Der Anfängerkurs - Bienenhaltung neben Familie und Beruf

  • Hallo zusammen,


    für viele Anfänger stellt sich die Frage, wie sie neben Beruf und Familie ihre Bienen gehegt bekommen.
    Die alt hergebrachte Völker-Führung mit wöchentlichem Besuch am Bienenstand ist für viele nicht praktikabel.
    Oft scheitert der Start schon an den vielfach über mehrere Monate sich hinziehenden Theorie-Lehrgängen.


    Es bietet sich die Möglichkeit zum Erlernen einer alternativen, Natur nahen Völker-Führung.
    Wer die theoretischen Grundlagen an zwei Wochenenden erlernen will, kann sich hier informieren:


    http://www.imker-honig-bienen-…kerei-kamen-bergkamen.htm


    Anmeldung bei der VHS-Bergkamen:


    http://vhs.bergkamen.de/index.php?id=74&kathaupt=11&knr=Y1141


    Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


    Der Dozent spendet das komplette Honorar der VHS zweckgebunden für die Migration von nicht deutsch sprechenden Kindern.


    Bergkamen bietet preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten, so dass sich auch ein weiterer Weg lohnt.


    Gesunde Bienen wünscht Euch


    Petra

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  • Was soll ein Anfänger mit 30 (!) Stunden Theorie?? Und was soll das mit den 5 Std. pro Volk im Jahr? Welch Augenwischerei! Honigverarbeitung ist nicht dabei, oder?
    Kopfschüttel!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo,

    Zitat

    Die schriftliche Prüfung beinhaltet Fragen aus dem Pool von
    Dr. Gerhard Liebig, Uni Hohenheim, Anfänger-Schulung


    Bewerten sie bitte die 3 Rähmchenmaße:
    Zander: sehr gut
    DN: ausreichend
    Dadant: ungenügend


    Spaß beiseite, was soll denn eine Prüfung bringen ? Ist man damit berechtigt Honig in DIB Gläser abzufüllen ? Wenn nicht ist die Prüfung eher suboptimal.
    Sicher kann man bei 30 Stunden Theorie eine ganze Menge abfragen und die Anfänger richtig gängeln. Nur für was ?


    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Petra,
    auf die Gefahr hin, dass ich auch gleich eins drüber bekomme, muss ich doch anmerken, dass ich da ebenfalls ein gewisses Ungleichgewicht sehe in Theoriestunden zu Praxis später an den eigenen Bienen. Ich bin nun wirklich nicht bekannt dafür, dass ich ständig in den Beuten rumrühre, aber 5 Stunden im Jahr, das klingt doch echt recht kurz. Die Theoriestunden während der Ausbildung brauchen also so viel Zeit wie 6 Jahre Imkern?
    Versteh mich nicht falsch, ich halte das für eine gute, sinnvolle Idee, wenn Imker die Ausbildung selbst in die Hand nehmen bzw. andere Institutionen dabei unterstützen. Ich habe mir schon selbst darüber Gedanken gemacht, weil es in unserem Verein nicht stattfindet. Nur eben zu behaupten, ein Volk würde nur 5 Stunden jährlich in Anspruch nehmen ist nicht reell und vielleicht lockt man damit Leute, die tatsächlich nicht viel mehr Zeit haben. Aber das wird dann zu Problemen führen. Ich glaube auch, dass man sich, hat man erst mal Bienen sowieso mit der Theorie befassen wird, ganz automatisch. Plötzlich sieht man Trachtpflanzen, die man noch nie gesehen hat, es fallen einem Details an Etiketten auf, die man vorhier nie bemerkt hat. Man spürt Bienentränken auf, lernt andere Imker kennen und liest alles über Bienenkrankheiten, was es nur gibt. Man stöbert bei ebay nach gebrauchten Teilen, hat den Holtermannkatalog unterm Kopfkissen, geht zu Vorträgen, die einem früher nie interessiert hätten. Man unterhält sich plötzlich mit langweiligen Eigenbrödlern mit seltsamen Kleidern und fragwürdiger Hygiene und man hat plötzlich eine Auswahl von 1o verschiedenen Honigen im Haus, die man immer wieder zu einer Vinaigrette verarbeitet. Man macht kein Wasser mehr an die Salatsosse, sondern Honig und Senf. Kurz gesagt, ha ha, die Theorie kommt zu 8o% später und von ganz alleine.
    Trotzdem, grundsätzlich eine gute Idee. Vielleicht könnte man auch einen theoretisch abgespeckten Kurs anbieten und ihn in der Folge durch eine Art Stammtisch erweitern. Perfektion hieß das damals in der Tanzschule. Dienstagabend war Tanzkurs, oder eben Mittwoch, Donnerstag usw. und am Sonntag kamen alle zur Perfe, wo alle Tanzschüler aus allen Kursen bei entsprechender Musik üben konnten. Kinderdisko hätte ich damals gesagt, wenn ich da schon Erwachsen und so böse gewesen wäre wie heute.
    Jedenfalls und damit seid ihr alle entlassen, wünsche ich dem Anbieter viel Erfolg, er hat bereits ein Lesezeichen von mir bekommen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bienenköniggibmirhonig :
    Hallo Wolfgang,


    die reine Arbeit mit und an den Bienen ist mit 5 Stunden pro Jahr hoch angesetzt. Bei der hier gelehrten Methode kommst Du mit wesentlich weniger aus, wenn Du etwas Routine hast.


    Wenn man die Seite vom Bienen Bert komplett gelesen hat, dann kann man klar erkennen, dass Fahrzeiten, Bearbeitung von Honig, Literatur-Studium, und sonstiges dabei nicht berücksichtigt sind und auch nicht berücksichtigt werden können, da sie individuell viel zu unterschiedlich sind.


    Ich habe vor Jahren selbst diese Schulung mitgemacht und ja, sie ist sehr anspruchsvoll, enthält aber wirklich alles, was man an theoretischem Grundwissen braucht.


    Der Vorteil ist, dass man kurz gefasst, umfassend und über 2 Wochenenden das komplette theoretische Grundwissen erlernen kann und eben nicht über viele Monate an verschiedenen Abenden oder Wochenenden eine lang gezogene Schulung hat.


    Auch der Start in die Praxis ist viel einfacher, weil alle Grundlagen bereits zu Beginn bekannt sind.
    Die praktische Ausbildung dauert beim Bienen Bert komplette 2 Bienenjahre, gibt es aber nicht für Gruppen.


    Einen internationalen Stammtisch gibt es schon seit langem 4 mal im Jahr, aber nicht in Deutschland und nur in englischer Sprache.


    Der "Honig-Schein" des DIB ist für eine Anfänger-Schulung völlig irrelevant, Hygiene fängt bereits bei der Bienenpflege an.
    Wer gerne im DIB-Glas seinen Honig anbieten möchte...


    Wolfgang, Du hast Dir konstruktive Gedanken gemacht, dafür mein Dank.


    Petra

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  • Hallo Petra!


    Man kann alles übertreiben. Das Imkerhandwerk ist grundsätzlich einfach, hat aber in weiterer Folge sehr viel mit Erfahrung zu tun. Da nützt meistens der beste Imkerkurs nichts. Mir ist schon klar, dass die gesamte zur Verfügung stehende Literatur und die vielen angebotenen Werkzeuge und Gerätschaften verwirrend sind. 90 % davon braucht man nicht.


    1. Meines Erachtens ist es wichtig, dass ein Imkeranfänger einen ordentlichen Imkerpaten hat. Das kann durch den besten Kurs oder durch das beste Buch nicht ersetzt werden.


    2. Der Imkeranfänger sollte sich ein oder zwei gute Imkerbücher, ich impfehle "Imkern mit dem Magazin, von Karl Pfefferle" und "Einfach imkern, von Dr. Liebig". Das Buch von Pfefferle ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber die Völkervermehrung und die Zusammenhänge im Bienenvolk sind bestens beschrieben.
    Das Buch von Dr. Liebig ist am neuesten Stand bezüglich Varroabekämpfung. Das Wichtigste ist, dass der Imkeranfänger die Bücher nicht nur liest, sondern auch die Zusammenhänge versteht. Zur Erklärung kann er den Imkerpaten oder auch das Forum zu Rate ziehen.


    3. Die Varroabekämpfung und die Völkervermehrung muss in Fleisch und Blut über gehen. Völkervermehrung ohne ausreichende Varroabekämpfung scheitert und umgekehrt genau so. Man kann auch nicht wie bei einer anderen Tierhaltung sagen, jetzt lege ich mir ein Bienenvolk zu und das habe ich auf absehbare Zeit. Ohne, dass der Imker etwas falsch macht, kann es weisellos werden, kann schwach werden usw. Da muss man schon mindestens einen Ableger in Warteposition haben.


    4. Der Imkeranfänger sollte mit etwa 3 Völkern beginnen, damit er Vergleichsmöglichkeiten hat und dass es beim Ausfall von einem Volk nicht gleich zu einem Totalverlust kommt. Viel mehr wie 3 Völker empfehle ich auch wieder nicht, denn dann könnte die Belastung schnell zu groß werden. Die Belastung ist stark von der Erfahrung abhängig.


    5. Ich habe wiederholt feststellen müssen, dass Imkeranfänger zwar alle möglichen und unmöglichen Gerätschaften hatten, aber so manches wirkliche Notwendige war nicht dabei. Ich empfehle daher, dass der Anfänger zu seinen 3 vollständigen Beuten noch für 3 Ableger oder Schwärme die Materalien hat. Ansonsten kann es im Sommer schnell zu einem Engpass kommen.



    Wenn sich dann der Jungimker allmählich von seinem Imkerpaten löst, dann wird umfangreicheres Fachwissen notwendig. Auf welche Art und Weise sich der Jungimker das aneignet ist seine Sache. Da kommen natürlich auch Imkerkurse ins Spiel.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Leute,


    Ich habe den Rundbrief von Bienen-Bert abonniert und finde ihn kurz, sehr kompetent und ja, durchaus manchmal eigenwillig. Zumindest ich könnte etwas von ihm lernen und würde sicher gerne hingehen wenn in der Nähe. Es ist bestimmt keine abgehobene Theorie und sicher nicht nur nützlich sondern auch unterhaltsam.

  • honigmaul
    Bei vielem hast Du recht, aber


    - an dem passenden und Zeit habenden Imker-Paten fehlt es den meisten Anfängern.
    - nur 2 Bücher lesen und dieses Forum kann keinen Grundkurs ersetzen.
    - gerade Anfänger müssen schon ein sehr dickes Fell haben, um den Ton einiger Schreiber hier im Forum durchzustehen.


    Bei allem anderen stimme ich Dir voll und ganz zu und genau dafür lernt man u.a. die theoretischen Grundlagen.


    Petra

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  • ....für viele Anfänger stellt sich die Frage, wie sie neben Beruf und Familie ihre Bienen gehegt bekommen. Die alt hergebrachte Völker-Führung mit wöchentlichem Besuch am Bienenstand ist für viele nicht praktikabel.


    die Lösung ist viel einfacher und grundsätzlicher.
    Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen bedeutet immer Zeit und Mühe.


    Warum dann Imkerei ? Bienen ?
    Man sucht sich ein Hobby, bei dem es nicht so drauf ankommt.


    Trotzdem kann man z.B. Gärtnern und Hummeln und Wildbienen beobachten, für diese Tiere Nisthilfen aufstelln, Blühpflanzen zur Beobachtung von Insekten anpflanzen, oder man sucht sich einen Imker und hilft ihm, oder stellt dessen Bienen im Garten auf ... es gibt so viele Möglichkeiten !

  • Ich kann mich nur Wolfgang und honigmaul anschließen. Leider konnte ich gestern aus Zeitgründen nicht mehr dazu schreiben, aber Wolfgang hat es auf den Punkt gebracht. "...und vielleicht lockt man damit Leute, die tatsächlich nicht viel mehr Zeit haben. Aber das wird dann zu Problemen führen...."
    Genau das befürchte ich auch, denn die Anfänger schauen öfter und nicht so routiniert. Eine Durchsicht dauert bei meinen 2 Anfängern mind. doppelt so lang als bei mir. Das ist einfach so. Und wenn es Probleme mit dem Volk gibt, dann bist du auch nach 30 Theoriestunden nicht so versiert, diese sofort zu sehen und Lösungen parat zu haben. Mit "5 Std. pro Jahr" werden die falschen Leute angelockt. Warum immer diese Zeitangaben??
    "Ach, so einfach ist Imkerei? Warum stöhnen dann die Imker und gehen in Berlin auf die Straße?" Nee, nee, meine Anfänger haben auch schon längst gemerkt, dass da mehr dran hängt, als nur eben mal nebenbei Bienen halten. Und mal ehrlich, wollen wir die als Imker, die zeitlich sowieso geradeso über die Runden kommen und wenn es zeitlich nicht geht, die Völker sich selbst überlassen, denn "die machen das ja schon"? Solche Völker habe ich dieses Jahr auch übernommen und schön ist es dann nicht.
    Wenn man Tiere hält, hat man Verantwortung und muss sich auch darum kümmern. Und wer im Mai gern 3 Wochen in Urlaub fährt, sollte sich das mit den Bienen genau überlegen. Meine Anfänger haben sich das genau überlegt und mittlerweile sind sie durch Praxis, nicht Theorie, soweit, dass wir uns bei Urlaub im Sommer auch gegenseitig bei den Völkern helfen und vertreten. Und ja, gute Imkerpaten sind rar, aber notwendig. Ich hatte leider keinen und deshalb mache ich es mit meinen Anfängern anders.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Zitat

    - nur 2 Bücher lesen und dieses Forum kann keinen Grundkurs ersetzen.


    Hallo Petra!


    Der springende Punkt ist, diese beiden Bücher lesen und verstehen. Es nützt gar nichts eine Unzahl von Büchern zu lesen und sich mit bestimmten Betriebsweisen und Details zu befassen.



    Es sollte dadurch auch nicht ein Grundkurs ersetzt werden. Bei einem Grundkurs geht es schon um wesentlich mehr, z.B. Hygienemaßnahmen, Lebensmittelrecht, Bienenprodukte usw. Andererseits was nützt der beste Grundkurs, wenn der Jungimker das Gehörte nicht in die Praxis umsetzen kann. Das Wichtigste ist, dass der Jungimker am Anfang seine Völker über die Runden bringt. Ob ein Schwarm mehr oder weniger, ob er ein paar Kg Honig mehr oder weniger erntet, usw. ist am Beginn seiner Tätigkeit eher nebensächlich.


    Das Forum kann einen Grundkurs schon gar nicht ersetzen. Aber es wird nicht all zu viele Themen geben, die im Forum nicht schon einmal behandelt worden sind. Wenn der Jungimker die Gabe hat, die richtigen Details heraus zu filtern, dann kann er das Forum gut nützen.


    MfG
    Honigmaul