TBE mit weiselrichtigem Brutsammler

  • Hier das Resultat meiner TBE nach Kleingartendrohn:


    von 10 eingewinterten Völkern, ist:


    • ein Volk eingegangen. Kleines Häufchen Bienen inklusive Königin hingen auf einer Wabe herum.
    • ein Volk weisellos, aber noch ordentlich Bienenmasse.
    • ein Volk schwächelt, mit sehr kleiner unmarkierter Königin. Das war ein Ableger aus dem Vorjahr, hat also an der TBE nicht teilgenommen. Hat wohl sehr spät im Jahr nochmal umgeweiselt.
    • die anderen sieben Völker überraschend stark.

    den Schwächling habe ich mit dem weisellosen vereinigt. Habe dabei aber den Fehler gemacht, das weisellose Volk vor den Schwächling zu fegen. Ich hätte wohl den Schwächling besser auf den Platz des weisellosen Volkes stellen sollen, wegen der Flugbienen... Wieder so ein Fehler, der einem erst dann auffällt, wenn die Arbeit getan ist und man nichts mehr ändern kann :-/


    Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der Verlust ist nicht höher als in den Vorjahren mit Behandlungsmitteln. Laut heutiger Info-Mail sollen die Winterveluste in RLP in manchen Regionen bis zu 30% und höher sein.


    PS: früher gab es einen Link, um auf den ersten ungelesenen Beitrag eines Threads zu springen. Gibt es diesen nicht mehr?

  • Hallo nochmal,


    nachdem die TBE im vergangenen Jahr so gut geklappt hat, steht das in diesem Jahr ebenfalls auf dem Plan. Nun spiele ich mit dem Gedanken, mit der TBE auch die Einweiselung von Kauf-Könignen vorzunehmen.


    In der Original-Anleitung aus #1 wird ja der Brutsammler an Tag 28 verkunstschwarmt. Hier würde sich die Einweiselung der Kauf-Königinnen anbieten? Der Sammler platzt ja geradezu vor lauter Jungbienen. Dem sollte man doch auch Bienenmasse für zwei oder drei Kunstschwärme entnehmen können?


    Hat das schon mal jemand probiert und kann berichten? Oder habe ich hier einen groben Denkfehler eingebaut?

  • Tag 28 hat halt den Nachteil, dass die Sanierung des Sammlers noch gar nicht richtig begonnen hat. Teilt man also den Sammler in 3 oder gar vier Kunstschwärme, dann vervielfacht man die Arbeit.


    Praktisch wäre halt die Verkunstschwarmung nach Beendigung der Sanierung.


    Evtl Entnahme der verdeckelten Brut und OS-Behandlung an Tag 28. Verkunstschwarmung dann an Tag 35 zB?


    Eine frisch eingeweiselte Königin mit Fangwabenjongliererei belästigen scheint mir sub-optimal zu sein.

  • Hallo,


    ...ist bei meinem Vorgehen der Brutsammler weiselrichtig mit einer vollwertigen legenden Königin...

    Gruß Ralph
    TBE.pdf


    Hallo Kleingartendrohn , danke für die tolle Beschreibung. Einen Punkt aus dem PDF Seite 4 habe ich aber nicht verstanden, er betrifft den Brutspender: Dort hinein gibt man 1 Wabe mit viel offener Brut + 1 bebrütete Leerwabe (= bereits bebrütete dunkle Wabe, aber ohne Brut?). Auf der nächsten Seite schreibst Du, dass nach 7 Tagen die vormalige Leerwabe jetzt offene Brut enthält und die benachbarte Leerrahmen jetzt neue Waben mit Brut enthalten.


    Was ich dabei nicht verstehe: Wo kommt die Brut her? Die Königin ist doch im Brutsammler?!


    Da dieser Faden 173 Beiträge enthält und ich wohl der Einzige bin, dem das nicht einleuchtet, stehe ich vermutlich heftig auf dem Schlauch. Bitte helft mir :/



    Schöne Grüße


    Johannes

  • Hallo Johannes,

    sämtliche Brutspender sind weiselrichtig. Die Wabe mit viel offener Brut dient als kombinierte Bann- und Fangwabe. (Bannwabe, weil die zu pflegende Brut, die Bienen in der plötzlich leeren Beute (bannt) hält (kein Fluchtscharm). Fangwabe, weil phoretische Milben (also die auf den Bienen sitzenden Milben) dieses Angebot an offener Brut nutzen, um sich zu vermehren. Diese Wabe wird nach Verdeckelung ebenfalls aus dem Brutspender entfernt.

    Die dunkle, ausgebaut Wabe ist dafür da, dass die Königin sofort weiter Eier legen kann, ohne darauf zu warten, dass die Mittelwände erst ausgebaut werden müssen. Soweit deckt sich Ralphs Verfahren mit anderen Brutentnahmeverfahren (mit Fangwabe).


    Das Besondere an Ralphs Verfahren ist, dass der Brutsammler ebenfalls weiselrichtig ist. Hier wird sonst entweder die Brut direkt vernichtet, oder eine reine Brutscheune eingesetzt (weisellos). Diese Brutscheune muss sich dann erst selbst eine Königin ziehen. Weisellos, stark mit Milben infiziert, aus Brut verschiedener Völker aufgebaut, ist eine solche Brutscheune ein recht empfindliches Konstrukt. Sie neigt zu Verflug, neigt besonders bei starkem Befall auch dazu ausgeräubert zu werden. Und kann eigentlich nur medikamentös saniert werden. (zum Glück funktionieren Milch- oder Oxalsäure im Sprühverfahren gut, da es brutlose Phasen gibt). Wenn du eine soche Brutscheune nicht an einen separaten Stand bringst, hast du also eine Milbenverteilstation am Stand. Da bei Ralph dieser Sammler weiselrichtig ist, sind diese Probleme deutlich eingeschränkt. (Außerdem kann auch der Brutsammler weitgehend ohne Einsatz von Medikamenten saniert werden)


    Ralphs Verfahren ist natürlich nur geeignet, wenn du mehrere Völker sanieren willst. Für ein Einzelvolk kommt es nicht in Frage. Bitte nicht verwechseln mit Teilen und Behandeln von Dr. Liebig.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger,


    ah jetzt ja... verstanden, danke :):thumbup:


    Wenn ich also 3 weiselrichtige Völker hätte (wie im Beispiel im PDF auf Seite 2), dann könnte ich damit 2 neue Völker und 1 Brutsammler aufbauen, sodass ich danach wieder 3 Völker hätte, richtig? Andere Aufteilung / Vermehrung ggf. mit zugekauften Königinnen.


    Noch eine Frage: Auf Seite 11 ist von einem "offenen Kunstschwarm" die Rede. Da die Bienen alle aus demselben Brutsammler kommen, muss man die Königin nicht käfigen, oder? Einfach die Waben wie im Bild gezeigt anordnen. Wenn die Bienenmasse für mehr als 1 Kunstschwarm reicht, dann 1 weiteren Kunstschwarm erstellen mit einer zusätzlichen Königin, die dann unter Futterteigverschluss in die Beute gegeben wird? Oder verstehe ich das falsch?


    Danke schön!


    Johannes

  • Puh, ich habe mich durch alle Beiträge hier gekämpft und mir von Hand auf einem Stück Papier aufgemalt, wie das bei mir ungefähr aussehen könnte. Soweit ich das beurteilen kann, klingt das Konzept sehr verlockend und überzeugend. Allerdings würde ich Ende Juli oder Anfang August, wenn ich das Verfahren testen könnte, vor einem Problem stehen: Ich bräuchte etwa zwölf bis 24 Leerwaben. Wo soll ich diese hernehmen, ohne sie irgendwo zu stehlen? Ich habe quasi nur Jungvölker und werde deshalb wohl keine oder nur sehr wenige ausgeschleuderte Honigraumwaben und wohl auch keine überzähligen Brutwaben haben. In dieser Situation wäre es (zumal für mich als Anfänger) doch wohl ratsamer, dieses Jahr noch Ameisensäure zu verwenden (hat die letzten zwei Jahre gut geklappt) und auf nächstes Jahr zu warten, nicht?

  • Steck doch einfach eine Woche vor deinem TBE-Termin jedem Volk eine HR-Wabe zentral ins Brutnest und schon hast du die Wabe mit offener Brut und die andere dann eben auch mit einer leeren HR-Wabe.


    Gruß Jörg

  • Danke. Ich habe mir schon die Finger für eine Verständnisfrage wundgetippt, da ist der Groschen gefallen: Die zweite HR-Wabe wird nicht am Tag -7, sondern am Tag 0 runtergehängt. Sie könnte ja theoretisch auch noch etwas Honig enthalten. Der würde dann umgeräumt und die Königin könnte stiften. Richtig? Ich zweifle eben immer noch daran, dass ich Ende Juli etwas zum Schleudern haben werde … :oops:

  • Jepp!

    Und meiner Meinung nach sollte man die TBE (wie auch immer ausgeführt) noch deutlich vor dem Trachtende machen. Weil:

    - die Flugbienen sind eh da, die neue Brut wird nicht mehr für die Tracht "benötigt".

    - die Motivation für einen neuen Brutnestaufbau ist bei Tracht deutlich höher.

    - Probleme mit Räuberei eine TBE ins Chaos laufen lassen...


    Gruß Jörg

  • Danke für den Hinweis! Zeitlich ist also eher die erste Julihälfte und nicht die erste Augusthälfte anzupeilen?

    Ja - 14 Tage vor Trachtende ist optimal. Die Bienen bauen unter Tracht, wie von selber. Bei mir ist Mitte Juli der Termin zum Abschleudern. Also mache ich Anfang Juli die TBE.


    Gruß

    Ludger