Zulassung Oxalsäure

  • Hm, 10 Jahre nach Dr. Rademachers Studie zur Zulassung von OX, in der noch von ungenügender Datenlage zur Verdampfung gesprochen wurde,


    http://www.neurobiologie.fu-be…6_ADIZ_Oxals%C3%A4ure.pdf


    dürften doch allmählich sämtliche Befristungen schon längst mal zur Verlängerung angestanden haben?!? Nein, die femme scheint auch nicht dahinterzustecken...

  • Man kann nur warnen vor dem illegalen Verdampfen in Deutschland. Es kommt drauf an, wie der jeweilige Amtsvet. sich "um die Imker in seinem Bereich kümmert".
    So eine illegale Anwendung von Vet-pharmaka kann richtig viel Ärger geben (und teuer


    Hallo Wald und Wiese,


    kannst du mir bitte einen Link schicken in dem steht das OS Dihydrat ein Arzneimittel ist?
    Hier mal das Deutsche Arzneimittelgesetz


    OS Dihydrat ist ein Wirkstoff kein Arzneimittel, daher kannst du mit dem Einsatz nicht gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen.


    Du kannst auch Kamillentee straffrei in der Beute verdampfen, wäre von der Gesetzesgrundlage der selbe Sachverhalt wie OS verdampfen.


    Wo hingegen wirklich auf zu passen ist, ist Bienenwohl. Das hat eine Österreichische Zulassung als Arzneimittel. Somit verstößt der Import und das Anwenden gegen das Arzneimittelgesetz. Und da werden tatsächlich Strafen von bis zu 25.000€ verhängt.
    Der Einsatz von Bienenwohl oder Amitraz kann durch den Veterinär gleichermaßen streng geahndet werden.
    Dann lieber OS verdampfen.


    Viele Grüße,


    Maxikaner

  • Verstoß gegen das Arzneimittelgesetzt vielleicht nicht, aber die Form der Anwendung macht es ja aus.
    Klar darf ich Kamillentee im Volk verdampfen, aber OS scheinbar nicht.
    Darauf wird immer wieder hingewiesen.
    Wo da der Gesetzesauszug liegt, habe ich jedoch auch noch nicht entdeckt

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hi Anni,


    wo ich mir nicht sicher wäre ob man damit durch kommt, da es eine wirkliche juristische Spitzfinderei wäre.
    Wenn du OS oder Kamillentee nicht zur Varroabehandlung einsetzt, sondern zur Desinfektion der Holzbeute einsetzt, kann dir in der Theorie keiner etwas. Da beides KEIN Arzneimittel ist und du nicht gegen eine zweckentfremde Anwendung etc. Verstoßen kannst.


    Zur Varroabehandlung ist OS verdampfen nicht zugelassen, das ist richtig.
    Ebenfalls nicht zugelassen sind:


    - Schwammtuch
    - Liebig Dispenser
    - 85% AS
    - und der Einsatz von technischer AS, also nicht in der Veterinär "Qualität"


    Sprich wenn der Veterinär die OS Verdampfung verfolgen würde, müsste er in logischer Konsequenz z.B. alle Schwammtuchbehandler auch Verfolgen. Im schlimmstenfalls müsste OS verdampfen bzw. Schwammtuch einsetzen eine Ordnungswidrigkeit sein, mehr nicht.


    Wie weiter oben geschrieben, gibt es ja in Deutschland schon eine breite Verdampfer Szene, jedoch habe ich selbst nach Stundenlanger Recherche im Inet, noch keinen einzigen Artikel gefunden in dem ein Imker tatsächlich wegen OS Verdampfung eine Strafanzeige bekommen hat.



    Viele Grüße,


    Max


    Noch ein Nachtrag:


    Verstoß gegen das Arzneimittelgesetzt vielleicht nicht, aber die Form der Anwendung macht es ja aus.
    Klar darf ich Kamillentee im Volk verdampfen, aber OS scheinbar nicht.
    Darauf wird immer wieder hingewiesen.
    Wo da der Gesetzesauszug liegt, habe ich jedoch auch noch nicht entdeckt


    Nur weil immer darauf hingewiesen wird, muss es nicht wahr sein. Ein Gesetz ist ja vom Prinzip her dazu da, dass es keine Deffinitonspielräume gibt.
    Kein Arzneitmittel = Kein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz = Keine Strafe nach Arzneimittelgesetz

  • OS verdampft gilt nicht als Behandlung im Sinne der vorgeschriebenen Behandlungspflicht.


    Da gelten nur die zugelassenen Mittel.
    Was man zusätzlich macht, z.B. OS verdampfen zählt da nicht,
    und warum das strafbelegt sein soll, dafür fand ich keinen Hinweis.


    Gruß Doro

  • OS verdampft gilt nicht als Behandlung im Sinne der vorgeschriebenen Behandlungspflicht.


    Da gelten nur die zugelassenen Mittel.
    Was man zusätzlich macht, z.B. OS verdampfen zählt da nicht,
    und warum das strafbelegt sein soll, dafür fand ich keinen Hinweis.


    Gruß Doro


    Hallo Doro,
    Probleme gibts spätestens dann wenn der Kreis, die Kommune per Erlass die Varroa-Behandlung angeordnet hat und Du den Nachweis nicht erbringen kannst, weil ein nicht zugelassenes Mittel verwendet wurde. Eine Behandlung mit Oxalsäure ist im Bestandsbuch zu vermerken und im schlimmsten Fall will man einen Nachweis darüber das Du entsprechende Mittel auch bezogen hast?
    Spätestens wenn man nette Nachbarn hat würde ich zur Vorsicht raten bzw. Vorsorge treffen.


    LG
    Andreas

  • Du sagst es, Doro.
    Die (meist: Landes-)Behörden, die Varroabehandlungspflicht vorschreiben, haben einen weiten Ermessensspielraum. Ob der überschritten wird, wenn sie die Behandlung zwingend vorschreiben und dabei ebenso zwingend auf TAM reduzieren, müßte im konkreten Einzelfall ohnehin ein Gericht entscheiden sicher nicht ohne Sachverständigengutachten. Wer den Gutachtenauftrag bekommt, bestimmt freilich das Gericht (naheliegend BSV, sofern der bereit ist). Hier bei uns ist jeder Vereinsimker rechtsschutzversichert in der Globalversicherung, sollte aber im Konfliktfall die Beweise gerichtsfest sichern - resp. Kontrollbehandlung zur Bestimmung des tatsächlichen Befallsgrades (wird bei wissenschaftlichen Experimenten manchmal mit OX-Bedampfung gemacht) unter Aufsicht eines vom Gericht zu bestimmenden Gutachters im (vorgeschalteten) selbständigen Beweisverfahren.
    Wieder gerichtlich überprüfbar ist, inwieweit die Behörde ihr pflichtgemäßes Ermessen beim Bestrafen ausübte. Da spielen dann die Fragen eine Rolle, ob überhaupt behandlungsbedürftiger Varroabefall vorlag, ob und wie der Imker Varroa bekämpfte und eine Übersicht über den Befallsgrad hatte oder ob er nur zu geizig war oder ideologisch verbohrt, das Varroaproblem bei sich ignorierte, gar ein ungenehmigtes Tierexperiment (Toleranzzucht?) durchführte etc.
    All diesen Ärger und Aufwand könnte Imker sich sparen, würde OX-Dampf aus der Grauzone ins legale Licht gestellt. Persönlicher Einsatz dafür lohnt sich demnach auch aus diesem Blickwinkel.


    Gottfried


  • Probleme gibts ... Du den Nachweis nicht erbringen kannst, weil ein nicht zugelassenes Mittel verwendet wurde. Eine Behandlung mit Oxalsäure ist im Bestandsbuch zu vermerken und im schlimmsten Fall will man einen Nachweis darüber das Du entsprechende Mittel auch bezogen hast?


    Lieber Andreas,


    die Diskussion hatte ich bei uns schon geführt und traf glücklicherweise auf eine Beamtin, die auch Imkerin ist. Nach langem Winden mußte sie unter 4 Augen zugeben, daß AS + MS nicht im Bestandsbuch eintragungspflichtig sind, da nicht apothekenpflichtig. (Nur) in diesem Punkt (Dokumentatationspflicht auch für nicht apothekenpflichtige TAM) dürften Allgemeinverfügungen unheilbar nichtig sein, da die gesetzliche Grundlage für solch weitgehende Regelung fehlt. Punktum, aus (gleich im § 1 Satz 1):
    http://www.gesetze-im-internet.de/anthv/BJNR345300006.html


    Wir wissen: MS + AS sind für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben - also nicht apothekenpflichtig. Aber die wissen, was wir beim Vet.amt bestellt haben. Und wenn nichts - dann braucht man gute Argumente und ggf. Kaufquittungen. Und wehe dem, der nicht mit ad us.vet. behandelte, sondern eine Quittung über technische Qualitäten vorlegt - auch wenn die technische Qualität (zumindest in Bernburg) aus derselben Produktionsanlage fließt und nach dortiger Auskunft der einzige Unterschied darin besteht, daß ad us.vet. öfter per Stichprobe im betrieblichen Labor überprüft wird als die technische.


    Servus - Gottfried

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Hier liegt der Knackpunkt:
    Als Tierarznei ist es apothekenpflichtig.
    Ansonsten aber frei verkäuflich, darf dann aber nicht als Tierarznei angewandt werden

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Also wenn ich Nassenheider mit deutlichen Gebrauchsspuren habe,
    AS mit Quittung, OS 3,5% mit Quittung, Hinweis auf Drohnenbrutschneiden,
    ist doch alles ok.


    Andreas, gerade gegockelt, OS 3,5 % bei Amazon, 15,99
    ausdrücklich für die Varroa-Restbehandlung im Winter.


    Da habe ich meine nicht her, weiß aber nicht mehr im Mom wo ich die bekam.
    Nicht in der Apotheke, die konnten nicht mal AS liefern.


    Gruß Doro

  • Steht nicht drauf.


    Hierzu bekam ich den Hinweis:


    Bereits der Bezug von apothekenpflichtigen Stoffen, die nicht als Fertigarzneimittel zugelassen sind, (bspw. um Oxalsäuredihydratlösung selbst anzumischen) ist nicht zulässig. (§59a Arzneimittelgesetz AMG)
    Strafvorschriften (§ 96 AMG): Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
    18. entgegen § 59a Abs. 1 oder 2 Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen erwirbt, anbietet, lagert, verpackt, mit sich führt oder in den Verkehr bringt

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.