Schwächling im Dezember noch zu retten?

  • Guten Abend,
    hoffentlich habt ihr die Weihnachtsfeiertage gut verbracht und auch das Völlegefühl lässt langsam nach ;-).


    Ich habe heute meine Bienchen mit Oxalsäure behandelt. Dabei habe ich bei einem Volk sehr viele tote Bienen am Bodenbrett gesehen. Ich denke, dass diese leider erstickt sind da das Flugloch mit Totenfall von innen verstopft war (war leider von außen so nicht gleich zu erkennen war) :-(. Najo auf jedenfall ist von dem einst sehr starken Volk nicht mehr zuviel über, die Königin jedoch ist noch wohlauf.


    Ich denke, dass die Bienenmasse für den restlichen Winter nun nicht mehr ausreicht. Daher grübel ich gerade, ob man dieses Volk noch irgendwie retten kann oder ich einfach abwarten und es dem Lauf der Natur überlassen soll?
    Im Frühjahr habe ich Schwächlinge schon über Absperrgitter getrennt auf starke Völker aufgesetzt damit diese einen gemeinsamen Wärmehaushalt bilden. Allerdings weiß ich nicht, ob dies auch um diese Jahreszeit schon funktioniert. Ich müsste das Volk dazu auch erst vom Garten ca. 5 min mit dem Auto zum Bienenhaus transportieren. Was meint ihr dazu, kann das funktionieren?
    Oder hat eventuell wer eine andere Idee, wie man das Volk noch retten könnte?


    Einen schönen Abend noch.
    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Feuerwehrbiene,


    wie schwach ist denn das Volk?
    Der hier allseits geschätzte Liebig macht nämlich neben einigem Unsinn durchaus auch einige praktische und nützliche Dinge, z.B. zeigt er in Videos immer mal wieder interessante Dinge wie z.B. eine objektive Schätzung der Volksstärke (müsste ich jetzt aber selber erst wieder suchen, gibt's natürlich auch von anderen Leuten als Liebig).


    In einem seiner neuen clips zeigt er zwar nicht das Vorgehen bei der Schätzung, aber wie er Völker auswintert, die er auf grade mal 2000 Bienen schätzt. Das ist sehr (sehr!) wenig und geht also auch noch.
    Wobei das natürlich Ende Februar oder Anfang März war, ein paar mehr Bienchen als 2000 waren es also wohl auch bei ihm Ende Dezember.


    Aber auch meine eigene Erfahrung deckt sich damit, nämlich dass erstaunlich kleine Völker sehr gut über den Winter kommen und im Frühling extrem stark explodieren und schon im April nicht mehr von den anderen unterscheidbar sind, wenn sie diese nicht sogar überholen. Hier wird meiner Meinung nach viel zu viel vom Imker korrigiert und man könnte viel öfter als gedacht einfach nur die Bienen machen lassen.


    Gruß
    hornet

  • Daher grübel ich gerade, ob man dieses Volk noch irgendwie retten kann oder ich einfach abwarten und es dem Lauf der Natur überlassen soll?


    ...so von ganz weit entfernt sagt mir mein Gefühl: Der Natur ihren Lauf lassen. Manchmal passieren so Dinge, die der Imker vorher nie für möglich gehalten hätte.
    Aber wie gesagt, das ist nur mein Gefühl.


    Jetzt im Dezember/Januar mache ich (außer Varroabekämpfung und ab & an die Fluglöcher frei machen) nix, aber auch gar nix an den Völkern.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Feuerwehrbiene!


    Das Aufsetzen eines Schwächlinges über einem starken Volk funktioniert nur im Frühjahr. Es muss unbedingt ein Brutnest vorhanden sein. Die beiden Volksteile würden sich schnell vereinigen.



    MfG
    Honigmaul

  • "Ich denke, dass diese leider erstickt sind da das Flugloch mit Totenfall von innen verstopft war (war leider von außen so nicht gleich zu erkennen war)"


    Erstickt??
    Warum nicht mit offenem Gitterboden arbeiten? Dann ersticken die Bienen selbst nicht wenn sie eingeschneit werden..


    Gruß Michael

  • In Dachau gibt es sicherlich auch Waldhonig zu ernten, dazu muss ich dir Erfahrungen aus meiner Imkerei berichten
    Hatte schon im Frühjahr gelegentlich sehr schwache Völker, die vielleicht auf zwei oder drei Waben saßen. Die Entwicklung im Frühjahr dauerte natürlich dementsprechend und Frühjahrshonigernte war gleich Null, aber sie machten keinerlei Probleme mit der Schwärmerei und so hatte ich zur Waldhonigernte Mitte Juni dann meist bei solchen ehemaligen Schwächlingen hervorragende Völker, die mir sehr viel Waldhonig brachten und das mit minimalen Arbeitseinsatz.
    Lass das Volk und lass dich (eventuell) überraschen.

  • "Ich denke, dass diese leider erstickt sind da das Flugloch mit Totenfall von innen verstopft war (war leider von außen so nicht gleich zu erkennen war)"


    Erstickt??
    Warum nicht mit offenem Gitterboden arbeiten? Dann ersticken die Bienen selbst nicht wenn sie eingeschneit werden..


    Das ist aber genau der Unterschied. Wenn das Flugloch verstopft ist, mit oder ohne offenem Gitterboden, und es herrscht Flugwetter, dann werden die eingeschlossenen Bienen rebellisch und verenden.


    Wenn sie eingeschneit sind und es kommt Flugwetter, dann dauert es schon eine Weile bis die Bienen das im Inneren überhaupt mit bekommen. Zwischenzeitlich ist der Schnee entlang der Beutenwand schon etwas geschmolzen und die Bienen können ausfliegen.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Stefan


    zur Zeit kannst du jetzt nichts machen, wenn sie nach dem nächsten Reinigungsflug noch am Leben sind, kannst du genauer nachsehen und dann die Entscheidung treffen. Vereinigen oder die Entwicklung abwarten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Vielen Dank für die ganzen Antworten.
    Dann werde ich das Völkchen jetzt erstmal in Ruhe lassen. Vielleicht schaffen sies ja bis in den Frühling. Sofern sie dann noch leben werd ich sie einem starken Volk aufsetzen, quasi eine Starthilfe geben ;-)..
    Vielleicht packe ich die Beute etwas mit einer alten Decke ein. Dann haben sie wenigstens weniger Wärmeverlust (sitzen leider ziemlich weit am Rand der Beute).
    Ich wünsche euch einen guten Rutsch und schonmal ein gutes Bienenjahr 2015 ;-).
    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan


    deine Idee die Beute mit einer Decke einzupacken ist menschlich gesehen gut. Meine Erfahrung sagt, das schwache Völker immer an der wärmsten Stelle in der Beute sitzen. Meisten scheint auf diese Stelle am längsten die Sonne, wenn du da jetzt eine Decke drauf tust, schadet das vielleicht mehr als es nutzt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)