Einsatz von Kameras am Außenstand und deren Nutzen bei der Polizei

  • Moinsen zusammen!


    Ich war gestern bei einem Bekannten, der Jäger ist. Er berichtete mir von einem Fall aus seinem Bekanntenkreis. Dieser besitzt ein Sandgrube mit einem Dieselausenlager, welches immer wieder aufgebrochen und leer geräumt wird. In zwei Jahren wurde im so Kraftstoff im Wert von 10.000 EUR gestohlen. Daraufhin hat er sich die Wildkamera von meinem Bekannten geliehen und nach einiger Zeit einige Glasklare Aufnahmen vom Dieb erhalten.


    Freudestrahlend ist er damit zur Polizei. Diese hat die Bilder auch angenommen - Ergebnis nach 6 Wochen (oder Monaten - so genau weiß ich das nicht mehr). Verfahren eingestellt - Täter konnte nicht ermittelt werden.


    Daraufhin hat er sich die Bilder ausgedruckt und ist selber auf die Suche gegangen. Hat bei diversen Läden in der Umgebung nachgefragt und siehe da - ein Ladenbesitzer kannte den Mann - samt Adresse usw. (er hatte hier auch Hausverbot wegen Diebstahls). Also ist der wieder zur Polizei. Diesmal mit dem Namen samt Adresse des Diebes von 10.000 EUR Kraftstoff. Ergebnis: tata........... Er hat eine Anzeige am Hals wegen eigenmächtiger Ermittlungen! Der Dieb kann weiter klauen. So ist Deutschland - zumindest im Kreis Gütersloh.


    Ich frage mich nun, ob es ähnliche Erfahrungen von Imkern bei der "Sicherung" des Außenstandes gibt? Ich habe auch Außenstände die ich ggf. so schützen möchte. Nur wenn die Polizei grundsätzlich so mit den Beweisen umgeht, kann man sich das ja auch ersparen!


    Gruß
    Frank

  • Daß der Dieb weiterklauen darf und der Hinweis auf die Personendaten, eigenmächtig ermittelt oder nicht, nicht weiter verfolgt wird, geht gar nicht. Bei einem Einbruch auf umfriedeten Gelände und eventuell in ein Gebäude handelt es sich um schweren Diebstahl. Diese Straftat nicht weiter zu verfolgen, ist keine Option. Ich würde mich direkt an die zuständige Staatsanwaltschaft wenden. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde würde ich auch anbringen, vor allem, wenn die Polizeiarbeit nicht gemacht wurde, die sogar ein Laie erfolgreich durchführen konnte. Da hat mal wieder einer versucht, einen Fall vom Bürosessel aus zu lösen. Und damit hat er seine Arbeit nicht getan. Darüber kann und sollte man sich durchaus beschweren.


    Letztlich hat die Kamera aber doch einen Erfolg gebracht. Das nächste Mal sollte er direkt eine Strafanzeige gegen die konkrete Person bei der Staatsanwaltschaft stellen. Wenn die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einstellt, wird das schriftlich begründet. Vielleicht sollte er das nachholen und erneut Strafanzeige stellen.

  • Ganz genau so!
    Und sonst ggf. noch einen draufsetzen und an die Lokalpresse wenden.... aber erstmal lieb sein :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Daraufhin hat er sich die Bilder ausgedruckt und ist selber auf die Suche gegangen. Hat bei diversen Läden in der Umgebung nachgefragt und siehe da - ein Ladenbesitzer kannte den Mann - samt Adresse usw. (er hatte hier auch Hausverbot wegen Diebstahls). Also ist der wieder zur Polizei. Diesmal mit dem Namen samt Adresse des Diebes von 10.000 EUR Kraftstoff. Ergebnis: tata........... Er hat eine Anzeige am Hals wegen eigenmächtiger Ermittlungen! Der Dieb kann weiter klauen. So ist Deutschland - zumindest im Kreis Gütersloh.


    Man kann natürlich bei seinen privaten Nachforschungen rechtliche Grenzen überschreiten. Davon ist hier aber nichts ersichtlich.
    Es dürfte sich also, zumindest hinsichtlich dieser Anzeige, einfach um Jägerlatein handeln!

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • umfriedeten Gelände


    Genau dort liegt der Knackpunkt.
    Mein Bienenhaus steht am Waldrand, nicht umzäumt. Das dsarf ich nicht, das will der Fort nicht. Dort wurden schon häufig Völker (Magazine neben dem Bienenhaus) gestohlen und auch die Tür des Bienenhauses aufgebrochen.
    Die Polizei nimmt den Diebstahl auf und nach Monaten kommt ein Brief von der Staatsanwaltschaft, dass der Täter nicht zu ermitteln wäre.


    Auf meine Ankündigung bei der Polizei, ich werde Wildkameras aufbauen erfolgte folgende Ansage: "Damit machen Sie sich strafbar. Es ist verboten in unbefriedeten Gelände Wildkameras aufzuhängen". Und wenn man damit einen Dieb überführen könnte, dürften diese "illegalen" Bilder vor Gericht nicht genutzt werden.


    Mein zweiter Vorschlag: Dann hänge ich Schilder ums Bienenhaus auf: "Vorsicht Sprengfallen". Oh, das ist ja noch viel mehr verboten (obwohl ich ja gar keine Sprengfallen aufstellen wollte (das könnte ich auch gar nicht, weil ich mich mit so etwas gar nicht auskenne).


    Ja, dieses "Recht" ist sehr Täterfreundlich. Der rechtschaffende Bürger ist der dumme.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo Gerhard,


    haben wir in unseren Fahrzeugen eingebaut gehabt. Nachteil: Nach rund 2 Wochen stillstand des Fahrzeuges war die Batterie des Autos immer leer. Gut, ich denke, man könnte hier noch einiges optimieren, aber mehr als vier Wochen wird ein aktives GPS Modul wohl nicht überleben. Ansonsten durch aus eine Möglichkeit, wenn die Diebe diesen nicht gerade kleinen Kasten übersehen und nicht entsorgen.


    Gruß
    Frank

  • Genau dort liegt der Knackpunkt.
    Mein Bienenhaus steht am Waldrand, nicht umzäumt. Das dsarf ich nicht, das will der Fort nicht.
    ...


    Das verstehe wer will :confused:
    Der Forst oder Wald steht doch auch "im Besitz", bzw. unter Hausrecht, bzw. unter irgendwessen Verfügungsgewalt. Und da ist nicht klar erkennbar und soll auch nicht klar erkennbar gemacht werden, wo das "befriedete Besitztum", bzw. "überhaupt Besitztum" beginnt oder endet oder dass dort Bienen "mit inbegriffen" sind?


    Da würde ich aber noch mal nachhaken und ggf. mit den Bienen umziehen, oder es deutlich ankündigen. Das Kosten/Nutzenverhältnis sollte für den Forst oder Wald genauso hoch sein, wie für alle anderen Bestäubungsnutznießer in der Natur... Da sollte wenigstens Videoüberwachung gestattet sein...


    Gruß Andreas

  • Und das nur, weil mal ein Politiker zum Pömpeln in den Wald gefahren ist...


    Dann mache doch aus deiner Fläche ein befriedete Fläche und stelle sicher, daß die Kamera keine öffentlichen Wege und Flächen erfasst. Dazu:
    In Deutschland stellt der § 123 StGB den Hausfriedensbruch unter Strafe. Primär schützt dieses Verbot geschlossene Räume, es gilt jedoch auch für offene Flächen, sofern diese eingefriedet sind. Hierbei ist nicht wesentlich, ob die Einfriedung in der Lage ist, das Eindringen zu unterbinden, sondern dass es für jedermann erkennbar ist, dass ein Eindringen nicht erwünscht ist (somit reicht rechtlich z. B. eine Flatterleine).
    aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Einfriedung#Strafrecht


    Mit einem Schild: Betreten verboten. Dann ist das wohl deutlich genug, daß ein Betreten des Standes unerwünscht ist. Die Fläche ist somit nicht-öffentlich. Wer es trotzdem tut, begeht schon mal Hausfriedensbruch. Und dann sollte auch der Einsatz von Kameras kein Problem mehr darstellen.


    Gruß
    Bernhard

  • Hi Bernhard,



    ich ich bin zu wenig Jurist, aber wenn ich es richtig im Kopf habe, kannst du im Wald nichts einfrieden, vorausgesetzt der Förster sieht einen wichtigen Grund ( Aufforstung, Wildgehege etc.) Das Betreten des Waldes, ist alle gestattet, das wird im Bundeswaldgesetz und in den Landeswaldgesetzen geregelt. Ich kann aber auch irren, bin mir nicht mehr so sicher.


    Ich würde immer mit dem Förster Rücksprache halten, dann ist man eigentlich auf der sicheren Seite, wenn man dem sagt, das man ein Betreten Verboten Schild, bzw. Eine Kamera aufhängen will und der damit einverstanden ist, kann einem eigentlich fast nichts passieren.


    Wenn man eigenmächtig Betreten Verboten Schilder aufhängt, kann sich vielleicht der Förster in seiner Kompetenz herausgefordert fühlen und dann geht der Stress los den keiner haben will.


    Daher sag ich immer, miteinander geht einfacher als gegeneinander.


    Viele Grüße



    Maxikaner

  • Moin,
    es muss nicht immer einen "Förster" geben, es gibt auch Waldflächen im Privatbesitz.


    Man kann in dem Falle Interesse begründen und einen Antrag auf einen befriedeten Bezirk stellen. Ganz offiziell.
    und dann weiter wie oben beschrieben.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Schöne und gepflegte Waldwege laden auch leider immer mehr verrückte Menschen, die sich mit ihren Quads oder Motocross leider auch in meinem Walb austoben wollen, was sie aber rechtlich nicht dürften.
    Radfahrer, Reiter und Wanderer , aber leider auch böse Buben, die auf Raub und Zerstörung aus sind dürfen jederzeit auch private Waldwege benutzen, ohne dass es der Waldbesitzer untersagen kann.


    Am besten wegschauen, ansonsten werden die grauen Haare immer mehr.


    Nachzulesen im Bayerischen Waldgesetz.


    http://www.stmelf.bayern.de/wald/waldfunktionen/erholung/