Kleinzellige Bienen

  • Hallo,


    bei meiner Recherche über die kleinzellige Bienen habe ich hier im Forum schon viele Informationen gefunden und gelesen.


    Da ich dabei feststellen musste das bei der Beantwortung solcher Fragen immer wieder Anfeindungen hochkommen möchte ich es sehr konkret machen und habe dazu einen kleinen Fragenkatalog erstellt. Diese Fragen kann dann jeder, der Erfarungen damit gesammelt hat, einfach und sachlich beantworten.


    An der Stelle möchte ich noch sagen das mich berteits ausführlich darüber informiert habe, es geht mir hierbei um eure Erfahrungen mit kleinzelligen Bienen, denn die ersten Posts darüber sind schon über zehn Jahre alt und die letzten über zwei Jahre! Eventuell benutz ja jemand die kleinen Bienen schon so lange erfolgreich?


    Also meine Fragen richten sich an Imker die mit kleinzellige Bienen (Vorzugsweise auf 4,9mm Zellen) imkern oder geimkert haben!


    1. Wie lange wird (wurde) mit kleinzellige Bienen geimkert?
    2. Mit welcher Beute?
    3. Welche Bienen wurden auf die kleinen Zellen gesetzt?
    4. Wieviele Völker sind (waren) auf kleinen Zellen?
    5. Sind die Völker Zahlenmässig größer?
    6. Konnte eine Verbesserung des hygienisches Verhaltens oder Putztriebs festgestellt werden?
    7. Konnten Resistenzen gegen Parasiten (Varroa) oder Infektionen bzw. Krankheiten beobachtet werden?
    8. Mit der Betriebsweise zufrieden?
    9. Gibt es besondere Vorteile der Betriebsweise?
    10. Sind gravierende Nachteile der Betriebsweise bekannt geworden?


    Danke an alle die ihr Wissen teilen, tok

  • 1. Wie lange wird (wurde) mit kleinzellige Bienen geimkert?


    4 Jahre.


    2. Mit welcher Beute?


    DNM, Langstroth, Dadant, Gatineau


    3. Welche Bienen wurden auf die kleinen Zellen gesetzt?


    Carnika, Buckfast


    4. Wieviele Völker sind (waren) auf kleinen Zellen?


    20 Völker


    5. Sind die Völker Zahlenmässig größer?


    Nein. Warum auch, die Königin legt ja nicht über ihre natürliche Kapazität hinaus.


    6. Konnte eine Verbesserung des hygienisches Verhaltens oder Putztriebs festgestellt werden?


    Nein. Null.


    7. Konnten Resistenzen gegen Parasiten (Varroa) oder Infektionen bzw. Krankheiten beobachtet werden?


    Nein. Null!


    8. Mit der Betriebsweise zufrieden?


    Ich weiß zwar nicht, welche Betriebsweise Du meinst oder mit den kleinen Zellen verbindest. Aber: kleine Zellen mit 4,9 mm machen sehr viel Arbeit. Weil die Bienen diese Zellengröße nicht bauen wollen. Und dann schneidest Du aus, sortierst aus, usw. usf.


    5,1 mm werden problemlos ausgebaut!


    9. Gibt es besondere Vorteile der Betriebsweise?[...]
    10. Sind gravierende Nachteile der Betriebsweise bekannt geworden?


    Nur Nachteile, vor allem kostet es viel Geld - für nicht-signifikante Effekte.


    Kannst Du dir ersparen, ganz ehrlich.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Tok,


    hier meine Antwort:


    1. Wie lange wird (wurde) mit kleinzellige Bienen geimkert?
    seit 9 Jahren


    2. Mit welcher Beute?
    Dadant mod. und Langstroth


    3. Welche Bienen wurden auf die kleinen Zellen gesetzt?
    Buckfast, Mischung Bu und Ca, Standbegattung


    [B]4. Wieviele Völker sind (waren) auf kleinen Zellen?
    xx bis xxx. Die konkrete Völkerzahl gebe ich hier nicht bekannt.
    Zumal etliche Imker eine große Völkerzahl mit viel Ahnung von Bienen gleichsetzt.


    5. Sind die Völker Zahlenmässig größer?
    ja, etwas, die letzten 3 Jahren war aber ein Vergleich nicht möglich, wegen der extrem schlechten Tracht und Wetter.


    6. Konnte eine Verbesserung des hygienisches Verhaltens oder Putztriebs festgestellt werden?
    da habe ich nie kontrolliert. Zudem müßte man erst mal klar definieren was 'hygienisches Verhalten…' ist.
    Durch die regelmäßige PZM wird der 'normale Putztrieb' eh in diese Richtung gelenkt.
    'hygienisches Verhaltens' = Deckelrunternagen bei Varroabefall = danach schaue ich nicht.


    7. Konnten Resistenzen gegen Parasiten (Varroa) oder Infektionen bzw. Krankheiten beobachtet werden?
    weniger Milbenfall - im Verhältnis zu großzelligen Völkern
    Infektionen wie Kalkbrut, Faulbrut habe ich noch nie gehabt


    8. Mit der Betriebsweise zufrieden?
    kleinzellige Völker müssen zwangsläufig etwas anders 'geführt' werden.
    Z.B. keine MW während der Volltracht, MW an's oder in's Brutnest


    9. Gibt es besondere Vorteile der Betriebsweise?
    außer das bei uns wesentlich weniger Milben zu finden sind, sehe ich keine
    Umstellung sollte bei 4,9 mm nur über KS oder Schwarm gemacht werden.
    Bei 5,1 geht es auch nach und nach mit Zugabe von MW
    Mehrarbeit durch Entnahme der Murkwaben = gehen aber auch als Außenwaben für den Herbst


    10. Sind gravierende Nachteile der Betriebsweise bekannt geworden?
    Auf das Zellmaß 5,1 ist das Umstellen kein Problem. Hier bekommt man bereits einige Vorteile wie kompakteres Brutnest und einen etwas früheren Start im Frühjahr.
    Auf das Zellmaß 4,9 mm, hier sollte das Zellmaß stimmen.
    Das ist aber ein Problem, weil das Angebot an fertigen MW mit exaktem Zellmaß gleich Null ist.
    Abhilfe schafft hier ein Anbieter > Imkermarkt > Kleinanzeigen


    Was die Geldsache betrifft die Bernhard angesprochen hat, so möchte ich da widersprechen.
    Heute ist das mittlere und kleine Zellmaß in unsere Betriebsweise so integriert, dass ich Bernhards Argument von kostet viel Geld und wenig Effekte nicht bestätigen kann.


    An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass das unsere Erfahrungen hier vor Ort sind - Allgäu ab 850 m.
    Wie bekannt sein sollte, lassen sich Erfahrungen am eigenen Stand nicht zwangsläufig auf andere Stände überragen. Das birgt Chancen aber auch Gefahren. Das trifft nicht nur eine Umstellung auf ein kleineres Zellmaß, sondern - und das wird mir persönlich viel zu wenig beachtet - auch die Behandlungsmethoden der Bekämpfung der Varroa. Sei es AS, OS, Thymol usw….Viel zu oft wird da generalisiert in der Form 'DAS ist es' und dann fragt sich der Imker, warum dies und jenes bei ihn nicht klappt.


    Das auch ich/wir bei der Umstellung Lehrgeld haben zahlen müssen, dass sei hier nicht verschwiegen.


    Jonas


    Tok@
    Du hast jetzt hier von Bernhard und mir ausführliche Antworten bekommen.
    Für mich stellt sich jetzt die Frage an Dich, wer bist Du.
    Insbesondere wundere ich mich, das Du hier neu bist und bereits solche spezifischen Fragen stellst.
    Also, erzähl mal was von Dir oder schreib was in Dein Profil rein.

  • Hallo


    Ich finde das Zellenmaß 4,9 als zu klein, denn so eine Zelle entspricht (geschätzt) einer normalen Zelle die vielleicht 30 Mal bebrütet wurde oder mehr. Aus kleinen Zellen können nur kleine Bienen schlüpfen und je mehr die Zellen bebrütet werden umso eingeschränkter ist die Entwicklung der Bienen. Es ist schon beobachtet worden,das Bienen viel bebrütete Zellen im Naturbau bis auf die MW abgeschrotet haben um neue Zellen zu errichten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Jonas,
    ich hoffe ich kann dich mal bissel ausfragen,wenn du seit 9 Jahren deine Immen auf 4,9 hast,bauen die jetzt immmer 4,9 aus?
    Wie verhält sich das mit Ablegern,mit Kunstschwärmen u.nach Umweiselungen,geht dann die Fähigkeit verloren?

  • Hallo


    Ich finde das Zellenmaß 4,9 als zu klein, denn so eine Zelle entspricht (geschätzt) einer normalen Zelle die vielleicht 30 Mal bebrütet wurde oder mehr. Aus kleinen Zellen können nur kleine Bienen schlüpfen und je mehr die Zellen bebrütet werden umso eingeschränkter ist die Entwicklung der Bienen. Es ist schon beobachtet worden,das Bienen viel bebrütete Zellen im Naturbau bis auf die MW abgeschrotet haben um neue Zellen zu errichten.


    drobi,
    ich spreche von Erfahrungen die ich selbst gemacht habe.
    Ich spreche nicht von Buchwissen.
    Ich 'finde' nicht, dass das Zellmaß 4,9 zu klein ist.
    Wer hat beobachtet, dass MW mit 4.9 mm abgeschrotet (Zellwände)worden sind, weil es den Bienen nicht gepaßt hat?
    Wo hat das beobachtet?
    Wer und wo hat beobachtet, dass die Bienen 'eingeschränkter' in ihrer Entwicklung sind je mehr eine Zelle bebrütet wurde?
    Ich bin bereit zuzuhören, aber nicht, wenn solche Allgemeinplätze hier hingestellt werden.


    Jonas

  • Hallo Jonas,
    ich hoffe ich kann dich mal bissel ausfragen,wenn du seit 9 Jahren deine Immen auf 4,9 hast,bauen die jetzt immmer 4,9 aus?
    Wie verhält sich das mit Ablegern,mit Kunstschwärmen u.nach Umweiselungen,geht dann die Fähigkeit verloren?


    ...solange Du nicht ein klein wenig Dein Profil ausfüllst, werde ich auf Deine Fragen nicht eingehen.


    Jonas

  • Heute ist das mittlere und kleine Zellmaß in unsere Betriebsweise so integriert, dass ich Bernhards Argument von kostet viel Geld und wenig Effekte nicht bestätigen kann.


    1) Worin besteht denn bei Dir der wesentliche Effekt?


    2) Um wie viel Prozent weniger Milben als in normalzelligen Völkern hast Du denn?


    3) Wie viele Völker sind denn bei Dir in der Kontrollgruppe im Vergleich zu den kleinzelligen Völkern? 1:1? Oder wie stellst Du Vergleiche an?


    4) Ist der Rückgang der Milben so wesentlich, daß Du ohne weitere Behandlungen auskommst?


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Die gleiche Frage wird auch im amerikanischen Forum gestellt:
    http://www.beesource.com/forum…-Is-Using-Small-Cell-Size


    Außer den üblichen Verdächtigen, die immer das gleiche Glaubensbekenntnis herunterbeten, zeigt sich:
    "This foundation makes no difference in Varroa counts or survival, statistically demonstrated after repeated trials compared to open "natural" frames, and wax 5.4 foundation."

  • Geht das schon wieder los:evil:


    Punkt aus.


    4,9er bringen nix.


    Der Drohn


    der sicher als einer der ersten hier in Deutschland mit einer größeren Anzahl von Völkern 4,9er Versuche gemacht hat.


    Kein Kommentar mehr zu diesem Thema vom Drohn. Die Energie ist einfach zu Schade ist.


    dD

  • Mellifera e.V., Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle, 72348 Rosenfeld
    Seite 7
    Zusammenfassung
    Damit liegt ein eindeutiges Ergebnis des sechs Jahre lang durchgeführten
    Forschungsprojektes vor: Trotz des verkleinerten Zellmaßes und einer jährlichen
    Oxalsäure- Winterbehandlung hielten die Völker einer höheren Varroa Belastung
    nicht stand. Es erscheint also abwegig, auf eine Varroa Toleranz durch kleine
    Brutzellen zu hoffen, wenn die Völker sogar in Kombination mit einer hochwirksamen
    Winterbehandlung nicht überleben. Ein ausführlicher Projektbericht mit weiteren
    Daten und Angaben zur Rassenfrage ist im Internet unter www.mellifera.de zu
    finden.

    aus: http://www.mellifera.de/fix/do…einzellen%2002-2009.2.pdf