preisbildung einfließen müssen.

    AS für technische Zwecke unterliegt nicht so strengen Regeln und ist auch nicht so oft zu beproben. Aus mathematischen Gründen (Wahrscheinlichkeit) kann deshalb nur eine geringere Reinheit zugesichert werden, obwohl die Substanz aus derselben Produktionsanlage kommt.

    Wann der Pharmahersteller nun die engeren Laboranalysen ansetzt, resp. wie groß er die jeweilige Abfüllpartie wählt, wird wohl von seinen Laborkapazitäten und vom erwarteten Absatz abhängen.

  • Ad US vet. Warum? Wir bekommen so viel von den Bienen zurück und man muss sie nicht unbedingt auch noch mit technischen Schadstoffverunreinigungen quälen. AS reich doch schon aus. Die paar Mark sollte uns das schon wert sein.

    Du musst nicht alle deine Völker behandeln, nur die die du behalten möchtest.

  • Ich nehme das, was ich am billigsten ergattern kann.

    Aber der dumme Verbraucher soll natürlich trotzdem glauben, dass ihr die Guten seid, die sich auch sonst als fast die einzigem um Tierwohl, Gesetze, Verbraucherschutz und ehrliches Handwerk scheren. Eh klar...und dieses Forum lesen natürlich nur Imker, da sind wir ja unter uns...

  • Ich nehme das, was ich am billigsten ergattern kann.

    Aber der dumme Verbraucher soll natürlich trotzdem glauben, dass ihr die Guten seid, die sich auch sonst als fast die einzigem um Tierwohl, Gesetze, Verbraucherschutz und ehrliches Handwerk scheren. Eh klar...und dieses Forum lesen natürlich nur Imker, da sind wir ja unter uns...

    1. Weder ist es meine Schuld, daß sich die Bienen mit diesem Parasiten infizierten, noch meine Schuld, daß das, was gegen die Milbe zugelassen ist, wirklich akzeptabel wirkt. Ameisensäure und gelöste Oxalsäure, die akzeptabel wirken, greifen leider auch die Bienen mehr oder weniger massiv an.

    2. Ich kümmere mich fast nur um das Wohl meiner Bienen. Ein wenig noch um das anderer Insekten (Blühweide, Insektenhotels).

    3. Gesetze sind leider nicht immer nur zum allgemeinen Nutzen da. Oft genug dienen diese vorrangig oder ausschließlich nur dem Reibach gewisser Kreise.

    4. Dann bin ich eben ein ganz, ganz böser Imker. Die guten Imker sind u.a. dann die, die Flurmethrin, Amitraz, (ehemals) Coumaphos u.ä. und irgendwelche sonstige "Bayer- und BASF-Chemie" verwenden.

    5. Puderzucker ist übrigens auch "nicht zugelassen".

    6. Der Honig meiner Immen - so die einhellige Meinung - schmeckt besser als der käufliche.
    7. Der logische Haken ist außerdem, daß nach Deutschland Lebensmittel aus aller Herren eingeführt und hierzulande auch als solche verkauft werden dürfen, obwohl die dortigen Lebensmittelherstellungsstandards teilweise meilenweit von den deutschen entfernt sind.

  • wenn man über den Preis von Varromed oder anderen TAM diskutiert mag das verständlich sein, aber bei Ameisensäure at vet als Sammelbestellung in Berlin oder 50% gefördert in MV mache ich mir wirklich keine Gedanken - bei dem geringen Bedarf für einige Schwammtücher.

  • In S-H hab ich mir auch keine Gedanken drüber gemacht, einfach weil die Ad. us. Vet. übern Verband die günstigere gewesen ist. Will aber ganz eindeutig weg von der AS, werde dies Jahr wohl komplett auf TBE + Ox umsteigen.


    Aber rein aus chemischer Sicht braucht man sich über Salze in der Säure keine Sorgen machen, die verdampfen eh nicht. Der Redt hängt vom Verfahren ab. Im Formistverfahren ist es besonders unkritisch, im Verfahren mit Methonol reden wir über so kleine Methanolreste das sie nicht erwähnenswert sind.


    Wie hier schon erwähnt, dind die Jmterschiede hauptsächlich regulatorischer Natur. Eine Anlage die entsprechend der Medizinrichtlinien gebaut und betrieben wird, ist um längen teurer, als eine Anlage für technische Chemikalien, selbst der Aufbau 1:1 die selbe Anlage ist.