Greening & Co

  • Mich treibt grade die Frage um, läßt sich die aktuelle Trachtsituation durch 'Greening' positiv beeinflussen, und wenn ja, wie?


    Besonders würde mich die Meinung mitlesender imkernder Landwirte interessieren, ob es diesbezüglich realistische Möglichkeiten gibt und wie diese aussehen könnten.


    Schön wäre:


    - am Ende eine Liste an Argumenten zu haben, die man dann im Gespräch mit Landwirten zur Hand hätte.
    - Lösungen für Probleme fände, die einer Umsetzung im Wege stehen (Problemunkräuter, Logistik, fehlende integrierbarkeit in Betriebsabläufe, zu arbeitsintensive Umsetzung, etc.)
    - mögliche Töpfe/Fördermittel
    - gelungene Beispiele, Ansprechpartner
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    Edit: es geht mir speziell um Ackerränder, Alternativen zum üblichen Reitgras-/Brennesselmix. Gibt es da überhaupt keine funktionierende Konzepte!?



    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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  • Mehr Tracht bringt es auf jeden Fall, aber zu welchem Zeitpunkt, das ist die Frage. Wenn ich so von manchen anderen lese, daß sie schon Mitte Juli "abschleudern", auf die kommen u. U. Veränderungen in der Betriebsweise zu.


    Der Landwirt kann auf verschiedene Weise der neuen Vorschrift Rechnung tragen. Er kann dauerhaft 5% Flächen aus seiner Produktion nehmen und ÖVF draus machen, oder er kann mit Faktor 3 Zwischenfruchtanbau machen. Letzteres ist dann wie Öko-Massentracht.


    so war´s dies Jahr bei mir: Nachdem es mit der Sonneblume vorbei war, fingen die Bienen an, div. Fallobst abzulecken, weil nichts besseres da war. Anfang September kam der Hammer: Erst Buchweizen, dann Phacelia und Ramtillkraut. 2 Monate Massentracht am Stück. (Immernoch) Tja, und der warme Herbst, das Ramtillkraut ist z. T. 2m hoch geworden. Die Bienen sind bis zuletzt geflogen wie verrückt, so daß ich Bedenken hege, ob das den Jungvölkern bekommt. Zumindest überwintern sie nun hauptsächlich auf Honig, ohne daß ich wertvollen Honig zur Fütterung aufwenden mußte.


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=42015



    Was soll man den Landwirten sagen? Z. B. daß sie keinen Senf verwenden sollen, das wissen sie meist nicht.


    Die Blühmischungen sind fix und fertig ausgetüftelt und konfektioniert. Frage den Landwirt, er soll Dir erklären, was da alles drin ist, dann siehst Du weiter.

  • Hallo,


    Danke, aber sinnvoller als eine zusätzliche Massentracht fände ich ein Konzept zum dauerhaften Bewuchs auf/an den Randstreifen. Ich find die Situation fürchterlich, kenn aber kein funktionierendes Kozept/Beispiel, was ich als Alternative vorschlagen könnte...


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,
    meiner Meinung nach würde es schon ausreichen, wenn die Landwirte nur auf den Flurstücken ackern würden, die sie auch in Eigentum oder Pacht haben.
    Die Wegeflurstücke (Feldwege z.B., im Eigentum der Gemeinde!) sind meistens eigentlich ca. 9-11 m breit, der benötigte befestigte Weg hat vielleicht 3 m Breite. Die restliche Fläche von 6-9 m auf gesamter Wegelänge wird mit beackert, wird auch für die Betriebsprämien angemeldet, es wird aber in den allerwenigsten Fällen eine Pacht gezahlt...
    Hat jetzt nicht wirklich was mit dem neuen Greening zu tun, die Flächen könnten die Gemeinden auch einfach so mal zurückfordern...


    Grüße,
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • ..., aber sinnvoller als eine zusätzliche Massentracht fände ich ...


    Na ja Du fragtest nach positiver Beeinflussung der Trachtsituation.


    Warte doch erstmal ab, wie sie es in Deiner Gegend angehen. Ist für uns alle Neuland... Bei Dauerstillegung verzichtet der Betrieb auf die Fläche, das wird er i. d. R. nur machen, wenn er dafür schlechte Stellen nehmen kann.
    "Randstreifen" sagt sich so einfach. Letztlich stehen "Streifen" aber mehr oder weniger unter Pestizideinfluß wegen Windversatz, und es muß auch nicht sein, daß sich da die bienennützlichen Pflanzen auf Dauer durchsetzen. Da ist die Zwischenfrucht eine vergleichsweise gute Sache, wenn Du mehr Tracht willst. Das Problem ist eben, daß die Bienen vorm Winter noch so viel arbeiten.
    ...Im Sommer sorgen die Landwirte dafür, daß ja nix blüht, und im Herbst ist es dann wie im Mai, ist schon alles behämmert...


    Kürzlich sprach ich mit einem Landwirt, der die Streifenstillegungs-Variante realisieren wird, und zwar rund um irgendwelche Waldstücke usw. Das hörte sich für Bienen nicht vielversprechend an. Auf die Frage, ob er sich nicht die Zwischenfrucht-Variante vorstellen könne, sagte er, das Saatgut sei ihm zu teuer und z. B. Phacelia sieht er als Problemunkraut an, welches man später nur schlecht wegbekommt. (Umso besser! ;-))

  • sinnvoller als eine zusätzliche Massentracht fände ich ein Konzept zum dauerhaften Bewuchs auf/an den Randstreifen. Ich find die Situation fürchterlich, kenn aber kein funktionierendes Kozept/Beispiel, was ich als Alternative vorschlagen könnte...


    Lieber Ralf,


    hier findest Du etwas:


    http://energree.npage.de/


    Andreas Pfänder kennt sich mittlerweile sehr gut aus, auch mit den (Gegen-)Argumenten, die von den Landwirten, Biogasbetreibern etc. normalerweise so kommen. Und er kennt objektiv ermittelte Ertragszahlen (Grünschnitt/Trockenmasse/Energieausbeute), hält bei manchen Bodenverhältnissen die Mais-Alternativen allein rein vom Ertragsgesichtspunkt für besser. Er arbeitet eng mit Landwirten, Imkern, Biogasanlagenbetreibern und nicht zuletzt Uni Bayreuth zusammen. Man muß die jeweiligen Standorte ganz genau analysieren und dann maßgeschneiderte Lösungen finden. Der hilft auf Anfrage bestimmt weiter und hat noch einiges in der Trickkiste. Aber vorher erst einmal die HP gründlich lesen...


    Ach ja: Unser benachbarter IV-Vorsitzender (ehem. Dozent an LW-FS) nutzt seit über 25 Jahren Silphie und traut den Pflanzen am selben Standort durchaus noch weitere 25 Jahre zu. Jährlicher Arbeitsaufwand beschränkt sich auf das einmalige Abhäckseln, keine Giftsprüherei, keine Unkrautbekämpfung etc. -> wirklich nur reiner Ernteaufwand (im Unterschied zu Mais auch noch relativ wetter- und terminunabhängig) jährlich ab 2. Standjahr.
    Da ist Gehirnschmalz besser aufgetragen als bei TTT (Tarnen, Tricksen...).



    Servus - Gottfried