Wie "spät" kann man Oxalsäure anwenden?

  • Hallo miteinander,


    meine Völker hatten vor 2 Wochen 0 und 0,5 Milben /Tag. Da es noch recht warm war habe ich zuerst mit Milchsäure behandelt. Inzwischen ist es wohl zu kalt für die Oxalsäureträufelung. In ein bis zwei Wochen wird es vielleicht wärmer. Wie weit im Januar kann ich denn noch mit OS behandeln?
    Und dann noch eine Frage zur Temperatur. Im Beipackzettel steht nicht kälter als 3 ° C. In den verschiedensten Forenbeiträgen und Unterlagen ist die Rede von 5 Grad. Andere Unterlagen empfehlen -2 bis 3 ° C. Wie sollte die Temperatur denn während der Behandlung und den Tagen danach sein?


    Gruß und guten Rutsch


    Markus

  • Wie weit im Januar kann ich denn noch mit OS behandeln?


    Juristisch betrachtet gar nicht, wenn man 2015 von den behandelten Völkern Honig ernten will.


    Oxalsäure träufeln kann man auch sehr gut bei niedrigen Temperaturen. Je enger die Völker sitzen, desto besser soll sie wirken.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • N`Abend Markus!


    Ein Knackpunkt ist, dass du OS nur noch bis inkl. 31.12., 23:59:59 Uhr verwenden darfst, wenn du von den zu behandelnden Völkern in der kommenden Saison Honig ernten möchtest. Das ist, zumindest teilweise, Bürokratie.
    Der zweite Knackpunkt ist, dass die Tage seit dem 22.12. wieder länger werden und somit die Wahrscheinlichkeit, dass die Völker wieder Brut pflegen, ansteigt. Damit verringert sich aller Wahrscheinlichkeit nach der Wirkungsgrad der OS-Lösung und es erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, im kommenden Jahr mehr Schwierigkeiten mit der Varroa zu bekommen, als ohnehin schon.
    Daher wäre bzw. ist mein Ratschlag: Behandle bis Ende des Jahres am wärmsten zu erwartenden Tag etwa zur wärmsten gemeldeten Zeit. Das wäre in meinen Augen das einzig uneingeschränkt Sinnvolle.


    Schönen Gruß
    Patrick, der heute bei knapp unter 0°C behandelt hat.


    P.S.: W&W war schneller :wink:.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Markus,
    da Du deine Winterbehandlung mit Milchsäure durchgeführt hast muss ich jetzt fragen warum Du noch OS träufeln willst?
    Ich würde aufgrund der von Dir getroffenen Entscheidung die OS für diesen Winter weglassen... was unter Umständen heisst das Du den Milbenfall 2015 allerdings im Auge behalten musst.


    LG
    Andreas

  • Hallo wald&wise, Patrick Johannes, obi11,


    vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Jetzt verstehe ich auch, warum so viele zwischen Weihnachten und Neujahr behandeln möchten. Mit dem Brutbeginn denke wird es nicht so schnell losgehen. Ich bin auch knapp 1000m ü.0 und bevor es nicht ein paar halbwegs warme Tage hintereinander gibt, wird die Kö nicht gleich loslegen.
    Die Milchsäure habe ich nur eingesetzt, da es in der Imkerschule hieß, evtl bei höherem Milbenfall vor der OS noch einmal MS behandeln. Aber inzwischen bin ich ganz froh, dass ich es gemacht habe. Ist der Totenfall nicht höher, wenn es zu kalt ist? Bei -5 Grad dürfte es wohl nicht so gut sein! Immerhin sind die Bienen erst mal nass und darüber bestimmt nicht glücklich!


    Gruß Markus

  • Hallo Andreas

    Hallo Markus,
    da Du deine Winterbehandlung mit Milchsäure durchgeführt hast muss ich jetzt fragen warum Du noch OS träufeln willst?
    Ich würde aufgrund der von Dir getroffenen Entscheidung die OS für diesen Winter weglassen... was unter Umständen heisst das Du den Milbenfall 2015 allerdings im Auge behalten musst.


    Restentmilbung mit Milchsäure, heisst üblicherweise 2x Behandeln im Abstand von ca. 7 Tagen. Wenn er nur 1x besprüht hat ist der Erfolg ziemlich unsicher.
    Oxalsäurebehandlung ist nach meiner Erfahrung auch bei -5°C kein Problem für die Bienen. (Bin vor einigen Jahren selbst in der Situation gewesen, dass ich in 40cm Schnee behandelt habe)
    Die 2. Milchsäurebehandlung würde ich bei diesen Bedingungen nicht ins Auge fassen.
    Als Schadschwelle im Winter habe ich laut Rosenkranz 0,5 Milben pro Tag (für November) im Kopf. Das wäre also so grade noch im Rahmen.
    Letztlich ist es Markus Entscheidung. Entweder so schnell wie möglich noch Oxalsäure träufeln, (nicht lange warten, das Risiko, dass die Bienen wieder brüten steigt von Tag zu Tag) oder sich darauf einstellen in der kommenden Saison systematisch Drohnenbrut zu schneiden, Brutableger zu erstellen und die Befallszahlen genau im Auge zu behalten. Notfalls früh aus der Tracht gehen und früh mit der Sommerbehandlung anfangen.


    Gruß
    Ludger


  • Und dann noch eine Frage zur Temperatur. Im Beipackzettel steht nicht kälter als 3 ° C. In den verschiedensten Forenbeiträgen und Unterlagen ist die Rede von 5 Grad. Andere Unterlagen empfehlen -2 bis 3 ° C. Wie sollte die Temperatur denn während der Behandlung und den Tagen danach sein?


    Gruß und guten Rutsch


    Markus


    Hallo Markus. Kälter ist besser, weil die Völker dann enger sitzen. Siehe mal Hier. Einer der größten Berufsimker Deutschlands bei der OS Behandlung. >>> http://www.apisjovita.de/index…ionen/monatshinweise.html <<< Unter 12. 10


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Ludger,
    aus diesem Grund schrieb ich ja das man die Varroazahl im Auge behalten sollte und da ich MS noch nicht als Winterbehandlung praktiziert habe kann ich da leider nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Gesteigerten Wert lege ich um ehrlich zu sein auch nicht darauf zu der Zeit die Völker auseinanderzureißen und zu behandeln. Ist wie gesagt nur meine persönliche Meinung und das muss jeder selber für sich entscheiden.


    @ Markus,
    ich hoffe man hat höheren Milbenfall auch definiert? Denn ich hab eine ähnliche Zahl wie Ludger im Kopf..


    LG
    Andreas

  • Hallo zusammen, hallo Markus,

    Pfeilstern schrieb:

    meine Völker hatten vor 2 Wochen 0 und 0,5 Milben /Tag. Da es noch recht warm war habe ich zuerst mit Milchsäure behandelt.

    Ich habe das so verstanden, dass Du schon vor der MS-Behandlung bei 0,5 Milben/Tag warst.
    Dann kann ja nicht mehr viel gefallen sein und Du wirst jetzt deutlich unter 0,5 Milben/Tag zählen. Richtig?


    Wenn ich dazu noch berücksichtige, dass Du "knapp über 1000m" hoch imkerst: Wie tief willst Du die Befallszahlen denn noch drücken? Varroafrei wirst Du nicht werden...
    Lehn Dich zurück, genieße die winterliche Landschaft und gönne Dir und Deinen Bienen die wohlverdiente Ruhe. Alles im grünen Bereich! :daumen:


    Dir, allen Mitlesenden und natürlich unseren Bienen einen guten Start ins neue Jahr, :p_flower01:
    Rudi

  • Danke Rudi für die einzig erlösende Antwort! :p_flower01:


    Ich schließen mich voll an: finito!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Ein Knackpunkt ist, dass du OS nur noch bis inkl. 31.12., 23:59:59 Uhr verwenden darfst, wenn du von den zu behandelnden Völkern in der kommenden Saison Honig ernten möchtest. Das ist, zumindest teilweise, Bürokratie.


    Auch wenn es sich wiederholt: Der 31.12. ist kein Anwendungsstichtag! Zitat aus der Anwendungsvorschrift für Oxalsäuredihydratlösung 3,5%:
    "Wartezeit: Nach der Behandlung darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden."
    http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/05_Tierarzneimittel/Zulassung/Standardzulassung/2669_99_99.pdf?__blob=publicationFile&v=2
    Es wird also in Jahreszeiten gemessen, nicht in Kalendermonaten. Wenn der Winter länger dauert als 31.12., folgt ihm das nächste Frühjahr dennoch, auch nach dem 31.12. Das Risiko neuer Brut bleibt freilich.
    Der 31.12 wurde einmal an einem Schreibtisch posaunt und wird nun immer wiederholt, weil das so einfacher ist. Trotzdem ist es m.E. nicht so geregelt...


    Gottfried

  • Du hast ein wichtiges Wort in Deinem Beitrag vergessen: im Spätherbst! Es steht in der Anleitung: nach der Behandlung im Spätherbst...!!!! Meines Wissens sind wir schon lang im Winter, oder habe ich da was verpasst?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • "Wartezeit: Nach der Behandlung darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden."


    Hallo Gottfried, wenn du schon aus dem Papier zitierst, dann doch bitte komplett!


    dort steht:
    Nach der Behandlung der Bienen mit Oxalsäuredihydrat-Lösung im Spätherbst darf Honig
    erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden.



    Somit müsste die Behandlung eigentlich bis zum 21.12 ( da Winterbeginn) abgeschlossen sein.



    Zurück zum Thema: ich habe auch nur mit Milchsäure behandelt. Oxalsäure verwende ich nicht.


    Stefan

  • Lieb Holmi @ Stefan,


    das steht da eben nicht! Jedenfalls nicht im Punkt 8.3. (Nur) dort wird die Wartezeit geregelt.


    In 9.2. wird freilich die Anwendung "in der brutfreien Zeit" angegeben und als interpretativer Zusatz: "(Spätherbst)", damit jeder Behandler erinnert wird: OX wirkt ja nicht in die Brut. DAS war der Grund für diese Formulierung, NICHT die Rückstandsproblematik.
    Deshalb muß man auch nicht mehr in die Wartefristregelung hineinlesen, als dort geschrieben steht, meine ich. Der Brutstand des Volkes ist selbstverständlich zu beachten, das ist ebenso unbestritten wie richtig.


    gutmeinend - Gottfried