Zulassung Oxalsäure

  • War das jetzt in irgendeiner Weise konstruktiv, Urs? Oder war das rein destruktiv gemeint? Und wenn destruktiv: warum?


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Oxalsäuredämpfe werden auch über die Haut absorbiert und gelangt in den Körper.


    Das ist ja schlimm. Und weißt du, was noch schlimmer ist? In manchen Gemüsesorten ist auch Oxalsäure drin, und zwar in ganz ordentlichen Mengen. Die gelangt auch in den Körper. Wir werden alle sterben! Spinat, Mangold, Rhabarbar - alles Terrorwaffen, am besten gleich verbieten. Und dieses teuflische Dihydrogenmonoxid, dass leichtfertigerweise oft als Lösungsmittel eingesetzt wird gleich mit!


    Zitat

    Leute, es wird geforscht und und in Feldstudien ausprobiert in welchen Mengen, unter welchen Bedingungen und welchen Methoden Oxalsäure in einem Bienenvolk wie wirken kann. Es dauert halt nur, weil es für solche unwissenschaftlichen Menschen wie uns das Ganze sicher und wirkungsvoll aufbereitet werden muss.


    Das wurde alles längst erforscht. Nur hat unser Zulassungsrecht und Chemikalienrecht immer weniger mit der Realität oder mit gesundem Menschenverstand zu tun.

  • Ich musste mir gerade vorstellen und dabei sehr schmunzeln, was wäre wenn Oxalsäurebedampfung zugelassen wäre.
    In der aktiven Landwirtschaft, aber auch bei z. B. bei meinem Betrieb, war vor einiger Zeit Betriebsbesichtigung eines Mitarbeiters der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Da ich für dieses Thema sowieso offen bin, gingen wir meine Gerätschaften auf Punkte Sicherheitheit durch und dieser Herr hatte natürlich überall konkrete Vorschläge in Bezug Verbesserungen, so zum Beispiel ganz vorne beim Frontlader Sicherheitsventile in Bezug "Platzen eines Hydraulikschlauches" einzubauen und so weiter. Wenn dieser BG Mitarbeiter zum Beispiel einem Landwirt sagt, dass er beim PSM spritzen unbedingt diese Staubmaske tragen sollte, dann könnte ich mir vorstellen, dass hier Landwirte wenig diskutieren würden. Jetzt stelle ich mir bildlich vor, dass von der BG bestimmte Imker bei der Bedampfung, bzw die Geräte und das Zubehör überprüft werden würden, die Diskussionen über eventuelle Schutzmaßnahmen denen dieser Herr ausgesetzt wäre, da ja Oxalsäure ja sowieso fast wie ein Lebensmittel ist usw. wären immens :-)

  • Das Stichwort heißt "Verhältnismäßigkeit". Viele Stoffe, die in Lebensmitteln enthalten sind, sind im Prinzip giftig. Und selbst viele bei oraler Aufnahme kaum giftige Stoffe sollte man vermeiden einzuatmen. Aber es kommt halt auf die Dosis an, und Oxalsäure ist nunmal eine andere Kategorie als z.B. Flusssäure.
    Diese Verhältnismäßigkeit wird aber vom Gesetzgeber zunehmend ignoriert, und vermutlich von den Berufsgenossenschaften auch.


    Daran ist nichts lustig, und im Endeffekt senkt dieses ständige Bestehen auf höchster Alarmstufe die Sicherheit, statt zu erhöhen.


    Verhältnismäßigkeit.


    Grüße,
    Robert

  • Das ist ein Foto, geschossen auf meiner Hoffläche und eventuell vor der Fahrzeugpflege.
    Die Bikinifrauen auf heißen Ofen fahren auch nicht so auf die Straße :lol:


    Ich weis, wie es sich anfühlt mit dem Motorrad seitlich mit einer eigenen Geschwindigkeit von 80 km / km/h von einem Auto erfasst zu werden und wie lange da der Bremsweg des Körpers auf der Teerstrasse ist, deshalb nie ohne Leder und Helm.


    Sicherheit ist das oberste Gebot und war immer wieder ein absolutes Prioritätsthema in meiner Arbeitswelt und bei > 10000 Mitarbeitern war eine absolute Einhaltung von Sicherheitsthemen zwingend vonnöten.
    Die Gesundheit besonders durch Leichtsinn oder Unachtsamkeit zu verlieren ist die blödeste Art sich zu Schaden.


    Bedampfung mit bestimmten Modellen, ausgeführt von zuverlässigen Imkern ist sicherlich auch eine gute Art der Behandlung und wurde von mir auch schon praktiziert, aber wer und wie schützt man die anderen vor sich selbst?

  • An die Furchtlosen, Unvoreingenommenen:


    im Frühjahr 2015 wird es nun einen Runden Tisch geben, an dem der DIB sich für die OX-Bedampfung einsetzen will. Mglw. hat sich auch dort die Ansicht durchgesetzt, daß es besser ist, die wohl auch in D in nennenswertem Umfang praktizierte Bedampfung aus der rechtlichen Grauzone herauszuholen und vom heimlichen Getuschel in die offiziellen Fortbildungs-/Anfängerschulungsangebote zu überführen. Ich kann das im Interesse von Bienen, Imkern und nicht zuletzt Verbrauchern nur gutheißen. Wir sollten das - Jeder nach seinen Möglichkeiten - unterstützen, statt zu jammern und zu lamentieren. Wenn denen am Tische klar wird, wie hoch die Dunkelziffer der Grauzonen-Bedampfer in D ist, dann bewegt sich der Dampfer vielleicht doch noch in die richtige Richtung. Sollten wir hier eine anonyme Umfrage organisieren? Auf die Bemerkung von Peter Maske, er suche nach Varroabekämpfungsmöglichkeiten möglichst ohne Chemie, habe ich ihn auf Ralph´s TBE-PDF hingewiesen und Kombinationsmöglichkeiten mit OX-Bedampfung erwähnt. Ralph´s Konzept hat (nach meinem Eindruck) bei ihm echtes Interesse gefunden
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372
    Über die Ergebnisse des Runden Tisches werde berichtet entweder mit einer speziellen Meldung, die auch über DIB-Homepage (Aktuell) einsehbar ist oder wie üblich in den fachlichen Seiten der Imkerfachzeitschriften und dann natürlich über D.I.B.-Aktuell und letztlich im Tätigkeitsbericht des D.I.B..
    Also, pack mer´s - Jeder auf seine Weise! - Gottfried

  • Soweit meine Infos richtig sind, ist ein erster Schritt in der Zulassung der OS Bedampfung die Arzneimittel konforme Anpassung bzw. der Vertrieb von passenden Kapseln oder Tabletten. ( siehe z. B. auch AS Säure nicht technische zu verwenden).

  • Lieber Franz,


    mag sein. So etwas ist auch im Zulassungsverfahren für die Träufelung damals zu lesen gewesen, da die Antragsunterlagen sich damals mit allen drei OX-Darreichungsformen befaßten (Träufeln, Besprühen, Bedampfen). Inzwischen liegen ja mehr wissenschaftliche Arbeiten und auch praktische Erfahrungen vor. Die jetzige Notlösung mit Schraubstockeinsatz zum Tabletteneinzelpressen halte ich für ein typisches Grauzonengewächs. Die mit gestieltem Faustkeil zu bedienende selbst gebastelte (und vertriebene) Tablettenpresse läßt bestimmt nicht lange auf sich warten (aus Wikipedia:)
    "Der Hammer gehört in einer stiellosen Variante als Faustkeil (aus bearbeitetem Stein mit einem nachgewiesenen Alter von 1,75 Millionen Jahren) wahrscheinlich zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit."
    Aus dieser Grauzone müssen wir im Interesse Aller weg, da bin ich mit Dir einer Meinung. Das Dampfen ist mittlerweile aus der deutschen Imkerschaft nicht mehr zu verdrängen. Es besteht nur noch die Wahl, ob man das weiter dort im Ungewissen belassen oder ans legale Licht holen will.


    Ich kenne die Zulassungsbedingungen in Österreich/Schweiz nicht so detailliert, gehe aber davon aus, daß dort Vernunftbegabte bei den Zulassungstellen saßen, die alles notwendige formuliert haben, eher noch ein wenig mehr. Deshalb nehme ich an, es sei einfacher, deren Zulassung einfach auf D auszuweiten, als hier ein erneutes Zulassungsverfahren zu beginnen.
    An welcher Stelle das deutsche Brett am dünnsten ist, kann ich leider nicht wissen. Notfalls muß der Bohrer mit Geduld verlängert werden und ich bitte hiermit nochmals möglichst viele, sich an der oder den Bohrungen zu beteiligen - Jeder auf die ihm mögliche Art und Weise. Je mehr IV, Landesverbände und sonstiger Imkergruppierungen die Zulassung sachlich begründet fordern, umso besser wird der DIB diesen Druck am Runden Tisch untermauern können.


    hartmut : Anonyme Umfrage, die nur ja/nein zuläßt, Mehrfachabstimmungen eines Users unterbindet und das Zählergebnis aktuell anzeigt? a) Wer hat Bienenvölker mit OX bedampft? b) Wer ist für Zulassung der OX-Bedampfung in D?


    Danke - Gottfried

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  • ...... ob man das weiter dort im Ungewissen belassen oder ans legale Licht holen will.


    Man kann nur warnen vor dem illegalen Verdampfen in Deutschland. Es kommt drauf an, wie der jeweilige Amtsvet. sich "um die Imker in seinem Bereich kümmert".
    So eine illegale Anwendung von Vet-pharmaka kann richtig viel Ärger geben (und teuer sein).


    Deshalb nehme ich an, es sei einfacher, deren Zulassung einfach auf D auszuweiten, als hier ein erneutes Zulassungsverfahren zu beginnen.


    Der Meinung war/bin ich auch. Da das eigentlich kein Problem sein sollte, kann man nur spekulieren, dass es Kräfte gibt, die die Zulassung von "Oxalsäure verdampfen" aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, nicht wollen.


    Die Anwendersicherheit beim Verdampfen als Kriterium der Nichtzulassung ist vorgeschoben. Viel Propaganda ... "Imkervolksverdummung" (sorry, es gibt Themen, da rege ich mich maßlos auf .... ).

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."


  • Der Meinung war/bin ich auch. Da das eigentlich kein Problem sein sollte, kann man nur spekulieren, dass es Kräfte gibt, die die Zulassung von "Oxalsäure verdampfen" aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, ...


    Da ausnahmsweise Cherchez-la-Femme nicht funktioniert, muss es am Geld liegen: die Zulassung nicht gleich für alle Verfahren zu beantragen, auch wenn es vielleicht einfacher wäre, generiert neue Förder-und Forschungsgelder und sichert befristete Stellen um weitere Jahre...:cool:

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.