Der Anfängerkurs - Bienenhaltung neben Familie und Beruf

  • Der Zeitaufwand an sich ist ja nicht das eigentliche Problem bei der Geschichte, sondern die Übernahme von Verantwortung für ein Lebewesen und die damit verbundenen Pflichten, die an bestimmten Zeiten gebunden und genau dann zu erfüllen sind. Auch der Köter will morgens und abends rausgetragen werden. So ist das eben mit Haustieren.


    Richtig problematisch wird es erst, wenn die Bienensauna ins Spiel kommt: hier muß man drei Behandlungen bei drei Völkern zu je 2 Stunden berechnen. Das sind 18 Stunden mehr bei nur drei Völkern! Die Bienenhaltung wird fast unmöglich bei diesem Zeitpensum. Das ist das Ende. :wink:

  • Also mit Honigernte bin ich stundenmäßig wohl jenseits von gut und böse.


    Ich wasche meine Schleuder nass aus und lasse diese dann 24h trocknen, jeweils vor der Honigernte und dann danach nochmal bevor ich sie wieder einlagere. Macht bei 2 Honigernten im Jahr 4 mal 24h = an die 190h.


    Damit sind wir, also Hoecker und ich, leider raus.


    Stefan

  • Papier ist geduldig, heißt es.


    Ich finde Drops Kommentar klasse.
    Wenn diese 5 Stunden das Argument sind, sich diesem nicht-zeitraubend-simpel-ohne Aufwand-Hobby zuwenden zu dürfen.
    Dann gute Nacht.


    Und die Rede War von 5 Stunden, dann aber plötzlich von nur 5 Störungen pro Volk und Jahr.
    Da sollte man eigentlich nachhaken, denn das ist unglaubhaft. Aber ich hab den Diskussionsbedarf nicht.


    Wenn die kleinen Zellen wieder das Zauberwort sind und die Bienen dem Anfänger unbemerkt, weil unbemerkt keine Probleme machen, dann kann man das so durchziehen.


    Vielleicht bin ich wie Wolfgang auch jemand, der Genießertyp ist und nie ein Zeitdiagramm erstellen würde.
    Ich frag einfach gar nicht danach.


    Mit 5 Stunden Zeit pro Volk und Jahr würde ich's lassen. Ich ganz persönlich.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zeitaufwand ist eine ewig junge Diskussion und sogar wissenschaftlich unterfüttert. Ein Beispiel aus der Vor-Varroa-Zeit in einer noch unlieblichen Frühphase der "Hohenheimer Betriebsweise":


    "Kassparian erfasste und analysierte zwei Jahre lang (1965 und 1966) den Arbeitsaufwand bei der Führung der Wirtschaftsvölker, der Bildung der Ableger und der Königinnenaufzucht. Die Führung eines Wirtschaftsvolkes von der Auswinterung bis zur Einwinterung nahm 1965 im Durchschnitt 4 Stunden 41 Minuten in Anspruch. 1966 waren es 3 Stunden 8 Minuten."


    Aus: "Festschrift zum 40-jährigen Bestehen der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, 2004"
    https://www.uni-hohenheim.de/b…load/festschrift_2004.pdf (Seite 79).


    Info zur Dissertation von Sarkis Kassparian "Arbeitswirtschaftliche Analyse der Hohenheimer imkerlichen Betriebsweise und Moeglichkeiten der Arbeitsplanung mit Hilfe der Netzwerktechnik" http://library.wur.nl/WebQuery/clc/420650


    MfG


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hi zusammen:


    der Titel dieses Fadens heißt Bienenhaltung NEBEN Familie und Beruf... natürlich geht das...beweisen ja viele, und bei den verschiedensten Typen (der wohlstrukturierte, der verpeilte...kennen wir alle) kommt bei den verschiedenen Leuten und Betriebsweisen eben unterschiedliche Zeiten raus.


    Ich finde es aber sehr wichtig, dass man dem Anfänger schon mitgibt, dass es mehr ist, als die 3, oder 5 oder 7 oder 10 Stunden sind, die man "den Deckel offen hat"...
    die Zeiten, auch wenn man es leidenschaftlich gern macht, werden benötigt. Manchmal plötzlich, öfter planbar...aber auch Fahrzeiten, Abfüllen des Honigs, etikettieren, Wachs schmelzen, Zargen reinigen, ggf neu streichen, MW löten, sich bilden, ... geht alles von der sogenannten "Freizeit" ab. Muss also Jobkompatibel und Familien-/Sozialfreundlich sein, sonst sind Probleme vorhersehbar.


    Und am Anfang dauert es einfach...so wie Holmi sagt, der Anfänger braucht mindestens doppelt so lang um ein Volk durchzugucken...und er tut es auch öfter, aus Unsicherheit... oder weil alles noch so neu ist...


    Das hat nix mit miesmachen oder vergraulen zu tun, wenn man den Faktencheck macht.


    Findet Jule,


    die sicher nicht mit den Bienen angefangen hätte, wenn man ihr reinen Wein über den Zeit- und Platzbedarf eingeschenkt hätte:cool:

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Das persönliche Befinden ist ja gut und schön, und es ist auch sicher richtig, daß ein jeder sich Zeit für die Sache nehme und die Tierhaltung mit Verantwortung ausfülle. Auf der anderen Seite sollte aber auch nicht der Eindruck vermittelt werden, daß die Imkerei ausschließlich als die Freizeit vollständig ausfüllender Nebenerwerb betrieben werden muß.


    Im konkreten Fall geht es ja um einen Anfängerkursus. Und zu dem gibt es eigene Aussagen vom Kursleiter, die jeder auf seiner Seite einsehen kann. Da steht, daß fünf Stunden pro Volk und Jahr anzusetzen sind - als reine Arbeitszeit. Daran ist überhaupt nichts falsch. Und damit ist es auch möglich, die Bienen tier- und fachgerecht zu halten. Selbst wenn Du jede Woche einmal bei den Völkern vorbeigehst, reicht die Zeit dicke.


    Es bleibt also am Ende nur die Kritik übrig, daß die Angabe des Arbeitszeitsaufwandes eine falsche Illusion wecken könnte. Daß aber daraus die Vorstellung entspringt, daß sich das Volk quasi selbst versorgt, das kann ich beim besten Willen nicht da hineininterpretieren. Und es wäre auch sicher verkehrt, diese Interpretation dem Kursleiter unterzuschieben.

  • Jipp..man kanns auch bis zum Absurdum treiben und die Stunden vorm Computer mit rechnen wenn man
    im Forum ist oder mal googelt.
    Oder...man kann auch alles erstmal schlecht reden, besonders wenn man sich noch nie mit dem Gedanken
    beschäftigt hat einen Anfängerkurs zu geben.


    Die, die ihr Herz an der Biene verlieren bleiben dabei...egal wie viele Stunden im Jahr -
    die, die halbherzig anfangen sind eh nur begrenzte Zeit Bienenhalter.
    So ist es immer!
    Und egal wie...besser mit Kurs als ohne!

  • *seufz* Wenn ich die Rechnungen hier so nüchtern betrachte weiß ich nicht wieso ich immer Mecker bekomme:roll:
    Liegt vermutlich daran das man die Zeit vergisst wenn man vor dem Flugloch sitzt und dann rennen muss um die Arbeiten zu erledigen?!
    Da brauchts noch nichtmal google oder Forum und schon ist der Zeitplan völlig ruiniert... was einen Bienenverrückten vermutlich eher weniger interessiert.
    Btw, die Familie lässt sich auch wunderbar ins Hobby integrieren!


    LG
    Andreas

  • Moin,
    ein Onkel meiner Frau hatte auch Bienen.
    Da liessen sich schöne Dinge vereinbaren.
    Mehrere Brüder und Schwestern waren dort auf dem elterlichen Hof.(Onkel und Tanten)
    Alle hatten ihre Aufgaben zu erledigen,
    wie zB. Melken kochen putzen, treckkern, pflanzen, säeen, ernten, dreschen, holzen und so weiter und sofort.
    Der Bienenonkel musste während diesen schweisstreibenden Arbeiten immer zu den Bienen.
    Täglich
    Morgens
    und Abends
    oft den ganzen Tag.
    Ja,ja, zu der Zeit brauchte man noch viel mehr Zeit für die Bienen.
    Als heute, von wegen 5 Stunden und so.
    Dann schaffte er die Bienen ab, und ging studieren.
    und wurde..........na ?..............jawoll,.. Lehrer !!
    Da ich recht schnell lerne, wollte ich es ihm logischerweise nachmachen.
    Hat leider nicht geklappt
    .......weil meine Frau immer mitfährt zu IFT.
    aber auf 20 bis 30 Stunden pro Volk bringe ich es auch noch.(pro Monat)
    aufklärende Grüße
    Helmut


  • aber auf 20 bis 30 Stunden pro Volk bringe ich es auch noch.(pro Monat)


    Da weißte dann aber wenigstens auch, woran sie verreckt sind, sollte das der Fall sein. Bei den 5-Jahresstundenvölkern muss halt immer die olle Varroa vorgeschoben werden, wenns schief geht. Da verwundert es irgendwie nicht, dass die Varroa immer noch so große Probleme bereitet.


    Grüße
    Sven