Bienenvolk tot

  • Hallo,


    ich habe 2014 mit einem Ableger und einem zugekauften Volk von einem Imker angefangen.
    Ich habe beide Völker gleich behandelt gegen Varroa und auch gleich aufgefüttert. Der einzige Unterschied war,
    dass ich den Ableger von Anfang an mit kleinen Sirupmengen über den Sommer gefüttert habe.


    Gestern habe ich das zugekaufte Volk kontrolliert. Es ist abgestorben. Innerhalb von 10 Tagen ist es eingegangen.
    Auf 2 Rähmchen sitzen in der unteren rechte Ecke jeweils eine handvoll tote Bienen. Die Königin habe ich nicht gefunden.
    Futter ist da, verdeckelt als auch unverdeckelt, ein paar Pollen auch. Ich habe am 20. Dezember die Oxalsäurebehandlung gemacht, am 03. Januar nach dem Volk geschaut, da hat es noch gelebt und jetzt dies.


    Ableger als auch das zugekaufte Volk waren/sind schlimm von der Milbe betroffen, trotz Behandlung.


    Für mich schon schlimm genug, dass das Volk abgestorben ist, weil ich denke und man eigentlich aus allen Berichten herauslesen kann, dass der Imker dafür verantwortlich ist.
    Aber ich weiss auch nicht wirklich, was ich falsch gemacht habe und was schlussendlich dazu geführt hat, dass die Bienen nicht überlebt haben. Aber ohne das Wissen um die gemachten Fehler, finde ich imkern schwierig.


    Dagegen scheint es dem Ableger bis heute gut zu gehen.


    Sicherheitshalber werde ich die Rähmchen, Futterwaben etc. aus dem abgestorbenen Bienenvolk entsorgen bzw. desinfizieren.


    Weiter machen werde ich trotzdem.


    Viele Grüße
    MixMax

  • Hallo MixMax,


    es ist schwer, von hier aus zu sagen, warum deinen Bienen gestorben sind. Du schreibst selber, dass deine Bienen stark von der Milbe betroffen sind. Woran hast du das fest gemacht? An der Windelkontrolle jetzt im Winter oder schon vorher? Was alle interessieren wird: Wie und wann hast du deine Völker gegen die Milbe behandelt? Dann noch fehlen Infos in deinem Profil zu deinem Wohnort. So können wir dir noch besser helfen.


    Außerdem würde mich interessieren, woran du erkannt hast, dass das Volk am 03.01. noch lebte, und jetzt eingegangen ist? Machst du die Kästen immer auf? Ich gucke vereinzelt von oben in die Völker - mit Folie. Aber dabei kann ich bei Völkern, die noch weit unten sitzen, auch oft nichts erkennen - gerade, wenn es kalt ist. Nur wenn die Außentemperatur an oder über 10 Grad geht, kommen die Bienen bis nach oben. Sicher kannst du dir also nur sein, wenn du die Völker auf machst. Ich hoffe aber, dass du das nicht machst. Die Völker brauchen Ruhe. Machen kannst du jetzt eh nichts. Letztes Jahr habe ich auch gedacht, dass eines meiner beiden Einstiegsvölker tod ist. Ich habe daraufhin ein neues Bestellt und im Frühjahr gesehen, dass doch alle beiden überlebt hatten. So hatte ich dann drei Völker...


    Schönen Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    die Bienen waren im Sommer/Herbst bereits an den Flügeln verkrüppelt. Ich habe das Volk am 25.07. und 15.09.14 mit Ameisensäure behandelt und am 20.12.14 mit Oxalsäure. Ich wohne im Südbadischen (Rheinebene), also eine eher warme Region.


    Die Bienen haben bei der Oxalsäurebehandlung am 20.12. noch gelebt. Am 03.01. bei meinem Kontrollbesuch hat man sie noch gehört. Gestern hatten wir in der Rheinebene 16 Grad. Die Bienen des Ablegers sind ab Mittag stark geflogen. Als ich dann das 2. Volk kontrolliert habe, war keine Biene zu sehen und auch nichts zu hören. Erst dann habe ich die Beute aufgemacht und nachgeschaut. Ganz wenige Bienen und alle tot.


    Ansonsten habe ich die Völker über den Winter nicht geöffnet.


    Viele Grüße
    MixMax

  • Hallo MixMax,


    und wie genau hast du gegen die Milbe behandelt? Wenn Schwammtuch, wie oft und in welchen Abständen bzw. Mengen? Wenn Langzeit, wie oft und welche Mengen?


    Mit welchem Beutensystem imkerst du? Wenn DN / Zander, sind die Kisten ein oder zwei Zargig?


    Gruß
    Frank

  • Hallo,


    da ist nicht nur der Anfänger getroffen, dieser jedoch umso mehr, ist es doch der erste Volkstod und meist einer von nur wenigen Völkern.


    Guido Eich: Mein Volk ist tot, was habe ich falsch gemacht plus einem Sachverständigen, der mit Dir das tote Volk und dessen Waben ansieht, das wäre gut. Ferndisgnosen sind immer blöd.


    Jedoch liest sich das leider nach einem typischen Varroaschadbild: kaum noch Bienen in der Beute, kleiner Rest, Futter etc noch da.
    Es waren vielleicht auch schon viel zu wenige zum Überwintern, schwache Völkchen vertragen dann nicht noch irgendeinen weiteren Knacks.
    Es kann durchaus sein, das die Behandlung bereits zu spät war und/oder die Bedingungen nicht die besten zur AS. plus ggf. Weisellosigkeit. Wenn im Sommer bereits Krüppelbienen da sind, dann sieht es leider ohne Sofortiges Handeln schlecht aus.
    Ich hätte da zB die Brut rausgenommen.


    Lernen, Lernen, Gucken, Gucken, besser machen :daumen:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    ich habe die 2 Völker mit dem Dispenser nach Vorschrift behandelt. 1 x im Juli und 1 x im September. Trotzdem war der Milbenfall noch recht hoch. Der Imkerpate meinte, die Oxalsäurebehandlung im Dezember auf jeden Fall machen, damit die Völker mit weniger Milben im Frühjahr starten. Alles so gemacht und trotzdem kein Erfolg.


    Viele Grüße und danke für die Antworten
    MixMax


    Viele Grüße
    MixMax

  • Hallo MixMax,


    ich habe bei mir auch mit einem Dispenser - dem Nassenheider - behandelt. HIer aber früher. Ein Volk zur gleichen Zeit wie du. Hier hatte ich, zumindest bei uns, das Problem, dass das Wetter Anfang August schlagartig Kalt wurde und die Verdunstungswerte nicht mehr stimmten. Ich hatte hier jedoch weniger Milben im Volk als bei dir (keine Verkrüppelungen). Bei der anschließenden Kontrolle vielen noch vereinzelnt Milben. Daher im September (da war es bei uns wieder Tagsüber wärmer) nochmals eine Kurzbehandlung. Seit dem hatte ich keinen Milbenbefall mehr. Was ich damit sagen will: Wenn bei dir auch das Wetter umgeschwungen ist, kann es sein, dass die verdunstete Menge nicht mehr ausreichte und daher zu viele Milben überlebt haben. Das könnte der Grund für den Tod des ersten Volkes sein. In 2014 war alles irgendwie früher. Hast du denn noch Honig geerntet? Falls nein, hätte man dieses Jahr schon Anfang Juli behandeln müssen. Gerade, wenn man verkrüppelte Bienen sieht. Das ist immer ein Warnzeichen. Da heißt es sofort handeln. HR runter, Behandlung starten!


    Gruß
    Frank

  • Wie Marion schreibt: das passiert, tut einem Anfänger aber mehr weh, weil hier meist wenige Völker vorhanden sind und oft in den 2-3 Völkern dann auch noch das gleiche Unglück geschieht...


    Ich tippe wie viele Vorredner auch auf einen Varroaschaden (auf der Januar-Sitzung im Verein wurde auch noch gesagt dass bei Varroaschaden jetzt meist einfach nur noch leere Beuten vorhanden sind).
    Ferndiagnose ist aber halt schwer bis unmöglich, für mich blutigen Laien sowieso.


    Bleibt eigentlich nur zu sagen: Weiter am Ball bleiben und im nächsten Jahr versuchen den Fehler zu vermeiden (= bessere Behandlung, bessere Kontrolle)

  • Hallo Frank,


    die Bienen waren im Sommer/Herbst bereits an den Flügeln verkrüppelt. Ich habe das Volk am 25.07. und 15.09.14 mit Ameisensäure behandelt und am 20.12.14 mit Oxalsäure. Ich wohne im Südbadischen (Rheinebene), also eine eher warme Region.
    Viele Grüße
    MixMax


    Hallo MixMax. Deinen Wohnort solltest du aber im Profil ausfüllen, sonst wird es immer wieder zu fragen kommen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo MixMax,


    Nur nicht die Flinte ins Korn werfen. Ich habe auch kompletten Totalverlust aller Völker.


    Im Frühjahr fange ich von vorn wieder an, auch ohne Paten und meinem Verein hab ich auch gleich gekündigt.


    Dieses Jahr wird bestimmt besser.

  • ... nach Vorschrift behandelt....
    Trotzdem ...
    Alles so gemacht und trotzdem kein Erfolg.


    OK, ja, zu Anfang kann man sich mehr oder weniger bloß an die Empfehlungen halten. Leider sind die aber kein Garant für Dauererfolg und es gibt kein wirkliches 100% Sicherheitspaket-Kochrezept in der Imkerei.
    Wie man wann und warum vom Schema F abzuweichen hat, das sind die Feinheiten. Da kannst Du jetzt nix dafür.


    Ursache für Varroaverlust trotz Behandlung kann einer bereits vorher erreichte hohe Belastung mit Erreichen der Schadschwelle sein. Auch kann so ein Zustand erstmal nicht offensichtlich für den Anfänger erkennbar sein.
    Geschädigte Krüppelbienen sind kranke Bienen, die wegfallen, die fehlen als Neugeneration, fehlen dann wieder als Ammenbienen, sind infiziert und plus Varroa geht es in die Folgegeneration dann weiter, Überlebenszeit abgesenkt, nicht genug Winterbienen, der Rest ist angestochen und krank, stirbt weg - und aus.
    So mal ganz grob gesprochen. Es kann sein, dass Du mit der AS dann nur noch hinterhergerannt bist, noch anscheinend viele Bienen erstmal da sind aber die sind eben nicht gesund.
    So haarscharf im Herbst nicht gestorbene Varroaschadvölker werden in den Winter hinein noch sehr klein. Sehr sehr klein.


    Auf der anderen Seite ist AS auch keine Penatencreme für Bienenbrut...:roll:


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... auch ohne Paten und meinem Verein hab ich auch gleich gekündigt.


    Dieses Jahr wird bestimmt besser.


    :confused: Das hört sich so nach Suche an...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper