Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

  • Wieso an Weihnachten? Als Geschenk? :lol:


    Janos : Es ist ganz richtig: bei brutfreien Völkern im Winter wird der Umrechnungsfaktor mit 500 angegeben. (Sonst niedriger: 100-300)
    Und deshalb heißt es ja schließlich auch als Richtwert, das ab 1 Milbe natürlicher Fall pro Tag winterbehandelt werden sollte.
    Oder andersherum, er sollte weniger als 0,5 betragen.


    Ansinnen der Winterbehandlung ist, das Volk mit möglichst weniger als 50 Milben in das nächste Jahr zu schicken - ob man das vor oder nach Weihnachten macht, ist dabei nicht ganz so entscheidend:wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wieso an Weihnachten? Als Geschenk?


    • Weil (bei uns in der Rheinebene) das so ziemlich der einzige Zeitpunkt ist, an dem man eine (geringe) Chance hat, die Völker bei Brutfreiheit zu erwischen. Zumindest bilde ich mir das ein.
    • Weil 500 Milben deutlich vor Weihnachten die Situation noch schlechter werden lässt
    • Weil eine Behandlung nach Weihnachten keinen Sinn mehr macht
  • Oben steht "an Weihnachten".
    1 Milbe im Schnitt tgl. heißt behandeln, außerdem heißt es ca. 500 sind im Volk.
    ist nicht selten und wird auch überlebt,
    am 27.12. hat man dann also verloren - am 20. aber nicht. Aha.
    Kenn ich so nicht.
    Auch im Rheinland gibt es Brutpausen oder Imkerfreunde aus der Ecke erzählen Blödsinn.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Oben steht "an Weihnachten".
    [...]am 27.12. hat man dann also verloren - am 20. aber nicht. Aha.


    Ab Wintersonnenwende wird wieder gebrütet, hörte ich sagen.
    Ob die Königin den 21.12. so genau trifft, weiss ich nicht. Vielleicht fängt sie ja schon am 19.12. an. Dann sind am 27.12. schon die ersten Zellen verdeckelt. Dann kommt die OS nicht mehr an die Milben heran.


    Zitat

    Kenn ich so nicht.


    Wann machst Du denn die Winterbehandlung? Im Oktober etwa? Oder erst im Januar?


    Zitat

    Auch im Rheinland gibt es Brutpausen oder Imkerfreunde aus der Ecke erzählen Blödsinn.


    Ich schrub Rheinebene.


    Angeblich wird das Brutgeschöft mit dem ersten Frost eingestellt und mit der Wintersommerwende wieder aufgenommen. Für ein Volk ohne verdeckelte Brut wäre folglich Frost im November notwendig. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt hier in der Rheinebene im November Frost hatten.

  • Wer erzählt denn das Bienen zwingend Frost brauchen um das Brutgeschäft einzustellen? Die Wahrscheinlichkeit mag etwas höher liegen. Es reicht aber auch wenn es einige Tage nur 5 Grad hat, auch dann gehen viele aus der Brut. Manche gehen auch einfach so schon ende Oktober aus der Brut, ganz ohne Frost und kalter Temperaturen. Man sagt eben dass nach der ersten "Frostperiode" die meisten Völker aus der Brut gehen und somit 3 Wochen danach behandelt werden kann weil sie Brutfrei sind - Garantie ist das allerdings auch nicht. Man hat eine "höhere Wahrscheinlichkeit" und die "Komplexheit" ein wenig entschärft. Wer es genau wissen will muss nachschaun - mit den Risiken die dazu gehören.


    Dass ab der Wintersonnenwende wieder gebrütet wird ist auch quatsch, theoretisch könnten sie, machen die meisten aber nicht. Sie könnten aber auch bis zur Wintersonnenwende brüten, dann brauchen sie da nicht erst anfangen :D Sicher kann man das nie sagen, die Völker sind nicht gleich, auch nicht am gleichen Standort.


    Wenn du das oben geschriebene von dir hinterfragen willst, kann man das. Dann zieh aber auch die Konsequenz daraus. Wenn nicht, dann halte dich an diese "Empfehlungen", dann hast du mit großer Wahrscheinlichkeit meistens das Richtige getan und sparst dir das Denken ;)

  • Hallo,


    ich habe unter diesem Beitrag Zahlen angegeben, die ich unbedingt korrigieren möchte. Die Zahlen stammten aus einem anderen Jahr, wo Ende November kaum noch Brut in den Völkern war. Das war in diesem Jahr deutlich anders. Erkennbar an den hellen Milben hatten in diesem Jahr Ende November fast alle Völker noch Brut. Die Befallsbestimmung erfolgte über doppelte OS-Behandlung und Auszählung im Abstand von 14 Tagen. Zum Verständnis der theoretischen Grundlagen habe ich eine pdf-Datei beigefügt.
    Milbe.pdf
    In der nachfolgenden Tabelle sind die gemessenen und berechneten Daten aufgeführt. Dort bedeuten Z1, Z2 Varroatotenfall nach 1. bzw. 2. Behandlung, w Überlebensrate der Milben
    nach 1 Behandlung, N0, N1, N2 Zahl der Stockmilben vor der Behandlung, nach der 1. Behandlung, nach der 2. Behandlung, Eff die Wirksamkeit der Einzelbehandlung.



    Volk Z1 Z2 w N0 N1 N2 Eff
    VN01 51 37 0,73 186 135 98 27%
    VN02 137 11 0,08 149 12 1 92%
    VN03 395 38 0,1 437 42 4 90%
    VN04 446 116 0,26 603 157 41 74%
    VN05 302 313 / / / / /
    VN07 343 15 0,04 359 16 1 96%
    VN08 14 6 0,43 25 11 5 57%
    VN09 348 46 0,13 401 53 7 87%
    VN10 81 24 0,3 115 34 10 70%
    VS03 165 62 0,38 264 99 37 62%
    VS04 513 45 0,09 562 49 4 91%
    VS05 118 31 0,26 160 42 11 74%
    VS06 238 26 0,11 267 29 3 89%
    VS07 125 54 0,43 220 95 41 57%
    VS08 761 299 0,39 1254 439 194 61%


    Die Tabelle zeigt eine sehr weite Streuung der Wirksamkeit. Beim Volk VN05 ist die Bestimmung schiefgegangen. Die Tabelle zeigt, dass die Völker VN01, VN05 und VS08 einer weiteren Behandlung unterzogen werden müssen.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    vielen Dank für die sehr interessanten Daten. Bezüglich VN05 und VS08 stimme ich mit Dir überein, da würde ich dann ggfls. aufgrund der Höhe der Gesamtmilbenzahl dann vermutlich auch noch eine Behandlung nachschieben.


    Beim Volk VN01 würde ich nicht unbedingt auf eine zu geringe Wirksamkeit der Behandlungen tippen. Was, wenn das Volk eine besondere Veranlagung hat, z.B. dass befallene Bienen abfliegen und nur aus diesem Grund weniger Milben außerhalb der Brut zu finden sind? Insgesamt finde ich die Gesamtsituation hier nicht so kritisch.


    Alles in allem ( honigmaul ) schauen die Ergebnisse bei mir ähnlich aus, auch mit einmaliger Behandlung und das selbst im August. OS-Dampf ist halt keine Methode, mit der man auch die letzte Milbe erwischt. Ich gehe aber aufgrund des tatsächlichen Milbenfalles nach der Behandlung davon aus, dass die OS-Kristalle auch noch Milben schädigen, die in den ersten 5 Tagen nach der Behandlung schlüpfen und mit den Kristallen in Kontakt kommen. Daher gehe ich auch bei mir von einem durchschnittlichen Wirkungsgrad von 70-80 % aus. Was an die Nerven geht ist der deutlich erhöhte scheinbar natürliche Milbenfall zwischen Tag 6-20 nach der Behandlung. Da fällt es einem nicht leicht, die Füße still bzw. den Dampfer in der Kiste zu lassen, aber nach dieser Zeit ging der tägliche Milbenfall dann doch deutlich zurück. Ich sehe den OS-Dampf durchaus als hervorragende Möglichkeit, befallsorientiert zu behandeln.


    Gruß Sven

  • Ich habe 2012 eine relativ aufwendige Auswertung des Milbenfalls im 7Tage Abstand gemacht, weil ich schon nach 7 Tagen wissen wollte ob die Milbenzahl im Volk niedrig genug war und nicht erst nach 4 Wochen. Damit kann eine eventuell notwendige 2. Behandlung noch zu einer Zeit erfolgen zu der Brutffreiheit noch wahrscheinlich ist.
    Akzeptabel nach 4 Wochen sind 2 Varroen pro Woche. Nach meiner Auswertung bedeutet ein Fall von weniger als 500 Milben in der ersten Woche, dass die Behandlung ausreichend war (2 oder weniger nach 4 Wochen). Bei mehr als 1000 Milben in der ersten Woche muss sicher noch eine weitere Behandlung erfolgen (MS oder OS).
    Ich hatte 25 Völker mit Oxalsäure besprüht, denke aber dass der Wirkungsmechanismuss grundsätzlich gleich wie beim Träufeln oder Verdampfen ist, nur die Anwendungform ist anders.
    Bei den brutfreien Völkern wurde im Durchschnitt ein Wirkungsgrad von 96,5% erreicht, bei den Völkern mit Restbrut 62%.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Garantie ist das allerdings auch nicht. Man hat eine "höhere Wahrscheinlichkeit" und die "Komplexheit" ein wenig entschärft.


    Keine Frage: eine Garantie gibt es nicht. Es kann immer nur um Wahrscheinlichkeit gehen.


    Das Ziel muss sein, die Erfolgswahrschienlichkeit zu maximieren. Fehlerquellen (sowohl imkerliche, als auch bedingt durch Wetter/Volk/wasauchimmer) werden sich genügend selbst einschleichen.


    da würde ich dann ggfls. aufgrund der Höhe der Gesamtmilbenzahl dann vermutlich auch noch eine Behandlung nachschieben.


    Die OS-Behandlung soll aber doch immer nur einmal erfolgen. Angeblich soll eine mehrfache Behandlung dem Volk mehr schaden als nutzen.

  • Hallo Kleingartendrohn!


    Ich bin mir nicht sicher, ob man die Varroapopulation nach einer oder zwei Behandlungen überhaupt verlässlich berechnen kann. Ich bin der Meinung, dass der Wirkungsgrad einer Behandlung sehr stark von verschiedenen Einflüssen abhängig ist und nicht zufällig zustande kommt, nur weil sich die OS in der Traube nicht gleichmäßig verteilt.
    Laut verschiedenen Berichten spielt die Temperatur während und unmittelbar nach der Behandlung eine wesentliche Rolle. Vermutlich spielt auch die Brutnesttemperatur, ob ein Volk brütet und etwa 35°C hat oder ohne Brut ist und 20 -25°C hat, eine wesentliche Rolle.


    Der nächste Unsicherheitsfaktor ist, ob während der ersten oder zweiten Behandlung überhaupt verdeckelte Behandlung Brut vorhanden, oder ob die Wirkung aus anderen Gründen unzureichend war.


    Da könnte sich folgendes Szenario ereignen:


    Etwas übertrieben dargestellt, könnten zum Zeitpunkt der ersten Behandlung alle Milben in der verdeckelten Brut sein, die Behandlung verpufft wirkungslos und löst keinen Totenfall aus. Nach 14 Tagen, bei der zweiten Behandlung sind diese Milben schon wieder in der verdeckelten Brut, werden wieder nicht erwischt und es würde wieder kein Totenfall zu sehen sein. Trotz errechnetem Wirkungsgrad von 100 % wären immer noch Milben im Volk, abgesehen davon, dass vermutlich die 2. Behandlung gar nicht durchgeführt worden wäre.


    Der Abstand zwischen den zwei Behandlungen dürfte für die Berechnung auch eine gewisse Rolle spielen. Je kürzer der Abstand ist, desto mehr Milben müssen nach der 2. Behandlung der Erstbehandlung zugerechnet werden.


    Ich bin auf die Abfallzahlen bei den Völkern VN01, VN05 und VS08 nach der 3. Behandlung gespannt. Meine Prognose, der Milbenfall wird bei allen drei Völkern nahe Null liegen.


    MfG
    Honigmaul

  • Das ist nicht gesagt, das es zu spät ist. Ich hatte Ende Juni 2 Völker von einem Altimker übernommen, weil er nicht mehr konnte. Eine Woche später sah ich Krüppelbienen und habe dann die Windel eingelegt und es vielen bei beiden Völkern 60 bis 70 Milben pro Tag. Mein Imkerpate meinte sofort töten, das habe ich nicht gemacht. Ich habe die abgeschleudert und Mitte Juli gleich dreimal mit dem Schwammtuch behandelt. Dann habe ich etwas aufgefüttert und sie 4 mal mit Schwammtuch behandelt wie meine anderen Völker auch am Stand. Jetzt bei der OS Behandlung war ich überrascht. Die beiden Völker sind jetzt so stark das eine besetzt sage und schreibe volle 9 Wabengassen und hängt extrem durch, so stark ist kein anderes meiner 25 Völker.
    Nun frage ich mich als unerfahrener Jungimker warum das so ist, den laut aller Theorie hätten die beiden Völker ja tot sein müssen und der Rest meines Standes hätte ja auch Varroaschäden zeigen müssen, wegen der Reinvasion.

  • Moin Mathias,


    und wieviele Milben sind jetzt noch bei der OS-Behandlung gefallen?


    Gruß Clas, der auch schon völlig übermilbte Völker gerettet hat...

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich habe die Milben nur einen Tag beobachtet, weil ich die Schieber rausgenommen habe weil ich zu viel Kondenswasser in den Beuten hatte. Es Waren innerhalb 24 Stunden ca 25 bis 30 Milben bei den beiden Völkern, bei den übrigen teils weniger teils etwas mehr. Ich halte aber auch nicht viel vom Zählen, kann man jetzt eh nicht ändern. Wollte nur sagen das das ja gegen jede Theorie war, denn eigentlich hätte ja alles bei mir tot sein müssen wegen Reinvasion und so.

  • Das ist nicht gesagt, das es zu spät ist. Ich hatte Ende Juni 2 Völker von einem Altimker übernommen, weil er nicht mehr konnte. Eine Woche später sah ich Krüppelbienen und habe dann die Windel eingelegt und es vielen bei beiden Völkern 60 bis 70 Milben pro Tag. Mein Imkerpate meinte sofort töten, das habe ich nicht gemacht. Ich habe die abgeschleudert und Mitte Juli gleich dreimal mit dem Schwammtuch behandelt. Dann habe ich etwas aufgefüttert und sie 4 mal mit Schwammtuch behandelt wie meine anderen Völker auch am Stand. Jetzt bei der OS Behandlung war ich überrascht. Die beiden Völker sind jetzt so stark das eine besetzt sage und schreibe volle 9 Wabengassen und hängt extrem durch, so stark ist kein anderes meiner 25 Völker.
    Nun frage ich mich als unerfahrener Jungimker warum das so ist, den laut aller Theorie hätten die beiden Völker ja tot sein müssen und der Rest meines Standes hätte ja auch Varroaschäden zeigen müssen, wegen der Reinvasion.


    Manchmal muss man Glück haben, manchmal sieht oder fühlt etwas anderes. Wenn du 10 Imkern eine Frage stellst, bekommst du 12 Antworten. Langsam gehen und lernen.
    Gruß
    Patrick